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Ein Küsschen mit Folgen – Würdevoll Grenzen setzen

„Gib der Oma ein Küsschen. Anna, bitte! Anna, gibst du jetzt bitte der Oma ein Küsschen? Wir fahren jetzt und dann siehst du die Oma ganz lange nicht mehr.“ Anna will ihrer Oma kein Küsschen geben, das sehen auch Oma und Mama. Aber es gehört sich eben so, also gibt Anna irgendwann widerwillig nach, und der Schmatzer landet auf den Lippen der Großmutter.

An Omas Küssckinder dürfen grenzen setzenhen erinnert sich Anna auch noch Jahre später. Sie schmeckt auch heute noch die Mischung aus Sherry und kaltem Rauch, irgendwie modrig klamm und eklig feucht. Dass ihre Mutter sie damals gezwungen hat, ärgert sie heute sehr.  Zu Recht. Sie musste damals über ihre Grenze gehen. Immer wieder, an jedem Feiertag, an jeder Familienfeier.

Eigentlich ist es nur eine Kleinigkeit, es geht nur um Höflichkeit, darum, was sich gehört, darum, was die anderen erwarten, darum, was gutes Benehmen eben ausmacht. Und es steckt dahinter so viel mehr. Die Botschaft, die die kleine Anna damals bekam, lautete: Omas Erwartungen zu erfüllen ist wichtiger, als deine Grenzen zu respektieren.

Wer in der Kindheit nicht spüren durfte, dass es richtig und wichtig ist, seine eigenen Grenzen zu kennen und sie nicht zu übertreten oder übertreten zu lassen, der wird sich damit auch im Erwachsenenalter schwertun.

Anna ist mittlerweile 34 Jahre alt. Vor kurzem stand sie im Supermarkt an der Kasse. Es war nicht viel los, also ließ sich die Kassiererin Zeit und fing an zu plaudern. Sie kaufe das gleiche Shampoo wie Anna, sagte sie. Jahrelang habe sie trockene, schuppige Haare gehabt, nur dieses neue Produkt habe ihr helfen können. Und dann berichtete sie, was ihr ihr Frisör zuvor geraten hatte, erzählte schließlich von ihren Kindern, von ihren Katzen und entließ Anna erst nach einigen Minuten in die Freiheit. Anna war die Situation unangenehm.

Sie wollte nicht mit dieser fremden Frau über Shampoo, über Schuppen, Frisöre, Kinder und Katzen sprechen.  Sie wollte von all dem auch nichts hören. Doch wie hätte sie es sagen sollen? „Entschuldigung, könnten Sie mich bitte einfach nur einkaufen lassen?“ Wäre das nicht viel zu unhöflich gewesen? Nein. Wäre es nicht. Es wäre genau richtig gewesen.

Es ist genauso wie vor 30 Jahren. Anna spürt, dass ihre Grenze gerade übertreten wird, dass sie nicht möchte, dass man ihr körperlich oder sozial so nah kommt. Doch sie hält es aus. Heute ist es nicht mehr ihre Mutter, die sie daran erinnert, was sich gehört. Heute ist sie es selbst, die sich immer wieder zur Höflichkeit ermahnt.

Folter, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung – ständig übertreten Menschen die Grenzen anderer. Um irgendwann friedlich zusammenleben zu können, in Respekt und Würde, müssen wir alle bei uns selbst anfangen. Wir müssen selbst spüren, wo unsere Grenzen sind, wir müssen sie kommunizieren und wir müssen die Grenzen derer respektieren, die in unserem Schutz stehen.

Grenzen setzen, wie geht das?

gute Grenzen setzenViele Menschen fragen mich danach, ob und wie sie Ihre eigenen Grenzen fühlen und zeigen dürfen. Tatsächlich haben wir durch unsere Erziehung hin zur Anpassung diesem eigenen Gefühl nach einer gesunden Grenze niemals trauen gelernt. Dabei ist dieses eins der Basisgefühle im Leben. Oftmals spüren wir, dass uns ein anderer Mensch nicht guttut. Sei es, dass er schlechte Laune hat, wir nicht mit ihm reden wollen, wir uns nicht für ihn interessieren oder dass er mehr von uns will, als wir geben wollen. Aber aus Anstand drücken wir dieses Gefühl weg und sind zu jedem Menschen freundlich und nett, statt uns abzuwenden und zu gehen.  ( Hier findest du noch mehr zum Thema  wie du Grenzen setzen kannst, ohne andere zu verletzen)

Ja, man darf Grenzen setzen, es ist sogar unabdingbar, um zu sich selbst zu finden!

Natürlich sollte man sich aus heilenergetischer Sicht anschauen, aus welchem Grund ein Mensch einem nicht liegt. Aber wir sollten  auf unsere inneren Warnsignale hören und immer entsprechend und dem Gefühl folgend sofort handeln. Wenn ich dir  ein Essen vorsetze, dass schimmelig ist, würdest du es  auch nicht essen, sondern dankend ablehnen … hoffentlich! Oftmals sind wir es auch selbst, die die Grenzen der Anderen überschreiten. Jedes Mal, wenn ich zum Beispiel aus meiner eigenen Sicht liebgemeint helfen will, überschreite ich vielleicht bei dem, dem ich helfe gerade eine Grenze. Jedes „Gib mal her, ich mach schon!“ oder „Ich meine es doch nur gut!“ ist ein solcher Übergriff.

Wie kann man klarer werden und im Alltag Grenzen setzen?

Oftmals reicht ein freundliches aber bestimmtes: Nein, danke! In den meisten Fällen ist Ehrlichkeit ein guter Ratgeber. Ich denke bei solchen Fragen auch immer sofort dawarm im herz Grenzen setzenrüber nach, wie ich wohl meinem Kind erklären soll, dass es nicht lügen sollte, es bei mir selbst aber andauernd anders erlebt. Denn etwas zu fühlen und dann anders zu handeln ist energetisch betrachtet eine Lüge. Und Kinder spüren genau das!

Ein sehr interessantes und wichtiges Phänomen des Themas „Grenzen setzen“ ist auch, dass, wenn meine eigenen Grenzen in mir klar sind, überschreite ich selbst sie nicht, und niemand anders kommt auf die Idee sie zu überschreiten. Wenn man seine eigenen Grenzen kennt, entsteht mitten in einem drin, im Herzen, ein wundervolles Gefühl, ein Schutzraum, in dem ich selbst Ruhe und Liebe fühlen kann. Im komme sozusagen bei mir an. Das ist, was in meiner Arbeit „Fühle deine WÜRDE“ beschreibt.

Aus Spiegeln lernen

  • Eine Bekannte stellt ihrem Mann vor Freunden peinliche Fragen und stellt ihn bloß: Übergriff!
  • Eine Kollegin nimmt jeden Klienten beim Begrüßen ungefragt in den Arm: Übergriff!
  • Man erzählte mir von einer alten Dame, die jedem Besuch beim Abschied ungefragt und schneller als man schauen konnte einen Weihwassersegen mit dem Kreuzzeichen gab: Übergriff!
  • Eine junge Klientin (25) hilft einer 60 jährigen Dame bei kleinen Computerfragen und die Dame begegnet ihr immer wieder mit den Worten: „Kindchen, komm mal her, so geht das doch nicht, und nimmt sie dabei in den Arm.“ Übergriff!
  • Eine Freundin bat Bekannten und Freunde darum, ihr keinerlei Geschenke zu egal welchen Anlässen zu machen. Von einigen wird diese deutliche Bitte nicht respektiert: Übergriff!
  • Eine Mutter räumt ihrer Tochter mit den Worten: „Ich will dir doch nur helfen!“ das Zimmer auf, weil ihr das Durcheinander auf den Wecker fällt. Übergriff!

Aber ich selbst merke auch, wie ich ungefragt und auch selbstverständlich Dinge tue, die andere Personen vielleicht lästig empfinden. Ich frage nach, auch wenn ich merke, dass jemand gerade nicht mit mir sprechen will. Ich übernehme manchmal Aufgaben, die sie auch selbst erledigen könnten und wollten, und ich fahre gerne schnell Auto, und drängle dabei schonmal den einen oder anderen von der Bahn. Dazu ließen sich sicherlich noch mehr Beispiele finden.

Solange ich selbst meine Grenzen nicht wahre, bekomme ich von meiner Umgebung diese Übergriffe gespiegelt

portrait grenzen setzenJemand der meine Grenzen überschreitet bringt mich also zum Nachdenken, wo ich genauso handle wie er. Vielleicht kann ich dann sogar überlegen, wo in meiner Kindheit die Grenzen immer und immer wieder nicht geachtet wurden. Hat man mit mir geschimpft, weil ich nicht artig die Hand geschüttelt habe? Hat man einfach mein Spielzeug weggeräumt, ohne mich zu fragen? Wurde ich geschlagen, gedemütigt, missachtet? Dann ist es kein Wunder, dass auch ich heute die Grenzen anderer missachte und geringschätze. Denn wir geben immer das Lebensmodell weiter, dass wir von den Vorgenerationen erlebt und übernommen haben, auch wenn wir es vom Verstand her ablehnen.

Die Wut und die Verletzung zu fühlen, die man als Kind erlebt hat, ist in diesem Falle sehr wichtig. Die Gefühle von damals gestalten aus dem Unbewussten heraus unsere Welt. Sie noch einmal fühlen, ihnen Raum geben und eventuell zu verzeihen ist der Weg aus dem Dilemma.

Ich werde dann immer gefragt: „Wie soll ich mich dann verhalten, wenn ich was nicht will? Wie kann ich etwas sagen ohne zu verletzen?“ Wenn die Ursache bei einem selbst gelöst ist und man die Zusammenhänge aus der Kindheit klären konnte, braucht man sich nicht „neu verhalten“, sondern wenn die inneren Grenzen klar sind, erübrigt sich auch der Spiegel.

Man wird solche Situationen der Grenzfragen nicht mehr erleben! Man strahlt die innere Sicherheit und Klarheit aus und die eigenen Grenzen stehen dann nicht mehr in Frage.

„Fühle deine WÜRDE“, es lohnt sich!

Mit herzlichen Grüßen,

Stefanie Menzel

 

 

Wo fällt es dir schwer deine Grenzen zu setzen?  Wir freuen uns über einen Kommentar.

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