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Mitmenschen

So kannst du deine Mitmenschen wirklich sehen und erheben

Wie du durch eine Veränderung des Blickwinkels ganz einfach dafür sorgen kannst, dass sich deine Mitmenschen von dir richtig gesehen und erhoben fühlen.

Ein Gastbeitrag von Carolin Stark.

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Durch deine Art, in der Welt zu sein und zu kommunizieren, kannst du eine andere Person aufrichten oder (mit)hinunterziehen. Ich widme mich in diesen Zeilen dem „Erheben“, dem Stärken eines (Beziehungs-) Felds, wenngleich ich auch die Fragen spannend finde: „Was mache ich eigentlich, wenn ich selbst über längere Zeit schlecht drauf bin, meine Energie „unten“ ist: Kann und will ich mich einem anderen dann überhaupt zumuten?“

Es ist oft ganz leicht, geliebte oder auch einem fremde Menschen zu erheben und ihnen eine Freude zu bereiten – durch ein Lächeln, ein paar herzliche Worte, ein aufrichtiges Kompliment. Was du denkst, was es in dir denkt, wird nach außen projiziert. Worte, auch unausgesprochene, sind mächtig, wie wir wissen.

Meine Mutter, Baujahr 38, hat die Angewohnheit, auch Fremde einfach anzuquatschen und je nach Situation schnell mal etwas Persönliches zu teilen. Sie transportiert aus meiner Sicht eine Herzlichkeit, die manchmal auch unkonventionell daherkommt.

Früher schämte ich mich häufig fremd, dieser Tage tue ich es selbst oft. In den meisten Fällen reagiert der andere erfreut, ist plötzlich ganz wach oder fühlt sich gesehen. Es bieten sich immer Gelegenheiten, einen anderen wahrzunehmen und ihm einen kurzen Moment der Wertschätzung zu schenken: an der Supermarktkasse und am Markstand, an der Bushaltestelle oder am Telefon, im Zug und im beruflichen Umfeld.

Das Bedürfnis eines jeden nach Anerkennung, nach „Wirklich-Gesehen-Werden“ ist groß und wenn wir genau hinschauen leicht zu sättigen. Oft daddeln wir zum Beispiel recht unbewusst im Netz, zappen von Seite zu Seite.

Wir können uns darin üben, uns selbst disziplinieren, hierfür Zeiten festzulegen und freigewordene Zeiten immer mal wieder dafür zu nutzen, einem liebgewonnenen Mitmenschen eine herzliche Kurznachricht zukommen zu lassen oder doch mal zum Hörer zu greifen. Was Letzteres betrifft: Sollte dem anderen der Anruf nicht passen, können wir immerhin einen lieben Gruß hinterlassen.

Mitmenschen verstehenSich selbst und anderen Freude-Momente schenken, einen Raum durch ein Lächeln erhellen, wie es im Yoga heißt: die Energie erhöhen, deine Ausstrahlung projizieren – all dies ist auch in einem oft überfrachteten Alltag möglich, und es profitieren stets beide davon: Schenker und Beschenkter.

Wenn aus irgendwelchen Gründen gerade kein verbales Austauschbedürfnis mit einem nahestehenden Menschen besteht – vielleicht da beide zu einem immer wieder kehrenden Thema unterschiedlicher Meinung und dessen müde sind oder auch einfach, da man gerade nicht so in Plauderlaune ist – können wir den anderen auch mit einem kleinen Päckchen überraschen. Das macht meistens beiden besonders Freude!

Gerade zu uns nahestehenden Menschen entwickeln wir im Laufe der Zeit ein gutes Gespür dafür, was der andere mag und was nicht, was er braucht, um sich wohl und gesehen zu fühlen, was er gut kann und was ihn eher überfordert.

Wir lernen seine Art zu kommunizieren kennen und werden bewusster dafür, auf welchen Kanälen der andere Liebe empfängt: Zweisamkeit, oben beschriebene Anerkennung, Zärtlichkeit, kleine Geschenke, die von Herzen kommen. Unsere auf ihn zugeschnittene Unterstützung und Wertschätzung dient uns beiden und nährt die Beziehung. Wir können dieses Gespür dafür pflegen, was einem selbst und dem anderen guttut.

Neben den bereits beschriebenen Gesten und kleinen Geschenken für den anderen können wir selbst uns auch immer wieder erheben und uns bestimmte Freiheiten nehmen:

Du kannst dir beispielsweise erlauben, einen anderen nicht sofort zurückzurufen, wenn nicht explizit zum Beispiel von einem engen Freund darum gebeten wird; gleichzeitig kannst du dem anderen diese Freiheit auch schenken und klar kommunizieren, was du dir wünschst.

Ein klares Mitteilen dessen was du brauchst lädt auch das Gegenüber ein, sich selbst und dem anderen gegenüber immer klarer zu werden.

Freunde und MitmenschenTabuisiertes zu thematisieren ist zwar nicht immer angenehm und erhebend, doch dieses zur Sprache zu bringen, kann gerade Nähe stiftend, befreiend und somit vielleicht doch aufbauend wirken. Da unsere Familie durch den Verlust unseres Bruders eine nahe Beziehung zum Tod hat, fällt es uns auch nicht so schwer, das Thema Tod und die damit verbundene Trauer zu kommunizieren, zu teilen.

Beim Blick in die eigenen Tiefen und Abgründe ist uns auch das Abgründige des Gegenübers nicht fremd und unser Verständnis für das, was gerade nicht rund läuft, umso größer.

Manchmal schafft es wie gesagt Nähe, Tabus in den Raum zu stellen, Dinge und Themen anzusprechen, die einem für gewöhnlich nicht so schnell über die Lippen kommen, von denen wir jedoch ahnen, dass auch das Gegenüber sie gerne teilen würde: Tod, Scheitern, Neid, Frust in der Kindererziehung.

Es geht hier nicht um ein sich gegenseitiges Ausjammern, sondern eher um ein Sich-Transparent-Machen und um ein Spüren meines eigenen Mitteilungsbedürfnisses und das des Gegenübers. Wenn dann noch gemeinsam gelacht wird – umso schöner.

Es lohnt sich, Freudvolles zu denken und somit Güte auszustrahlen. Sei mitfühlend mit dir selbst und kultiviere die Qualitäten von Mitgefühl und Freundlichkeit in dir. Was du gibst, kommt zu dir zurück. Ich freue mich über deine Erfahrungsberichte…

Carolin Stark

seisofrei-lebenskunst.de

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