Human Trust
Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

Christian Felber

Porträt Christian Felber: Die Wiedervereinigung von Wirtschaft und Würde

Ein Plädoyer-Porträt über Christian Felber, den Pionier für eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsordnung.

„Christian Felber ist der Robin Hood der gerechten Ökonomie“ ordnete ein Journalistenduo kürzlich den Co-Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie in einem Porträt für das Magazin „ZEIT-Wissen“ ein.  Nikolaus Jilch von der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ hingegen titulierte Felber als einen „globalen Ressourcen-Sowjet“. Überhaupt scheint dieses Medium nahezu jeden Anlass zu nutzen, um die Gedanken Felbers kritisch in Frage zu stellen, zu belächeln und oder sogar zu verhöhnen. Kleine Kostprobe? „Zum Wohle aller und am besten von Felber persönlich“, „selbst ernannter Erlöser der vom Kapital Geknechteten“ oder auch „sein Demokratiemodell trägt den Keim einer neuen Kommandowirtschaft in sich.“

Warum provoziert und erzürnt Christian Felber derart? 

Vielleicht, weil seine Ideen zu einer alternativen Wirtschaftsordnung, zu einem neuen Geldsystem, zu einem ethischen Welthandel so einleuchtend sind, zu greifbar und konkret, um wahr sein zu dürfen. Es könnte sich ja wirklich etwas ändern. In der jetzigen kapitalistischen Wirtschaft dreht sich alles nur um Geld und Gewinn, werden Egoismus und Konkurrenz geschürt? Eine Ökonomie à la Felber hebelt diese Grundprinzipien ganz einfach aus: Mit der Gemeinwohl-Bilanz rücken neben den monetären Erfolgsindikatoren die zentralen demokratischen Grundwerte ebenfalls ins Zentrum wirtschaftlichen Schaffens – und zwar nicht nur für den schönen Schein und als nette Etikette, sondern verbindlich und mit Konsequenzen: Die Unternehmen, die dem Gemeinwohl am besten dienen, werden mit Steuererleichterungen belohnt, bei öffentlichen Auftragsvergaben bevorzugt und ernten Pluspunkte bei der Kreditvergabe.

Von der Utopie zur internationalen Bewegung

Christian FelberDas bietet konkrete Ansatzpunkte. Nicht perfekt vielleicht, aber diskussionswürdig, anschluss- und ausbaufähig. Felbers Ideen verharren nicht zwischen den Buchdeckeln, sondern werden handfest von hunderten Unternehmern erprobt, von tausenden Engagierten weiterverbreitet und weiterentwickelt. „Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, wusste der französische Schriftsteller Victor Hugo. Eine Bewegung lässt sich weder verordnen noch auf dem Reißbrett planen, sie erblüht dann, wenn sie eine starke Anziehungskraft auszustrahlen vermag. Das ist bei der Gemeinwohl-Ökonomie offenbar der Fall: Mehr als 80 Prozent aller Menschen in Deutschland wünschen sich die Wirtschaft anders, sagt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung. Ihnen sind Wachstum und Geld nicht so wichtig, die Umwelt und sozialer Ausgleich umso mehr, bringt es die Wochenzeitung DIE ZEIT auf den Punkt, die Studie zitierend. Die Menschen wollen also eine Wirtschaft mit Würde.

Aus der Praxis geboren, zum Bestseller avanciert

„Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus“ hieß das Buch, das Christian Felber, damals Sprecher von Attac Österreich, im Frühjahr 2008 veröffentlichte und das die Geburtsstunde einer Bewegung bedeutete. Darin skizzierte er unter anderem in Grundzügen die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie. Das inspirierte einige Unternehmer aus dem Attac-Umfeld. Sie hatten das Jammern satt, wollten aktiv werden und wandten sich an den Autoren: „Christian, lass uns doch mal konkret überlegen, wie wir unternehmerisches Schaffen ethischer gestalten und dann belohnen können.“ Felber entwickelte gemeinsam mit ihnen in Spiegelung ihrer wirtschaftlichen Praxis das Werkzeug namens „Gemeinwohl-Bilanz“ und skizzierte diese mit einigen weiteren Überlegungen in seinem neuen Buch „Die Gemeinwohl-Ökonomie“, das 2010 erschien. Heute sind mittlerweile über 80.000 Exemplare des Buchs in zehn Sprachen verkauft, ab 20.000 veräußerten Exemplaren darf man ein Buch einen Bestseller nennen.

Angekommen in der Realität

Die Gemeinwohl-Ökonomie geht um die Welt und hat schon vielerorts Wurzeln geschlagen: In den vergangenen fünf Jahren ist Christian Felber als Redner mit der Botschaft der Gemeinwohl-Ökonomie über den halben Erdball gereist – von Österreich, Deutschland und der Schweiz bis in die USA und nach Mexiko, von Schweden über Island bis Chile. Die Gemeinwohl-Ökonomie verändert Wirtschaft und Politik, wird Gegenstand von Forschung und Bildung: die Universitäten Barcelona und Valencia planen Lehrstühle zur Gemeinwohl-Ökonomie, hunderte von Unternehmen – darunter so renommierte wie die Sparda-Bank München eG oder der Bergsportausstatter VAUDE – nutzen die Gemeinwohl-Bilanz als Werkzeug einer ethischen Unternehmenskultur, die Gemeinde Miranda de Azán wurde beim Global Social Economy Forum 2016 in Montreal als offizielle Gemeinwohl-Gemeinde vorgestellt, der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss, ein beratendes Gremium der EU, stimmte mit einer großen Mehrheit von 86 Prozent dafür, dass die Gemeinwohl-Ökonomie Einzug in die europäische Gesetzgebung hält.

Mosaiksteine für eine bessere Wirtschaftswelt:
Gemeinwohl-Ökonomie, Bank für Gemeinwohl, Ethischer Welthandel

Und doch ist die Gemeinwohl-Ökonomie nur ein Mosaikstein, eingebettet in eine größere Vision: Wenn Unternehmen ihre Gemeinwohlorientierung zum Erfolgsfaktor machen, braucht es einen anderen Rahmen, der ihre ethischen Leistungen honoriert. Geld braucht andere Spielregeln wie auch Banken und der (Welt-)Handel ihr Wirken an einem verbindlichen ethischen Rahmen messen, der das Gemeinwohl befördert. Bei Felber bleiben dies keine philosophischen Gedanken, sie wollen sich an der Realität messen. So initiierte er Ende 2014 die Gründung des Projekts Bank für Gemeinwohl, deren stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender er ist. Mittlerweile zählt die Bank über 4.800 Genossenschaftsmitglieder und hat 3,5 Millionen Euro gesammelt.  In Kürze startet die bankeigene Crowdfunding-Plattform, die gemeinwohlorientierte Projekte sichtbar macht und fördert.

Die Wirtschaftswelt aus ihren Angeln heben

Christian FelberVor kurzem ist Christian Felbers neues Werk „Ethischer Welthandel – Alternativen zu TTIP, WTO und Co.“ erschienen. Es ist nicht das erste Mal, dass er den ganz großen weltumspannenden Wurf wagt. Das hat der bereits in seiner Zeit als Mitbegründer und Sprecher von Attac Österreich getan – mit Werken wie „Die geheimen Spielregeln des Welthandels“ (als Herausgeber 2004) oder „50 Vorschlägen für eine gerechtere Welt (2006).

Doch dieser Tage erntet dieses Thema besondere Aufmerksamkeit, Millionen Menschen gehen in Europa auf die Straße, demonstrieren gegen TTIP, CETA und weitere so genannte Freihandelsabkommen. Erhebungen zeigen, dass 94 Prozent der österreichischen Bevölkerung gegen das Abkommen CETA sind; Deutschland hat sicher ähnliche Zahlen zu verzeichnen.  Diese Gegenbewegung braucht ein Wofür. Es giert nach einer ethischen Alternative. Christian Felber stellt hierfür einige Möglichkeiten zur Diskussion, und die Projekte „Gemeinwohl-Ökonomie“ und „Bank für  Gemeinwohl“ zeigen, welches Potenzial dieser Lesestoff in sich birgt. Weil jemand dahinter steht, der nicht nur schreibt, sondern macht. Die Zeit ist reif.

Buch-Website mit weitere Informationen:

http://ethischerwelthandel.info/

UnternehmensstrategieÜber die Autorin:

Stephanie Ristig-Bresser engagiert sich seit knapp drei Jahren für die Gemeinwohl-Ökonomie und ist Mitglied des Vorstands des Wiener Gründungsvereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie.

www.stephanie-ristig.de

 

Hier geht es direkt zu Christians erster Kolumne im Compassioner:

compassioner.com/allgemein/kolumne-christian-felber-ethischer-welthandel/

Gefällt mir 1476 Personen gefällt das

Diskussion

fan

Hole dir dein Gratis-Geschenk für Compassioner-Leser:


Das große Coaching Paket von Veit Lindau.
Sichere dir diesen wertvollen Leitfaden für ein erfülltes, glückliches Leben.

 

Wir schenken dir:
o 4 Audiovorträge mit Veit Lindau
o 1 Geführte Meditation
o Den Lebenskompass

Trag dich dazu hier ein:

 



 

Pin It on Pinterest

Share This