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Kaffee für eine bessere Welt – Ein neues Modell des Fairtrade

In unserem Leben gibt es zahlreiche Produkte, die wir kaufen, ohne uns Gedanken zu machen, woher sie kommen und ob sie eine Bedeutung für eine bessere Welt haben. Kaffee ist ein besonderes Thema, weil der Rohstoff, die Kaffeebohnen meist aus armen Ländern importiert und in Industrieländern weiterverarbeitet wird.

Dass die Kaffeebauern von dem großen Gewinn, der abfällt, bis wir die schwarze Köstlichkeit hier in der Tasse haben, nicht viel sehen, ist bekannt.

Auch der Fair Trade-Kaffee ist nicht immer die perfekte, faire Lösung. Jetzt gibt eine Kooperative, die dafür sorgt, dass Kaffeebauern aus ihrer Abhängigkeit kommen und fair verdienen.

Melanie Grundmann von der Kaffee Kooperative stellt uns ein neues, zukunftsweisendes Modell vor:

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Das Start-up Kaffee-Kooperative.de bietet den ersten Fairtrade-zertifizierten Kaffee, der schon im Anbauland geröstet wird und zwar von den Kaffeebäuerinnen und -bauern selbst. Was man als unbedarfter Kaffeetrinker nicht unbedingt weiß: Normalerweise verkaufen die Erzeuger Kaffeekooperatie-bessere-weltnur die rohe, grüne Bohne und die Röstung des Kaffees findet in den Konsumländern statt. Dabei gehen nur knapp 15 Prozent des Verkaufspreises an die Kaffeebauern.

Kaffee-Kooperative.de kooperiert nun mit einer Partnerkooperative in Ruanda, die den Kaffee nicht nur anbaut, sondern auch röstet, verkostet und verpackt. Dadurch verbleiben 48 Prozent der Wertschöpfung bei den Kaffeebäuerinnen und -bauern.

Fairchain – Ein neues Handelsmodell für den fairen Handel

Kaffee-Kooperative.de folgt dem Fairchain-Handelsmodell, das den gesamten Produktionsprozess von Waren und die anhängige Wertschöpfung im Herkunftsland belässt. Fairchain wurde vom niederländischen Unternehmer Guido van Staveren van Dijk, Gründer des Kaffeeunternehmens Moyee, formuliert und definiert den herkömmlichen Fairtrade-Handel neu.

Ein häufiger Kritikpunkt an Fairtrade lautet bisher, dass trotz der garantierten fairen Bezahlung der Erzeuger kein grundlegender Wandel im Sinne einer Herauslösung aus der Abhängigkeit von externer Hilfe erfolgt.

kaffee-bessere-weltFairchain ermutigt und befähigt die Erzeuger nun, das komplette Produkt umzusetzen – im Kaffeegeschäft bedeutet dies das Rösten, Verkosten und Verpacken. Das schafft neue Arbeitsplätze, verbesserte Infrastrukturen, höhere Einkommen und eine stärkere Identifikation der Erzeuger mit dem hergestellten Produkt-

Die meisten Kaffeebauern haben nämlich noch nie in ihrem Leben Kaffee getrunken und die Kakaobauern keine Schokolade probiert. Daher fehlt ein entscheidender Bezug zu ihrer Ware. Das ist als wenn der Hopfenbauer aus der Holledau noch nie ein Bier getrunken hätte.

Durch die Röstung in der Kooperative können die Bauern ihren Kaffee selbst verköstigen und bekommen so ein besseres Gefühl für ihre Ware.

Durch die Förderung der lokalen Wirtschaft sinkt zudem die Abhängigkeit der Erzeuger, etwa von Entwicklungshilfe. Eine Weltbank-Studie zeigt, dass durch jeden neuen Job, z.B. in der Lebensmittelverarbeitung, 2,8 weitere Arbeitsplätze im Umfeld geschaffen werden. Somit wird durch den Direkthandel mit den Erzeugern überdies profitmindernde Mittelsmänner abgeschnitten, was den Fairtrade-Kaffee für den Endverbraucher günstiger macht.

Die Kooperative

Kaffee-Kooperative.de kooperiert mit der ruandischen Kaffeekooperative Musasa Dukundekawa. Ihr Ziel ist es seit 2000, sechs Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs und Völkermords Spezialitätenkaffee in kleinbäuerlicher Weise zu produzieren.

Kaffe-fuer-bessere-WeltDie Kooperative verfügt über drei Kaffee-Waschstationen, eine Sortier- und Verarbeitungsanlage und eine Demonstrations- und Schulungsfarm. Neben dem Kaffee hat die Kooperative eine Milchverarbeitung aufgebaut. Dazu wurden in den letzten Jahren Kühe gekauft, die nicht nur Milch produzieren, sondern auch den für den Anbau von Bio-Kaffee notwendigen Dünger. Die Röstung erfolgt in der kooperative-eigenen Rösterei Rwashoscco. Die Kaffeebauern haben damit die gesamte Herstellungskette in ihrer Hand und sind unabhängig von Landbesitzern oder Kaffeemultis.

Die Einnahmen werden gerecht verteilt und in die Gesundheitsvorsorge, die Schulbildung der Kinder, die Aus- und Weiterbildung der Bauern investiert. Auch Mikrokredite werden bereitgestellt, damit die Kaffeebauern Investitionen anschaffen können, wie zum Beispiel etwa Transportfahrräder.

Und das bewirkt fairer Kaffee:

Eine der Kaffeebäuerinnen, Marie Bedabasingwa, konnte sich dank ihrer Einnahmen ein neues Haus bauen. Das alte war undicht geworden und gerade während der Regenzeit gefährlich. Das Dach war kurz davor zu zerbröckeln. „Ich bin wirklich froh, dass ich mir mit meinem Einkommen Elektrizität und einen Wasseranschluss leisten konnte. Jetzt habe ich Leitungswasser und sogar ein Radio. Ich kann zuhören und lerne, was in der Welt so vor sich geht. Ich bin nun mit einem Enkelkind gesegnet und habe sogar eine Hilfe im Haus,“ sagt Marie sichtlich zufrieden.

Wie viele Frauen in Ruanda ist Marie seit dem Genozid 1994 verwitwet. Sie trat der Kaffeekooperative 2003 bei. Von ihren sieben Kindern haben zwei den Genozid nicht überlebt. Drei studieren an der Universität, die anderen beiden haben bereits eine Familie gegründet. Marie bewirtschaftet 600 Kaffeesträucher und auch einige andere Pflanzen. Die Einnahmen aus dem Kaffeeanbau ermöglichten es ihr, ihren Kindern eine perspektivenreiche Zukunft für eine bessere Welt aufzubauen.

Ein ähnliches Schicksal

ereilte die Kaffeebäuerin Odette Murekatete. Nach dem Genozid, der auch sie verwitwet zurückließ, adoptierte Odette ein Waisenkind. Zusätzlich zu ihren vier leiblichen Kindern. Ihren Tagesablauf schildert Odette wie folgt: „Drei Tage in der Woche arbeite ich auf meiner Kaffeeplantage, von 7 Uhr morgens bis zum Mittag. Anschließend gehe ich nach Hause und bereite das Essen für die Kinder vor. An den anderen beiden Tagen arbeite ich in meinen anderen Gärten, wo ich Lebensmittel anbaue, um meine Familie zu ernähren.“ Darüber hinaus bietet Odette, ebenfalls im Rahmen der Kooperative, handgefertigte Produkte an.

Odette besitzt eine Kuh, die ihr nicht nur Milch liefert, sondern auch Dung, mit dem sie ihre Kaffeesträucher beglückt: „Die Kuh habe ich von der Kooperative bekommen, damit wir selbständig organischen Dünger für unseren Kaffeeanbau produzieren können. Und die Milch kommt wiederum meiner Familie zugute. Meine Kuh warf bereits fünf Kälber, die nun im Besitz anderer Mitglieder der Kooperative sind. Wir haben innerhalb der Kooperative ein großartiges System geschaffen, so dass Kälber kostenfrei an die Mitglieder verteilt werden, die noch keine Kuh haben. Damit profitieren nach und nach alle von der Anschaffung!“

Jeden Morgen kocht Odette die Milch ihrer Kuh zum Frühstück auf. Die Kinder bekommen Tee dazu, während Odette einen Löffel Kaffee hinzufügt: „Ich trinke gern Kaffee. Wie könnte ich ihn auch anbauen und verkaufen, wenn ich nicht wüsste, wie er schmeckt!“ Lachend fügt sie hinzu: „Der Kaffeeanbau hat mir und meiner Familie enorm geholfen. Jetzt ermöglicht mir der Kaffee, meine Familie zu ernähren und die Schulausbildung meiner Kinder zu finanzieren. Ich kann die Bauern zu bezahlen, die Krankenversicherung und und und. Ich habe jetzt sogar ein Sparbuch bei der Kooperative.“

Vielleicht magst du dir auch Gedanken machen, mit welchen Produkten, die du kaufst, du eine bessere Welt kreierst.

Melanie Grundmann

 


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Lasst uns kollektiv für eine bessere Welt träumen!

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