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5 Tage mal raus aus allem: Die Kraft der Stille – Ein Erfahrungsbericht

Stille ist die Quelle der Erkenntnis und der Inspiration. Im Alltag fällt es uns zunehmend schwer, nach innen zu horchen, still zu werden und alles Unwesentliche auszublenden. Wer sich mit Meditation und Achtsamkeit beschäftigt, kennt mitlerweilen den einzigartigen Gewinn der Stille.

Absitinenz-Coach Frank Joseph hat das Experiment gewagt und sich fünf Tage in ein Stille-Retreat begeben. Um Klarheit für sich zu finden, um zu entspannen, um in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Das Motto war: Fünf Tage Fasten nach F.X. Mayr und meditieren. Raus aus allem und rein in die Fülle. Franks Fazit: Abstinenz ist sexy…

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Warum Stille auch für einen Abstinenz-Coach so interessant ist. Eindrücke von 5 Tagen im Stille-Retreat 

Stille ist an sich ja schon Abstinenz, heißt, das “Weglassen” von etwas. In diesem Fall von Reden. Small Talk. BlaBla. Überzeugen wollen/müssen.

Herrlich!  Mir fällt jetzt deutlich auf, wie wenig Worte in letzter Zeit wirklich wichtig waren. Ich glaube, daß mind 75% meiner Worte nicht wichtig waren, nicht freundlich waren, nicht einer bestimmten Sache dienlich.

Da fallen mir wieder die drei Filter des Sokrates ein:

Wahrheit , Güte, Notwendigkeit:

Ist es wahr?

Ist es wichtig?

Ist es wohlgesonnen?

Wieviel meiner Energie geht da verloren? Und was hatten meine Gegenüber denn von meinen “Zuviel-Worten”?  Nun, für eine realistische Antwort müsste ich sie selber fragen… doch ich schätze mal, würden diese Menschen auch einmal genau reinspüren, was da so gesagt wurde, kämen sie auf ein ähnliches Urteil.

Stille bedeutet auch die Stille um mich herum

Womit dröhne ich mich bloß immer zu, ohne es bewusst wahrzunehmen? Ich hatte durchaus die Befürchtung: Kann ich Stille überhaupt noch aushalten? Ja, zum Glück! Ich durfte das im Stille-Retreat erleben.

in-Stille-sitzenKnapp 100 Menschen im Raum und du hörst praktisch nichts. Oder allein in meinem Zimmer: Kein Radio, Kein TV, kein Gebimmel und Gebammel von irgendwas. Viele Menschen werden hier sagen: Nein, das wäre nichts für mich. Ich erlebe das als Befreiung, als einfach wunderschön wohltuend und entspannend.

Stille bedeutet auch, dass meine Sinne wieder sensibler werden, sehr sogar. Und das ist sehr angenehm, denn ich merke wieder die vielen Facetten und Nuancen, die mich im Alltag umgeben. In der Stille plötzlich klar und deutlich den Vogel unten am See zu hören und wahrnehmen ist ein wunderbar zartes und angenehmes Gefühl.

Eine Erkenntnis dieser Tage in Stille

Es ist mehr als lohnenswert, auf dieses „immer mehr“ in unserem Leben bewusst zu verzichten.

Es ist einfach nur krank, oder es macht krank… zumindest macht es uns nicht glücklich. Vielleicht im Außen, aber mit Sicherheit nicht in unserer tiefsten Essenz. Ich weiß jetzt: Wir brauchen so wenig, um ein zutiefst erfülltes Leben zu führen.

Hier reiht sich die Erfahrung der Stille ein in meine bereits gemachte Erfahrungen auf dem Pilgerweg:  Wasser, ein Bett und eine Mahlzeit, ansonsten laufen… das war genug, um ein tiefes Glücksgefühl zu erfahren!

Wir wissen das, ich weiß das! Begriffe wie Achtsamkeit, Resilienz, Nachhaltigkeit werden zur Zeit ja mehr als inflationär benutzt. Burn-Out ist DAS beste Beispiel, denn nie war die Aufklärung darüber so stark und gleichzeitig der Run auf die Kliniken und Therapeuten so groß (innerhalb von zehn Jahren stiegen die psychischen Erkrankungen im Kostenetat der Kassen von Platz 7 auf Platz 2 und 4, Tendenz eher steigend.)

Nur mal so nebenbei ein paar Zahlen dazu:

BKK-Gesundheitsreport

1991: 3,8% aller AU-Tage aufgrund psychischer Störungen = 7. Rang aller KH-Ursachen

2011: 15,5% der AU-Tage bei Frauen und 9,0% der AU-Tage bei Männern aufgrund psychischer Störungen = 2. und 4.Rang

2010: 53.5 Mio. KH-Tage registriert im Zusammenhang mit psychischen Störungen = 80% mehr als 1997

2010: der reine Produktionsausfall durch psychische Störungen lag bei 5,1 Mrd Euro (BAuA)

2010: Erhöhung der Rentenzugänge um 13% gegenüber 2007, Durchschnittsalter: 48 Jahre (DRV)

Wer es sich gerne aktuell und mehr im Detail anschauen möchte, kann das hier tun.

Achtsamkeit, Stille, wahrhaftig sein. Das wollen wir alle. Doch was bleibt am Ende meines Tages davon übrig? Wie ist es bei dir? Doch wieder das halbe Essen weggeworfen? Doch wieder ein Gespräch mit unschönen Worten beendet? Doch wieder einem Zeitplan hinterhergehetzt?

Ich kenne das gut und obwohl ich als Abstinenz-Coach arbeite, bin ich nicht frei davon, doch wieder in eine Konsumfalle oder Hektikfalle zu tappen (ich kenne mich auch gut mit Beziehungs-Fettnäpfchen aus…)

Das Stille-Retreat lädt mich ein, wieder inne zu halten

stille-und-meditationMir klar zu werden, um was es in meinem Leben wirklich geht. Und es bietet mir die Chance, fünf Tage zu trainieren, Stille, Meditation, Sitzen. Das ist gut für mich, gibt es mir das Gefühl, es jetzt leichter im Alltag integrieren zu können.

Frag mich gern in ein paar Wochen! Sei mein Zeuge… oder besser, mach gleich mit 😉

Ich werde mind. 2 x 20 Minuten in Stille sitzen. Morgens und abends. Wenn ich den Mittag noch dazu bekomme: Super. Mit zweimal ist in meinem Leben definitiv schon viel gewonnen!

Lass sein, was dir nicht gut tut 

Hör auf, deine Zeit mit Zeugs zu vergeuden, das dich wahrscheinlich bei näherer Betrachtung gar nicht wirklich interessiert oder berührt.

Denn es ist ja die Frage wofür das Ganze? Um deine Nachbarn zu beeindrucken, einen auf dicke Hose machen, um Dir das fadenscheinige Gefühl zu geben, das du mitspielen darfst? Bei was denn eigentlich…? Dass wir immer schneller, immer noch gieriger alles um uns herum zerstören? Alle Ressourcen auf Teufel komm raus ausschlachten?

Irgendwie kann es das nicht sein, oder?

Es wird meine Herausforderung sein, diese Erfahrung mit in meinen Alltag zu übertragen. So zu adaptieren, dass ich für mich ein gutes Gleichgewicht finde.

Für mich als Abstinenz-Coach ja eh. Doch wichtiger für mich, dass ich weiterhin in den Spiegel schauen kann und mir sagen kann, dass ich dran bleibe! Immer und immer wieder!

In der Szene hies es ” Mach kaputt, was dich kaputt macht”. Ich würde daraus

Lass einfach sein, was dich kaputt macht machen.

Hör auf. Lass sein. Werde still.

Stille-aushaltenAbstinenz ist eben doch sexy !

In dem Retreat geht es neben Mediation und still werden auch um fasten: Weglassen von zu viel Nahrung, den Körper reinigen, den Organismus mal entlasten, damit er sich auch auf die Stille einlassen kann.

Wir fasten moderat nach F.X. Mayr. Wen dieses Reinigungs- und Fastenkonzept (bei dem man  nicht hungern muss)  genau interessiert, bitte hier nachlesen.

Für mich ist nicht so interessant, was das genau ist und macht und überhaupt. Es geht auch hier um wohltuende Langamkeit, Stille auch im und beim Essen. Jeder Bissen wird 36 (!) mal gekaut.

Was mich sehr bewegt ist, dass ich durch dieses stille Sitzen, Meditieren und bewußte Essen wieder gut mit meiner Demut und Dankbarkeit spürbar in Kontakt komme.

Ein Dinkelbrötchen und ca. 125 Gramm Schafsjoghurt. Zum Frühstück und zum Mittag. (Ich gönne mir etwas Honig und Ingwer am Joghurt)

Und zu spüren, dass es tatsächlich nicht mehr braucht. Ich verspüre wirklich während der Zeit hier nie wirklich Hunger (etwas, das wir in der westlichen Welt eher selten wirklich spüren)

Mich berührt dieses Erleben sehr, macht mich still und dankbar, welches üppige Leben ich führen darf

Und so merke ich, dass Abstinenz für mich nicht nur Ergebnis einer Suchtkarrriere ist, sondern vielmehr eine tiefe Entscheidung für ein achtsames, freudvolles und nachhaltiges Leben! Weniger ist tatsächlich mehr.

Abstinenz ist eben wirklich sexy!

Viele Grüße,Erfahrung-Stille-retreat

Frank Joseph

frank.joseph@me.com

 

ABSTINENZ-COACH
Ergotherapeut / Psychologischer Berater / Integral Life Consultant
Mein Motto: „Abstinenz ist sexy”
Ich brenne dafür, Menschen in eine zufrieden Abstinenz zu begleiten.
Selbst seit über 20 zufrieden Jahren abstinent, mit 15 Erfahrung in der klassischen Suchtbehandlung ist es mir nun ein Anliegen, in meiner Arbeit den Fokus auf die  zufriedene, erfüllende und nachhaltige Abstinenz zu richten.
Ich bin überzeugt, dass ein Mensch, der in der Tiefe seines Seins Glück und Erfüllung gefunden hat, keinen Grund mehr hat, die alten Wege zu betreten.
Ich habe in der Integralen Lebenspraxis eine der stärksten Möglichkeiten entdeckt, täglicher Gestalter seines eigenen Lebensglücks zu sein. Ich betrachte Abstinenz nicht als Entscheidung „gegen etwas“, sondern als bedingungslose Einladung „für das Leben“.
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Das nächste Stille-Seminar:

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