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Abgrenzung – wie sie für hochsensible Menschen gelingt

Abgrenzung ist ein zentrales Thema im Leben hochsensibler Menschen. Sie wünschen sich sehnlichst, sich gegen fremde Einflüsse, Energien oder anderer Leute Stimmungen abgrenzen zu können. Und sie tun sich so schwer damit.

Der Wunsch, sich so abzugrenzen, dass die Stimmungen anderer nicht mehr zu einem vordringen, ist nachvollziehbar. Aber ist das wirklich gemeint, wenn wir von Abgrenzung sprechen? Viele Menschen stellen sich vor, sie würden dadurch befähigt, einen Schutzwall um sich zu ziehen, der dieses Zuviel an Reizen von ihnen fern hält.

Abgrenzung: Ein Mauer, die dich vor allem schützt?

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Foto: Daniel Clay/Unsplash

 

Ich glaube, das ist eine etwas kindliche Vorstellung von Abgrenzung. Eine Vorstellung, die dich als verantwortliche, handelnde Person außen vor lässt.

Wenn man mit hochsensiblen Menschen über dieses Thema spricht, passiert immer das Gleiche: Es werden unweigerlich Szenarien aufgerufen, in denen die eigene Abgrenzung zu Streit oder Disharmonie führt. Es wird von Wut gesprochen, die dazu führen wird, dass der andere verletzt ist und die Beziehung beendet.

Die Hauptbefürchtungen sind: Wenn ich mich abgrenze, …

… führt das zum Bruch der Beziehung.

… ist die Harmonie gestört.

… kommt meine Wut so richtig raus und es bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Hochsensible müssen das Thema neu verstehen lernen

Die Art, wie negativ das Thema bei Hochsensiblen belegt ist, zeigt sich in dieser Angst vor den Folgen von Abgrenzung. Die friedliche Variante, die positiv verläuft und zum gewünschten Ergebnis führt, taucht in den Überlegungen dagegen fast nicht auf. Die Furcht vor Ablehnung ist so groß, dass daneben kein Platz für die gesunde, heilsame Form der Abgrenzung ist.

Und hier liegt eine Ursache dafür, dass Hochsensible sich leicht als Opfer fühlen: Sie sind sich ihrer Gestaltungskraft für ihr Leben nicht bewusst. Wenn du die Abgrenzungsfähigkeit entdeckst und merkst, dass du die Macht hast, dich für dich selbst einzusetzen, kannst du dein Leben viel mehr nach deinen (hochsensiblen) Bedürfnissen einrichten. Dann bist du wirklich der Gestalter/die Gestalterin deines Lebens. Und deine Zufriedenheit liegt zu großen Teilen in deiner Hand. Deshalb müssen wir uns dieses Thema vornehmen und Abgrenzung lernen.

Die Irrtümer beim Thema Abgrenzung:

  1. Abgrenzung führt zum Streit.
  2. Andere mögen mich nicht mehr, wenn ich mich abgrenze.
  3. Abgrenzung muss laut sein.
  4. Ich werde nicht gehört, auf meine Wünsche reagiert keiner.

Wenn du mit dem Thema Abgrenzung bisher diese Erfahrungen gemacht hast, waren deine Versuche vermutlich noch nicht von der richtigen Haltung untermauert. Denn die Haltung, mit der du etwas vorbringst, macht den Unterschied. Ob du gehört wirst, ob deine Worte zum Streit führen oder ob man dich vollständig übergeht, hängt von deiner Haltung ab. Wenn sich bei dir bereits ganz viel Ärger angestaut hat, kannst du davon ausgehen, dass dein Gegenüber diese Schwingung mitbekommt. Vermutlich reagiert er oder sie sogar hauptsächlich auf diese Wutenergie und kaum auf den Inhalt deiner Botschaft. Deshalb ist es gut, sein Anliegen in einem Moment vorzutragen, in dem du ruhig bist.

Fang nicht an zu diskutieren

Eine wichtige Botschaft ist: Deine Empfindungen als hochsensibler Mensch sind nicht verhandelbar. Wenn du dich erschreckst, weil ein Kollege die Tür knallt, dann muss nicht diskutiert werden, ob das berechtigt ist oder nicht. Es ist einfach so. Punkt. Auf diese Diskussion brauchst du dich gar nicht einzulassen.

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Foto: Charles/Unsplash

Wohl aber könnt ihr diskutieren, wie damit umgegangen wird. Wenn du deinen Kollegen bittest, Rücksicht zu nehmen, weil du jedes Mal erschrickst, wenn er die Tür zuknallt, ist das eine klare Bitte. Er kann ihr entsprechen oder er kann sie übergehen. Für welche Variante er sich entscheidet, hängt von eurer Beziehung zueinander, ihm als Mensch (ist er wohlwollend und rücksichtsvoll oder eher ignorant) und der Art, in der du deine Bitte vorträgst, ab.

Es gibt also mehrere Faktoren, die du nicht in der Hand hast. Deshalb ist es so wichtig, eine konstruktive Ansprache zu wählen, um den anderen für dein Anliegen zu gewinnen.

„Kannst du bitte die Tür nicht immer so zuknallen!“, wird vermutlich weniger Bereitschaft erzeugen.  „Stephan, willst du mir etwas Gutes tun? Du kannst mir das Leben sehr viel angenehmer machen, wenn du die Tür leise zumachst. Dann zucke ich nicht jedes Mal zusammen. Ich bin dir wirklich dankbar für deine Rücksichtnahme“, führt dagegen viel wahrscheinlicher zum Erfolg.

Du musst den anderen nicht erziehen, er muss dich auch nicht verstehen

Eine Erwartungshaltung, die viele Menschen haben, ist die, dass der andere verstehen soll, warum etwas wichtig für mich ist. Wir geben lange Begründungen ab, warum wir so fühlen wie wir fühlen. Diese werden vom Gegenüber gerne als Diskussionsangebot aufgegriffen. Und schon hängt man in einem Gespräch, in dem es darum geht, ob du nicht vielleicht einfach zu empfindlich bist.

Darum geht es nicht. Der andere muss dich nicht verstehen, er soll nur sein Verhalten ändern. Das ist ein riesengroßer Unterschied. Er muss auch keine tiefere Einsicht haben. In Bezug auf unsere Eltern unterliegen wir häufig dem Wunsch, dass Mama oder Papa doch bitte eine Art Bewusstseinsschub erhalten möge. So dass sie oder er uns so richtig versteht und annehmen kann, wie wir sind. Auch darum geht es in der Abgrenzung nicht.

Saubere Abgrenzung ist die einfache Bitte, etwas zu tun oder nicht zu tun. Aus Rücksichtnahme, weil es dein Wunsch ist und weil du davon ausgehst, dass der andere möchte, dass es dir gut geht.

Der andere muss es nicht verstehen, es reicht, wenn er es respektiert.

Was passiert, wenn du dich abgrenzt?

In einer Gesprächsstunde zu dem Thema erzählte eine Frau, dass ihr Mann ganz glücklich sei, weil sie sich nun klarer positioniere. Er konnte mit ihrer Art sich anzupassen und unterzuordnen überhaupt nicht gut umgehen. Er hatte das Gefühl, sie nicht richtig greifen zu können. So geht es vielen Mitmenschen mit uns. Die anderen brauchen unsere Konturen, um uns klar erkennen zu können. Wie sollen sie unseren Schutzbereich kennen, wenn sie nie ein STOPP hören? Für vertraute Menschen wird es vielleicht erst einmal ungewohnt zu sein, wenn du plötzlich anfängst, deinen Bereich abzustecken. Das ist aber nur das Ungewohnte.

Letztlich führt es zu mehr Zufriedenheit in dir und zu klarerer Kommunikation mit deiner Umwelt, wenn du den anderen zutraust, dass sie dein Bestes wollen, und ihnen zumutest, ihr Verhalten ein bisschen zu verändern.

Wie geht Abgrenzung ganz leicht?

Hier ein paar Beispiele, wie du dich frühzeitig und friedlich abgrenzen kannst:

  • „Nein, danke.“
  • „Lass das bitte.“
  • „Bist du so nett und stellst deine Füße auf dein Territorium?“
  • „Sind Sie so nett und lassen mir etwas mehr Luft im Rücken? Mir ist es etwas unangenehm, wenn jemand so dicht hinter mir steht.“
  • „Kannst du dich zum Essen vielleicht woanders hinsetzen? Ich kann Kaugeräusche direkt an meinem Ohr nicht so gut haben.“

Auch Gesten oder Mimik können klare Signale geben.

Das Wichtigste beim Thema Abgrenzung ist, dass du zu deinen Bedürfnissen stehst. Solange du selbst nicht glaubst, dass es dir zusteht, bestimmte Empfindungen zu haben, ist es schwierig, die richtigen Grenzen zu setzen. Deshalb noch einmal: Deine Empfindungen sind nicht verhandelbar!

Hast du weitere Tipps für eine gute Abgrenzung? Schreib gerne deine Erlebnisse, in denen dir Abgrenzung geglückt ist, in die Kommentare. Davon profitieren alle.

Und wenn du noch mehr Gedankenanstöße zum Thema Hochsensibilität haben möchtest oder mehr über deine Empfindungen erfahren willst, dann schau gerne mal hier nach.

 

Von Herzen,

deine Barbara

www.grebecoaching.de

 

Wie gut du deine eigenen Grenzen kennst und sie anderen gegenüber klar kommunizieren kannst, hängt vor allem auch von deiner Beziehung zu dir selbst ab. Bist du gut zu dir und sprichst du dir selbst das Recht zu, Grenzen ziehen zu dürfen? Schau dir hierzu auch den Podcast-Talk “Bist du gut mit dir?” von Veit Lindau an:

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