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Abschied

Abschied und Veränderung – Was ich vom Tod über das Leben gelernt habe

Warum Abschied und Veränderung lebensbejahende Lehrmeister für uns sein können.

Glück ist Veränderung

Oft werde ich gefragt, was für mich Glück bedeutet. Wie mein Beruf als Glücksministerin die Sicht der Dinge verändert hat. Was ich über das Glück gelernt habe.

Für mich gibt es keine feste Definition von Glück. Jeder von uns hat seine eigene. Ich möchte Lust darauf machen, sich selbst auf die Suche nach dem individuellen Glücksrezept zu machen. Hier ist eine von vielen Antworten darauf, was Glück für mich persönlich bedeutet:

Glück bedeutet für mich Bewegung. Im Sinne von Veränderung. Alles ist im Wandel, im Fluss. Das Glück besteht darin, dies anzunehmen und im Positiven für sich zu nutzen. Das bedeutet auch, Chancen zu erkennen und mutig genug sein, sie wahrzunehmen.

Das ist nicht immer leicht und manchmal, an grauen Tagen, scheint es schwer zu sein, Lichtblicke zu haben, die Sonne hinter den Wolken erahnen zu können. Aber selbst, wenn es ganz dunkel ist, wenn es stockfinstere Nacht ist, ist sie da. Und die Gewissheit tut gut.

Wenn man sich die Frage nach dem Glück stellt und sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, viel daran arbeitet, es sogar – wie ich – zu seinem Beruf gemacht hat, dann wird einem manchmal auch vorgeworfen, eine rosarote Brille zu tragen. Das ist definitiv nicht der Fall. Ich bin kein dauergrinsendes Honigkuchenpferd und mir ist bewusst, dass das Leben garantiert nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Es gibt für jeden von uns Höhen und Tiefen und jeder hat sein Päckchen zu tragen. Es geht viel eher darum, wie man damit umgeht, wie man es betrachtet, mit wem man die schweren Zeiten durchlebt und was man daraus ziehen und mitnehmen kann.

Das ist nicht viel und doch alles

Das Leben ist ständige Veränderung, das ist ganz normal und natürlich. Ohne Veränderung würden wir uns nicht weiterentwickeln, es gäbe Stillstand und Stillstand war ja bekanntlich noch nie gut. Doch Veränderung tut auch manchmal weh. Kollegen kündigen, Nachbarn ziehen weg, Freundschaften verlieren sich, Partnerschaften enden und dann gibt es auch noch den Tod, der uns manchmal überrascht und das Leben völlig aus den Fugen geraten lässt, alles umherwirbelt, in Frage stellt, eine unglaubliche Leere hinterlässt. Vakuum. Fragezeichen. Unsicherheit. Wut. Stechender Schmerz.

Wo bitte soll hier das Glück sein? Wie darf man sich erdreisten, nun über das Glück nachzudenken? Oder jetzt erst recht?

Wie können wir in solchen Zeiten, in denen wir uns manchmal fragen, wie ein menschlicher Körper oder vielmehr eine menschliche Seele dies überhaupt aushalten kann, bestehen? Dadurch, dass wir an kleinen Momenten und vor allem aneinander festhalten. Dann kann man es ein kleines bisschen besser schaffen. Vielleicht. Denn Trauer ist für jeden etwas sehr individuelles, besonders, einzigartiges. Es gibt kein Rezept dafür, wie man mit Schicksalsschlägen umgeht. „Zeit heilt alle Wunden“. „Das wird schon wieder.“ – All diese Phrasen sind nicht nur hohl und leer, sie sind verletzend. Eine Umarmung sagt in solchen Fällen mehr als tausend Worte. Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, dann lass lieber dein Herz sprechen. Ein offener Blick, ein tiefes gemeinsames Einatmen, eine zarte Berührung. Das ist nicht viel und doch alles.

In meinem Bekanntenkreis habe ich Dinge miterlebt, beobachtet und gesehen, die lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sie sind nicht in Worte zu fassen. Sie lassen einen Nächte lang nicht schlafen, die Bilder spielen sich wieder und wieder vor dem inneren Auge ab und die große Unsicherheit bleibt, wie man um Himmels Willen bitte damit umgehen soll. Diese Erlebnisse haben mich tief berührt, zum Nachdenken gebracht und vielleicht auch verändert. Und das, obwohl ich „nur“ eine Außenstehende und nicht persönlich betroffen bin. Ich BIN betroffen. Innerlich, emotional und deshalb auch persönlich. Ich fühle mit. Und es tut so sehr weh, dass es mir ein Rätsel ist, wie es die Personen, die es tatsächlich betrifft, nur aushalten können. In solchen Situationen denke ich, dass das Leben manchmal einfach ein Arschloch ist. Es tut mir leid, liebes Leben. Ich liebe dich so sehr wie sonst nichts, aber ab und zu frage ich mich, was in dich gefahren ist. Und im gleichen Moment scheint es wieder so als sei nichts gewesen und diese Menschen – und ein bisschen dann auch ich – sind irritiert von all der Schönheit, die du ausstrahlst. Die Sonne scheint, das geschäftige Leben da draußen geht weiter. Zeit heilt alle Wunden. Echt jetzt? Ich bezweifle es immer noch irgendwie. Zumindest Narben bleiben.

Ich finde es sehr lehrreich und faszinierend zu sehen, wie stark die Seele ist. Wie Menschen aus den tiefsten Tiefs herauskommen, kämpfen, die grauen Wolken beiseite schieben, um ein paar warme Sonnenstrahlen zu erhaschen. Ich bewundere sie sehr. Sie lieben das Leben, obwohl genau dieses ihnen soviel angetan hat. Das ist Stärke. Das ist Mut. Das kann auch Glück sein.

Der Tod ist eine alte Dame

AbschiedWenn der Tod und damit der Abschied unverhofft kommen und plötzlich vor dir stehen, dich überrumpeln und mitreißen, dann kann es einen schon sehr aus dem Gleichgewicht bringen. Man trudelt, schwankt und fällt manchmal auch hin. Aufstehen scheint da schwer bis unmöglich. Manchmal kommt der Tod aber auch sanft und gemächlich.

In einem Workshop hatte ich mal eine junge Teilnehmerin, die sich mit der Frage beschäftigte, wie sie wieder zu mehr Energie und Lebensfreude zurückfinden kann. Im Laufe des Prozesses kam zu Tage, weshalb sie sich so kraftlos und ohne Motivation fühlte – sie hat herausgefunden, dass sie den Tod eines geliebten Menschen noch nicht verarbeitet oder gar verdrängt hatte. Was natürlich fatale Folgen haben kann. So sehr es weh tut, sich dieser Herausforderung zu stellen, es kann viel bewirken und nachhaltig helfen, mit der Situation klarzukommen.

Ich habe mal einen Bericht einer jungen Frau gelesen, die sich sehr mit dem Thema Tod und dem Sterben auseinander gesetzt hat. Sie schrieb, dass sie sich den Tod als alte, gemütliche und etwas dickliche Dame vorstellt. So fällt es ihr wesentlich leichter, sich mit dem Tod anzufreunden. Wer möchte mit dieser freundlichen Großmutter nicht gerne eine Tasse Tee trinken und sich in den warmen Armen wiegen und trösten lassen?

Seitdem ich dieses wunderbare Bild vor Augen habe, fällt auch mir es leichter, mich auf dieses Thema einzulassen. Ich habe das große Glück, noch nie selbst und unmittelbar durch einen schweren Schicksalsschlag betroffen gewesen zu sein, aber der natürliche Tod, mit dem es auch nicht immer leicht ist umzugehen, er war schon oft zu Besuch und hat mich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Der letzte Weg ist manchmal eine Achterbahn

Der letzte Weg meiner Großmutter ist ein ganz besonderer. Es ist eine der intensivsten Zeiten, die ich je erlebt habe. Alle emotionalen Höhen und Tiefen eng beieinander. Durcheinander. Ein Auf und Ab der Zustände, Gefühle und Erinnerungen.

Es ist todtraurig – im wahrsten Sinne des Wortes – und gleichzeitig wundervoll.

Eine Achterbahnfahrt. Wackelkontakt im Kopf. Pochende Herzen. Feuchte Augen. Lebhafte Kindheitserinnerungen. Viel Liebe und echte Zuneigung.

Ich lerne meine Oma, mich selbst und das Leben ganz neu, von einer anderen Seite kennen. Wir sind uns vielleicht so nah wie nie.

Ich begleite sie beim Gehen, beim Loslassen, thematisiere es, spreche über Ängste, aber genauso über Freuden, will vieles wissen und gebe selbst Antworten auf nie gestellte Fragen, erfülle die kleinsten Wünsche und merke durch ihre Leichtigkeit, durch ihren Humor, die Witze, die sie mit ihrer letzten Kraft noch reißt, was wirklich zählt. Man spürt, was bleibt.

Abschied – Gemeinsam loslassen lernen

AbschiedIhre Dankbarkeit, Ruhe und Zufriedenheit tut uns allen gut. Sie nimmt an, was ist. Für sie ist es absolut in Ordnung zu gehen. Sie ist der Inbegriff von Lebensfreude. Noch nie traf ich jemanden, der das Leben so liebte wie sie. Und vielleicht gerade deshalb ist es nun auch einfach wirklich okay, zu gehen. Mission accomplished. Diese Gelassenheit berührt mich zutiefst und ich bewundere sie sehr.

Wir nutzen nun die letzten gemeinsamen Momente ganz intensiv. Freuen uns zusammen über den rauschenden Wind im Baum vor dem Fenster, über das erste gelbe Herbstblatt, über den frisch angerührten Kakao und die duftende Creme auf der Haut.

Ich gestehe mir die Trauer ein. Nehme mir Freiraum für den Abschied. Fahre in ihre Wohnung und vergesse die Zeit. Ich streichle über das altbekannte Sofa, rieche an der Handseife, nasche von den zurückgebliebenen Leckereien auf dem Tisch. Alles stehen und liegen gelassen, um zu gehen. Es ist wie eine Zeitreise in die eigene Kindheit. Ein stechender Schmerz im Brustkorb reißt mich immer wieder aus den Tagträumereien. Ich atme tief ein und realisiere, dass ich all dies nun zum letzten Mal erlebe.

Sie ist so schön wie immer. Ihre Augen strahlen, ihre Hände suchen meine, um mich zu drücken so wie es die Kraft zulässt. Ihre guten Wünsche und Gedanken tragen mich durch diese Zeit und werden bleiben. Ich erinnere mich an den Tod, die gemächliche Dame, und muss ein wenig lächeln, wenn ich mir vorstelle, dass sie bald mit ihr zusammen einen Latte Macchiato mit Strohhalm schlürft und eine Runde Karten spielt.

Ich lasse zusammen mit ihr los, jeden Tag ein bisschen mehr. Und es ist in Ordnung. Es geht um das Annehmen und Akzeptieren…

Eure Gina vom Ministerium für Glück und Wohlbefinden

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Gina bietet u.a. „redesign YOU“, ein interaktives Workshopformat, an, welches sich mit vielen bunten Aktionen und Aufgaben dem Glück widmet.

Mit der kreativen Herangehensweise des Design Thinkings und dem persönlichen Thema Glück werden die Teilnehmer intensiv eingebunden, um sich den eigenen Antworten, Werten und Visionen zu nähern.

Mit den Methoden aus dem Design Thinking, dem systemischen Arbeiten, der humanistischen Psychologie und der Gestaltarbeit binden wir Herz und Verstand ein und lassen Raum für Aktion, Bewegung, echte Begegnung und Stille. In diesem Workshop wird mit Leichtigkeit, Achtsamkeit, Aktion, Humor und Freude das persönliche Glück greifbar und erlebbar gemacht. Hier geht es zu den Terminen und Tickets: www.redesignyouworkshop.eventbrite.de

 

(Titelbild: Fotolia.com /Visions AD)

 

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