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Achtsame Selbstführung: Drei Siebe gegen verbale Umweltverschmutzung

Ein sehr wichtiges Thema, wenn du dich für achtsame Selbstführung interessierst, ist das Reden über andere. Und weil das auch ganz viel mit dir macht, möchte ich dich einladen, dir die Wirkung  einmal genauer zu betrachten.,

Die Gerüchteküche bleibt geschlossen!

Mal Hand aufs Herz: es gibt ab und zu Situationen, da kochen wir mit! In der Gerüchte- und Lästerküche. Wenn auch nur auf kleiner Flamme. Es ist ja so verführerisch!

Manchmal möchten wir einfach nur Dampf ablassen, und es hat seinen Reiz, der dunklen Seite in uns zu frönen. Das kann sich sehr lebendig anfühlen. Oft auch moralisch überlegen. 

Das „Hast du schön gehört…?“ verleiht uns Bedeutsamkeit, und es verbindet uns mit den Zuhörenden. Zumindest dem Anschein nach. 

Dies alles macht die enorme Faszination der fremden Baustelle aus: Wir müssen uns nicht um unsere eigene kümmern.

Aber es hat auch einen schalen Beigeschmack: Was passiert sobald wir den anderen den Rücken zudrehen? Werden wir dann ebenso Gesprächsthema? 

Tragen wir dadurch nicht dazu bei, genau das aufrecht zu erhalten, was uns eigentlich stört – zum Beispiel die schlechte Stimmung im Team?

achtsame-selbstfuehrung-1Wann ist der richtige Moment die Gerüchte- und Lästerküche zu verlassen, um unseren Werten und unseren Mitmenschen gegenüber integer zu bleiben? 

Bevor gewohnheitsmäßige verbale Umweltverschmutzung daraus wird, die schleichend unsere Beziehungen oder das Betriebsklima vergiftet? 

Eines ist klar: durch Gerüchte, Lästerei und Fokus auf das Negative gehen wir Probleme weder aktiv an, noch finden wir Lösungen und Alternativen.

Zumindest nicht, solange wir uns über die Betroffenen unterhalten statt mit ihnen. Solange wir nur über das reden, was wir nicht mehr wollen, statt den Blick auf das zu richten, was wir stattdessen möglich machen möchten.

Die Beschäftigung mit diesem Thema ist uralt.

Schon Sokrates, dem griechischen Philosophen im 4. Jh. v. Chr. wird folgende Geschichte zugeschrieben:

Zum weisen Sokrates kam ein Mann gelaufen und war voller Aufregung. 

„Höre, Sokrates, dass muss ich dir erzählen, wie dein Freund….“ 

„Halt ein!“ unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“ 

„Drei Siebe?“ fragte der andere voll Verwunderung. 

„Ja, guter Freund, drei Siebe. 

Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ 

„Nein, ich hörte es erzählen…“ 

„So! So! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“ Zögernd sagt der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil …“ 

„Hm, hm!“ unterbrach ihn der Weise. „So lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.“ 

„Notwendig nicht gerade, aber …“ 

„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

Wir können diese Geschichte mit einem Augenzwinkern lesen und doch liefert sie klare und prägnante Ansatzpunkte für die Qualität unserer Kommunikation und Interaktion. 

Wir können uns in der achtsamen Selbstführung zum Beispiel immer mal wieder folgende Fragen stellen, um deren Qualität maßgeblich zu verbessern:

Das Sieb der Wahrheit: Ist es wahr?

  • Ist das, was ich sagen will, wahr oder nur wahrscheinlich, also noch ungeprüft?
  • Oder fällt es in die Kategorie Gerücht, Vermutung, Spekulation, Lüge? 
  • Ist es meine Wahrheit? Stehe ich dazu?
  • Bin ich gerade dabei etwas zu versprechen, von dem ich bereits genau weiß, dass ich es nicht halten kann oder will? 
  • Sage ich gerade “Ja“ obwohl ich eigentlich „Nein” meine oder umgekehrt?

Das Sieb der Güte: Ist es gut? 

Gemeint sind damit nicht ausschließlich gute Nachrichten mit positivem Inhalt. 

Gemeint ist eher die gute Absicht aus der heraus wir etwas sagen: 

  • Dient das Gesagte einem guten Zweck? 
  • Kann daraus Gutes entstehen?
  • Ist es hilfreich für mein Gegenüber? 
  • Schadet es irgendwem?
  • Würde ich das jetzt auch sagen, wenn die Person, über die ich gerade spreche, anwesend wäre? Dürfte sie erfahren, dass und wie ich über sie gesprochen habe?
  • Liegt der Fokus nur auf dem Problem und allem Negativen oder auch auf der Lösung und dem, was bereits gut klappt?

Das ist eine klare Absage an Lästern, Stimmungsmache, Schuldzuweisung, Meckerei & Co. Oder etwas nur zu sagen, um sich damit wichtig zu machen. 

Das Sieb der Notwendigkeit: Ist es wesentlich? 

  • Wird es an der richtigen Stelle besprochen? Mit denjenigen, die es betrifft und dort, wo etwas verändert oder entschieden werden kann?
  • Ist es der richtige Zeitpunkt? 
  • Ist es jetzt gerade wichtig und/oder dringend?
  • Ist es Haupt- oder Nebensache? 
  • Sprechen wir über das, worum es wirklich geht?
  • Ist es klar und prägnant auf den Punkt gebracht oder weitschweifig und durch die Blume?
  • Aber auch: hätte es negative Auswirkungen, etwas nicht zu sagen, etwas zurück zu halten? Muss etwas unbedingt (endlich) aus- und angesprochen werden?

Was wir mit dieser achtsamen Selbstführung  vermeiden könnten,  wären z.B. endlose Diskussionen in Besprechungen, die nur einen kleinen Teil der Anwesenden betreffen, zu sehr ins Detail gehen oder vom eigentlichen Thema abkommen.

Wieviel Zeit und Energie hätten wir plötzlich zur Verfügung, wenn wir die drei Siebe öfter anwenden würden? Wie würden sich unsere Beziehungen entwickeln, wie das Betriebsklima? 

So manche unguten Stories würde dann einfach bei uns enden, weil wir nicht mehr gewillt wären, sie uns anzuhören, geschweige denn sie weiterzutragen. Das wäre verbaler Umweltschutz.

Wir würden vermutlich weniger reden und dafür mehr sagen. 

Danke, alter Sokrates!

Herzliche Grüße,

Katja Lutz-Deklerk

katja@lutz-deklerk.de

P.S.: Vielleicht war es auch Sokrates, der Die Ärzte inspiriert hat zu dem Song „Lasse Redn“: https://www.youtube.com/watch?v=AaQcnnM2a70 🙂

 

Hier findest du alle Artikel von unserer wunderbaren Expertin für achtsame Selbstführung,  Katja


 

 

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