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ALLEINERZIEHEND – Besiege deine Angst vor einer neuen Partnerschaft

Alle die sich Alleinerziehend durchs Leben kämpfen, brauchen Mut, Unterstützung und Selbstvertrauen. Dr. Alexandra Widmer – Expertin für Alleinerziehende, Bloggerin, Ärztin, Psychotherapeutin und Mutter gibt genau dies. Es gibt nämlich vier Arten, wie wir unsere Angst vor einer neuen Partnerschaft verlieren, aber nur eine davon führt wirklich zum Ziel. 

Eine neue Liebe?

Maren ist seit fünf Jahren mit ihren drei Kindern alleinerziehend. Ihr Ex-Mann hatte sie damals mit einer guten Bekannten betrogen und ist auch heute noch mit dieser in einer Beziehung. Für Maren waren dieser Betrug und die nachfolgende Trennung die größte Krise in ihrem Leben.
Im Laufe der Jahre hatte sie immer wieder per Online-Dating den einen oder anderen Mann kennengelernt. Jemanden wirklich an sich herangelassen hatte sie jedoch nicht.

Bis vor vier Monaten. In einem Single-Portal hatte sie Jochen kennengelernt. Jochen ist selbst Vater von einem 9-jährigen Sohn. Die ersten Begegnungen verliefen von ihrer Seite sehr zurückhaltend und vorsichtig. Doch irgendwie schaffte es Jochen, sie zu erreichen und erkannte ihren „Schutzmantel“.

Maren war sehr beeindruckt und berührt von so viel Herzlichkeit. Dennoch blieb sie kritisch.
Jochens Antwort: „Manchmal muss man das Leben einfach wieder neu ausprobieren.“ Er wünschte sich eine feste Partnerschaft.
Maren ließ es zu. Zumindest die ersten Wochen. Doch je mehr sie für Jochen fühlte, desto stärker wurde ihre Angst, wieder das zu verlieren, was sie zu lieben begann. Sie fing an ihre anfängliche Leichtigkeit zu verlieren.

Das Gefühl der Angst wurde durch folgende typische Gedanken aktiviert:

„Wer will mich denn noch mit drei Kindern haben?“
„Ich muss froh sein, wenn mich überhaupt noch einer als Partnerin haben möchte.“
„Ich habe es nicht wirklich verdient, geliebt zu werden? Ich wurde schon mal verlassen.“
„Es gibt sicherlich viele andere tolle Frauen.“

Der Umgang mit der Angst

alleinerziehend-zusammenWie kann Maren an dieser Stelle mit ihrer Angst umgehen? Dabei gibt es drei Wege die zwar funktionieren, aber langfristig NICHT erfolgreich sind:

Weg Nummer 1: Kämpfen

Maren beginnt sich alle Mühe zu geben. Sie ist immer chic angezogen, bekocht ihn und möchte Jochen durch ihre Taten beeindrucken. Sie zeigt sich nur von ihrer besten und fehlerlosen Seite.
Dahinter steht die Annahme: Nur wenn ich perfekt bin, habe ich keinen Bindungsverlust zu befürchten.

Weg Nummer 2: Vermeiden

Maren zieht sich langsam wieder von ihm zurück und glaubt, dass es in ihrer Lebenssituation besser ist, nur für die Kinder da zu sein. Sie komme gut ohne einen Mann zurecht. Sie brauche das nicht mehr.
Dahinter steht die Annahme: Nur wenn ich mich zurückziehe, kann ich nicht verletzt werden.

Weg Nummer 3: Sich anpassen

Maren beginnt ihn genau zu beobachten und jede seiner Verhaltensweisen zu deuten. Wenn Jochen keine Zeit hat nickt sie es ab, und hat er Zeit, bemüht sie sich sofort um einen Babysitter, um ihn zu sehen.

Sie hält sich zurück mit der Äußerung ihrer Wünsche und passt sich komplett an.
Dahinter steht die Annahme: Nur wenn ich mich anpasse, reduziere ich die Chance verlassen zu werden.

alleinerziehend-wegeWie du vielleicht ahnst, sind diese drei Wege der Versuch, die Angst vor einem erneuten Verlust zu reduzieren. Leider führt keiner dieser Wege langfristig zu dem, was Maren sich wirklich wünscht. Und zwar: nicht mehr alleinerziehende Mutter zu sein, sondern eine neue Partnerschaft zu haben.

Maren entschied sich für den dritten Weg. Sie war zurückhaltend, abwartend und schaute ununterbrochen gequält auf ihr Handy, in der Hoffnung eine Reaktion von Jochen zu bekommen. Dieses Verhalten wurde nur noch mehr, nachdem er sich immer weniger meldete.

Und wieder einmal war Marens Glaube und das Vertrauen in eine Beziehung erschüttert worden und sie sah sich mit ihren Ängsten bestätigt.

Den Weg Nummer 4 entdecken…

Unabhängig davon ob du dich oder dein Partner sich von dir getrennt hat: Eine Trennung mit Kindern hinterlässt meist Narben und Ängste, und es erfordert eine Menge Mut, um sich irgendwann erneut auf eine Partnerschaft einzulassen.
Bei vielen, die alleinerziehend sind, scheitern neue Beziehungen daran, dass sie weiterhin auf einer der drei oben genannten Wege zurückgreifen.

Und das ist auch nach den vielen Erfahrungen, die wir erlebt haben sehr verständlich.

Doch leider werden wir auf diesem Wege immer wieder nur die gleichen Ergebnisse produzieren. Denn keiner dieser Wege „macht die ANGST wirklich weg“.

Doch es gibt einen vierten Weg:

alleinerziehend-liebeHöre auf das Gefühl die „Angst wieder etwas zu verlieren“, reduzieren zu wollen und sei stattdessen bereit, dass Gefühl der Angst zuzulassen.

Maren hatte es zu Beginn der Kennlernphase geschafft, sich auf ihre Angst einzulassen und sich diesem Mann zu öffnen. Dabei geholfen hatte ihr der Satz  „Manchmal muss man das Leben einfach wieder neu ausprobieren.“

Doch dann gab es aus „Angst“ wieder einen Wechsel zum Weg Nummer drei.

In vielen Gesprächen mit Patchwork-Paaren wird deutlich, dass die Liebe erst wachsen kann, wenn man das Risiko und die Angst wieder verletzt zu werden, erneut eingeht.

Ein halbes Jahr später sprach ich wieder mit Maren und sie berichtete, dass sie seit zwei Monaten mit Jochen zusammen sei. Als ich sie fragte, was sie anders gemacht hatte als vorher, sagte sie:

„Ich habe begriffen, dass ich diese „Angst etwas zu verlieren“ mit keinem Tun verhindern kann. Also habe ich tief durchgeatmet und lasse immer noch täglich diese Flut an Gefühl über mich fließen –  doch ich handele nicht mehr gleich. Ich bemerke die Angst, atme durch und beobachte wieder, wie sie vergeht. Wenn ich Jochen begegne frage ich mich immer: „Wie würde ich jetzt handeln oder antworten, wenn ich keine Angst hätte.“

Seitdem hat sich alles geändert. Ich sage klar und deutlich, was ich möchte, und wenn er keine Zeit hat, dann ist es so, und ich halte diese Unsicherheit aus.

Fazit:

1. Mache deine Angst in deiner neuen Partnerschaft zu deinem Freund und nicht zu deinen Feind.
2. Warte nicht mit der Partnersuche bis die Angst, etwas zu verlieren, verschwunden ist. Das wird nicht passieren.
3. Habe Angst und handle trotzdem!

Nur dann können wir wirklich Nähe erleben und spüren.

Alles Liebe und Gute und ich freue mich über deinen Kommentar
Alexandra

Hier geht es zur Website von Alexandra:

www.starkundalleinerziehend.de


Buchtipp:

 

 


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