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Alternative Banken – es geht ja doch!

„Leude, Leude, ich kann es echt nicht mehr hören!“ Damit stürzte Klaus Wichtig einmal wieder auf einem Sonntag in mein kleines Laden-Café. Die Zeitung aufgerollt unter dem Arm, das Smartphone hing lässig und absturzgefährdet in der Brusttasche seines schon etwas fadenscheinigen Baumwollhemdes.

“Bankenrettung? Bin ich bekloppt?”

Mit einem kurzen Kopfnicken blickte er in Richtung Tresen: „Jetzt müssen wir die Banken retten, damit Deutschland nicht zusammenbricht? Für wie blöd halten die uns eigentlich? Reicht es nicht, dass ich schon mein angelegtes Geld verloren habe, jetzt muss ich auch noch diesen Gierlappen die Hand unter den Hintern halten?“ Während er seine wichtigen Fragen formulierte, schnellte der zeitungsfreie Arm zur Betonung seiner Wut in alle Richtungen nach vorn, nach oben und unten.

„Machst mir ‘n Latte mit ‘nem extra Espresso?“ fragte er mich während er auf der gepolsterten Fensterbank Platz nahm. Meinen Stammkunden mit seinem hitzigen Temperament und wechselnden, weltbewegenden Themen kannte ich schon lange. Ich hatte bei seinem Hineinstürmen bereits alles für seine Bestellung  in Gang gesetzt. Es folgten noch einige weitere Fragen, die an eine anonyme Adressatin gerichtet schienen.

Banken & Co.: Was wollte Klaus Wichtig sagen?

Ähnliche Begebenheiten kann ich aus meiner Zeit als Gastwirtin zuhauf berichten. Während ich Menschen lauschte, legte ich meinen Wahrnehmungsfilter auf die Finanzbranche und das liebe Geld. Bei Klaus Wichtig hörte ich folgendes heraus:

  • Zeitung und Smartphone dienen als Informationsquelle
  • Deutschland ist in der Krise
  • Banken müssen gerettet werden
  • Trotz Verlust geht das Leben weiter
  • => Seine Moral:  Fairness und Ausgewogenheit gehören zum Umgang mit Geld!

Gibt es wirklich keine Alternativen?

banken-WirtschaftDa er sich unter anderem über die Nöte von Bankenpleiten aufregte, konnte ich rückschließen, dass er für seine Geldanlagen die gewünschte Fairness und Ausgewogenheit von Rendite und Risiko, nicht erhalten hat. Trotz seiner Informationsquellen schien Klaus Wichtig weder geschichtlich noch gegenwärtig über den Tellerrand hinaus up to date zu sein. Hintergründe für die Macht der Banken, das Auseinanderdriften der Schere von Arm und Reich und der wachsenden Staatsverschuldung hatte er ausgeblendet. Eines brachte ihn in Rage: die Banken hatten sein Vertrauen in ihre gewinnbringenden Anlagestrategien gehörig missbraucht. Er hatte verloren und mit ihm tausende andere.

Zudem ahnte er nicht, welche Gedanken er mit seinem Schimpfen in seiner Wirtin auslöste. Die Schuld immer den anderen zu geben, geht mir auf den Senkel. Euch kann ich es aber verraten, dass wir für alles, was uns bewegt, auch die Entscheidungsfreiheit haben zur Veränderung.

Bankgeschäft: Es geht auch ganz anders

Ganz anders als Klaus erging es jenen, die ihr Vertrauen in “sozial verantwortlichen Investments” oder in die seit den 70er und 80er Jahren gegründeten ethischen Banken legten. Ethik ist der Teil der Philosophie, der sich mit dem Sittlichen beschäftigt. Dabei geht es um Beobachtung und Ergründung menschlicher Handlungen.

  • Aus der Sicht der Handelnden im konventionellen Bankensektor gilt: Die Ethik des Bankers ist die Mehrung des Geldes
  • Aus der Sicht des sozial verantwortlichen Bankwesens bedeutet Ethik: Ein für die Mitmenschen und ihre/seine Umwelt schützender und fördernder Umgang mit Geld.

Über viele Jahre wurden in Deutschland Initiativen von Ökobank, GLS-Gemeinschaftsbank, Ethik-Bank und vielen weiteren Kredit vermittelnden Institutionen belächelt. Ihr Credo: höchstmögliche Transparenz pflegen, dezentrale, regionale Ausrichtung des Engagements bevorzugen, Kosten und Zinsen trennen. In Amerika, Australien und Großbritannien boomten dagegen „Grüne Investments“.

Welche ethischen Investments gibt es?

James Robertson, Ökonom, Autor und Gründer der New Economics Foundation, unterscheidet die beiden Möglichkeiten ethischen Investments folgender Maßen:

  1. Socially Responsible Investment (SRI)= Sozial verantwortliche Anlageformen.
    Ziel: höchstmöglicher Gewinn für eine Investition in einem sozialverträglichen (Industrie-) Projekt
  2. Socially Directed Investment (SDI)= Auf Verbesserung der sozialen Probleme gerichtetes Investment.
    Ziel: sozialen Reichtum entwickeln, durch die (finanzielle) Förderung menschlicher Potentiale, ihrem Umfeld und ihrer Umwelt.

Nicht zuletzt durch den Börsen-Crash beziehungsweise die Bankenkrise in 2008 verzeichnen Institutionen des SDI kontinuierliche Zuwächse. Auch im Internet werden neue Finanzierungsmodelle wie das Crowdfunding, Mikrofinanzierung oder sogar Parallelwährungen wie Bitcoins angeboten. In der Not, die durch Anlageverluste entstanden ist, sind Selbsthilfe und Vertrauen auf Gegenseitigkeit (Genossenschaften) wieder modern geworden.

Wie funktionieren Fairness und Ausgewogenheit im Umgang mit Geld? Beispiele alternativer Banken

Banken-alternativEthische Banken bringen Anleger*innen und Kreditnehmer*innen zusammen. In den ersten Jahren ging das  noch über eine Direktkreditvermittlung mit gemeinsamen Gesprächen an einem Tisch. Heute gibt es beispielsweise bei der GLS Gemeinschaftsbank eG Projekt-Branchen, die Anleger*innen wählen können, wie auch die Möglichkeit, die geförderten Projekte kennen lernen zu können.

Für Gründer*innen oder Projektmitglieder ist eine Auseinandersetzung mit sozial-ökologisch orientierten Kreditinstituten, neben örtlichen Banken und Sparkassen, sehr empfehlenswert. Zur Projektentwicklung gehört ab dem Punkt der Realisierung immer das Thema Finanzen. Sie fördern ein gesamtes Vorhaben, nicht ein Projekt, das in „Zahlenmenschen“ und „Kreative“ gespalten ist. Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen, wird in jeder Finanzplanung sichtbar.

Gute Sicherungsmethoden, um Risiken zu vermeiden

Es ist möglich, durch die besonderen Sicherungstechniken der Finanzierer*innen (z.B. gegenseitige Haftung von Gruppenmitgliedern für den Kredit) das Risiko für die Anlage zu minimieren. Auch für die Kreditnehmenden gibt es durch die umsichtige Beratung genug „rote Knöpfe“, damit eine Überlastung durch Schulden vermieden wird.

Lasst uns neue Bankengeschäfte wagen!

Ein bewusster Umgang mit Geld, Ressourcen und Menschen schützt vor unnötigen Risiken. Er öffnet Handlungsräume, nach denen wir im Grunde alle suchen, um unser Potenzial zu entfalten. Aus meiner Erfahrung – nicht nur als Gastwirtin – macht es viel Spaß über das, was wir jetzt tun können, zu reden. Und es zu machen. Dann mit meinen Gästen wieder zusammen zu kommen und unsere Erfolge zu feiern, ist viel ansteckender als bei Schuldvorwürfen stecken zu bleiben.

Auch Klaus Wichtig hätte  Nutzen und Risiko mit den richtigen Infos abwägen können. Oder er hätte seiner Wirtin ein Ohr schenken müssen. Jetzt schenkt ihr es mir, was hoffentlich eure Neugier nährt.

 

Zuversichtliche Grüße

Eure Bri Sandtner

Zu allen Artikeln von Bri Sandtner gelangst du hier.

 

 

 

 

 

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Vom Glück anders zu wirtschaften

 

 

 

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