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sei nicht traurig

Über-leben mit Depression: mein Leben ist sonnengrau

Hallo, du wunderschöner Mensch!

Ich bin Tanja, 38 Jahre alt, und ich habe eine Depression. 2008 kam sie mit geballter Ladung zum Vorschein, und ich musste über alle seelischen Schlachtfelder gehen. Ich entschied mich lange Zeit für Einsamkeit und Tränen, für schlechte Gedanken, Aufgeben und für völlige Isolation. Nur ich mit mir. Keiner durfte davon erfahren. Nicht einmal die, die nachfragten, wie es mir denn ginge. “Gut”, sagte ich immer. Gut. Ein gelogenes Gut. Schutzmaßnahme. Wir „Depri‘s“ können fabelhafte Schauspieler sein. Die Maske aufgesetzt, um ja nichts nach außen dringen zu lassen. Oskarreif. Und immer wieder den Blick auf die anderen gerichtet. Denn ich wollte nie, dass sich die anderen Sorgen um mich machen. Ich wollte, dass es allen gut geht. Ich wollte anderen nicht auf der Tasche liegen. Und ich wollte auf gar keinen Fall, dass sich andere dazu verpflichtet fühlen, mir aus meiner Depression helfen. Ausgerechnet mir. Ich war ja immer diejenige, die oberflächlich das Superwoman-Kostüm anzog, um in den Kampf zu ziehen – immer für die anderen. Nie für mich selbst.

So passierte es, dass ich nach völliger Selbstaufgabe fast mein Leben verloren hätte. Ein misslungener Suizidversuch gab mir den Anstoß, endlich Hilfe zu suchen und mich mit mir auseinander zu setzen. Klinik, Therapien, Schmerz, Trennungen, Tränen, Anderssein – das ganze Programm. Alles wurde von mir abverlangt, vor allem meine Geduld. Denn es ist nicht möglich, von heute auf morgen wieder Freude zu empfinden. Es braucht Zeit und Ruhe, Besinnung und Achterbahnfahren. Es braucht Freunde, gute Ärzte, Öffnung und Ehrlichkeit zu sich selbst. Und es braucht die Neugierde auf das Leben. 

Und heute? Heute betrachte ich alles als ein riesiges Geschenk. Alles, was mir passiert ist, musste so passieren, damit ich weiterleben kann. Das Loslassen und die Suche nach der eigenen Identität gehört bis jetzt zu meinen größten Lebensaufgaben. Es macht unglaublich viel Spaß, das alles zu erkunden. 

Nicht nur privat hat sich vieles verändert – beruflich befinde ich mich auf einem völlig anderen Terrain. Früher Marketingchefin und PR-Tante, heute Autorin und hauptamtliche Projektleiterin. Meine Leidensgeschichte hat mich auf einen Weg geführt, der unglaublich bereichernd ist. Eine gewisse Wut und die Lust auf etwas anderes haben mich dazu gebracht, alte Jobs zu kündigen, um etwas Neues zu beginnen. Etwas Sinnvolles. Endlich.

Radio gegen DepressionSo schrieb ich zunächst einen Blog über meine Erkrankung (www.sonnengrau.blogspot), dann schrieb ich ein Buch („sonnengrau. Ich habe Depressionen – na und?“) und anschließend gründete ich das Projekt „Radio Sonnengrau“ (www.radiosonnengrau.de) – Deutschlands erste Radiosendung, die sich mit Depression, psychischen Erkrankungen und seelische Gesundheit auseinandersetzt, aufklärt, Tabus bricht, präventiv aktiv ist und Menschen hilft.

Ich bin dankbar, dass dieses Radioprojekt nun auch ein Teil des humantrust ist. Dass uns Andrea und Veit Lindau mit offenen Armen emfpfangen und hierzu eingeladen haben. Hier können wir uns austauschen und uns gegenseitig Hoffnung schenken – Betroffene, Angehörige und alle anderen, die sich hinterfragen. Radio sonnengrau bietet hier eine Gruppe an, veröffentlicht eigene Workshops und organisiert Live Meeting Points. Denn auch das ist etwas, was ich persönlich aus meiner Lebensgeschichte mitgenommen habe: Du bist nicht alleine! Und du brauchst Gemeinschaft! Nur so wirst du auch wieder Schönes empfinden können. Und nur so wirst wissen, was dir fehlt.

Tanja gegen DepressionAuch wenn mich diese Erkrankung immer noch begleitet und sie dies wahrscheinlich mein Leben lang tun wird: Unterm Strich habe ich gelernt, alles zu akzeptieren und anzunehmen. Es gehört zu mir, und das ist gut so. Es beinhaltet nicht nur schlimme Phasen, sondern auch etwas Schönes. Es öffnet Türen zu Chancen. Es zeigt mir Wege, die verdammt gut für mich sind. Ich kann heute anderen helfen und so für sie dasein, ohne, dass ich mich selbst dabei aufgebe. Und ich darf endlich authentisch sein. 

Du darfst das auch.  Also, lass es uns zusammen sein.

herzliche Grüße, deine Tanja.

Hast du auch Erfahrungen zu diesem Thema  oder fühlst dich mit deiner Depression nicht gesehen? Wir freuen uns, wenn du hier deine Erfahrung teilst. 

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