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Mit vereinten Kräften die Erde retten- so macht das der größte Arbeitgeber der Welt

Welche vereinten Kräften braucht es, um unseren Planeten zu retten? – Neue Weichen für einen wirkungsvolleren Wandel-Aktivismus.

Ein Artikel von Stephanie Ristig-Bresser, freundlich unterstützt von Christian Felber.

„Greenpeace wurde größer und größer, und je größer wir wurden,
desto schwieriger war es, uns zusammenzuhalten.
Die größte Schwachstelle waren immer wir selbst.
Unsere eigenen Egos kamen uns immer wieder in die Quere.“
– Bob Hunter, Mitbegründer von Greenpeace, im Film „How to change the world“ über die Anfangsjahre der Organisation –

„Du kannst die Welt nicht mit einem Hobby verändern,
dem Du lediglich jeden Mittwoch Abend um 19 Uhr nachgehst.“

– Rob Hopkins, Mitbegründer der Transition Town-Bewegung –

„Wenn man es mal überlegt, seid ihr eigentlich der größte Arbeitgeber der Welt. Man muss euch nur gemeinsam sichtbar machen“, das sagte neulich ein Besucher der Messe Heldenmarkt an unserem Infostand zur Gemeinwohl-Ökonomie. Er meinte damit die Menschen, die Aktivist*innen, die sich schon jetzt engagiert in vielfältigen Segmenten für eine bessere Welt einsetzen – von der Gemeinwohl-Ökonomie und den Transition Towns über die Solidarische Landwirtschaft bis hin zu Gemeinschaftsgärten, Repaircafés, Cradle to Cradle-Initiativen und vielem mehr.

Viel Ehr und positive Resonanz – Hoffnungsträger wie wir

In der Tat erscheinen wir immer mehr auf der Bildfläche: Große Leitmedien widmen etwa der Gemeinwohl-Ökonomie eine ausführliche wohlwollende Berichterstattung, wie etwa zuletzt die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Handelsblatt oder auf internationaler Ebene sogar die Financial Times. Auch ist die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung gerade nominiert worden für den Zeit-Wissen-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“ in der Kategorie Wissen. In Spanien haben bereits Bürgermeister*innen wie etwa der Bürgermeister Sevillas Juan Espadas das Potenzial erkannt und arbeiten im Schulterschluss mit der Gemeinwohl-Ökonomie, deren Konzepte nutzend.

ArbeitgeberÄhnlich ist es bei der Transition Town-Bewegung: Der Film „Demain“ / „Tomorrow“ fand nicht nur eine europaweite Resonanz: Rob Hopkins, der Mitbegründer der Transition Town Bewegung, und die Filmemacher Mélanie Laurent und Cyril Dion erhielten kürzlich die Ehrendoktorwürde der belgischen Université de Namur für ihr bürgerschaftliches Engagement. Auch in Deutschland erfahren Transition Towns zumeist auf kommunaler Ebene positive Aufmerksamkeit: Diverse lokale Initiativen erhalten Preise wie beispielsweise Transition Town Bielefeld vor einigen Wochen den Umwelt- und Klimaschutzpreis der Stadt Bielefeld. Auch daran, dass die Stadt Nürnberg  gerade den deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten hat, hat die dortige Transition Initiative Bluepingu ihren guten Anteil. Das neue Programm des Bundesumweltministeriums „Kurze Wege für den Klimaschutz“ ist gemeinsam mit Transitioner*innen konzipiert worden.

Es stimmt also: Auch Ministerien, führende Forscher und Denker schauen auf uns Bewegungsinitiativen. Wir sind ihre Hoffnungsträgerinnen für die große gesellschaftliche Transformation (die nach einem Werk des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlers Karl Polanyi so benannt wurde). In Zukunftsreportings – wie etwa dem aktuellen Hauptgutachten „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) werden wir als die zentralen zivilgesellschaftlichen Akteure einer umfassenden Transformation angesehen und mit reichlich Schulterklopfen bedacht.

Die Davids der Wandelszene: Wir lernen gerade erst Laufen – oder: der Job als Einzelfall

Das ist natürlich alles sehr gut und schön. Doch diese überaus positive Wahrnehmung weckt auch Begehrlichkeiten und Erwartungshaltungen, manchmal ist sie vielleicht auch Beruhigungsmittel nach dem Motto „Da machen ja schon welche was, brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern“. In uns jungen zivilgesellschaftlichen Strömungen werden offenbar wie selbstverständlich etablierte  Nichtregierungsorganisationen ähnlich wie Greenpeace gesehen – als wären wir wirklich schon große Arbeitgeber mit einer Armada an Beschäftigten. Dabei sind wir momentan die Davids der Wandelszene, Greenpeace gleicht mittlerweile einem Goliath. Die Wahrheit ist: Die meisten von uns sind ehrenamtlich unterwegs. Lediglich in Einzelfällen haben wir uns bereits Jobs geschaffen – Jobs für ein Morgen, das heute noch Utopie ist. Zum Vergleich: Greenpeace hat allein in Deutschland rund 240 bezahlte Mitarbeiter*innen und akquiriert rund 50 Millionen Euro Spenden im Jahr.

Weichen für einen wirkungsvolleren Wandel-Aktivismus: Unsere Hausaufgaben

ArbeitgeberDas sind Zustände, von denen wir jüngeren Initiativen (noch) lediglich träumen, obwohl wir bereits in anderer Hinsicht beachtliche Dimensionen angenommen haben: Die Gemeinwohl-Ökonomie (seit 2010) und die Transition Towns (seit 2006) haben beide innerhalb weniger Jahre in ungefähr 40 Ländern Verbreitung gefunden, die Gemeinwohl-Ökonomie zählt 100 Regionalgruppen, die Transition Towns etwa 4000. Und doch stehen wir erst am Anfang, vergleichbar mit Greenpeace in seinen ersten Jahren. Wir lernen gerade erst Laufen, sind bisweilen überaus fragil unterwegs. Wir befinden uns auf einer Gratwanderung. Damit eine machtvolle, tragfähige Graswurzel-Bewegung aus uns erblühen kann, ist es wichtig und zentral, die entsprechenden Weichen dafür zu stellen. Dafür haben wir freilich selbst einige Hausaufgaben zu erledigen – und glaubt uns, wir sind jeden Tag mit ganzer Leidenschaft dabei. Es gibt viel zu tun, beispielsweise in folgenden Bereichen – eine Verbesserung unseres Teamwork, die Vernetzung der Bewegungen untereinander, gemeinsame Kampagnen zu übergeordneten Themen, um besser sichtbar zu werden (bspw. zu TTIP oder auch zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen), die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle und ein zielführendes Fundraising.

Wir sind uns also unserer eigenen Hausaufgaben bewusst und sind dabei. Doch brauchen wir auch Eure Unterstützung, um weiter wachsen und die Idee der gesellschaftlichen Transformation weiter vorantreiben zu können. Auf unserem Wunschzettel an euch stehen insgesamt vier Wünsche:

  • Bitte nehmt uns als Bewegungen mit vielen kreativen und guten Köpfen wahr, nicht nur unsere Initiator*innen
    Christian Felber ist Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie wie Rob Hopkins der Mitbegründer der Transition Town-Bewegung – doch sie sind beide nicht ihre alleinigen Vertreter. Die „Urheber“ unserer Bewegungen sind natürlich ganz besonders gefragt – so sehr, dass sie nicht alle Anfragen bedienen können und sogar lukrative Angebote absagen müssen. Teilweise ist es auch nicht gewünscht, dass sie Stellvertreter entsenden, obwohl diese auf ihre eigene Art das Thema ebenso gut vertreten und auch präsentieren könnten. Wir bitten dich und viele Veranstalter und Kooperationspartner, doch hier flexibler zu agieren. Wenn ihr nicht nur auf einige wenige Köpfe setzt, sondern auch mal Newcomer mitmischen dürfen, wird dies der weiteren Verbreitung unserer Bewegungen sehr gut tun. Außerdem möchten wir euch bitten, doch aus den genannten Gründen, auch über Kostenbeteiligungen nachzudenken, damit wir unsere Pionierarbeit tragen können. Bewegungsarbeit ist keine Freifahrtkiste und auch kein Etikett, das man sich einfach mal anheften kann – es beruht auf ehrlicher und auch mal monetärer Wertschätzung!
  • Für eine finanzierte Grundlagenforschung für den praktischen Wandel
    Vor allem in der Naturwissenschaft gibt es eine Disziplin, die sich Grundlagenforschung nennt. Sie ist bedingungslos und an kein zu erzielendes Ergebnis gebunden. Wir sind die praktischen Pioniere des gesellschaftlichen Wandels, wir betreiben Grundlagenforschung für den Wandel. Eine Finanzierung unserer Forschungsfelder hilft uns sehr weiter. Die ministerialen Programme „Kurze Wege für den Klimaschutz“ und „Bürgerwissenschaften“ sind die Schritte in die richtige Richtung. Wir brauchen allerdings noch mehr und vor allem „bedingungslosere“ Förderungen – etwa ein Grundeinkommen für uns Wandel-Akteure. Danke an die Politik, wenn ihr das gehört habt – und Taten folgen lasst!
  • Bitte verzeiht uns, wenn wir Fehler machen und habt Geduld
    Unsere Lage haben wir gerade geschildert: Unsere Personaldecke ist dünn, wir sind Allroundmacher*innen und müssen oft viel improvisieren. Daher wird uns manches durchrutschen, wir werden Fehler machen und manchen Anforderungen nicht gerecht werden können. Das passiert nicht, weil wir es nicht besser können, sondern weil uns schlicht die (Wo)Manpower dafür fehlt. Bitte habt also Verständnis!
  • Bitte schaut nicht nur zu – sondern macht mit! Schließlich kommt unser letzter Wunsch, und der ist vielleicht der wichtigste. Für den Wandel brauchen wir DICH. Studien zeigen, dass sich bereits über 40 Prozent aller Deutschen ehrenamtlich engagieren. Hast du dich schon einmal gefragt, ob du dich bereits an der Stelle engagierst, wo dein Handeln deine wirkliche Vision füttert? Wenn du also gut findest, was zum Beispiel die Gemeinwohl-Ökonomie oder auch die Transition Towns tun, dann geh doch vielleicht zum Jahreswechsel mal in dich und überlege, ob du vielleicht Möglichkeiten siehst, dich bei uns engagieren und/oder uns zu unterstützen. Denn wenn du unsere Vision nur gut findest, wird das allein nicht reichen. Da müssen schon viele Menschen die Segel setzen, damit wir den Hafen „Gutes Leben in einer gerechteren, liebevolleren und achtsameren Welt“ ansteuern können. Also: Setzt du dein Segel mit? Wir freuen uns auf dich!

Hier findest Du, ob es in der Nähe Möglichkeiten sich zu engagieren gibt:

– für die Gemeinwohl-Ökonomie: https://www.ecogood.org/de/aktiv-werden/
– für die Transition-Initiativen: http://www.transition-initiativen.de/page/aktuelle-transition-inis

Jetzt wünschen wir dir eine stimmungsvolle Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Start in ein hoffnungsvolles, wandelfreudiges und gemeinwohliges 2017,

Stephanie Ristig-Bresser mit Christian Felber, der diesen Artikel inhaltlich mitträgt

 

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