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Aufregung – was ist real, und was stelle ich mir nur vor?

Aufregung. Ja, ohne geht es im Leben ja kaum, das kennen wir doch alle, oder?  Allerdings kannst du mit The Work  deine stressigen Glaubenssätze  ganz gut runterkühlen.

Bereits in frühester Kindheit hatte ich Auftrittsangst.

Schon das Gedichtaufsagen vor der Schulklasse fiel mir, trotz meiner Leidenschaft für Gedichte, nicht leicht. Meine Eltern nahmen mich oft mit ins Theater, und es hat niemanden gewundert, als ich mit vierzehn Jahren in einem Laientheater landete. Wenn wir probten, genoss ich es, in die andere Figur zu schlüpfen, an Grenzen zu gehen, und Szenen in alle Richtungen auszuloten. Doch kaum war Premiere, und es saßen vierzig Leute im Raum, war mir blümerant zumute. Ich war gehemmt. Ich war nur halb in der Figur, lebte nicht vollständig in ihrer Welt, kam nicht in Fluss und war am Ende unzufrieden. Zum Glück gab es im Laientheater nicht allzu viele Vorstellungen.

Auf der Schauspielschule war es sogar so, dass ich zwei Minuten vor einem Auftritt dachte, ich würde tot umfallen, und auf der Bühne wusste ich die ersten Sekunden +nicht, was ich tat. Auch im Nachhinein hatte ich kaum Erinnerungen an die Zeit nach dem Betreten der Bühne.

Während meines Gesangstudiums war ich schon tagelang vor einem Vorsingen aufgeregt und hasste die Auftritte bald. Gesungen hätte ich schon gern. Wenn nur das Publikum nicht gewesen wäre…

Ich arbeitete wegen der Aufregung mit einem Coach und stellte fest, welche Gedanken mich so aufgeregt sein ließen: Ich hatte Angst mich zu blamieren, Freunde zu verlieren, im Ansehen der ganzen Welt zu sinken und nichts mehr wert zu sein. Schon damals fühlte es sich gut an, diese stressigen Glaubenssätze gefunden zu haben. Jedoch kannte ich noch nicht das Werkzeug, um sie zu überprüfen.

Beim Drehen gab es diese Aufregung nicht. Jeder am Set hatte eine Aufgabe, hatte selbst etwas zu tun und war beschäftigt. Keiner hatte Zeit, mich eineinhalb Stunden lang eingehend zu beobachten. Das Publikum in einem Konzert hingegen hatte nichts weiter zu tun als das. Es hatte die Wahl zwischen mir, dem Pianisten und dem Programmheft.

Bis ich lernte, meine stressigen Gedanken zu überprüfen, marterte mich diese Auftrittsangst.

aufregungHeute halte ich Vorträge, gebe Seminare und stehe mit kulinarischen Lesungen vor Publikum. Ich interpretiere nicht mehr den Gesichtsausdruck der Zuhörer, bin in Gedanken nicht bei „Katastrophen“, die passieren können und habe ergo auch keine Angst mehr, dass ich mich blamieren könnte.

Wenn ich mir etwas lebhaft vorstelle, ist es laut Hirnforschung so, als hätte ich eine reale Erfahrung gemacht. Mitunter ist das, was wir uns vorstellen, sogar stärker als die gelebten Erfahrungen. Diesen Fakt kann ich mir zu Nutze machen.

Wenn ich spüre, dass die Aufregung nach mir greifen will, besteht der erste Schritt für mich darin, mir klar zu machen, was Realität ist und was vorgestellt. Ich sitze im Zug oder im Taxi oder zu Hause am Schreibtisch und stelle mir vor, wie die Sache schief gehen könnte.

Realität ist: Im Moment geht es nicht schief.

Es sind nur Gedanken und Bilder im Kopf. Diese Klärung macht deutlich, dass ich gerade wieder nicht dort bin, wo mein Körper ist, und dass ich überhaupt nicht wissen kann, wie die Veranstaltung nachher wird. Aber wenn es sich nur um eine Vorstellung handelt, kann ich mir auch etwas Nützliches vorstellen. Eine Weile habe ich die Bilder vom verkorksten Abend wie eine Diashow betrachtet und dann ein Dia mit einem weißen Bild eingelegt. Ich sah also nichts als weiß vor mir, wenn ich an die kommende Veranstaltung dachte. Keine Aufregung mehr.

Ein unbeschriebenes Blatt, welches noch darauf wartete, beschrieben zu werden. Das fühlte sich gut an. Gelegentlich legte ich mir auch Dias von vergangenen Veranstaltungen ein, die besonders angenehm gewesen waren. Es ist ja auch möglich, dass meine kommende Veranstaltung so schön wird, wie einer dieser Abende. Auf diese Weise glaube ich den Schreckensbildern nicht mehr und sie lassen mich los.

aufregung-und-monkeyOder ich frage mich: Was müsste geschehen, damit ich mich auf das, was da kommt, freue? Was kann ich tun, damit aus der Aufregung Freude wird? Wenn ich auf diese Fragen Antworten finde, sind das auch nur Gedanken. So wie der Stress den ich vorher hatte, auch nur Gedanken entsprungen war. Aber diesmal sind es nützliche Gedanken, die mich wieder in meine Kraft zurückbringen. 

Und hin und wieder denke ich sehnsuchtsvoll an den Volksmund: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert.“ Das scheint das Paradies zu sein. Völlig ungeniert zu leben.

 

Ich habe mich noch niemals völlig blamiert. Und wenn ich heute mal wieder Aufregung verspüre, dann nehme ich mir vor, es geschehen zu lassen, wenn es geschehen sollte. Das ist die Umkehrung von dem, was ich befürchte. (Ich will mich nicht blamieren – ich will mich mal so richtig blamieren).

Wenigstens ein einziges Mal will ich mich in meinem Leben nach Herzenslust blamiert haben. Wenn ich mir diese Erlaubnis wahrhaft geben kann, bin ich entspannt. Die Entspannung verhindert die Aufregung und dann wird’s mit der Blamage natürlich erstmal wieder nichts. Dann kann ich ungeniert leben, ohne mich vorher blamiert zu haben.

innere-ruhe-mit-InaIch wünsche dir eine unaufgeregte, aufregende Zeit,

Ina

www.inarudolph.de

The Work Coach

hier findest du alle Beiträge von Ina Rudolph

 Welche Vorstellung bringt dich in die Aufregung? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

 

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