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Aus dem weiblichen Schatten treten  

Wie wir Frauen es schaffen, aus dem weiblichen Schatten zu entfliehen und uns wieder im Vertrauen mit anderen Frauen kraftvoll verbünden.

Es gibt zwei Fragen, die jede Frau in ihrem tiefsten Wesen von klein auf bewegen:

Wer bin ich als Frau?

Und wie kann ich zur ganzen Frau werden?

Nur selten werden diese Fragen bewusst gestellt, doch sie sind es, die uns dazu drängen, immer wieder zum Mann zu gehen. Sie sind es, die uns oft in seine Arme treiben, um dort die Antworten auf diese beiden essentiellen Fragen zu finden.

Doch kaum eine Frau findet sie dort, denn sie sucht am falschen Ort, im Männerland.

titel-frauen-weiblicher-wegWie sich Weiblichkeit anfühlt und wer wir als Frauen sind, lernen wir nicht von den Männern, sondern von anderen Frauen: von der Mutter, der Großmutter, den Schwestern, den Freundinnen, den Schriftstellerinnen, den Künstlerinnen, … den weiblichen Vorbildern.

Nur im Spiegel des eigenen Geschlechts können wir uns selbst erkennen und finden.

Spieglein, Spieglein an der Wand …

Doch nicht jeder Frau ist der Blick in den Spiegel geheuer. Und nicht jeder Blick in den Spiegel ist angenehm. Der Spiegel hilft, uns im wahrsten Sinne bewusst wahr-zunehmen, unserer eigenen Wahrheit ins Auge zu blicken.

Denn wie eine Frau sich als Frau selbst sieht, so sieht sie auch die anderen Frauen – und umgekehrt. Wir können gar nicht anders, als unser eigenes Bild auf die anderen zu projizieren und uns selbst in ihnen wie in einem Spiegel wiederzuerkennen.

Dann sehen wir, was uns abstößt und was wir an uns selbst nicht mögen. Und wir sehen das Schöne, Strahlende, das uns anzieht und das wir bewundern. Wäre dem nicht so, würde das Verhalten der anderen nicht diese Macht auf uns ausüben, nicht die Energie der Verachtung, der Bewunderung oder Anteilnahme in uns hervorrufen. Ja, wir erkennen uns immer nur selbst in den anderen.

An dieser Stelle ist Vorsicht geboten! Aufgrund der langen frauenfeindlichen Geschichte, die jede von uns mit der Muttermilch aufgesogen hat, haben Frauen die Abwertung des Weiblichen derart verinnerlicht, dass sie die Tendenz haben, sich selbst zu verachten.

Viele Frauen fliehen vor sich und vor anderen Frauen

Und das ist auch nur verständlich, wenn wir die Gründe hierfür näher betrachten: Frauen haben jahrtausendelang in Verhältnissen gelebt, in denen die andere Frau – die klügere, die schönere, die ältere und erst recht die jüngere – eine Bedrohung für die eigenen Lebenschancen gewesen ist.

Sie wurde oftmals eine Konkurrenz in Bezug auf den Mann, um dessen Gunst sie buhlen musste, um an das heranzukommen, was ihr auf anderem Weg versagt war: Bildung, Macht, Besitz, Kreativität, etc. Dies bewirkte eine Entsolidarisierung unter den Frauen, die bis heute nachwirkt. Das ist ein weiblicher Schatten, den wir endlich ablegen müssen, um wieder in Verbundenheit zu kommen.

Kein Wunder also, dass die Frage an den Spiegel nicht nur im Märchen lautete: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Hier ging es nicht nur um schnöde Eitelkeit, sondern oftmals hing von der Antwort die Verwirklichung der eigenen Lebensträume und nicht selten sogar das Überleben ab.

Viele Frauen versprechen sich vom Mann Karrierechancen, Vorteile, Schutz, Status – auch heute noch, in Zeiten vermeintlicher Gleichberechtigung. Wäre dem nicht so, hätte wohl kaum ein Harvey Weinstein oder ein Dieter Wedel die Chance gehabt, derart seine Macht gegenüber Frauen auszuspielen.

Sonst hätten betroffene Frauen viel früher ihr Schweigen gebrochen.

Der Verrat unter Frauen

So manche Frau konnte bislang einem verlockenden Angebot nur schwer widerstehen, selbst wenn sie ihren Körper und oft auch ihre Seele dabei verkaufen musste. Hinzu kommt, dass es schon immer ein beliebter Trick einflussreicher Männer war, Frauen gegeneinander auszuspielen … und es war schon immer ein großer Fehler von Frauen mitzuspielen.

Tatsächlich ist jeder Versuch der Anbiederung bei der Männerwelt über den Verrat an sich selbst und an der Frauensache sinnlos, denn jeder Vorteil ist nur von kurzer Dauer. Langfristig kann eine Frau dabei nur verlieren: sich selbst, ihre Würde und den Rückhalt von anderen Frauen. Daher hat der Verrat von Frauen an Frauen auch immer etwas Tragisches.

Der weibliche Verrat spiegelt zudem den Verrat am eigenen Selbst wider. Es gibt keine Frau auf dieser Welt, die sich nicht schon einmal selbst verraten hätte, sei es ihre Gefühle, ihre Werte, ihre Sehnsüchte, ihre Wahrheit, ihre Seele, ihren Körper, … ihr Frausein.

Männer verraten sich natürlich auch, doch haben sie eine ganz andere Tradition in gegenseitiger Unterstützung und Solidarität über alle Kontroversen und Grenzen hinweg. Meist teilen sie in Männerrunden zwar nicht die gleiche Offenheit wie Frauen es tun, sie versuchen eher dem anderen zu imponieren und stellen immer wieder die Frage nach der Position des Alphatiers.

Doch sie bilden auch Seilschaften, schanzen einander Vorteile zu, schaffen Win-win-Situationen und protegieren sich in vielerlei Hinsicht. Sie verurteilen einander nicht so leicht, werten sich nicht gegenseitig in dem Maße ab, wie Frauen es tun, zollen sich gegenseitig häufig größeren Respekt.

So gelingt es vielen, Macht und Geld unter sich aufzuteilen, während so manche Frau ihre Energie damit verschwendet, eine Nebenbuhlerin außer Gefecht zu setzen und letztlich mit leeren Händen und leerem Herzen dasteht.

Doch etwas tut sich im Frauenland:

Plötzlich wird wieder die Stimme erhoben und das Unrecht wird beim Namen genannt und – was mich in besonderem Maße erfreut – es wird Solidarität bekundet. „Me too“ – ich auch – ist gerade aus allen Ecken zu hören. Was da ertönt ist der Ruf der weiblichen Loyalität, ist das Bekenntnis: „So wie du, so bin ich auch! Was du erfahren hast, das habe auch ich erlebt!“

Es ist genau dieses Bekenntnis, von dem ich glaube, dass es den Aufbruch in ein neues Miteinander unter Frauen einläuten kann. Ein weibliches Miteinander, das nicht länger durch Eifersucht, Neid und Verrat gestört wird, sondern in welchem Loyalität, Solidarität und gegenseitige Unterstützung herrschen.

Eintauchen in den weiblichen Schatten

Um diesen Weg zu gehen, braucht es die Bereitschaft der Frauen, sich dem weiblichen Schatten zu stellen, ganz in ihn einzutauchen, um dann auch wieder aus ihm heraustreten zu können, sonst verfolgt er sie bis ans Ende ihrer Tage.

„Iiiiihhhh! In den weiblichen Schatten eintauchen. Das ist das Letzte was ich will!“ mögt ihr vielleicht denken. Doch keine von uns kommt darum herum, sich dem Dunklen zu stellen, das in den letzten Jahrhunderten durch die Unterdrückung des Weiblichen in der Frauenseele zu wuchern begann und in Intrigen, Lästerei und der Verachtung des (eigenen) Frauseins seine Blüten trieb.

Nein, wir kommen nicht umhin, uns diesen ungeliebten Seiten zuzuwenden, sie bewusst und verständnisvoll wahrzunehmen, um sie zu transformieren. Dann muss Neid nicht länger in Missgunst ausarten, sondern kann als Motivations- und Inspirationsquelle genutzt werden.

Denn dann muss Eifersucht nicht in Krieg münden

Sondern kann zu einem neuen loyalen Miteinander unter Frauen führen. Dann muss nicht länger hinter dem Rücken gelästert und intrigiert werden, sondern eine neue Form des offenen, ehrlichen Austauschs kann kultiviert werden.

Dann kann die Rolle des Opfers abgestreift werden wie ein zu eng gewordenes Korsett. Es können die Röcke gerafft, die Ärmel hochgekrempelt und die Selbstverantwortung ins Gepäck gesteckt werden, um frei und ausgelassen lachend einem neuen Horizont entgegenzulaufen – dem Frauenland.

 Sabine Groth ist Lehrerin, Körperpsychotherapeutin und Autorin.

Das Herzstück ihrer Arbeit ist das Jahrestraining für Frauen in Berlin. Das Frauentraining läuft über ein ganzes Jahr an einem Abend in der Woche, da ein behutsames Tempo und Integration in den Alltag im Vordergrund stehen.

Darüber hinaus bietet sie Wochenend-Seminare für Frauen zum Thema „Weiblichkeit“, EinzeltherapiePaartherapie und Coaching an.

 Info und Kontakt unter:

Alles Liebe,

Sabine Groth

Lehrerin, Autorin und Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Website von Sabine Groth

Kennst du schon die Artikelserie über die weiblichen Archetypen: Diese  findest du hier  und hier Teil 2.

Die weiteren weiblichen Archetypen:

Die Liebende

Die Kriegerin

Sabine Groth ist Expertin für dieses Thema und deshalb mögen wir dir ihr Buch hier empfehlen:

 Die Heldinnenreise von Sabine Groth.

Buchempfehlung: „Die Heldinnenreise“, Kösel Verlag, 2018 von Sabine Groth

 

 

 

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An die Frauen Mütter, Töchter dieser Erde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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