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Auswege aus dem Arbeitsblues: Sinnvoll tätig sein statt sinnlos schuften

Der Held der (Nicht-)Arbeit ist Tobi Rosswog, denn er bringt mit seinem Buch „After Work“ eine Diskussion in Gang, die unser klassisches Verständnis von Arbeit mächtig ins Wanken bringt.

„Wer bist du, was machst du?“ – Wir antworten in der Regel mit unserer Tätigkeit, unserer Arbeit.

„Was verdienst du?“ – Über Geld spricht „man“ zwar in der Regel nicht, doch mit dem angenommenen Verdienst und der beruflichen Stellung verbinden noch immer viele Menschen auch gesellschaftlichen Status und Ansehen dieses Menschen generell.

Dabei lässt sich natürlich vortrefflich darüber streiten, ob die Arbeit einer Investmentbankerin denn tatsächlich das Vielfache der Arbeit einer Ärztin oder eines Krankenpflegers wert ist. Und die Arbeit und die Pflege zu Hause? Ist sie nichts wert? Warum verdient sie nichts, außer vielleicht der – oft unausgesprochenen – Dankbarkeit innerhalb der Familie oder des Freundeskreises?

Anleitung für den Weg zum Bullshit-Job

Arbeit. Ja, wir richten nahezu unser komplettes Leben danach aus. Kindergarten, Schule, Ausbildung, Studium, Praktikum. Schritt für Schritt dem Einstieg ins Berufsleben entgegen. Eintrag für Eintrag im Lebenslauf. Möglichst noch immer ohne Lücken, ganz brav.

Obwohl vielleicht ja genau diese Lücken die eigentlichen Lernaufgaben bereithalten und dich zu einem Menschen mit Format machen könnten. Weil du möglicherweise in Löcher fällst und allein wieder rausfinden musst. Weil du in diesen „Warteräumen“ mal auf dich selbst gestellt bist, Zeit zur Besinnung hast – und dabei vielleicht auf Ideen kommst, wozu du gemeint bist und was dein Beitrag in dieser Welt sein könnte.

Doch nein, wir lernen: Es geht schnurstracks Schritt für Schritt “nach oben”.

arbeit-TreppeUnd dann? Landet mindestens ein Drittel aller Arbeitnehmer*innen – zumindest heute noch – in „Bullshit-Jobs“, wie der US-amerikanische Ethnologe und Publizist David Graeber in seinem gleichnamigen gerade in deutscher Übersetzung erschienenen Buch diese Tätigkeiten bezeichnet.

Bullshit-Jobs, das sind Tätigkeiten, die eigentlich keinen Sinn machen, nicht zur Verbesserung dieser Welt beitragen. In vielen Fällen sogar eher zum Gegenteil führen: Sie vergrößern die Ungleichheiten, zerstören die Umwelt, verschlechtern die Bedingungen von Menschen und der Mitwelt.

Das Ergebnis: Viele Menschen verspüren keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit…

… machen Dienst nach Vorschrift, rutschen in Bore-out oder Burn-out. Repräsentative Statistiken des Gallup-Institutes besagen, dass rund 85 Prozent aller Mitarbeiter*innen nur so viel tun, wie sie müssen, wiederum davon haben 15 Prozent aller Mitarbeiter*innen bereits innerlich gekündigt.

Mit anderen Worten und auf den Punkt:
Mit dem heutigen Arbeitssystem schaden wir uns selbst wie auch der Mitwelt.
Ganz schön absurdes Job-Theater, oder?

Sehr beklemmend verdichtet dies die Dokumentation „Work hard, play hard“ – hier der Trailer:

Hin zur Arbeit mit Sinn-Gewinn

Dabei kann Arbeit doch etwas zutiefst Sinnerfülltes sein. Nicht umsonst wünschen wir einander „frohes und kreatives Schaffen“. Außerdem unbestritten: Bei all den menschengemachten Herausforderungen gibt es unglaublich viele wertvolle Tätigkeiten, um das Gute, Wahre und Schöne zu mehren und diese Welt besser zu machen.

Und ist es nicht auch eigentlich das, nach dem wir uns sehnen?
Sinnstiftend tätig zu sein, etwas Gutes zu tun, einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen?

Sinnerfülltes Tätigsein: Wie kann das gehen?

Dazu hat beispielsweise Tobi Rosswog in seinem gerade erschienenen Buch „After Work – Radikale Ideen für eine Gesellschaft jenseits der Arbeit“ einige gute Überlegungen zusammengetragen, wirft bohrende, teils sogar schmerzende Fragen auf, konfrontiert.

Tobi weiß, wovon er schreibt: Er bewegt jede Menge sinnvoller Dinge. So ist er Co-Initiator des Netzwerkes living utopia, hat mehrere Kongresse, Konferenzen und Zusammenkünfte auf die Beine gestellt – bspw. die UTOPIKON, das Move Utopia oder auch den Utopival Mitmachkongress, hat vor kurzem ein Kollektivhaus bezogen und gestaltet es mit seinen Mitbewohner*innen immer weiter aus. Vor einigen Jahren war er sogar noch radikaler unterwegs, lebte er sogar für eine längere Zeit komplett geldfrei. Hier findest du ein Porträt über seine geldfreie Zeit im Compassioner.  

Tobi hat also jede Menge Erfahrungen gesammelt, wie sich „Arbeit“ sehr viel besser und sinnstiftender jenseits des klassischen Nine-to-five und der Lohn- und Brot-Jobs gestalten lässt. Obwohl Tobi das nicht Arbeit nennt, „weil damit negative Konnotationen verbunden sind und eine Illusion aufgebaut wird, dass das, was ich im Namen der Arbeit tue, per se positiv sei. Stattdessen möchte ich die Tätigkeiten direkt benennen.“

Auf dem Weg zur „Post-Work-Gesellschaft“?

arbeit-HandwerkDoch bei dieser Spitzfindigkeit allein dabei bleibt sein Buch nicht stehen, sondern bietet weit mehr:

  • In einer profunden Analyse beschreibt Tobi ausführlich, was unser heutiges Arbeitssystem mit uns selbst und der Welt macht – woraus klar wird, dass wir dringend ein anderes Arbeitsverständnis, eine neue Arbeitspraxis, brauchen.
  • Außerdem liefert er in einem 12 Schritte-Plan Inspirationen sowie weitere Werkzeuge für einen sukzessiven Weg in die „Post-work-Gesellschaft“, wie Tobi das nennt.
    Einer der wichtigsten Punkte ist dabei, sich selbst nach und nach immer klarer darüber zu werden, WIE, WAS und vor allem FÜR WAS wir arbeiten wollen, wie auch, was wir selbst brauchen – und dann mit diesem klaren Rahmen, ermutigt durch den Austausch mit anderen, immer mehr in die Selbstermächtigung DAFÜR zu gehen.
  • Schließlich stellt Tobi Rosswog insgesamt zehn Menschen vor, die sich in unterschiedlichen Facetten ein arbeitserfüllteres Leben ermöglicht haben.
    Dazu gehören
    Anna Kaiser und Jana Tape, Gründerinnen von Tandemploy, einer Software für Teilzeitkonzepte,
    Jonathan Funke mit seinem Projekt Stadt, Land, Flow, einer Plattform, die als Ausgleich zum Bürojob Tätigkeiten in Handwerk und Landwirtschaft vermittelt wie auch
    Uwe Lübbermann, zentraler Moderator des Unternehmenskollektives Premium Cola, einem Unternehmen das sich hierarchiefrei organisiert.

Die Arbeit von Morgen

arbeit-ArbeitDem radikalen Ansatz, dem Tobi Rosswog sich selbst verschrieben hat – nämlich, sich komplett abseits des gängigen Arbeitssystems aufzustellen – mag mit Sicherheit nicht jede*r folgen. Das ist ein Weg von vielen Alternativen, die es zu finden gilt. Doch du pflichtest mir sicherlich bei, dass das, was wir unsere klassische Arbeit nennen, anders verstehen und anders organisieren dürfen als heute. Bullshit-Jobs braucht in der Tat niemand, sinnvolles Schaffen umso mehr.

Ich bin zutiefst davon überzeugt: Menschen wollen nicht arbeitslos sein. Jeder Mensch möchte sich auf seine Weise wertvoll in der Gesellschaft einbringen.

Ein Wille zur Weiterentwicklung, zum schöpferischen Tätigsein, ist fest in uns allen verwurzelt.

Wir können gar nicht ohne Arbeit. Deswegen dürfen wir andere Wege der Arbeit finden, sinnerfülltere Arbeitswege, von unseren Werten getragene Arbeitswege.

Dazu kann u.a. das Buch „After Work“ von Tobi Rosswog eine kontroverse Debatte in Gang bringen, die hoffentlich in konstruktiven Lösungen mündet und uns Formen von Tätigkeiten kreieren lässt, die uns wieder mehr Freude und Sinn bereiten.

Damit wir bald in einer Welt leben, in der man sich wieder auf Montag freuen kann, wie einer der Interviewpartner im Buch so schön sagt.

Und? Wie schaut es bei deiner Arbeit aus?
Steckst du noch in einem Bullshit-Job oder schaffst du schon schön?

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser, dass du schon heute einer Arbeit nachgehst, die dich zutiefst erfüllt. Und wenn nicht, kann dir Tobi Rosswogs Buch vielleicht eine wertvolle Unterstützung dabei sein, dich Schritt für Schritt umzuorientieren und wieder mehr Erfüllung in ihr zu finden.

Alles Liebe und frohes Schaffen für DICH,

Steffi aka Stephanie Ristig-Bresser.

Alle Artikel von Stephanie Ristig-Bresser findest du hier.

PS: Mehr über das Buch „After Work“ erfährst du hier auf der Buch-Website. Hier werden nach und nach die Buchkapitel online gestellt. Ferner findest du hier einige Termine mit Vorträge, Diskussionen und Workshops, wo du mit Tobi Rosswog und anderen Menschen zum Themen ins Gespräch kommen kannst.

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