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Titel Ehe ohne Sex

Bedeutet Ehe ohne Sex, dass man sich nicht mehr liebt?

Die Ehe ohne Sex – für viele Paare, die schon lange zusammen sind, ist das häufig ein Thema, in dem viel Schattenarbeit steckt. Meist lieben sich beide Partner auch ohne Sex noch innig, aber der Zustand nicht erfüllender Sexualität quält immer beide gleichermaßen, wenn das Thema nicht ausgesprochen und bearbeitet wird.

Warum einer keinen Sex mehr will, und wie man liebevoll das Thema für beide angehen kann, schreibt Schriftstellerin und Coach Mina Urban.

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Also,  gehen wir der Frage nach: Bedeutet Ehe ohne Sex, dass man sich nicht mehr liebt?

Genau diese Frage ist der Grund, warum ich angefangen habe über die Ehe ohne Sex ein Buch zu schreiben. Wir können heute, ohne viel Aufwand Sex bekommen. Es gibt ihn auf Online-Seitensprung- und anderen Portalen. Das Treffen findet schnell statt und hat mit Liebe nur wenig zu tun. Trotzdem halten sich im umgekehrten Fall die Gerüchte: „Wenn der Sex geht, dann stimmt etwas mit eurer Beziehung, mit eurer Liebe nicht.“ Es vergeht keine Woche, in der ich nicht irgend so eine Schlagzeile lese, wie: „Alle 48 Stunden Sex hält die Partnerschaft zusammen.“

Ich lebe seit 12 Jahren in einer Ehe ohne Sex. Nicht freiwillig. Es hat sich so ergeben. Die Liebe zu meinem Ehemann ist nur noch tiefer geworden. Zuerst dachte auch ich: „Er liebt mich nicht. Er kann nicht mein Seelenpartner sein!“ Es brauchte Jahre um zu verstehen, dass es meine Aufgabe ist, über meine Erfahrungen zu schreiben. Und deshalb kann ich die Frage eindeutig beantworten: Sex und Liebe ist zweierlei.

ehe-ohne-sexEigentlich ist es sogar ein gutes Zeichen, wenn nach der ersten wilden Verliebtheit der Sex weniger wird. Das Vertrauen ist gewachsen. Wir müssen uns nicht mehr ständig gegenseitig beweisen, dass wir zusammen gehören, und wir hängen nicht mehr nur zusammen, sondern entdecken wieder unsere Individualität. Meist merken wir es gar nicht, dass es weniger geworden ist. Und oftmals vermissen wir es nicht. Schwieriger wird die Sache, wenn sich herausstellt, dass die Libido der Partner unterschiedlich ist.

Warum will einer keinen Sex?

Bevor wir zum Paar werden hat jeder, was Zärtlichkeit, Zuwendung und Körperlichkeit betrifft, eigene Erfahrungen gemacht. Nach der ersten Verliebtheit, wenn sich die aufgewühlten Hormone beruhigen, fallen wir in unseren alten Rhythmus zurück. Unser Verlangen und unsere Lust sind so einmalig wie unser Daumenabdruck. Ich nenne es: den eigenen sexuellen Lebenslauf.

Es ist sehr häufig der Fall, dass Paare unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und es sind nicht immer die Männer, die nur wollen oder die Frauen, die immer Kopfschmerzen haben. Nein, ich kenne mittlerweile viele Frauen, die sehr gern öfter wollen als ihre Männer.

Die Illustrierten sind voll von guten Ratschlägen und Tipps, warum es mit der Lust hapert. Tatsächlich, kann nur jeder selbst herausfinden, was hinter der eigenen Lustlosigkeit steckt. Wir sollten dabei auch in Betracht ziehen, dass es in jedem sexuellen Lebenslauf Pausen gibt. Das ist normal. Kinder, Krankheit, Beruf und die allgemein sehr schnell vergehende Zeit lassen uns schon mal uns selbst verlieren. Wie sollen wir uns da als Paar noch finden?

Frage dich: Wie kann ich mich selbst finden?

Hier müssen wir leider noch einen kritischen Blick auf die Beweggründe der Ehe werfen. Wenn es nämlich so ist, dass z. B. die Frau geheiratet hat, um den Mann zu „bekommen“, also die Ehe geschlossen wurde, um einen inneren oder äußeren Mangel auszugleichen, dann war Sex vor der Ehe leider nur Mittel zum Zweck.

Frage dich: Warum hast du geheiratet?

Was kannst du tun, wenn du willst, aber dein*e Partner*in nicht?

Zuerst einmal sollten wir für unsere unterschiedlichen Bedürfnisse Verständnis zeigen. Ich denke, dass einer mal keine Lust hat, das habt ihr alle schon mal erlebt. Manchmal kannst du dann mit Schmusen und anderen “Tricks” deine*n Partner*in überzeugen. Manchmal verzichtest du.

Zum Problem wird Lustlosigkeit erst dann, wenn es zu einem Teufelskreis zwischen euch wird. Einer will immer – der andere lehnt immer ab. Und das dauerhaft. Dies kann soweit führen, dass sogar Küssen nicht mehr geht. Vor lauter Angst, verweigert das Gegenüber gleich alle körperlichen Annäherungen.

So beginnt für einen oder beide das Leiden.

Wie kann ich das Thema gut besprechen?

Solange wir noch miteinander reden können, gibt es viele Möglichkeiten die Lust zurück zu gewinnen:

ehe ohne sexDu kannst Sätze mit ICH beginnen. So wie: „Ich wünsche mir….Ich möchte einmal ausprobieren….Ich würde gern…“ Vorwürfe wie: „Immer machst du, oder nie tust du“, sollten tunlichst vermieden werden. Wichtig ist es dem Partner Zeit zu geben, auf das Gesagte zu antworten. Wenn du deine Wünsche nicht aussprechen kannst, dann schreibe einen Brief.

Doch meist ‚mauert‘ das Gegenüber. Bedeutet: du redest und fragst, versuchst zu verstehen, bist bereit etwas zu ändern, doch du bekommst keine richtige Antwort. Entweder hörst du dann Vorwürfe wie: „Immer willst du nur das Eine. Nie denkst du an mich!“ Oder du machst deinem Partner/deiner Partnerin Vorwürfe. Der Teufelskreis beginnt von vorn. Vielleicht hegst du auch den Verdacht, dass da jemand anderes im Spiel ist. Dein Selbstbewusstsein bekommt einen Knacks. Du fühlst dich nicht mehr begehrt oder gebraucht. Frauen wollen begehrt, Männer wollen gebraucht werden.

Welche Lösungen gibt es?

Eines vorweg: Paare die sich vor dem Lesen dieses Artikels keine Gedanken um ihr Sexleben gemacht haben, können aufhören zu lesen. Die brauchen keine Lösung!

Paare, die miteinander reden können und sich mehr Lust wünschen, rate ich, sich auf sich zurückzubesinnen.

Was sind meine weiblichen Qualitäten als Frau? Was sind meine männlichen Qualitäten als Mann? Wie ergänzen wir uns? Was schätze ich an meinem Partner, meiner Partnerin?

Slow Sex und Tantra sind gute Methoden um sich wertschätzend nahe zu sein. Der Orgasmus ist nicht das Ziel, sondern das Geschenk. Die Verschmelzung mit allen Sinnen erleben. Dieses erfordert, wie alles im Leben, ein wenig Übung. Es gibt Sexschulen und Kurse, die den Einstieg erleichtern.

Das ständige “Heiß-machen”, also stets die Lust neu entfachen, ist sehr auf den Orgasmus als Ziel ausgerichtet. Wem das nicht zu anstrengend ist, findet dafür überall Anregungen.

Für diejenigen, bei denen der Partner mauert, also sowohl die sexuelle, wie auch die verbale Kommunikation ablehnt, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Du resignierst

Das kennen wir von vielen älteren Paaren, die nicht so viele Wahlmöglichkeiten hatten, wie wir heute. Man verharrt und gibt sich leidend seinem Schicksal hin.

  1. Du ziehst die Konsequenz

Das kann vieles sein. Entweder du betrügst deine/n Partner/in, oder du trennst dich. Oder du befriedigst dich selbst und belässt es dabei. Manche versuchen eine Therapie zu machen. Auch eine offene Beziehung führen, ist möglich.

  1. Du akzeptierst

Das bedeutet anzunehmen, was nun wirklich ist. Das Kämpfen einstellen und vor allem aufhören sich selbst zu bemitleiden. Und dann auf sich selbst besinnen. Sich in Selbstliebe und in bedingungsloser Liebe schulen. Verstehen, dass Sexualität einem selbst gehört und nicht von einem Partner abhängig ist. Es gibt keine Lücke zu schließen, sondern wir selbst haben alles in uns.

Die Akzeptanz ist die schwierigste und langwierigste Übung. Manchmal gehen Konsequenz und Akzeptanz Hand in Hand. Die beste Möglichkeit, die eigene Sexualität zu heilen. Und wenn dann zwei geheilte Seelen aufeinander treffen, ist Sex entweder gar nicht mehr wichtig oder die Verschmelzung schlechthin.

Und die wünsche ich dir für dich – und ein wenig auch für mich.

Deine Mina Urban

https://www.ehe-ohne-sex.de

Foto Mina Urban“Mina Urban ist Schriftstellerin und Coach. Vor allem die Ungereimtheiten in Mann/Frau Beziehungen interessieren sie. Bereits  2014 erschien ihr Roman “Verschmähte Träume”. In ihm greift sie das Tabuthema einer Ehe ohne Sex erstmals auf. Seitdem hat sie mit unzähligen Paaren und Einzelpersonen über Sexualität gesprochen. Ihr Blog erfreut sich immer größerer Leserschaft. Seit 2016 coacht sie Betroffene am Telefon oder per E-Mail.”

 

 

 

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