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Carpe musicam – Nutze die Musik für deinen Alltag

Warum und welche Wirkung die Musik auf dich hat, und wie du sie jenseits deines persönlichen Geschmackes für deine Weiterentwicklung nutzen kannst. Unser heutiger Gastautor, der Musiker und Schriftsteller Sebastian Sylla entführt dich hier in eine magische Welt der Musik, die du so vielleicht noch nicht kennst. Viel Vergnügen beim Entdecken der besonderen Wirkung,  die Musik haben kann.

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Ein Tag, an dem mir alles zu entgleiten droht. Es fängt schon an mit den Kindern, morgens, wenn das ältere rechtzeitig zur Schule und das jüngere, das gerne trödelt, in die Kita muss. Die Zeit drängt. Die Hose passt nicht, der Strumpf will nicht. Quengelei und Geschrei. Noch Pausenbrote schmieren.

die MusikMein erster Privatschüler kommt schon früh, ich muss rechtzeitig zurück sein. Ich hetze hin und her, nur um kurz vor Unterrichtsbeginn eine Nachricht zu bekommen, dass der Schüler spontan absagt. Dafür kommen zum nächsten Termin gleich zwei, weil ich mich vertan hatte mit der Terminvergabe.

Und so geht es weiter: Anrufe, wenn ich mich mal ausruhen will. Rechnungen, die sich unerwartet aus dem Bürostapel in Erinnerung rufen. Vergessen, für das Abendessen einzukaufen. Ein Alltag, wie er in einem schlechten Buche steht.

Sicherlich kennst du solche oder ähnliche Stress-Tage. Tage, die irgendwie aus dem Ruder laufen. Denen ein bisschen mehr Achtsamkeit und Struktur gut täte, die mehr „im Fluss“ sind.

Am nächsten Morgen lege ich, bevor ich die Kinder wecke, eine CD auf. Händels „Concerti Grossi“. Nicht zu laut, aber überall in der Wohnung hörbar.

Und da geschieht ein Wunder:

Die Kinder sind erstaunlich kooperativ, nahezu gut gelaunt, ziehen sich sogar selbst an. Ich bleibe ruhig, keine dränge(l)nden Worte meinerseits, die Pausenbrote schmieren sich wie von selbst, und wir sind fünf Minuten vor der Zeit fertig.

Zufall? Möglich. Doch in den nächsten Tagen wiederhole ich mein „Experiment“ mit Händel und siehe da, unsere Morgen (und meine „Stresstage“) bekommen eine angenehme Strukturiert- und Gelassenheit. Als ich einer Bekannten davon erzähle und sie ihren eigenen morgendlichen Kinderstress mit Händel „behandelt“, teilt sie mir freudig mit, dass es sich bei ihr nun ähnlich entspannt abspielt.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich habe diese Anekdote mit dir geteilt, weil ich dir ein wenig von der Kraft und der Magie der Musik erzählen will, die wir viel bewusster nutzen können, als wir denken.

die-Musik-tanzTatsächlich ist es so, dass Musik uns ständig beeinflusst und prägt, und zwar in einem Ausmaß, dem wir heutzutage nicht mehr allzu viel Bedeutung beimessen. Das war nicht immer so. Im Gegenteil, in Kulturen, wie dem alten China oder dem antiken Griechenland, galt Musik als das höchste Maß der Dinge. (Und zwar buchstäblich: das Ministerium für Maße und Gewichte zum Beispiel war im alten China dem Musikministerium, dem höchsten Amt im Reich, unterstellt.)

Die Auffassung war nämlich, dass die Musik eine solche Kraft besitzt, dass sie nicht nur das Individuum, sondern eine ganze Zivilisation formt. Entgegen der heutigen Auffassung, dass die Gesellschaft die Musik hervorbringt, war man früher der gegenteiligen Ansicht:

Die Musik, die in einem Land erklingt, bringt die Gesellschaft hervor

Nach dem Motto: wie in der Musik, so im Leben. Deshalb war man in den alten Kulturen so drauf bedacht, dass Musik als Widerhall der göttlichen Ordnung erklang – als irdisches Echo des kosmischen Tons (respektive dem indischen OM, dem griechischen LOGOS, dem biblischen WORT). Dabei war es zweitrangig, ob man der Musik als Hörer unmittelbar beiwohnte, oder durch das durch die Musik erzeugte Energiefeld als „Passivhörer*in“ berührt wurde.

Dieser kurze geschichtliche Ausflug soll hier als einführender Hintergrund dienen, um die Anregung, Musik bewusster, achtsamer und auch ein bisschen ehrfürchtiger zu erleben, zu untermauern.

In meiner Tätigkeit als Musiker und Musiklehrer durfte ich diese „geheime“ Kraft der Musik schon zigmal erleben. Durch meine Recherchen zu diesem Thema und aus meinen Erfahrungen bin ich auf wirklich wunderbare, fast magische Möglichkeiten gestoßen, die sich hinter dem Mysterium Musik verbergen und die sich hervorragend für den Alltag nutzen lassen. Ein paar davon möchte ich hier mit dir teilen.

Fünf Tipps, wie du die Musik im Alltag nutzen kannst

Tipp 1:

die-musik-wunderDie Besonderheit und Kraft in Händels Musik liegt in der fließenden Formstrenge, den sequenzartigen Wiederholungen und der stabilen Harmonik. Aus geschichtlicher Sicht verhalf Händels Musik dem damals „verrohenden“ England (in dem Händel vor allem wirkte) zu neuer Stabilität und Frömmigkeit. Daher eignet sich Händel wunderbar, um dem zerfaserten Alltag oder einer labilen Lebensphase zu mehr Struktur und Halt zu verhelfen.

Tipp 2:

Robert Schumanns Musik wirkt stärkend auf unser inneres (und äußeres Kind). Viele seiner Werke haben tatsächlich auch kindliche Namen („Album für die Jugend“, „Kinderszenen“). Nach Schumanns Wirken begann man seinerzeit, das Kind als ein eigenständiges Wesen zu wertschätzen (und nicht mehr als zu gehorchender und funktionierender „kleiner Erwachsener“). Schumanns Musik kann dich demnach z.B. unterstützen, wenn du dich mit deinem inneren oder leiblichen Kind aussöhnen möchtest.

Übrigens haben nahezu alle großen Komponisten ein besonderes „geheimes“ Wirkmerkmal, auch wenn sie sich dessen selbst nicht bewusst waren (und worüber hier im Detail zu berichten der Platz fehlt). Viele von ihnen, vor allem bis in die Epoche der Romantik hinein, sahen sich jedoch als Übermittler der von Gott diktierten Werke und nicht unbedingt als eigener Schöpfer.

Daher lautet der 3. Tipp:

Wenn du denkst oder fühlst, dass deine Verbindung zum Göttlichen gerade nicht so toll ist oder du deinen göttlichen Ursprung immer wieder mal vergisst, höre die Werke der großen Klassiker, z.B. Bach, Mozart, Beethoven. Wenn du genau hinhörst, wirst du das große Geschenk wahrnehmen, dass diese Meister uns gemacht haben: die Erhebung der Seele.

An dieser Stelle ein kurzer Hinweis: es ist (mir) wichtig, Musik nicht in gut und schlecht einzuteilen, sie keiner Bewertung zu unterziehen, sondern, ganz im Sinne der alten Kulturen, sie ihres Nutzens zu hinterfragen.

die-musik-liebeZu viel Händel nämlich kann Struktur zur Erstarrung werden lassen (historisch: der strenge Dogmatismus des „viktorianischen Zeitalters“), zu viel Schumann macht aus dem kindlichen ein kindisches Gemüt. Auch hier ist es wichtig, dass wir Musik als Nahrung für die Seele ebenso maßvoll goutieren wie die Nahrung für den Körper. So kann natürlich auch eine Portion Heavy Metal ihren sinnvollen Nutzen haben, z.B. dann, wenn wir die weltliche Bodenhaftung verloren und uns in esoterischen Höhen verirrt haben.

Tipp 4:

Lieber Leser, du hast sicherlich gemerkt, dass sich diese Herangehensweise an Musik über die Geschmacksfrage hinwegsetzt. Musik ist zu bedeutsam und kraftvoll, als sie auf eine individuelle Geschmackssache zu reduzieren, da sie eben über den Geschmack hinaus auf uns einwirkt.

Um den Nutzen aus der Musik zu ziehen, bitte ich dich daher, hin und wieder eine etwaige Verteidigungshaltung bezüglich deines Musikgeschmacks aufzugeben und Musik, ähnlich wie physische Nahrung, nicht ausschließlich nach dem Geschmack zu beurteilen, sondern danach, wie sie einer Heilung oder eines gewünschten Wachstums dient. Und genauso wie unter den Lebensmittelgattungen für jeden Geschmack (Apfel oder Birne?) etwas dabei ist, verhält es sich ähnlich auch mit den Musikgattungen oder Komponisten (Streichquartett oder Oper?).

Tipp 5:

Höre Musik nicht nur nebenher, sondern öfter mal ganz bewusst und vor allem in guter Klangqualität. Verzichte bitte auf Mp3. Im komprimierten Musikformat fehlen die „Seelenanteile“ oder „Nährstoffe“ (sprich: die Ober- und Untertöne) der Musik (ich werde an anderer Stelle näher darauf eingehen). Du hörst zwar den physikalischen Klang der Musik, nicht jedoch deren spirituelle „Botschaft“.

Die beste Tonträgerqualität ist tatsächlich Vinyl, aber CD tut es auch. Die beste Klangqualität und „Musiknahrung“ bekommst du natürlich live und von echten (akustischen) Instrumenten. Und am allerbesten: du musizierst selbst!

Ich wünsche dir aufregende Musikerlebnisse und hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in das Mysterium Musik vermitteln. Um mehr über die geheime Kraft der Musik zu erfahren, lade ich dich ein, weitere Essays auf meiner Homepage zu entdecken: www.sebastiansylla.de

Fühle dich frei, hier uns deine „magischen“ Erfahrungen mit Musik mitzuteilen.

sebsatian-die-musikHerzlich,

Sebastian Sylla

www.sebastiansylla.de

Der Autor: 

Sebastian Sylla ist Liedermacher und Autor. Er hat klassische Gitarre, Gesang und Komposition studiert und war Mitbegründer der Tagtigall Musikschule in Berlin. Dort und an der Rütli Schule in Berlin unterrichtet er Kinder und Erwachsene in Gitarre und Gesang. Im Unterricht, in Vorträgen, in Konzerten und in seinem in Arbeit befindlichen Buch möchte er an die ganzheitliche Kraft der Musik erinnern. Mit dem Album “Ajugafan – Eine neue Erde”  hat er versucht, seinen Optimismus in ein popmusikalisches Gewand zu kleiden. Sebastian lebt mit seiner Familie in Berlin Neukölln.


 

Hier findest du wunderschöne Mantra-Musik:

https://compassioner.com/?s=musik

 

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