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Das Leben ändern: Warte nicht auf einen Schicksalsschlag

In ihrem ersten Artikel für den Compassioner berichtet uns Gastautorin Antje Grube, warum es bei ihr einen heftigen Schicksalsschlag brauchte, um ehrlich auf ihre eigene Existenz schauen zu können. Erst, als sie die Lebenslust und Freude ihrer sterbenden Mutter hautnah erlebte, wurde sie mutig und konnte ihr eigenes Leben ändern. In diesem Artikel teilt sie nun mit dir, was sie von ihrer Mama in deren letzten Monaten gelernt hat. Damit du sofort anfangen kannst, dein Leben positiv zu verändern – ohne erst einen Schicksalsschlag erleiden zu müssen…

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„Du stirbst. Beginne zu leben.“ schreibt Veit Lindau in seinem Buch „Seelengevögelt“. Ich weiß nicht mehr, wann ich diese Sätze zum ersten Mal gelesen habe. Wirklich verstanden habe ich sie erst 2014, als meine Mama die Diagnose Lungenkrebs im Endstadium bekam. Denn anstatt zu klagen, zu verzweifeln oder nach dem Warum zu suchen, hat sie genau das Gegenteil getan: Sie fing an, ihr Leben zu genießen.

Uns blieben noch drei Monate. Drei Monate, in denen ich mehr über den Sinn, den Wert und die Schönheit des Lebens erfahren habe als je zuvor. Drei Monate, die auch mein Leben für immer komplett verändert haben.

Diagnose Lungenkrebs: So schnell kann sich das Leben ändern

Als die Ärzte bei meiner Mama im März 2014 durch Zufall einen Schatten auf der Lunge entdeckten, ging es ihr gesundheitlich eigentlich ganz gut. Nur der Blutdruck machte ihr ein bisschen zu schaffen. Trotzdem war sie in den Jahren zuvor immer unzufriedener, mürrischer und eigensinniger geworden. Sie regte sich über die Nachbarn auf, ärgerte sich über ihren Vermieter und hatte ständig irgendetwas zu meckern. Ihre Freundschaften hatte sie nach und nach fast alle beendet, da es ihr niemand recht machen konnte und auch ich besuchte sie nicht sehr oft …

Das änderte sich alles schlagartig, als sie ins Krankenhaus kam. Obwohl der Verdacht auf Lungenkrebs von Anfang an im Raum stand, verlor meine Mama plötzlich ihre miese Laune. Ja, sie blühte regelrecht auf. Anstatt Angst zu haben, zu verzweifeln oder die ganze Zeit zu jammern, warum ausgerechnet ihr so etwas passieren musste, fing sie an, das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Auf den Schicksalsschlag folgte der Wandel

Und dazu waren keine großen Aktionen à la „Ich mach jetzt schnell noch eine Weltreise“ nötig. Nein. Es waren vielmehr die kleinen Dinge, die plötzlich alles veränderten:

  • Sie akzeptierte alles, was sie sowieso nicht ändern konnte. Ich werde nie ihren Satz vergessen: „Ja, klar hab ich Lungenkrebs. Das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Aber wir können ja das Beste draus machen.“
  • Sie nahm fast alles mit Humor und fand auch in den absurdesten Situationen noch einen Grund, darüber zu lachen.
  • Sie richtete ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr auf alles Positive und freute sich wie ein Kind über blühende Mandelbäume, leckeren Latte Macchiato und ihre Perücke („Endlich sehe ich immer aus wie frisch vom Friseur!“)
  • Sie regte sich über nichts mehr auf, sondern versuchte immer das Gute in jeder Situation zu sehen und Verständnis zu haben. Selbst als im Krankenhaus einiges schief ging, sagte sie nur: „Das kann doch immer mal passieren.“
  • Sie war unglaublich dankbar, selbst für Kleinigkeiten, die man normalerweise als selbstverständlich ansieht. Zum Beispiel dafür, dass ihr im Buchladen eine Verkäuferin half, den gesuchten Roman zu finden).
  • Sie selbst war ebenfalls zu allen sehr freundlich und half anderen, wo sie nur konnte.

Es dauerte nicht lange und das gesamte Krankenhauspersonal liebte meine Mama für ihre freundliche, fröhliche und wertschätzende Art. Aber auch mir machte es nun wieder Spaß, sie zu besuchen. Wir lachten so viel wie nie zuvor und je mehr ich begann, die Welt durch ihre (neuen) Augen zu sehen, umso intensiver und wertvoller empfand ich diese Zeit.

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Das Leben bietet so viele köstliche Momente. Wäre es da nicht schade, sich nicht an ihnen zu erfreuen und gemeinsam über sie zu lachen?

Zeit der Veränderung: Der Tod wirft Fragen auf

Der Tod überraschte uns dann viel schneller und ganz anders als erwartet. Nur drei Monate nach der Diagnose erlitt meine Mama einen Hirnschlag, an dem sie schließlich auch verstarb. Rückblickend bin ich dankbar dafür. Sie hätte zwar mit dem Lungentumor noch einige Jahre leben können, aber das Ende wäre vermutlich zur Quälerei geworden. Und es gab eine Sache, die meine Mama nie wollte: leiden und mich damit belasten.

Somit sehe ich in allem, was passiert ist, einen gewissen Sinn. Denn diese letzten gemeinsamen Monate haben nicht nur meine Mama verwandelt. Sie haben auch mich und mein Leben nachhaltig verändert. Nachdem ich hautnah miterlebt hatte, wie schnell und plötzlich es zu Ende sein kann, begann ich mich zu fragen, was mir eigentlich wichtig ist in meinem Leben. Was ich damit anfangen will, um es nicht sinnlos zu vergeuden …

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Niemand weiß, wie viel Strecke das Leben hinter der nächsten Kurve noch bereithält. Warum also sinnlos Zeit vergeuden?

Von der Mama abgeguckt

So fing ich an, nach und nach immer mehr von dem umzusetzen, was ich mir bei meiner Mama abgeschaut hatte:

  • mehr Achtsamkeit
  • mehr Dankbarkeit
  • mehr Gelassenheit
  • mehr Hilfsbereitschaft
  • mehr Miteinander statt Gegeneinander …

Vor allem hörte ich auf, mich über Dinge zu ärgern, die ich sowieso nicht ändern konnte. Stattdessen fing ich an, mich auf alles Positive zu konzentrieren. Das zu tun, was mir Spaß machte. Meinem Leben mehr Sinn zu geben.

Alles auf Neuanfang

Das führte schließlich auch zu einer beruflichen Veränderung. Ich war zwar als Bankangestellte nicht direkt unglücklich – so richtig erfüllend fand ich meine Arbeit aber auch nicht. Immer öfter saß ich in meinem Büro und spürte, dass es nicht das ist, was ich für die nächsten 20 Jahre machen wollte.

Und so wagte ich einen kompletten Neuanfang. Nach 23 Jahren als Bankkauffrau kündigte ich, um zukünftig dem Weg meines Herzens zu folgen und das zu tun, was mir schon als Jugendliche am meisten Spaß gemacht hat: schreiben.

Als freie Autorin lebe ich nun meinen Traum.  All meine Erlebnisse und Erkenntnisse aus den letzten gemeinsamen Monaten mit meiner Mama habe ich in meinem ersten Buch „Wer jammert, bleibt draußen“ niedergeschrieben, damit möglichst viele Menschen erfahren, was es bedeutet, zu leben und dieses Leben wirklich zu genießen.

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Erkunde dein Leben, koste es in vollen Zügen aus

Warte nicht auf den Schicksalsschlag

Warum ich dir von meinen Erfahrungen berichte? Weil auch du jeden Tag die Möglichkeit hast, dein Leben zu verändern. Warte nicht, bis dich Schicksalsschläge oder andere negative Ereignisse dazu zwingen oder dir die Endlichkeit deines Daseins bewusst machen. Denn eins steht fest:

Das Leben ist tödlich. Also fang an, es zu genießen.

Deine Antje

 

Über Antje Grube:

Antje Grube hat ihren Kindheitstraum wahr gemacht: Nach 23 Jahren als Bankangestellte kündigte sie, um sich zukünftig voll und ganz ihrer Leidenschaft als Autorin zu widmen. In ihrem ersten Buch „Wer jammert, bleibt draußen“ beschreibt sie die letzte gemeinsame Zeit mit ihrer Mutter, die 2014 an Lungenkrebs erkrankte und wenige Monate später verstarb. Trotz des schweren Themas überrascht das Buch mit Leichtigkeit und genau der richtigen Prise Humor. Es zeigt, dass der Tod ein natürlicher Teil des Lebens ist und nicht zwangsläufig das Ende bedeutet.

Antje gehörte auch zu den ersten Absolventen des Onlinekurses „erfolgswerk“ von Veit Lindau. Als sie diesen erfolgreich abgeschlossen hatte, zündete sie direkt die nächste Stufe und ging eines ihrer Ziele an: einen Artikel beim Compassioner veröffentlichen. 🙂

Mehr über Antje und ihre Projekte erfahrt ihr auf: www.antjegrube.com

 

Wenn du noch mehr zu dem Thema erfahren möchtest, könnte der folgende Artikel ebenfalls interessant für dich sein:

Abschied und Veränderung – Was ich vom Tod über das Leben gelernt habe

 

 

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