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Das Muße-Prinzip: Im JETZT ankommen

Autoren-Interview mit Nicole Stern

Innehalten, durchatmen, innere Ruhe finden. Muße finden! Danach sehnen sich immer mehr Menschen, weil sie spüren, dass es genau das ist, was das innere Gleichgewicht zwischen Seele und Körper wiederherstellen kann.

Aber was genau ist eigentlich Muße und wieviel brauchen wir davon? 

Nicole Stern ist Mediatationslehrerin und hat sich seit vielen Jahren diesem Thema gewidmet.  Letzte Woche erschien ihr Buch: Das Muße-Prinzip. Wie wir wirklich im Jetzt ankommen.

Ich habe die Gelegenheit genutzt, um mit der Autorin tiefer in die Materie einzusteigen.

Eines der wunderbaren Zitate aus dem Buch: 

„In der Muße fällt das Müssen weg. In der Regel ordnen wir all unser Handeln einem Zweck unter. In der Muße fällt diese Zielorientierung weg. Wir erlauben uns das wunderbare Gefühl nichts leisten oder erreichen zu müssen. Wir dürfen einfach sein.“

„Muße fungiert als ausgleichende Qualität zwischen Konzentration und Entspannung. Denn sie schafft einen wichtigen Ausgleich zwischen Tun und Sein, der vielen verloren gegangen ist.“

Liebe Nicole, danke, dass du dir die Zeit nimmst das wichtige Thema Muße genauer mit mir zu besprechen. Muße ist ja ein Begriff, mit dem nicht jeder dasselbe assoziiert.

Muße, was ist das für dich? 

Muße Expertin Nicole SternMuße ist ein schöner, fast altmodischer Ausdruck. Muße ist eine innere Haltung der Gelassenheit, die uns näher mit uns selbst in Kontakt bringt und Lebensqualität schenkt.

Zunächst einmal ist Muße ein zeitlicher Freiraum. Sie hilft uns im Jetzt anzukommen. Wenn wir uns tiefer mit ihrer verwandelnden Kraft beschäftigen werden wir erstaunt sein, wie viel mehr Erfüllung sie uns ermöglichen kann. Und sie unterstützt uns beim Loslassen und der Akzeptanz von dem was ist.

Warum glaubst du, ist Muße so wichtig für uns?

Viele Menschen sehnen sich danach mehr Zeit für sich selbst zu haben. Sie würden so gerne mal wieder Durchatmen, sich treiben lassen und mehr innere Ruhe finden. Doch in unserer Beschleunigungsgesellschaft und der zunehmenden Technisierung, die uns eigentlich viel Arbeit abnimmt und freie Zeit bescheren sollte, kommen wir noch weniger zu Ruhe und geraten häufiger denn je in die Stressfallen mit all ihren körperlichen, geistigen und seelischen Belastungen. Wir erkennen wie notwendig Erholung, freie Zeit und Regeneration sind.

Unser Geist braucht Ruhezeiten. Hirnforscher haben festgestellt, dass unser Gehirn immer wieder Phasen des Nichtstuns braucht und ein gewisser Leerlauf im Kopf für unsere geistige Stabilität geradezu unabdingbar ist. Denn wir können uns von den vielen Eindrücken nur erholen, wenn wir regelmäßige Pausen einlegen, einfach dösen oder meditieren. In diesen Ruhezeiten sortiert sich das Wesentliche von dem Unwesentlichen. Wir brauchen „Brachzeiten“ genauso wie in der Natur, die sich so wieder regeneriert.

Muße fungiert als ausgleichende Qualität zwischen Konzentration und Entspannung. Denn sie schafft einen wichtigen Ausgleich zwischen Tun und Sein, der Vielen verloren gegangen ist.

Muße ist seit längerem ein wichtiges Lebensthema für dich – wie bist du dazu gekommen? 

Ich war siebzehn Jahre alt, als bei meiner sonst kerngesunden Mutter Brustkrebs diagnostiziert wurde. Das war ein richtiger Weckruf für sie und meine ganze Familie. Plötzlich hieß es von den Ärzten: „Sie solle sich mehr Ruhe gönnen, ihr Leben umstellen“. Doch sie konnte es nicht. Sie wusste nicht, wie sich Muße gönnen, alte Verhaltensweisen loslassen und Nichtstun geht. Es wurde offensichtlich, dass weder meine Mutter noch irgendwer in meiner Familie gelernt hatte mit Muße zu leben. Alle waren nur mit Tun beschäftigt und Nichtstun war als Faulheit verpönt.

Meine Mutter lernte schließlich auf eindrucksvolle Weise sich die Erlaubnis zum Nichtstun zu geben, gut für sich zu sorgen, ihre wahren Bedürfnisse zu spüren und ein neues erfüllendes Lebensgefühl zu entwickeln. Zwar konnte sie letztendlich dem Krebs nicht entkommen, doch ihr Prozess beeindruckte mich so tief, dass ich mir schon damals schwor die Muße als Lebensgefühl nicht mehr zu verlieren. Doch so einfach war das mitten im Alltag nicht, stellte ich bald fest.

Wenn mehr Muße doch so gut tun würde, warum ist es so schwer sie im Alltag zu leben?  

Zum einen sind es unsere Prägungen. Wir haben das Nichtstun nicht gelernt oder abgewertet. Frage dich doch mal selbst: Wie gut bin ich eigentlich im Nichtstun? Kann ich Stille gut aushalten? War Nichtstun in meiner Familie „erlaubt“ oder unerwünscht? Oft assoziieren wir das Nichtstun mit Faulheit, das in unserer Leistungsgesellschaft nicht gern gesehen wird. Vielleicht erkennen Sie das es sich um alte Glaubensmuster handelt, die wir loslassen können, weil sie uns im ewigen Tun halten, anstatt sich auch Zeiten des einfachen Seins zu ermöglichen.

Weiterhin fehlen uns Vorbilder, die uns inspirieren und ermutigen mehr Muße ins Leben zu bringen. Frage dich: Kenne ich einen Menschen, der eine Seelenruhe ausstrahlt und nicht unter Druck steht?

Eine weitere Herausforderung ist die Ablenkung von dem, was uns eigentlich gut tun würde. Das ist ein universelles menschliches Phänomen. Obwohl wir uns nach mehr innerer Freiheit sehnen, schaffen wir es doch immer wieder unseren Tag zu voll zu packen und damit von den Bedingungen bestimmen zu lassen. Es braucht eine Portion Klarheit, Entschiedenheit und Mut auch mal „Nein“ zu sagen und den vielen Verlockungen und Ablenkungen zu wiederstehen.

Um das bewusster zu sehen und damit auch die Chance zu haben, etwas ändern zu können, kann uns Achtsamkeit gut unterstützen.

Hat Achtsamkeit dir geholfen, Muße zu einem festen Bestandteil deines Lebens werden zu lassen?

Ja, mit Hilfe der Achtsamkeitspraxis konnte ich die Widersacher der Muße bewusster erkennen. Ich sah immer deutlicher, wann ich mich selbst unter Druck setzte oder mal wieder nicht Nein gesagt hatte. Ich lernte bewusster zu sein und zu unterscheiden, wann ich etwas mit Muße tue und auch wie ich Zeiten des kostbaren Nichtstuns kreativ in mein Leben einbauen konnte.

Doch du wolltest noch tiefer forschen?

Ich hatte mir zwar Muße-Oasen in meinem Leben geschaffen, doch das war mir irgendwann zu wenig. Mit Ende Zwanzig entschloss ich mich in ein buddhistisches Kloster zu gehen, um Loslassen und Gelassenheit so tief wie möglich zu erfahren. Nach einigen Jahren im Kloster und Ausbildung zur Meditationslehrerin führte mein Weg wieder nach Deutschland. Hier stand ich nun vor der Herausforderung eine mußevolle innere Haltung in einen herausfordernden Berufsalltag zu tragen. Ich lernte, wie viele Facetten die Muße hat. Sie ist zum einen ein zeitlicher Freiraum, sie offenbart aber auch unser enormes menschliches Potenzial.

Du sagst, Muße ist eine innere Einstellung. Kann das jeder lernen?

Ja. Muße entsteht, wenn wir uns für sie öffnen. Wir können sie aktiv in unser Leben einladen und uns dafür entscheiden. Dann heißt es üben, erinnern, ausprobieren und vor allem zulassen.

Geschftsmann mit MußeMuße zu finden ist eigentlich nicht schwer. Oft übersehen wir, wo wir sie bereits leben. Vielleicht führt sie in unserem Leben ein Schattendasein. Wenden wir uns ihr zu, dann kann sie ihre Kraft entfalten. Dann erleben wir wie in der Muße, dass das  Müssen wegfällt. In der Regel ordnen wir all unser Handeln einem Zweck unter. In der Muße fällt diese Zielorientierung weg. Wir erlauben uns, das wunderbare Gefühl nichts leisten oder erreichen zu müssen. Wir dürfen einfach sein.

Und mittten im Alltag,-  was würdest du uns raten,  wie man Muße findet?

Ganz einfach können wir damit anfangen, uns öfter mal Offline zu bringen. Wenn wir uns regelmäßig, vielleicht einen Abend in der Woche das Mobiltelefon und den Fernseher auslassen. Stattdessen tun wir mal nichts. Nicht ablenken lassen, nicht mit weiteren Informationen auffüllen, sondern einfach nur da sein. Das braucht am Anfang vielleicht ein wenig Übung. Doch es lohnt sich. Unterstützend wirkt auch, uns in der Natur aufzuhalten, still zu werden und alles mit mehr Bewusstsein zu tun. Wir können ein heißes Bad nehmen, den Mond anschauen oder die Wolken, wie sie durch den Himmel ziehen.

Muße in der NAturViele Menschen haben sich Muße-Oasen geschaffen, in denen sie zur Ruhe kommen und Kraft tanken. Die meisten können das in der Natur, bei Spaziergängen, beim Joggen, Wandern oder anderen Aktivitäten. Manche Menschen lauschen andächtig der Musik und finden in so in einen offenen Seinszustand. Für mich ist Meditation, Stille und Achtsamkeitspraxis der kraftvollste Weg die verwandelnde Kraft der Muße zu erleben.

Doch alle Wege, die helfen, den Geist zur Ruhe zu bringen sind hilfreich. Da gibt es ganz unterschiedliche Präferenzen und das ist gut so.

Du hast ein wunderbares Buch über die Muße geschrieben. Was liegt dir dabei besonders am Herzen?

In meinem Buch teile ich ganz persönlich Erlebtes mit der Absicht, die Facetten der Muße anschaulich werden zu lassen. Ich möchte mit den Geschichten die Herzen berühren, inspirieren und manchmal auch Trost spenden.

Was kann also geschehen, wenn wir der Muße mehr Aufmerksamkeit schenken, sie für uns positiv definieren und ihr einen gebührenden Platz in unserem Leben einräumen? Um das herauszufinden gibt es im Buch zahlreiche Anleitungen zum einsichtsvollen Innehalten sowie Anregungen zum Hinterfragen der eigenen Einstellung und kleine Übungen.

Liebe Nicole, ich danke dir von Herzen für dieses Gespräch.

Auf unserer Facebook Seite verlosen wir heute zwei Exemplare dieses wertvollen Ratgebers.

-> Zur Verlosung geht es hier entlang

Weitere Informationen zum Buch unter www.nicolestern.de

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