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Das Problem mit deinem Vater – und wie ihr euch versöhnen könnt

Auch im zweiten Teil seines Artikels möchte sich unser neuer Gastautor Steffen Schulz insbesondere den Männern zuwenden und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie die Beziehung zu ihrem Vater aus einer neuen Perspektive betrachten und sich mit ihm versöhnen können. Bereits im ersten Teil seiner Artikelserie erläuterte er, warum so viele Männer ein problematisches Verhältnis zu ihrem Vater haben. Aber auch, warum es von so großer Bedeutung ist, dadurch entstandene Verletzungen zu heilen (hier kannst du den Artikel noch einmal lesen: „Das Problem mit deinem Vater – die Wahrheit über eure Beziehung“).

Dieser Teil kann dir dabei helfen, aus dem Erkennen heraus neue Wege einzuschlagen und mit deinem Vater ins Reine zu kommen.

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Jeder Vater wartet sein Leben lang darauf, zu erfahren, ob seine Kinder ihn lieben. Mach dir das klar. Er wartet sein ganzes Leben lang darauf. Das ist eine enorme Kraft, die du besitzt. Klar, Eltern können das Selbstvertrauen ihrer Kinder zerstören, jeder weiß das. Was aber nur wenige wissen, ist, dass Kinder dieselbe Kraft besitzen.

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Eltern besitzen die Macht, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken oder zu schwächen. Doch das Kind hat diese Macht genauso

Es liegt auch in deiner Verantwortung, mit deinem Vater zu reden

Wir haben eine Verantwortung zu erledigen. Wir müssen mit unserem Vater sprechen und ihm sagen, welche Dinge falsch gelaufen sind und welche wir schätzen. Nur so können wir aufhören uns vorzumachen, alles wäre gut, obwohl dies nicht der Fall ist. Es ist die einzige Möglichkeit, wirklichen Kontakt aufzubauen.

Dieser Schritt mag unglaublich schwer für uns sein und es kann uns so vorkommen, als würden wir damit alles nur noch schlimmer machen. Doch konfrontieren wir ihn nicht, wird unser Vater eines Tages sterben und dabei den Schmerz hinterlassen – ein Teil von uns wird dann ebenfalls sterben. Deshalb ist es so wichtig, diesen Schritt auch für das eigene Wohlergehen zu wagen. Und am Ende ist ein „Ich liebe dich“ leicht gesagt, wenn wir den richtigen Moment dafür geschaffen haben. Dieser kann nur in einer Aussprache entstehen, in der wir aus unserer tiefsten Wahrheit heraus sprechen. Viel wichtiger als die Worte ist dabei das Gefühl, angekommen zu sein, und die friedliche, authentische Nähe zu spüren.

Sechs Schritte, die dir beim Versöhnen helfen

Wir Männern drücken uns meist davor, mit unserem Vater zu diskutieren. Wir haben Angst, einen riesigen Streit zu provozieren und alles schlimmer zu machen. Also reden wir uns ein, er wäre zu alt, um sich zu ändern, oder es sei besser, manche Dinge ruhen zu lassen. Tatsächlich haben auch unsere Väter Angst, wir Söhne könnten sie eines Tages mit unseren Beschuldigungen und Kritiken konfrontieren. Gehen wir also davon aus, dass sich beide Seiten mit dem Gedanken an ein ehrliches, tiefgründiges Gespräch schwertun. Doch insgeheim wünschen sich beide – Vater und Sohn – echten Austausch und die dadurch entstehende Nähe. Beide sind also auch interessiert daran, einen guten Weg hierfür zu finden.

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Wenn du dich danach sehnst, dich mit deinem Vater zu versöhnen und ihm wieder näher zu sein, warte nicht auf sein Zeichen. Geh du den ersten Schritt

 

Ich möchte dir für diesen Weg sechs Schritte aufzeigen, durch die du mit deinem Vater ins Reine kommen kannst:

  • 1. Schritt: Mach dir ein paar Gedanken über die richtige Umgebung für euer Gespräch. Ein Café funktioniert nicht. Arrangiere einen ruhigen Ort, abseits von Zuschauern, wo ihr ganz ihr selbst sein könnt. Es könnten Tränen fließen und eventuell wird es auch mal laut.
  • 2. Schritt: Rede allein mit ihm. Du musst mit ihm reden, wenn deine Mutter nicht in der Nähe ist, nur so kann er wirklich offen sein.
  • 3. Schritt: Lass dem Prozess genügend Raum und Zeit. Wenn du das Gefühl hast, es könnte schwer werden einen Anfang zu finden, geh es langsam an. Am besten wäre, ihr würdet von vornherein mehrere gemeinsam Stunden für eine Unternehmung einplanen, z.B. für einen Angelausflug oder eine Veranstaltung, für die ihr euch beide interessiert. Wichtig ist nur, dass ihr die Möglichkeit habt (zumindest anschließend) in Ruhe reden zu können.
  • 4. Schritt: Bleibe aufgeschlossen. Nimm die Waffen runter und leg deine „rechtfertige dich“-Haltung ab.
  • 5. Schritt: Sei verständnisvoll. Frag ihn nach der ganzen, wahren Geschichte seines Lebens. Lass ihn erzählen, wie es für ihn war, als du geboren wurdest und als du klein warst. Erkundige dich nach seiner Arbeit, seinem Leben und den Entscheidungen, die er getroffen hat. Du darfst dabei aber keine Pläne verfolgen. Es geht bei diesen Fragen nur darum, zu verstehen, wie er war und warum er so war. Dein Vater wird misstrauisch sein, bleib offen – oder du wirst nicht die ganze Wahrheit erfahren.
  • 6. Schritt: Bereite dich darauf vor, deine Version zu erzählen. Sag ihm, wie du alles empfunden hast, ohne vorwurfsvoll zu sein oder ihn zu attackieren. Seine Wahrheit wird eine andere sein als deine Erinnerungen und Empfindungen aus Kindheitstagen.

Manche Väter werden die Situation komplett vermeiden und den Raum verlassen wollen. Es gibt Männer (Väter und Söhne), die sich nicht anders zu helfen gewusst haben und solche Situationen schließlich mit den Fäusten lösten. Das ist nicht dein Ziel und ich kann dir diesen Weg auch nicht empfehlen. Erinnere dich also, warum du mit deinem Vater zusammengekommen bist. Dein Ziel ist es, die Barrikaden zum Fallen zu bringen, nicht deinen Vater.

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Auch eine Möglichkeit, die Dinge zwischen dir und deinem Vater zu klären. Doch es gibt sicherlich einen besseren Weg für euch.

Was gesagt werden muss

Als Kind versteht man viele Handlungen und Worte nicht. Und längst nicht alles, was geschieht, sollte für Kinderaugen und -ohren bestimmt sein. Es ist daher auch richtig, den Nachwuchs nicht in alles einzubeziehen. Doch kann bei Kindern dadurch auch der Eindruck entstehen, die Eltern würden sie nicht genug mögen, weil sie sie nicht involvieren. Diese falsche Überzeugung kann ein Leben lang bestehen bleiben und uns auch noch als Erwachsene stark beeinflussen.

Es ist also wichtig, derartige Erlebnisse und Empfindungen auszusprechen und aufzuklären, wenn wir mit unserem Vater sprechen. Meist ergibt sich plötzlich alles von allein. Eines der wichtigsten Dinge dabei ist es, auch „Danke“ zu sagen. Es gibt wahrscheinlich viele Kindheitserinnerungen, die schön für uns waren. Von diesen sollten wir unserem Vater ebenfalls erzählen – er hat wahrscheinlich keine Ahnung, dass er das ein oder andere Mal alles richtig gemacht hat.

Manche Familien tun auch so als, wäre immer alles perfekt gelaufen. Das stimmt natürlich nicht, denn es gibt immer Fehler. Überall. Die Sichtweise, alles sei bestens gewesen, kann hohe Barrikaden erzeugen und Misstrauen. Es ist also in Ordnung, wenn wir unserem Vater sagen, was wir gehasst haben und wovor wir Angst hatten. Oder auch, wie einsam und traurig wir waren, weil uns die Zuneigung und Wärme fehlte. Vielleicht argumentiert unser Vater zurück und kritisiert uns komplett. Trotzdem sollten wir nicht aufgeben – wir sind jetzt keine Kinder mehr. Jetzt können wir nach dem Warum fragen und alle Gründe erfahren. Am Ende erhalten wir vielleicht eine Entschuldigung, eine andere Sichtweise oder Vergebung. Niemand kann sagen was passiert. Lassen wir uns überraschen.

Euer Wachstum braucht die Wahrheit

Die moderne Psychologie lehrt uns, dass es nicht genug ist, einfach zu vergeben und zu vergessen. Wir müssen die „Arbeiten“ erledigen, die wir angefangen haben, und die Dinge aufarbeiten und abschließen, die uns beschäftigen. Unsere Väter mögen jetzt alt sein und damals eine schwere Zeit gehabt haben. Trotzdem müssen wir sie mit der Wahrheit konfrontieren, um selbst die Wahrheit zu finden. Machen wir das nicht und tun so, als wäre alles in Ordnung, betrügen wir uns selbst. Tief in unserem Inneren wissen wir das und unser Vater weiß es auch. Manchmal ist es unsere Aufgabe als Sohn, unserem Vater beim Wachsen zu helfen und nicht mehr umgekehrt. Machen wir uns also an die Arbeit.

 

Über Steffen Schulz:

steffen-schulzAls moderner Mann, weise ich Wege aus der Verunsicherung, hin zu einem neuen, positiven Selbstverständnis. Ich war schon immer spirituell, habe viel ausprobiert und nach Auswegen aus der Realität gesucht. Meine Reise des Lebens hat mich gelehrt, dass ich nur mitten im Alltag mein Glück finden kann.

Als meine Tochter geboren wurde, hat mein Leben neu angefangen. Seitdem ist eine Menge Liebe in meinem Herzen entstanden und eine unheimliche Last von mir abgefallen. Ich habe angefangen, mich damit zu beschäftigen, warum ich introvertiert bin und weshalb es mir schwerfällt, tiefe Beziehungen aufzubauen oder ältere Männer zu respektieren.

Dabei habe ich erfahren, was in meiner Kindheit falsch gelaufen ist. Ich habe die Wurzeln meiner seelischen Wunden entdeckt und gelernt, dass fast jeder Mann diese Wunden mit sich trägt. Seitdem habe ich es mir zu Aufgabe gemacht, herauszufinden, wie ich die Wunden heile, um erwachsen und glücklich zu werden.

Mit meinen Texten und Videos versuche ich nun, auch anderen Männern zu zeigen, was falsch gelaufen ist, und erkläre, was sie tun müssen, um auch ihre Verletzungen zu pflegen. Alles liegt so klar auf der Hand, aber es muss ausgesprochen oder aufgeschrieben werden.

Ich bin meinen eigenen Weg durch die Heilung gegangen und gehe ihn noch heute mit meinen Lesern gemeinsam. Ich arbeite an meinen Fehlern und vertiefe meine Beziehungen, besonders die zu meinem Vater.

Für alle Männer, die sich auf ihrem Weg der Heilung Unterstützung wünschen, biete ich auf meiner Webseite den Kurs „Sieben Schritte zur Männlichkeit“ an. Im Kurs zeige ich den Männern, wie sie durch konstruktive Auseinandersetzung mit ihrem Vater, ihrer Arbeit sowie ihrer Sexualität und Partnerschaft ihr Leben von Grund auf verändern und ihre Männlichkeit finden. Mehr Informationen dazu findet ihr auf meiner Homepage: www.modernman.info

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