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Dein Partner als Spiegel deiner Selbst

Was du in deinem Partner als Spiegel deiner Selbst erkennen kannst, damit Frieden in deine Beziehung einzieht.

Dazu erzähle ich dir folgende Story:

Ein Mann ruft seinen Hausarzt an: „Hallo Eric, ich mache mir Sorgen um meine Frau Maria. Ich glaube, sie wird taub.“

„Wie kommst du denn darauf?“ fragt der Hausarzt.

„Tja…“, erklärt er „sie antwortet nicht, wenn ich sie rufe.“

„Verstehe, das kann alles Mögliche sein, z.B. ein Pfropfen im Ohr. Lass uns doch mal ausprobieren, wie schwerhörig Maria wirklich ist. Wo bist du gerade?“

„Ich bin im Schlafzimmer und sie ist in der Küche.“

„Gut. Dann ruf sie doch einfach her.“

„Mariaaaa…! Nein, sie hört mich nicht.“

„In Ordnung. Geh mal in den Flur und rufe sie noch einmal.“

„Mariaaaaa…! Keine Chance.“

„Warte, nicht aufgeben. Gehe mit dem Telefon in Richtung Küche.“

„Mariaaaa…! Mariaaaaaaa…! Mariaaaaaaaaa…! Nichts zu machen. Ich stehe schon vor der Küchentür und sehe sie. Sie dreht mir den Rücken zu und spült ab, aber sie hört mich nicht.

„Geh näher ran!“

Der Mann betritt die Küche, nähert sich Maria und schreit ihr ins Ohr: „Mariaaaaaa…!“ Die Frau dreht sich wütend um und sagt: „Was willst du? Was willst du, was wiiiiiiiiiiillst du?! Du hast mich jetzt schon zehnmal gerufen und zehnmal habe ich geantwortet und dich gefragt, was du willst. Jeden Tag wirst du tauber, wann gehst du endlich einmal zum Arzt?“

Hast du solche und ähnliche Situationen innerhalb deiner Partnerschaft auch schon einmal erlebt? Der Fachbegriff dafür lautet „Projektion“. Es handelt sich hierbei um einen Abwehrmechanismus, der besagt, dass wir Menschen dazu neigen, unsere eigenen Schwachpunkte abzuwehren, indem wir sie auf andere übertragen.

Unsere eigenen Schwachpunkte als Schatten

Seelische Verletzungen, unerfüllte Wünsche, unterdrückte Gefühle, nicht verwirklichte Ziele, ungeliebte Eigenschaften, verdrängte Erlebnisse, ungelöste Konflikte, etc. Der berühmte Schweizer Psychiater C. G. Jung hat dafür den Begriff „Schatten“ geprägt. Er sagte: „Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“

Und leider übertragen wir diese ungeliebten Seiten bevorzugt auf die Menschen, die uns am Nächsten sind, nämlich unseren Partner. Nirgendwo werden wir so unmittelbar mit unseren eigenen Schwachstellen und Verletzungen konfrontiert, wie in der Partnerschaft. Wenn du das erkennst, wirst du auch einsehen, dass es keinen Sinn macht, den Partner zu wechseln, solange du deine Schattenseiten nicht kennengelernt und akzeptiert hast.

wertschätzung foer sichDer eigene Schatten fällt eben nie auf einen selbst – weshalb wir eine Projektionsfläche dafür benötigen. So kann z.B. der eifersüchtige Mann seiner Partnerin mangelnde Wertschätzung ihm gegenüber vorwerfen, obwohl er keinerlei Wertschätzung für sich selbst hat. Die missgünstige Frau wirft ihrem ehrgeizigen, zielstrebigen Mann vor, wie „karrieregeil“ er ist, obwohl sie selber jede freie Minute für ihren Job opfert, allerdings mit wenig Erfolg.

Den falschen Vorstellungen über uns selbst auf die Schliche zu kommen, ist sehr schwierig. Wohingegen wir die vermeintlich blinden Flecke unserer Partner viel besser erkennen können. Aber vielleicht sind es ja gar nicht seine, sondern deine blinden Flecke, die du da erkennst?

Experiment zum Erkennen deiner blinden Flecken

Um das herauszufinden, möchte ich dich zu einem Experiment einladen: Nimm doch bitte einmal ein Blatt Papier zur Hand und schreibe darauf alles, was du deinem Partner vorwirfst:

Er*Sie soll sich nicht soPArtner-streit hängen lassen; er*sie soll sich mehr um die Kinder kümmern, oder er*sie gibt zu viel Geld aus  und: Er*sie spielt immer das arme Opfer; ersie zieht sich aus der Verantwortung heraus, etc.

Und jetzt kommt das ganz spannende: nun streiche „er“ oder „sie“ und ersetze es durch ein „Ich“.

Bestimmt taucht jetzt als erstes bei dir Widerstand auf. Dann sei beruhigt, denn das ist ganz natürlich, immerhin geht es um deine dunklen Schattenseiten. Meine Erfahrung aber ist: Wo der Widerstand ist, geht der Weg lang.
Und viele meiner Klienten stellen nach dieser Übung fest, dass in diesen „Ich – Aussagen“ viel Wahrheit steckt, auch wenn sie im ersten Moment unangenehm sind.

Ein Beispiel mit AHA-Effekt!

Helga ist wütend auf ihren Mann. Sie wirft ihm vor, dass er sich aus der Verantwortung für die Pflege seiner kranken Eltern zieht, kann aber nicht offen mit ihm darüber sprechen. Nach der oben beschriebenen Übung erkannte sie, dass sie sich selber am liebsten aus der Verantwortung ziehen würde. Bislang hat sie sich das nicht eingestanden, weil sie sich für diese Gedanken schämte und sich schuldig fühlte. Jetzt kann sie mit ihrem Mann über eine gemeinsame Lösung sprechen, ohne ihm Vorwürfe zu machen.

Eine Klientin, die Probleme mit Ihrem Mann hatte und daraufhin die oben genannte Übung durchführte, schrieb mir: „Danke für die Idee mit den veränderten Sätzen! Aus den Aussagen “Er gibt mir zu wenig Aufmerksamkeit.” und “Er nimmt mich nicht ernst” wurde “Ich gebe mir zu wenig Aufmerksamkeit” und “Ich nehme mich nicht ernst.”

Was völlig stimmt! Außerdem habe ich erkannt, dass er mir sehr wohl Aufmerksamkeit gibt und mich ernst nimmt, ich dies aber nicht wirklich gesehen habe. Danke für’ s Augen öffnen!“

Ich möchte dich ermutigen, solche Projektionen in deiner Beziehung als Chance zu sehen, um dich selbst besser zu verstehen und alte Verletzungen zu heilen. Das ist der Weg, mehr und mehr in die Selbstakzeptanz und damit in die Selbstliebe zu gelangen.

Wenn du das so sehen kannst, dann solltest du deinen Partner öfter einmal anlächeln und dankbar sein, denn in dieser Angelegenheit dient er dir sehr.

 

Mit herzlichem Gruß,

Erna Hüls

www.ernahuels.de

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