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Das Problem mit deinem Vater – die Wahrheit über eure Beziehung

Mit seinem zweiteiligen Artikel möchte sich unser neuer Gastautor Steffen Schulz insbesondere den Männern zuwenden und ihnen über die Besonderheit ihrer Beziehung zum Vater berichten. In diesem ersten Teil geht es zunächst einmal darum, zu erkennen, warum so viele Männer ein problematisches Verhältnis zu ihrem Vater haben. Aber auch, warum es von so großer Bedeutung ist, dadurch entstandene Verletzungen zu heilen. Im zweiten Teil, der bereits am 27. September 2019 erscheint, wird es dann sehr praktisch und Steffen zeigt unter anderem Wege auf, um mit dem Vater ins Reine zu kommen.

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30 von 100 Männer haben sich von ihrem Vater entfremdet. Sie sprechen kaum mit ihm und verschwenden keine Zeit, ihn zu sehen. Weitere 30 Prozent der Männer sehen ihren Vater zu Geburtstagen, im Urlaub oder auf Familientreffen. Sie kommen zurecht, aber etwas fühlt sich falsch an. Dann gibt eine dritte Kategorie, wieder 30 Prozent. Dies sind die braven Männer. Sie besuchen ihre Eltern regelmäßig und rufen sie einmal pro Woche an. Aber sie tun das, weil sie sich dazu verpflichtet fühlen.

So traurig sieht es aus: Rund 90 Prozent der Männer haben eine schlechte Beziehung zu ihrem Vater. Keine Ahnung, was schockierender ist – die Situation oder dass sie als normal empfunden wird.

Aber da sind noch die restlichen 10 Prozent. Diese Männer haben wundervolle Väter. Besser als Freunde, sind diese Väter ein emotionaler Rückhalt für ihre erwachsenen Söhne; Männer, die sie bewundern und von denen sie sich großzügig unterstützt fühlen. Die ihnen nahe stehen bis zum Tod. Diese kleine Gruppe von Männern lebt ihr Leben mit dem seligen Gefühl, geliebt zu werden, und dem Wissen, der Grund für den Stolz ihres Vaters zu sein. Es sind nur wenige, aber es gibt sie. Die Glücklichen.

Stellen wir uns einmal vor, wie wohl die Welt wäre, wenn wir alle zu den Glücklichen gehören würden!

Wie gut ist deine Beziehung zu deinem Vater?

Wie stehst du zu deinem Vater und allgemein zu älteren Männern? Dies ist eine sehr wichtige Frage – deine Fähigkeit, glücklich zu sein, hängt von ihrer Antwort ab. Männlichkeit hat nichts mit dem Lebensalter zu tun, das du erreichst. Es geht mehr um Weisheiten und Fähigkeiten, die wir erlernen und dann nach unten weitergeben. Wenn wir aber keine Verbindung zur maskulinen älteren Generation aufbauen können, wird unsere Männlichkeit vielleicht niemals erblühen und wachsen. Tausende von Jahren maskuliner Weisheiten werden uns verborgen bleiben. Ob gut oder schlecht: Unser Vater ist der wichtigste Kanal dieser Weisheiten.

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Die Weisheit der männlichen Vorfahren wird über unsere Väter  weitergegeben 

 

Klar helfen uns alle dabei, ein Mann zu werden, unsere Onkel, Opas, Lehrer, Bücher, Filme, Freunde oder auch unsere Mütter und andere Frauen. Aber unser Vater ist die wichtigste Person. Unsere Männlichkeit hängt von ihm ab, bewusst oder unbewusst und ob es uns gefällt oder nicht. Er war der erste Mann, den wir kennengelernt und uns zum Vorbild genommen haben. War unser Vater nicht da, tot oder hat uns ignoriert, dann ist das eine Erfahrung, die uns ausmacht – eine Wunde, die wir heilen müssen.

Anteile deines Vaters in dir

Die meisten von uns Männern merken irgendwann, dass sie ihrem Vater ähneln. Das Verhalten, die Angewohnheiten und die Art zu reden sind ein Teil von ihm, der in uns schlummert und jederzeit erwachen kann. Führen wir in unserem Kopf Krieg mit unserem Vater, sind wir wahrscheinlich auch im Krieg mit der Männlichkeit selbst. Wenn wir uns von unserem Vater nicht geliebt und respektiert fühlen, ist es kaum möglich, uns selbst zu respektieren. Sollten wir ihn hassen, ist es kein Wunder, wenn wir uns selbst ebenfalls hassen. Wir können diese Dinge heilen, aber erst müssen wir sie ausgraben und den Sand abklopfen. Diese Aufgabe können wir nicht umgehen oder verleugnen. Es ist fast unmöglich, ein vollkommener und glücklicher Mann zu werden, wenn die Vater-Wunde immer noch blutet.

Eine Wunde, die Heilung braucht

Sollte unser Vater uns an einem Punkt unserer Jugend nicht gegeben haben, was wir brauchten, ist es sehr wahrscheinlich, dass unsere Entwicklung darunter litt. Manche bleiben sogar komplett stehen und können sich nicht weiterentwickeln, bis diese Wunde geheilt ist und sie endlich erwachsen werden können. Es ist wichtig, herauszufinden, ob diese Situation auf uns zutrifft. Wenn es so sein sollte, müssen wir entscheiden, unseren Vater damit zu konfrontieren oder uns Hilfe zu suchen.

Bei einigen Männern ist der Vater verstorben oder hat die Mutter verlassen und kam niemals wieder. Es gibt sogar Fälle, in denen der Vater Selbstmord begangen hat – wenn die Betroffenen noch kleine Jungen waren. Solche Erfahrungen hinterlassen tiefe Wunden. Besonders deshalb, weil ein Kind sich immer fragt: „Was habe ich getan, das ihn weggetrieben hat?“ oder „Was stimmt nicht mit mir?“ Die meisten Männer unterdrücken diesen Schmerz mit harter Arbeit oder sie leugnen die Wahrheit. Dafür Leben sie an der Grenze zu Kummer und Wut.

Manche Männer aber nehmen ihr Schicksal in die Hand, machen sich auf die Reise und folgen den Spuren ihres Vaters. Sie sprechen mit Freunden und Verwandten über ihn und erfahren, wie er war. Andere machen sich wirklich auf eine physische Reise und fahren durchs Land. Viele große Männer haben das getan – ohne diese Erfahrung wären sie vielleicht nie groß geworden. Barack Obama zum Beispiel ist ebenfalls ohne seinen Vater aufgewachsen. Er hat ein Buch über seine Reise geschrieben: „Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie“.

Auf ihren Reisen durchleben diese Männer innere Veränderungen. Ihr Bild ihres Vaters entsteht oder festigt sich und meist können sie ihre Familie endlich aus der Verantwortung entlassen. Plötzlich verstehen sie, warum ihr Leben genau so verlaufen ist und das Puzzle zusammenfügen.

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Wer sich auf die Spuren seines Vaters begibt, wird am Ende der Reise auch seine eigene Geschichte besser verstehen

Die Lücke schließen

Andere Männer haben es da leichter, denn ihr Vater lebt noch. Sie können die Geheimnisse also mit einer richtigen Person lüften. Robert Bly, ein US-Autor, der sich in seinem Buch „Eisenhans – Ein Buch über Männer“ sehr mit der Rolle des Mannes auseinandersetzt, erzählt dazu die Geschichte eines Mannes, der versucht die Lücke zwischen sich und seinem Vater zu schließen. Nach vielen Jahren mit wenig Kontakt ruft der Protagonist seinen Vater an:

„Hallo Papa, ich bin’s.“

„Oh, hallo! Ich hol’ deine Mutter ans Telefon …“

„Nein, brauchst du nicht. Ich wollte dich sprechen …“

Kurze Zeit sagt keiner etwas.

„Warum? Brauchst du Geld?“

„Nein, ich brauch’ kein Geld.“

Und der Sohn fängt an, seine leicht einstudierte Rede zu halten: „Ich denke im Moment viel nach über dich und die Dinge, die du für mich getan hast. Die vielen Jahre Arbeit mit dem Job den du nicht mochtest, nur, um mein Studium zu bezahlen und uns zu unterstützen. Du hast für das Haus, das Essen und unsere Klamotten gesorgt. Du hast mir die Wahl gelassen, was ich studieren und was ich später werden will. Mein Leben läuft super und das, weil du mir beim Start geholfen hast. Darüber hab ich nachgedacht und mir ist aufgefallen, dass ich nicht wirklich Danke gesagt habe …“

Dann herrscht wieder kurz Stille und der Sohn fährt fort: „Ich will dir Danke sagen und dass ich dich liebe.“

Der Vater sagt eine Weile nichts, bevor er antwortet: „Hast du getrunken?“

Als ich diese Geschichte zum ersten Mal gelesenen habe, musste ich lachen und bekam gleichzeitig glasige Augen. So ergeht es vielen von uns, wenn wir diese Geschichte hören.

Warum wir Respekt falsch verstehen

Mit dem Vater ins Reine kommen ist wichtig, besonders, wenn wir selbst Väter sind, und ganz besonders, wenn wir eine Führungsrolle besitzen. Du wirst nie Respekt bekommen, wenn du nicht gleichzeitig Respekt gibst. Heutzutage ist Autorität zu einem negativen Begriff geworden. Kein Wunder, denn von den Führern in Politik und Wirtschaft belogen zu werden, ist mittlerweile etwas Normales. Aber in unserem Privatleben brauchen wir Menschen, die wir respektieren können.

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Mit deinem Vater ins Reine zu kommen beginnt mit Respekt und kann dann in ganz neuer Nähe münden

 

Leider fängt alles damit an, dass wir Respekt falsch verstehen. Respekt muss sich der Empfänger nicht als eine Art Belohnung verdienen. Wir respektieren nicht für sie, sondern für uns. Denn nur, wenn wir jemanden respektieren, sind wir empfänglich für das, was er uns gibt. Respektlosigkeit ist also Blindheit. Nicht jeder verdient unseren Respekt, aber es gibt in jedem etwas zu respektieren.

Wenn wir noch Kinder sind, sind Menschen für uns entweder gut oder schlecht. So schützen wir uns in dieser Zeit, in der wir klein und schwach sind. Mit zunehmendem Alter lernen wir, dass Menschen gut und schlecht sein können oder gut mit schlechten Seiten. Wir lernen also, sie zum Teil zu respektieren. Besitzen wir aber überhaupt keine Bewunderung für andere, zeugt dies von einer schwer verwundeten Person. Sobald wir diese Wunden heilen, werden wir empfänglicher für Gutes.

 

Im nächsten Teil möchte ich dir erklären, worauf Väter, zu denen wir eine problematische Beziehung haben, in Wahrheit warten und wie du deine Vater-Wunde heilen kannst. Bis dahin freue ich mich, wenn du mit diesem ersten Teil in Resonanz gehst und meine Worte auf dich wirken lässt. Wie steht es um dich und deinen Vater? Zu welchem Prozentsatz würdest du dich zählen? Welche Anteile deines Vaters entdeckst du an dir? Empfindest du Respekt für ihn?

Dein Steffen

 

Über Steffen Schulz:

steffen-schulz Als moderner Mann, weise ich Wege aus der Verunsicherung, hin zu einem neuen, positiven Selbstverständnis. Ich war schon immer spirituell, habe viel ausprobiert und nach Auswegen aus der Realität gesucht. Meine Reise des Lebens hat mich gelehrt, dass ich nur mitten im Alltag mein Glück finden kann.

Als meine Tochter geboren wurde, hat mein Leben neu angefangen. Seitdem ist eine Menge Liebe in meinem Herzen entstanden und eine unheimliche Last von mir abgefallen. Ich habe angefangen, mich damit zu beschäftigen, warum ich introvertiert bin und weshalb es mir schwerfällt, tiefe Beziehungen aufzubauen oder ältere Männer zu respektieren.

Dabei habe ich erfahren, was in meiner Kindheit falsch gelaufen ist. Ich habe die Wurzeln meiner seelischen Wunden entdeckt und gelernt, dass fast jeder Mann diese Wunden mit sich trägt. Seitdem habe ich es mir zu Aufgabe gemacht, herauszufinden, wie ich die Wunden heile, um erwachsen und glücklich zu werden.

Mit meinen Texten und Videos versuche ich nun, auch anderen Männern zu zeigen, was falsch gelaufen ist, und erkläre, was sie tun müssen, um auch ihre Verletzungen zu pflegen. Alles liegt so klar auf der Hand, aber es muss ausgesprochen oder aufgeschrieben werden.

Ich bin meinen eigenen Weg durch die Heilung gegangen und gehe ihn noch heute mit meinen Lesern gemeinsam. Ich arbeite an meinen Fehlern und vertiefe meine Beziehungen, besonders die zu meinem Vater.

Für alle Männer, die sich auf ihrem Weg der Heilung Unterstützung wünschen, biete ich auf meiner Webseite den Kurs „Sieben Schritte zur Männlichkeit“ an. Im Kurs zeige ich den Männern, wie sie durch konstruktive Auseinandersetzung mit ihrem Vater, ihrer Arbeit sowie ihrer Sexualität und Partnerschaft ihr Leben von Grund auf verändern und ihre Männlichkeit finden. Mehr Informationen dazu findet ihr auf meiner Homepage: www.modernman.info

 

 

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