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So kannst du deinen inneren Erwachsenen in der Beziehung freilegen

Über den inneren Erwachsenen habe ich ja schon  geschrieben. Weil das Thema immer und immer aktuell ist. Und viele werden bei dem Titel auch sagen, kenn ich schon, kann ich schon. Das Spiel mit dem inneren Kind und dem Inneren Erwachsenen. Aber zwischen Kennen und täglichem Umsetzen liegt meist ein sehr weiter Weg.

Das erlebe ich öfters – wir Menschen sind ja klug und leben in einer „Hirn ist geil“-Welt, was uns aber schwer fällt ist die Umsetzung, die Veränderung der liebgewordenen Verhaltensweisen.

Und weil wir meistens alles schon wissen und analysiert haben und dennoch an der Umsetzung scheitern, bestrafen wir uns dann auf mannigfache Weise selbst. In vorderster Front – unser innerer Kritiker, der jedes Mal erbarmungslos zuschlägt, wenn wir vermeintlich wieder versagt haben: Lernen wir das denn nie?

Was hat Beziehung mit dem inneren Erwachsenen zu tun?

Wir Menschen sind Gewohnheitslebewesen – wir lernen uns anzupassen, wenn es klappt, dann wiederholen wir das Anpassungsverhalten bis zur Perfektion.

Und oftmals reagieren wir aus alten Verletzungen heraus. Das heißt, wir wurden irgendwann einmal verletzt oder beschämt und haben uns an die Umstände angepasst, um diese Verletzung/Beschämung fortan zu vermeiden.

So kann sich ein Inneres Kind entwickeln, das diese ganzen positiven wie negativen Dinge in sich abspeichert und auch die Verhaltensweisen kultiviert, die zur Linderung beitragen.

Wir Menschen tendieren dazu, Lust zu suchen und Unlust zu vermeiden. Freude zu suchen und Trauer und Schmerz zu vermeiden.

Aus diesem Grund prägen wir Schutzverhaltensweisen aus, Anpassungs- oder Überlebensstrategien. So weit, so gut. Klasse Mechanismus, den wir da zur Verfügung haben.

Die Herausforderung beginnt dann, wenn diese Schutzmechanismen oder Verhaltensdrolligkeiten nicht mehr zu unserem Alter und Erleben passen. Sie also irgendwann sehr jung ausgeprägt wurden, immer mehr verfeinert worden sind und uns auch als Erwachsene noch steuern.

Bitte nicht vergessen: Unlust-Vermeider / Lustsucher. Was wir sehr oft vergessen: Einen Psyche-Boxenstopp einzulegen, zu untersuchen, ob das, wie ich mich heute benehme, auch noch zu meinem realen Alter passt. Da sind wir mit unseren technischen Gerätschaften meistens penibler.

Zurück zur Zwischenüberschrift: Stell dir einfach mal vor, da gibt es so einen verletzten Teil in dir, der immer noch sehr präsent ist und in bestimmten Liebes-Situationen noch viel, viel präsenter wird. Also alles versucht, um Unlust (Verletzung, Beschämung usw.) zu vermeiden und Lust zu generieren. Das kann für dich und deine Umwelt ganz schön anstrengend sein. Das nennen dann manche das Innere Kind.

Kinder haben die Angewohnheit nach Sicherheit zu streben. Ich sag dazu, die Leitplanken des Lebens zu suchen. Und wenn keine Leitplanken da sind, dann versuchen sie sich mit aller Macht eigene Leitplanken (=Sicherheit) zu generieren.

Vor allem, wenn sie merken, dass da niemand ist, der sie tröstet, eben Sicherheit gibt usw. Und jetzt sind wir beim inneren und äußeren Erwachsenen. Ich gehe davon aus, dass diese inneren Kinder umso lauter werden, je weniger ein Erwachsener erreichbar, greifbar und spürbar ist.

Brückenschlag zur Beziehung

Ausgehend von den vorhergegangenen Zeilen nun ein Brückenschlag rüber zu unseren Beziehungen. Wir kommen aus einer sehr engen Beziehung. Super eng, diese 9 Monate im Bauch der Mama mit allen Transferleistungen, die sie so zu bieten hat: Plazenta, Fruchtwasser, Nabelschnurversorgung, Stimme usw.

inneren-erwachsenen-findenHier und nach der Geburt wird unter anderem der Bindungsstil eines Menschen geprägt, sehr früh und sehr nachhaltig. Und gleichzeitig sind wir in der Zeit unwahrscheinlich verletzbar. Das muss nichts Großes an Verletzung sein, es reichen auch die leisen Zwischentöne, wenn uns etwas fehlt und wir nicht adäquat versorgt werden. Oder unsere Bezugspersonen nicht richtig eingestimmt auf unsere Nöte sind.

Hinzu kommt noch, dass das alles in eine sprachlose / denklose Zeit fällt, da unser Hirn erst so ab zweieinhalb Jahren überhaupt dazu in der Lage ist, bestimmte Ereignisse zu verknüpfen. Wir spüren also etwas in uns herumwabern, können es aber nicht einordnen. Das verunsichert noch mehr.

Jetzt nehmen wir mal an, dass gerade in der Zeit der Schwangerschaft und die ersten zwei Jahre danach irgendetwas an der Bindung nicht so gestimmt hat – wir haben uns nicht sicher gehalten gefühlt und versuchen sprichwörtlich instinktiv immer wieder, für unsere Sicherheit zu sorgen.

Meistens aus einer Komponente der normalen Trauma-Response heraus: „fight, flight or freeze“. Diese beispielsweise unsichere Bindung steckt sprichwörtlich in unseren Knochen, wir können sie uns nicht erklären. Oder – wir können sie uns erklären, bleiben aber im Intellektuell-Modus stecken, weil unser Körper etwas anderes sagt und die Verbindung zwischen Körper und Hirn nur sehr eingeschränkt funktioniert.

Dann, genau dann, wäre der innere Erwachsene wichtig. Der geduldig erklärt, dass es gut weiter gegangen ist. Der Verständnis für den verunsicherten inneren Anteil aufbringt – aber dennoch für gegenwärtige Momente und Leitplanken sorgt. Immer und immer wieder. Der erwachsen bleibt, auch wenn es unter Deck stürmisch zugeht. Wird jetzt ein Schuh draus?

Beispiel aus dem Alltag:

Unsichere Bindungsfrau mit allerlei Ängsten trifft auf Bärchen-Mann, der viel schluckt, aber gerade in engen Bindungen lieb, nett und hilfsbereit ist. Und der aus der ganzen Nettigkeit heraus manchmal nicht so richtig spürbar ist, weil er Auseinandersetzungen aus dem Weg geht und es lieber allen recht macht.

inneren-erwachsenen-findenUnd was ich nicht spüren kann, das kann Ängste verursachen. Was mache ich also in einem solchen Fall? Ich werde aktiv und manchmal auch bedrängend.

Den anderen so lange drängen, bis er reagiert. Und ich diese Reaktion spüre. Was mir wiederum etwas Sicherheit gibt. Ist aber ein Scheinfriede.

Weil die meisten dieser Prozesse unbewusst ablaufen und eine ungute Dynamik haben. Im oben genannten Beispiel verschwindet die Angst ja nicht, sondern gerät nur etwas in den Hintergrund. Ist aber immer noch da. Wird verdrängt. Und je mehr ich etwas verdränge oder eine Maske aufsetze, desto größer wird es. Unschöner Kreislauf – für beide Seiten.

Der Weg heraus:

Schritt 1: Aus einer erwachsenen Perspektive heraus auf dieses Tänzchen schauen. Im o.g. Beispiel beide Beteiligten. Welche Prozesse laufen denn ab, was mache ich, um den anderen (Sicherheit) zu spüren, und was bewirkt das?

Um aus einer solchen Erkenntnis heraus dann in den zweiten Schritt zu gehen:

Schritt 2: Wann genau reagiere ich denn so oder ähnlich? Wann bemerke ich das denn, oder überkommt es mich wie ein Emotion-Tsunami?

Schritt 3: …um dann im dritten Schritt kleine Veränderungsschritte einleiten zu können.

Das Hepp`sche Dreischrittprogramm. Liest sich leicht, ist aber nicht ohne. Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass die Schritte genau in dieser Reihenfolge gemacht werden sollten, auch wenn der flinke Geist in seiner unnachahmlichen Überheblichkeit meint, dass er gleich mit dem dritten Step beginnen kann.

Und grandios allerdings scheitert. Wahrscheinlich dann auf das Hepp`sche Dreitschrittprogramm flucht, mich verflucht. Und das nächste Programm, den nächsten Paartherapeuten sucht. Never ending story.

Viel Spaß auf dieser Reise.

Volker Hepp

Beziehungscoach

www.volkerhepp.com

 

Hier ist ein weiterer spannender Artikel von Volker:

Wünsche an die Partnerschaft – Was brauchst DU, um glücklich zu sein?

 

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