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Der achtsame Weg zur Selbstliebe

Die Selbstliebe darf kultiviert und entwickelt werden, ist es doch quasi der Grundstein, auf dem ein erfülltes Leben steht. Allerdings fällt es uns ja meist nicht leicht, sich mit all seinen Schatten, Macken und Besonderheiten anzunehmen. Der größte Gegner, den wir zur Selbstliebe überwinden müssen, ist der tägliche Mindfuck.  Die Bloggerin Sophia Kat Zee Mueller  schreibt im heuten Gastartikel ein schönes Essay über die Möglichkeiten, wie man seine Gedanken-Probleme lösen könnte.

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In meinen Augen gibt es zwei Dinge, die unsere Probleme lösen und die Welt retten können: Achtsamkeit und Selbstliebe. 

Und doch stellt sich für mich kaum eine Aufgabe schwieriger dar, als das Kultivieren dieser beiden Fähigkeiten. Achtsamkeit und Selbstliebe sind Fähigkeiten, die wir bereits besitzen, wenn wir auf die Welt kommen. Sie werden uns aber in frühester Kindheit abgewöhnt, damit wir in die Leistungsgesellschaft passen.

Selbst wenn wir Eltern gehabt hätten, die unser Wesen in keiner Weise einschränkten, die uns nicht sagten, dass das Dach, das wir Blau gemalt haben, Rot sein sollte, weil ein Dach nun mal Rot ist, selbst dann wären uns diese Fähigkeiten verloren gegangen. Für die Kindergartenaufsicht zu dominant, für die Lehrerin zu unkonzentriert, für den Chef zu unproduktiv, für die Liebesbeziehung zu unkommunikativ. Ich glaube wir können in dieser Welt gar nicht erwachsen werden, ohne die Flügel gestutzt zu bekommen. Ohne dass jemand uns sagt, dass wir für dieses oder jenes nicht gut genug sind und besser werden müssen. Ohne dass uns „Richtig und Falsch“ eingeprügelt wird.

„Ich bin nicht gut genug“

SelbstliebeDer Gedanke „ich bin nicht gut genug“ sitzt tief in unserem Verstand.

Mein Ergebnis ist gnadenlose Selbstoptimierung, Selbstzweifel und Selbsthass. Das letzte ist ein hartes Wort, trifft aber genau das Verhalten, dass ich mir selbst gegenüber an den Tag lege.

„Du bist zu dumm“, „du schaffst das nicht“, „du bist nicht so toll, wie du denkst“ und „warum kannst du nicht einfach deine Klappe halten“ sind Gedanken, die ich beinahe täglich verfolgen kann.

Ich gehe mit mir selbst viel härter ins Gericht, als mit jedem anderen Menschen. Ich bin zu mir selbst bösartiger, radikaler und unbarmherziger als zu jedem anderen Menschen.

Selbstoptimierung

Ich zwinge mich ständig in Formen und optimiere mich so lange, bis ich in die Formen reinpasse. Die Formen erstelle ich aus tiefen Ängsten und meinen Erfahrungen, aus den Einflüssen der Gesellschaft und den Medien und den Dogmen, die mir anerzogen wurden. Ich setze mir hohe Ziele, stelle mächtige Ansprüche an mich selbst und beleidige mich, wenn ich meiner Meinung nach versage. Mein Verstand läuft ständig auf Hochtouren, um die Ziele zu setzen, die Ansprüche an mich hochzuschrauben und mich zu beleidigen. Jede Achtsamkeit und Selbstliebe wird vertrieben von dem Druck, den ich mir selbst auferlege. Der Druck entsteht aus dem tiefsitzenden Gedanken „ich bin nicht gut genug“. Ich bin mir ganz sicher, dass dieses Verhalten, das ich an mir beobachten kann, zutiefst menschlich ist und jeden von uns begleitet. Den Einen mehr, den Anderen weniger.

Als ich erkannte, wie selbstzerstörerisch ein Teil meines Wesens ist, wollte ich die Dämonen beseitigen. Wegmachen. Umwandeln in vollständige Selbstliebe.

Bullshit. Nichts, das so tief in unserem Verstand sitzt, lässt sich einfach wegmachen.

Bewertung

Diese zweifelnden, ängstlichen und wütenden Gedanken lassen sich weder rauswerfen noch unterdrücken. Und wenn ich gegen sie kämpfe, setze ich meinen Fokus auf die Negativität dieser Gedanken. Ich wehre mich gegen die Negativität, die aus meiner eigenen Bewertung stammt. Ich verstärke die Negativität, indem ich meinem gesamten Körper-Geist-System die Warnung rausgebe, dass hier gerade etwas schlecht läuft und dringend Handlungsbedarf besteht.

Mein Geist reagiert mit weiteren zerstörerischen Gedanken und mein Körper reagiert mit Stress. Weil ich meine Gedanken als negativ bewertet habe, statt sie zu beobachten, sie anzuerkennen und sie so zu lassen wie sie sind. In diesem Fall würde mein System nämlich keinen Alarm schlagen und es wären nichts als Gedanken, die wie Wolken am Himmel vorbeiziehen.

Hinsehen, ohne zu urteilen

Ich muss feststellen, dass es nur eine Möglichkeit gibt, mit den eigenen Dämonen klarzukommen: Sie zu umarmen und willkommen zu heißen. Anzunehmen, dass der Mensch nun mal zweifelnde, ängstliche oder wütende Gedanken hat, vor allem in Bezug auf sich selbst. Ich kann beobachten, dass ich mich gerade selbst tyrannisiere und annehmen, dass ich mich gerade selbst tyrannisiere. Hinsehen, ohne zu urteilen.

„Ah, da ist er wieder, der Selbsthass. Willkommen.“ 

Ich habe dem Ding einen Namen gegeben. Selbsthass klingt nicht besonders liebevoll, aber es spiegelt meine ehrliche Natur wieder und meinen Umgang mit allem, was von der Gesellschaft als negativ bewertet wird. Ich nutze das Wort Selbsthass, ohne es negativ zu behaften. Ich beobachte und benenne. Ich versuche jeder Bewertung aus dem Weg zu gehen. Das ist meine Achtsamkeit. Ich nehme mein selbstzerstörerisches Wesen an und versuche nicht, es zu ändern. Das ist meine Selbstliebe. Eine echte Herausforderung und meine tägliche Übungsmatte.

Benennen und beobachten

Vor allem das „nicht bewerten“ fällt mir schwer. Meine Gedanken zu beobachten, macht mir richtig Spaß, doch mein Verstand möchte sofort alles in gut und schlecht, Weiß und Schwarz unterteilen. „Ah, du machst dir Vorwürfe. Das ist schlecht, das sollst du nicht tun“. So klingen die Antworten, die mein Verstand in Millisekunden parat hält.

Doch selbst wenn diese Antworten meines Verstandes nie weniger werden würden, durch das Hinsehen und das Benennen meines Selbsthasses, meiner Zweifel und Ängste verändert sich mein Verhältnis zu mir selbst.

selbstliebe-immerEs hat etwas liebevolles, sich selbst zu beobachten. Mir huscht oft ein Lächeln über das Gesicht, wenn ich beobachte, wie ich in Gedanken auf mich selbst losgehe. Als würde ich ein Kind betrachten, dass es einfach nicht besser weiß. Das nimmt den selbstzerstörerischen Gedanken die Kraft, meine Worte und Taten zu durchdringen und mich einzunehmen, ohne dass ich es merke. So führt meine Achtsamkeit zur Selbstliebe, auch wenn ich mich gerade hasse.

Gleichzeitig sogar. Verrückt? Keineswegs.

Frei sein

Der Verstand ist ein mächtiges Werkzeug, wenn mir klar ist, dass er nur ein Werkzeug ist. Ich kann meinen Verstand und damit all meine Gedanken kontrollieren, während sie laufen. Ich kann ihnen zuhören, sie annehmen und kann neue, liebevollere Gedanken mit hinzunehmen. Ich kann über meine Gedanken lachen oder sie so wichtig nehmen, dass ich sie aufschreibe. Es ist meine Entscheidung, ob ich meine Gedanken ernst nehme, oder das Kind höre, dass es nicht besser weiß. Ich bin frei. 

 

Sophia Kat Zee Mueller

www.sophiakatzeemueller.com

Facebook: www.facebook.com/sophiakatzeemueller

 

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