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Der Alpha-Softie 2.0: Ein modernes Bild von Männlichkeit?

Gerade ist mal wieder zu beobachten, wie ein neuer Begriff über den modernen Mann durch die Medien geistert: Der Alpha-Softie 2.0.

Laut einer Studie einer bekannten Dating-Plattform wünscht sich die Frau von heute einen Mann, der einerseits die herkömmliche männliche Rollenerwartung des klassischen Versorgers erfüllt, andererseits aber ebenso weiblich betonte Eigenschaften wie familienorientiert, sensibel und sinnlich mitbringt.

Auf dem ersten Blick hört sich das nach einer zeitgemäßen und irgendwie auch coolen Beschreibung des modernen Mannes an. Doch was steckt wirklich dahinter? Und: Welchen Druck üben solche modernen Anforderungen auf uns Männer aus? Sind wir dem gewachsen oder überfordert uns diese neue Rollenerwartung eher?

Partner, Kumpel und Liebender: Am besten alles in einem Mann

Compassioner_Alpha_SoftieBedingt durch die gesellschaftliche Aufwertung der Frau in den letzten Jahrzehnten und einer zunehmenden finanziellen wie persönlichen Unabhängigkeit, entwickelt die Frau von  heute eine emanzipierte Erwartungshaltung in der Liebe und an den potentiellen Partner. „Dieses moderne Selbstbild führt dazu, dass viele Frauen einen Partner suchen, der die partnerschaftliche, freundschaftliche und erotische Liebe gleichermaßen erfüllt“, sagt Lea Fischbach, durchführende Psychologin aus der erwähnten Studie. Im Idealfall verkörpert der moderne Mann das Beste aus zwei Welten, einer alten, archaischen und einer neuen, modernen: halb bodenständiger Versorger, Entscheider und Macher, halb kinderlieber, sensibler und zuhörender Partner. Der neue Typus Mann – der Alpha-Softie 2.0 – ist geboren. Na toll!

So einfach wie noch vor einigen Jahrzehnten scheint es für uns Männer nicht mehr zu sein: solider Job, maskuline Ausstrahlung, entscheidungsfreudig, ein Ziel vor Augen, und schon hatten wir gute Chancen bei einer Frau zu landen. Ganz anders heute. Das Weiche, Sensible und Gefühlvolle scheint in die Idealvorstellung eines Partners (Mannes) Einzug gehalten zu haben – und das ist auch gut so. Und stellt viele Männer gleichzeitig vor ganz neue Herausforderungen.

Den Gefühls- und Körperpanzer aufbrechen

Der Begriff der Männlichkeit ist heute nicht mehr eindeutig und selbstverständlich festgelegt. Der Mann von heute muss und sollte sich neu erfinden, wie ich und viele andere  immer wieder betonen. Diese Neudefinition von Männlichkeit hat ganz viel mit einer Herzens- und Gefühlsöffnung zu tun. Was solch eine Herzensöffnung bewirken kann, konnte ich in den letzten vier Monaten selbst erleben, als ich durch das Höllenfeuer eines alten Schmerzes ging, ihn ganz zugelassen habe und dadurch ein Transformationsprozess in mir in Gang gesetzt wurde, der mich vergebender, liebender und präsenter werden ließ und lässt.

In meinen Männercoachings erlebe ich es immer wieder: Wie sehr die Angst vor zu viel Nähe und Vereinnahmung bei uns Männern noch vorherrscht. Obgleich viele Männer in glücklichen und erfüllten Beziehungen sind, suchen sie nach dem Haar in der Suppe, haben Angst vor Hingabe, sich mit geöffneten Herzen ganz auf ihre Partnerin einzulassen, weil dadurch Schmerz oder Hilflosigkeit mit aufsteigen können. Dann lieber trennen, bevor es zu nah und verletzlich wird – und die Frau versteht die Welt nicht mehr.

Ein klassischer Fall einer Bindungsangst, die ihre Wurzeln in der Biographie des Mannes hat, meist in frühester Kindheit, wo es zu Erfahrungen von Zurückweisung und Schmerz kam, sobald Nähe und Vertrauen gebraucht und eingefordert wurden. Natürlich kann solch eine Bindungsangst auch Frauen betreffen, doch können diese damit meist besser und offener umgehen, weil es auch mehr ins gesellschaftliche Bild passt, wenn eine Frau weint, oder ihre Gefühle ausdrückt. „Ein Junge weint nicht“, ist nur einer von vielen verbreiteten und gemeinhin anerkannten Sprüchen. Leider.

Erfinde dich neu, Mann!

Das heißt jetzt nicht, dass wir Männer uns bei jeder Gelegenheit bei unseren Partnerinnen ausweinen sollten. Dies kann ganz schnell zu Abhängigkeitsverhältnissen und Überforderung führen, sodass uns unsere Partnerin irgendwann nicht mehr als Mann sondern eher als großen Jungen ansieht. Einen gewissen Grad an Schmerz und Tränen sollte jeder Mann selbst tragen können. Sich dieser Tränen und alten Emotionen erst einmal bewusst zu werden, sich einzugestehen, dass sie zu unserer Männlichkeit dazu gehören, darum geht es.

Compassioner_Alpha_Softie_1Wer meine bisherigen Gastartikel kennt, weiß, dass ich für eine ganzheitliche, moderne Männlichkeit plädiere: kraftvoll und liebevoll zugleich; ein Mann mit Rückgrat und geöffneten Herzen.

Genau dies entspricht meinem eigenen Entwicklungsweg, und für mich als hochsensibler Mann, der tendenziell einen leichteren Zugang zu dem Gefühl der Trauer und damit auch zu seinen Tränen hat, geht es gerade um die Stärkung meiner archaischen und kraftvollen Seite, was aus meiner Sicht nur unter Männern geschehen kann, zum Beispiel in Form von Initiationsritualen, Seminaren oder Männerkonferenzen.

In unserer Multioptionsgesellschaft, in der es immer noch eine bessere Wahl gibt, wird es nicht unbedingt leichter, die geeignete Partnerin zu finden, um eine glückliche Beziehung zu führen oder eine Familie zu gründen. Die Tendenzen (oder der Wahn) der Selbstoptimierung und der Angst, nicht den besten Partner an seiner Seite zu haben, steigen – und zwar auf beiden Seiten.

Keep Cool, Mann!

Keep Cool, Mann! Lass dich nicht von neuen und vermeintlich zeitgemäßen Erwartungshaltungen stressen. Und erfinde dich gleichzeitig neu. Es wird Zeit dafür. Die Gesellschaft und die (emanzipierten) Frauen warten auf uns. Und Ihr Frauen gebt uns die Zeit und Chance, unsere Art einer modernen männlichen Emanzipation zu definieren, die weder den alten Alphapatriarchen noch den modernen Softie verkörpert – sondern eine gesunde Mischung aus beiden!

Entscheidend ist deine Einstellung zu diversen Lebens- und Beziehungsbereichen. Es wird heute eine gewisse Flexibilität verlangt, ein Wechseln zwischen deinen Potenzialen als kompletter und moderner Mann, der „unmännliche“ Gefühle wie Trauer, Angst oder Hilflosigkeit nicht ablehnt oder vermeidet, sondern als menschlich und ihm zugehörig anerkennt und integriert.

Verfolge deine (beruflichen) Ziele und deine Vision mit Ambition und Ehrgeiz, pflege deine Hobbys und Männerfreundschaften. Zeige deiner Partnerin aber auch, dass du zu ihr stehst, ihr den Rücken stärkst, dass du sie liebst, zeige deine Bereitschaft, ihr auf Augenhöhe zu begegnen, weder unterwürfig noch dominierend, und dich offen deinen eigenen Gefühlen und denen in eurer Partnerschaft zu stellen.

Vereinbart feste Zeiten, setzt euch gegenüber, schaut euch in die Augen und redet: aus dem Herzen, aus der Seele heraus. Von Mensch zu Mensch, von Individuum zu Individuum. Dies schafft eine Atmosphäre der Nähe und Intimität, in der all die verschiedenen Anteile in eurer Persönlichkeit angesprochen werden – und euch letztlich als Partner sowie auch euch selbst gegenüber näher kommen lässt.

Weder Alpha noch Softie 2.0 – sondern ein kompletter männlicher Mensch, der Zugang zu all seinen Gefühlen und Bedürfnissen hat!

Dein Oliver

simplyfeelit.de

Zum Buch „Der sanfte Krieger“

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