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Titel-Fokus-Bogenschiessen

Der Bogen als Symbol von Fokus, Kraft und Einheit

Mit der Kunst des Bogenschießens hat Lars Richter seinen Fokus gefunden. In seinem Gastartikel erzählt er von dieser geheimnisvollen Kraft.

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Es war der Moment als ich mit dem fertig gebauten Bogen den ersten Pfeil anlegte, die Kraft des Bogens spürte und das Loslassen den Moment verzauberte. Sofort war mir bewusst, dass ich hier eine neue Passion gefunden hatte. Der Pfeil steckt im Ziel und ich halte meinen Bogen, den ich selbst gefertigt habe, in meiner Hand. Der Bogen ist ein Teil von mir geworden und wenn das Ziel in dieser Trilogie verschmilz, steckt der Pfeil genau dort. Eine Einheitserfahrung der besonderen Art.

Einen Bogen zu bauen, ist der erste Schritt hin zum Bogenschießen und damit war es Grundlage zum besseren (Über-)Leben für unsere Vorväter. Damit war der Bogen vielleicht genauso wichtig im täglichen Leben, wie für viele von uns das Mobiltelefon oder Internet. Scheint dir der Griff zum Telefon nicht allzu oft überlebenswichtig? Kannst du ohne Telefon/Internet deine Arbeit erledigen, Geld verdienen und die nötige Hilfe anfordern, die du im Leben brauchst?

Der Bogen war damals der beste Jagdhelfer, aber auch wichtig für das Überleben des Einzelnen und oft des ganzen Stammes.

Fokus und Kraft waren überlebenswichtig und mit dem Bogen konnte das potenziert werden

In der heutigen Zeit geht es mehr denn je um den Ausgleich zu der digitalen Hightech-Welt. Fokus und Kraft gehen dort leicht verloren, ganz zu Schweigen von Erfahrungen des Einsseins und Körper-Geist Verbindungen. 

Für mich ist das Bogenschießen neben dem Sport vielmehr eine Meditation. Kyodo, die japanische Art des Bogenschießens ist dafür besonders bekannt. Ein Kyodoka (Meister) – so scheint es – besitzt fast übernatürliche Fähigkeiten einen Pfeil in das gewünschte Ziel zu schießen. Ich erinnere mich an eine Geschichte, in der die Glühbirne nicht zerschossen wird, sondern der Meister trifft die Birne so, dass nur ein Loch an beiden Seiten der Birne zu sehen ist.

Bogenschiessen-FokusWas geschieht hier? Ist es die Fähigkeit eins zu sein mit dem Ziel? Ja, der Schütze, der Bogen und das Ziel werden Eins. Diese Einheitserfahrung strahlt eine große Faszination für viele Menschen aus. Der Mensch, der mit dem ersten Atemzug in die Dualität geboren wird und diese täglich spürt, erlebt hier eine Einheitserfahrung. Ein direkter Zugang zur Philosophie oder dem warum ist dabei gar nicht notwendig. Darum geht es nicht.

Diese Einheitserfahrung kann auch beim Bogenbauen erlebt werden. Wir nennen es “flow”, wenn es fließt und kein gut oder schlecht erfahren wird, sondern einfach nur der Moment. In diesen Momenten, wenn die Dualität verschwimmt und das Einssein durchschimmert wie ein atemberaubender Sonnenuntergang am fernen Horizont, kann der Mensch fremde und doch fast unheimlich vertraute und schöne Erfahrungen machen.

So kann Vergangenheit und Zukunft im Moment erscheinen, Unterbewusstes und Überbewusstes können sich einstellen und neue Welten zeigen.

Eine Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele kitzelt den Moment, der sich noch Tage danach einfach nur superschön anfühlt.

Zeit zählt dann nicht mehr, aber dem Augenblick wohnt ein Zauber inne

Mir hat die Übung mit dem Bogen sehr tiefgehend die Ganzheit dieses nie endenden Weges gelehrt. Dabei werde ich auch oft von meinem Sohn begleitet, was mir erlaubt, eine neue Tiefe in unserer Vater-Sohn-Beziehung zu fühlen und zu leben. So wie der Pfeil den Bogen verlässt, wird auch der Sohn den Vater verlassen und schließlich das Loslassen zwischen Vater und Sohn geschehen. 

“Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.”

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931


Man braucht Gelassenheit um lassen zu können

Loslassen. Dazu müssen Bogen, Schütze und Ziel zu einer Ganzheit werden. In dieser Wirklichkeit ist das Loslassen Alles und Nichts, frei von jeglichen Trübungen des Geistes.

Es braucht beides. Geist und Körper müssen gleichermaßen trainiert werden, um im Augenblick des Loslassen (des Pfeiles) eine Einheit entstehen zu lassen. Hier werden Kraft und Fokus potenziert und damit das Ziel mit Präzision erreicht – mit der Leichtigkeit eines Sonnenstrahls, der durch das Fenster scheint.

“There are only three forms of physical exercises that give equal strength to the joints and blood vessels in our bodies:yoga, karadi sadhana and archery. I don’t know why people have given up the skill of archery in the present day.”

Sri T. Krishnamacharya

Krishnamacharya ist einer der bekanntesten Yogameister des 20.Jahrhunderts. Meine Kraft-und-FokusÜbungen mit dem Bogen sind inspiriert durch das klassische indische Bogenschießen, welche sowohl rechts als auch linksseitig und in verschiedenen Asanas ausgeführt werden.

Mein persönlicher Weg des Bogens, ist der Weg der Freude und der Begeisterung, der Vollkommenheit, des Fehlers, der Technik und der Intuition. Zielsicheres Schießen mit genauem Fokus ist eine Seite der Medaille, die andere ist das Loslassen in absoluter innerer Stille, ein Pfeil, den ich im Frieden mit meinem ganzen Sein abgebe.

Verbindung zwischen Körper und Geist

Eine meiner ersten Erfahrungen auf meinem Yogaweg war das Erkennen der Verbindung zwischen Körper und Geist. Diese Erfahrung kam in anderer Weise in mein Leben als ich das Üben mit dem Bogen begann. Dabei habe ich erkannt, dass im Prozess meines Werdens und Lernens alles einbezogen ist, die Erfahrung aber im Moment geschieht. Hier fällt es mir schwer Worte zu finden.

fokus-zielSymbolisch gesehen ist die Einheit in vielen Traditionen als Punkt dargestellt. Die Dualität ist unsere gelernte Wahrnehmung. Wunderbar metaphorisch steht hier der Punkt in der Mitte der Zielscheibe als das Tor zur Einheit. Wenn ich beginne, den Pfeil im Punkte steckend zu bewerten, bin ich zurück in der Dualität. Wenn Körper, Geist und Seele zu einer Einheit verschmelzen, trifft der Pfeil ins Schwarze.

Die Übung mit dem Bogen hat für mich viele Parallelen zu meinem Yogaweg, den ich nun schon seit 20 Jahren lebe. Yoga und Bogenübungen aber auch das Bogen bauen sind faszinierende Spiegel des Lebens. Das bewusste Sehen und Annehmen ist nicht immer einfach und doch faszinierend, egal ob es erstmal zerstörerisch (Shiva) oder erblühend (Shakti) wirkt. Nur durch praktisches Handeln, Fühlen und Üben kann dieser Weg beschritten werden.

Bogenbauen als Geistesschulung

Es ist überliefert, dass unsere Vorväter den Bogen bewusst auf die Erde stellten, um das Holz mit der Erde in Verbindung zu bringen. Damit war die Verbindung des ursprünglichen Energieflusses (Erde-Baum) wieder hergestellt, was den Bogen unverwüstlich machte, so die Überlieferung. Bei der Bearbeitung des Bogens verschmelzen die Energien des Holzes und unseres Geistes auf einer Ebene, die für unseren Verstand nur schwer zu erfassen ist.

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, hat sehr spannend davon berichtet, warum selbstgemachter-Bogen-Fokushandgefertigte Sachen einen besonderen Reiz für den Menschen haben.  Das bewusste Schaffen und Gestalten verbindet uns Menschen zu einem höheren Sinn, öffnet Raum für Mut und Evolution.

Es schult das Urteilsvermögen und den Fokus ungemein und wird darum in Steinerschulen – auch bekannt als Waldorfschulen – so geachtet und gelehrt. Diese Sinnhaftigkeit und Liebe schwingt in diesen Dingen. Es ist nicht nur der Kopf allein, es ist der ganze Mensch, der hier etwas schafft und damit auch im Geschaffenen weiter wirkt.

Wenn du Freude daran hast, selbst die Kunst des Bogenbaus zu erlernen, dann findest du auf Narrativeyoga.com.au drei Events der besonderen Art:

mit-Fokus

Picture: Peter Ristevski

Ich begleite dich dabei, unter fachmännischer Anleitung deinen eigenen Langbogen zu bauen. Im Retreat bringe ich dir die jahrhundertealte nordamerikanische Tradition des Bogenbaus nahe. Als Material habe ich hochwertige Hölzer aus meiner Wahlheimat Australien mitgebracht. In Handarbeit wirst du aus diesem Holz deinen Bogen entstehen lassen – selbst die Bogensehne wird handgefertigt.

Ich lade dich darüber hinaus ein, die Zeit für dich ganzheitlich zu nutzen: Von der Fokussierung durch Meditation, über persönliches Coaching und instinktives Bogenschießen bis hin zu ergänzenden Yogaeinheiten sind die zweieinhalb Tage eine Einladung, dir selbst und anderen zu begegnen.

Ein Event für (zukünftige) Bogenschützen/innen von 8 – 88 Jahre und darüber hinaus.

Chemnitz – 11-13 August — Hamburg –  18-20 August — Duisburg – 25-27 August

Herzlich,

Lars

Lars wirkt als Mentor und Bogenbauer, Coach und Yogalehrer.
Seit 15 Jahren teilt er seine Erfahrungen mit Menschen in Deutschland und Australien.
Seine Selbstständigkeit begann mit seiner Yogaschule in Halle/Saale, später als Biounternehmer in Australien, Co-Founder von SoapNuts Australia, Co-visionary and Teamleader for The Village Continuum und 2013 gründete er Narrative Yoga.

 


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