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Der menschliche Therapeut – Das Carl R. Rogers Prinzip

Warum das Beurteilen von anderen für einen Therapeut kontraproduktiv sein kann.

Wenn man einen Menschen verstehen möchte, dann muss man ihn zunächst einmal kennenlernen. Man möchte wissen, woher derjenige kommt, wie er lebt, was er denkt und wie er in der direkten Begegnung auf mich wirkt.

Vorurteile und eigene Erfahrungen werden dabei nicht ganz ausgeklammert.

Sobald jemand etwas erzählt, löst dies etwas in einem selbst aus. Vielleicht entwickelt man ein Schubladendenken, bildet sich seine eigene Meinung. Man findet denjenigen dann gut oder schlecht, man urteilt unbewusst über ihn, obwohl man es bewusst vielleicht gar nicht möchte.

Dies ist in der Regel ein fast normaler Vorgang, wenn wir auf Menschen treffen. Allerdings kann dieser innerliche Prozess vor allem in der Arbeit als Therapeut oder Psychologe zusammen mit einem Patienten kontraproduktiv sein.

Humanistische Gesprächstherapie durch Carl R. Rogers

Der US-amerikanische klinische Psychologe, Erziehungswissenschaftler und einer der bekanntesten Vertreter der Fachrichtung humanistische Psychologie, Carl R. Rogers, beschäftigte sich mit der Entwicklung von Gesprächstherapie-Modellen, dessen Ansätze in der heutigen Therapie- und Beraterarbeit zu den elementarsten gehören und als klientenzentrierte Gesprächsführung benannt wird.

Aufgewachsen in einem sehr streng religiös geprägten Elternhaus mit zahlreichen Verboten und der Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse, entwickelte sich der spätere Therapeut Carl Rogers zunächst zu einem sozial scheuen und distanzierten Menschen, der kaum die Begegnung mit anderen erfahren hat und oft psychisch und physisch krank war.

Geprägt von zahlreichen Fragen des Lebens und der Beschäftigung mit sich selbst entdeckte der spätere Student seine Authentizität und erkannte, dass er streng religiöse Ansichten und Doktrinen nicht mehr vertreten konnte.

Es kam zum Eklat mit seinen Eltern und der Trennung von aufgestülpten Ansichten, da er seinen Gedanken die Freiheit schenken und statt Theologie die Fächer Erziehungswissenschaften und Psychologie studieren wollte.

Wie es letztendlich zu Carl Rogers Ansatz der Gesprächstherapie kam, lässt sich gut in folgendem Fall erklären, der damals wirklich passierte:

therapeutEine Mutter bittet Rogers um Hilfe, da ihr Sohn ein schwieriges Verhalten aufweist. Während der Junge von einem anderen Kollegen in einer Spieltherapie betreut wird, spricht Rogers mit der Mutter.

Doch die Gespräche verlaufen sehr unbefriedigend. Rogers erteilt zu viele Erziehungsratschläge und stülpt der Mutter seine eigene Meinung über.

Gleichzeitig geht Rogers davon aus, dass das Problem des Jungen in der frühen Ablehnung der Eltern besteht und spricht dies aus.

Er kann aber die Frau von dieser Ansicht nicht überzeugen – sie bricht das Gespräch ab. Was war passiert? Rogers hat in dieser Begegnung seine eigene Kindheit vor Augen gehabt und diktierte der Mutter etwas vor, was er selbst erlebt hatte, aber niemals als Adaption betrachtet werden kann. Doch er bekam eine zweite Chance.

Nach einigen Tagen fragte die Frau, ob sie noch einmal zum Gespräch kommen könnte. Die Mutter erzählte dann von ihrem schwierigen Ehemann und von Gefühlen des Versagens.

Rogers wird klar, dass die wirkliche Therapie in dem Moment einsetzte, als die Frau frei erzählen konnte und er sich als Therapeut zurück nahm. Keine Ratschläge mehr, nur noch aktives Zuhören. Carl Rogers lernte in diesem Moment auch, dass es seine eigenen Schubladen waren, die ihn als Therapeut blockierten. Aufgrund dieses Erlebnisses entwickelte er daraufhin seine Methodik im humanistischen und offenen Umgang mit Klienten.

Offenheit statt Schubladendenken

Die Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers ist also eher eine Grundhaltung, die man Patienten gegenüber haben sollte. Es geht nicht um das Überstülpen von Doktrinen und nicht um das Einbeziehen persönlicher Dinge, sondern um den Versuch, den anderen zu verstehen.

Es geht zudem um Empathie, das bedingungslose Akzeptieren und Seinlassen – völlig unabhängig davon, was der Klient getan hat. Durch diese Herangehensweise wächst Vertrauen zwischen beiden Personen und ein effektiver, therapeutischer Prozess beginnt.

Für den Patienten selbst werden die Lösungsoptionen im Laufe der Therapie sichtbar und er erarbeitet sich – zusammen mit dem Therapeuten – einen neuen Weg. Er erkennt, dass alles in ihm steckt, was er zum Leben braucht und dass er sich selbst verwirklichen kann.

Nicht nur zahlreiche Psychologen und Psychotherapeuten arbeiten heutzutage mit dieser Methode, sondern u.a. auch Schul-Coachs, Mobbing-Coachs, Streitschlichter und Streetworker.

Aber: Wer diese Methode erlernt, um anderen zu helfen, hilft sich im Endeffekt auch selbst. So ist der Roger‘s Ansatz letztendlich nicht nur für Therapeuten interessant, sondern für jeden von uns.

Weitere Details zur Gesprächstherapie nach Carl Rogers erfährst du im unten stehenden Video, das ich zusammen mit unserem Dozenten und Rogers-Experten Rainer Müller gedreht habe.

 

Beste Grüße,

dein Dirk

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