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„Der Tod ist ein Teil vom Leben“ Erlebnisse ganz besonderer Art – Teil 2

Viele von euch hat der Beitrag von Silke sehr berührt. Heute lässt uns Silke weiter an dieser bewegenden Geschichte teilhaben. Ich bin Silke sehr dankbar für ihre Art uns am Leben von Tobias teilhaben zu lassen.

Zur Erinnerung: Mein Sohn Tobias, 22, leidet an Muskelschwund im weit fortgeschrittenen Stadium. Bei unserem Aufenthalt im Kinder- und Jugendhospiz „Sankt Nikolaus“ in Bad Grönenbach/Allgäu konnten wir in den Osterferien wieder einmal eine wundervolle Ferienwoche verleben, in der ich einige Eindrücke aufgeschrieben habe (Es war bereits unser fünfter Aufenthalt dort, wir sind also „alte Hasen“). „Wir“, das sind Tobias und sein Bruder Alexander (19) sowie ich als alleinerziehende Mutter. Letzte Woche habt ihr den ersten Teil lesen können – hier folgt die Fortsetzung!

Ein Fußball-Länderspiel mit vielen Gewinnern.
Heute Abend, Oster-Dienstag, findet in der Münchner Allianz-Arena das Fußball-Länderspiel Deutschland-Italien statt. Tobias hat dafür eine Eintrittskarte (mit Begleitperson) geschenkt bekommen und hütet sie seit Wochen schon wie einen Schatz. Ich wusste aber nichts davon! Dann erreichte uns die Zusage des Hospizes mit unseren Reiseterminen. „Mama, in der Woche nach Ostern Familien-Aufenthalt in Bad Grönenbach? Vergiss es. Ich fahr nicht mit.“ „Aber Tobi, ohne dich macht es doch wohl keinen Sinn!“ „Ja, trotzdem versteht das bitte: Dies ist das dritte Mal, dass ich eine Länder-Spiel-Karte habe. Immer war ich krank – dieses Mal WILL ICH DAHIN!“ Alex hört den Wortwechsel über den Telefon-Lautsprecher mit. „Ceep cool, Bruderherz: No problem. Ich fahr dich auch bei Nacht und Nebel von Bad Grönenbach zur Allianz-Arena und retour, wenn’s sein muss!“

hospizteil2aEs musste sein.
Das ganze Hospiz mit allen Pflegern und Familien applaudiert, als Tobi und Alex am Nachmittag deutschland-beflaggt und „Einigkeit…“ grölend aus dem Haus Richtung München ziehen. Tobias ist ganz dick in Decken und Jacken verpackt, denn sein kranker Körper entwickelt keine Eigenwärme. Die Maschine für die künstliche Beatmung hinten am Rollstuhl funktioniert, wir haben sie nochmals überprüft. Er wird sie in dieser langen Nacht brauchen, denn vor 1 Uhr werden die beiden kaum zurück sein! Danke, dass ihr im Hospiz so flexibel seid und uns diese grandiose Ausnahme ermöglicht! „Mensch, Tobse, ist das irre!“ Mama freut sich so unbändig für ihre Sprösslinge, dass sie darum bittet: „Wo ist denn eure Eintrittskarte? Die möchte ich gern mal in Nahaufnahme fotografieren, das ist doch echt mal was Besonderes fürs Fotoalbum!“ Gesagt getan. Bei der Verabschiedung entstehen ein paar richtig nette Aufnahmen, nicht nur von dem kostbaren Ticket.

Jungs sind aus dem Haus, Mama macht eine ausgiebige Fahrradtour durch die zauberhafte Hügellandschaft und genießt „sturmfrei“. Verschwitzt kommt sie nach einer guten Stunde zurück in das Elternzimmer: Auf dem Tisch liegt die Eintrittskarte zur Arena.

Spontane Verbundenheit und Hilfsbereitschaft unter Hospiz-Eltern
Ich stürme wie der Blitz in den Pflegetrakt und suche den diensthabenden „Bezugs-Pfleger“ von Tobias. „Johannes, bitte, schnell, ich brauche Ihre Hilfe super-dringend!“ Ein lauter Aufschrei geht durch die Runde, als ich die Karte hochhalte. Zu deutlich war zu spüren, wie viel dieses Spiel für Tobias bedeutet. Alex hat es noch gar nicht bemerkt, als ich ihn am Handy erreiche! Fremde Eltern anderer Hospiz-Kinder bieten mir spontan ihre Autos an, ohne mich überhaupt zu kennen. Die Verbundenheit und Hilfsbereitschaft unter „Hospiz-Eltern“ sind nicht in Worte zu fassen! „Fahren Sie ihnen nach!“ Jo klärt derweil mit Alex dessen Standort per Handy. „Wo bist du?“ Bereits in München. Verflixt, einmal waren sie so schön rechtzeitig losgefahren! Es ist 18.00 Uhr, die Jungs in München, ich in Bad Grönenbach. Anstoß ist um 20.45 Uhr. Während ich meine Jacke und Handtasche schnappe, fährt Jo bereits im Hof vor: Mit seinem eigenen PKW. „Nehmen Sie meinen“, feuert er mich an, „bis Dienstschluss brauche ich den eh nicht, aber der ist schneller! Geben Sie Gas!“ Ich brause mit seinem uralten Passat über die A7 bzw. die A 96 in Richtung München.

Reicht es pünktlich zum Anstoß?
Um Punkt 19.00 Uhr überreiche ich Alexander, der inzwischen umgekehrt ist, an der Autobahnausfahrt Landsberg Ost das kostbare Ticket. Er reißt es mir förmlich durch die geöffnete Autoscheibe aus der Hand und rollt schon wieder in die Gegenrichtung! Ob er mein „Schick mir ’ne SMS, wenn ihr angekommen seid!“ als Ausdruck mütterlicher Anteilnahme noch gehört hat? Ich weiß es nicht. Wie werden sie durch den obligatorischen Stau im Feierabend-Verkehr auf der A9 kommen? Unser rollstuhlgerecht umgebauter Bus kann nicht in Parkhäuser mit einer Einfahrthöhe unter 2 Metern fahren. Werden sie so spät noch einen Behinderten-Parkplatz finden? Und der Weg durchs Menschengedränge zu ihrem Platz? Wie kommt Alex mit diesem Gesamtpaket an Verantwortung klar?

Um 20.50 Uhr erreicht mich seine SMS: „Sind gerade auf unserem Platz angekommen. Alles ok!“ Tobi darf wirklich „seinen Jogi Löw“ sehen. Jetzt kann auch ich mich richtig auf die Übertragung freuen und atme tief durch.

Gebannt verfolgen fast alle Hospiz-Eltern gemeinsam das Spiel live im Fernsehen. Jedes einzelne Tor wird lautstark bejubelt: „Hey, noch ein Tor für Tobi!“ „Und sogar einen Elfmeter kriegt er geboten!“ Die Stimmung ist einfach grandios. Deutschland gewinnt das Spiel mit 4:1 Toren.

Es gab sehr viele Gewinner an diesem Abend.

Nächste Woche folgt der nächste Teil von Tobias Geschichte.

Eure Silke

Du möchtest aktiv helfen?
Das „Kinderhospiz Sankt Nikolaus“ in Bad Grönenbach finanziert sich fast ausschließlich aus Spenden. Nur für die erkrankten Kinder können Teile der Unkosten von den Pflegeversicherungen übernommen werden. Die gesamten Kosten für die Unterbringung der Angehörigen müssen anders abgedeckt werden. Das hier angegebene Konto gehört zum „Förderverein des Kinderhospizes“. Für jede einzelne Spende sagen wir als Betroffene ein besonders herzliches Dankeschön!

Online-Spendenformular oder direkt unter:

VR-Bank Memmingen   
IBAN: DE86 7319 0000 0001 3378 90
BIC: GENODEF1MM1

Sparkasse MM-Lindau–Mindelheim 
IBAN: DE32 7315 0000 0010 2297 06
BIC: BYLADEM1MLM

Bitte immer Stichwort „humantrust – Tobias“ angeben!

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