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Die dritte Haut – Warum der Raum, in dem wir arbeiten, so wichtig ist

Der Raum und der Arbeitsplatz, an dem wir arbeiten, hat eine große Auswirkung auf unsere Leistung.

Arbeitsplatz draussenHeute am Strand fing es schon an. Die dritte Haut wurde von den Strandbesuchern erbuddelt, erbaut und markiert.

Der Mensch neigt dazu, sich eine räumliche Grenze ziehen zu wollen und hat das sogar in seinen 5 wichtigsten Urinstinkten, Sinnen und Hormonen fest verankert.

Es ist der Raum um uns, den wir brauchen. Es ist die Höhle, die wir brauchen und damit die Abgenzung für unsere Persönlichkeit.

Von Psychologen, Marktforschern, Soziologen und Neurologen werden ganze Forschungsreihen angestrebt, um die Emotionen, Impulse und Instinkte zu entschlüsseln, die für ein harmonisches und arbeitsförderndes Arbeitsumfeld verantwortlich sind .

Obwohl unser Großhirn seit 50.000 Jahren nahezu unverändert für uns arbeitet und sich die Sinne, Hormone und Urinstinkte, die uns durchs Leben steuern, kaum geändert haben, stehen Experten immer wieder neu vor dem Problem, wie nun der Mensch zielorientiert, entspannt, produktiv und gut gelaunt seiner Arbeit nachgehen kann.

Wie sieht nun der „richtige„ Raum und Arbeitsplatz für den Menschen aus?

Nutzen wir am besten die sechs Sinne, unsere Urinstinkte und lassen sie mit unseren fünf wichtigsten Hormone zusammenarbeiten, damit wir Glück empfinden? Denn laut neurologischen Untersuchungen soll dieses Zusamenspiel die Formel für Gück sein. Dieser Cocktail schüttet bei uns Menschen einen Zustand vollkommender Befiedigung und Wunschlosigkeit aus.

Gibt eine Formel für Glück, Wohlbefinden und ein Marketing nach innen, damit jeder Mitarbeiter ganzheitlich abgeholt werden kann und so die Produktivität steigt und die Krankenstatistik der Unternehmen praktisch verschwindet?

Leider setzen Unternehmer und Arbeitgeber auf unüberlegte “Trendräume” und hoffen, dass dadurch auf Knopfdruck am Arbeitsplatz alle fröhlich sind. Es ist derzeit der Trend, den sich Unternehmen auf die Agenda geschrieben haben, um am Markt mithalten zu können und die Generation „Y“ von ihrem Arbeitgeber und Unternehmen zu begeistern.

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Sie lassen ihre Büros mit Kuschelecken, wahllos farbigen Wänden und Tapeten, Kickertischen, Loungebereichen und Großraumbüros, in denen jegliche Intimssphäre zur Seite geschoben wird, ausstatten.  Leider kostet das den Arbeitgeber nur unsagbar viel Geld und der Effekt, der eigentlich erreicht werden sollte, bleibt dennoch aus.  Für den Arbeitgeber/Unternehmer erst nach einigen Jahren bemerkbar. Der Mensch braucht mehr, als ein nach außen wirkendes, modernes Büro.

Macht nichts, denkt sich die Industrie, denn dann steht schon der nächste Tend vor der Tür und es wird wieder umgebaut, um am Markt nicht als „ old school „ betitelt zu werden.

Dabei ist gerade ein Teil „old- school„ genau die Lösung für sinnige und nachhaltige Arbeitsplatzgestaltung, in der sich Menschen gut fühlen. Fangen wir damit an, was der Mensch in seinem Büro, auf dem Flur und in dem ganzen Gebäude auf sich wirken lassen muss, um produktiv sein zu können.

Was wir an unserem Arbeitsort dauernd unbewusst wahrnehmen und es im Unterbewusstsein abspeichern 

Wir wissen mitlerweile, dass selbst im Schlaf der Körper alles unternimmt, um seine Lage optimal zu korrigieren, um Ausgeglichenheit beizubehalten.

Dafür sind empfindliche Druckstellen der Zellen verantwortlich, schreiben Schlafforscher. Der Urinstinkt “Reflex” korrigiert uns selbst im Schlaf. Es sind auch im Wachzustand die Reflexe, die autonome Reaktionen hervorrufen und damit unsere Wahrnehmung steuern und immer wieder ausgleichen wollen.

Denn unser evolutionäres Frühwarnsystem, welches ständig den Ausgleich sucht und uns damit schon vor tausenden von Jahren unser Überleben sicherte, arbeitet 24h am Tag, auch während wir arbeiten.

Geräusche im Büro, Gerüche, Bodenkontakt, Lichteinflüsse sind nur einige Parameter, die im Körper als Veränderungen wahr genommen werden und die mit entsprechender Orientierung, Rückkopplung und Umorientierung einhergehen.

Gehen wir von einem harten Fliesenboden weiter auf einen weichen Bürofußboden, ist der Tastsinn gefordert und analysiert dabei eventuelle Gefahr. Ist der Teppich noch wild gemustert, hat der Sehsinn obendrein auch eine Aufgabe zu bewältigen.

Vorbei an einer Wand, die rot gestrichen wurde und mit blauen Bildern dekoriert, weiter an Fenstern, die verdunkelt wurden und am Ende des Flures dann vielleicht ein heller Sonnenstrahl. Bei so einer Umgebung müssen die Augen stets arbeiten, um die Lage und Position zu kontrollieren.

Dann muss die Haut noch einen Luftstrom aus der Klimaanlage analysieren, wobei gleichzeitig die Gerüche von Kaffee und Menschen aufgenommen werden, um auch hier sich ein Bild zu machen, ob olfaktorisch Gefahr droht oder nur ausgeglichen werden muss, um den Geruch als bekannt und als Wohlfühlduft abzuspeichern.

Das ist unsere Umwelt und wir können manche Gegebenheiten nicht isolieren und aus den Büros verbannen. Wir können aber mit diesem Wissen sensibel das Bürogebäude und die Arbeitsräume darin betrachten und verbessern.

Bildschirmfoto 2016-09-02 um 10.42.11Der Zweck prägt das Gebäude und gute Räume resultieren daraus. So wie Räume, die von der Natur gebaut wurden und funktionieren, sollten auch Räume der Menschen sich dem anpassen und ein Spektrum aufweisen, welches seine individuelle Projekttionsfläche unterstreicht. Zum Beispiel machen die Termiten das wunderbar vor.

Nichts wächst in der Natur von Außen nach Innen und so sollte auch ein Gebäude von Innen nach Außen betrachtet und gestaltet werden.  Der Zweck prägt dann das Gebäude. Die Termiten zum Beispiel machen das optimal vor.

Der Mensch: Welche Menschen brauchen welchen Raum und Arbeitsplatz?

Zum Beispiel ein Außendienstmitarbeiter arbeitet nicht nur anders als ein Buchhalter, er ist auch, wenn richtig eingesetzt und sein Potenzial erkannt wurde, ein völlig anderer Menschentyp.

Ein extrovertierter Mensch mit extrovertierten Aufgaben in seinem Beruf sollte gerne im oberen Geschoß des Gebäudes sein Büro haben. Für ihn gilt: Flure mit Besprechungsinseln, Orte der Kommunikation oder Großraumbüros machen diesen Menschen keine Mühe. Sein Arbeitsraum kann in Form & Farbsprache lauter und ausdrucksstark sein.

Ein introvertierter Mensch mit Aufgaben,  die eine ruhige Arbeitsatmosphäre fordern, findet sich gerne im Untergeschoss oder in ebenerdigen Räumlichkeiten wieder. Flure mit Besprechungsinseln, Großraumbüros , Kaffeestationen auf den Fluren wären hier Fehlinvestitionen. Diese Menschen bevorzugen die klassische Teeküche, Büros für zwei Mitarbeiter, leise und zurückhaltende dekorative Elemente.

 Der Raum: Welche Arbeit braucht welchen Raum?

Entsprechend der Mitarbeiterabteilungen und dem Charakter der Arbeitsaufgaben, sollten die Farben und Materialien sowie die Raumgrößen geplant oder umgebaut werden. Wir können mit Farben und Materialien die Leistung und das Wohlbefinden  fördern oder fordern.

Mit Raumgrößen suggerieren wir im besten Fall Schutz, Sicherheit, Großzügigkeit, aber auch im schlimmsten Fall nur die Verwahrung von Mensch und Arbeitsutensilien.

Flure sind wichtig:

Flure sind Arbeitsplätze

Flure verbinden Räume und Menschen, Menschen begegnen sich, halten an und unterhalten sich, es staut sich, der Stau löst sich auf – kurz:

Ein Flur ist wie eine Ader in einem Organismus – es muss fliessen können.

 

Schaue dir deinen Arbeitsplatz an

  • Steht mein Schreibtischstuhl mit dem Rücken zur Tür oder Fenster?  Sitze ich im Durchgang, zieht es vielleicht?  Auf was für eine Wandfarbe, Bild schaue ich? Was rieche ich, was höre ich?  Wohin wird mein Blick gelenkt?
  • Sind die Wege zu Mitarbeitern effizent? Entspricht der Raum meinen Bedürfnissen, um mein Potenzial für die Firma zu geben, ohne matt und müde in den Feierabend zu gehen? Fühle ich mich wertgeschätzt und geborgen?
  • Wohin zieht mich optisch der Raum, wenn ich ihn betrete?

Nimm dir einen Moment Zeit und lasse den Raum auf dich wirken. Lass dich inspirieren von Analogien und frage dich selbst:

  • Was ist hell, was ist dunkel?  Was ist hoch und was niedrig?  Was ist hart und was ist weich?  Was ist offensichtlich und was versteckt? Was ist flach, was ist tief oder hoch?  Was entsteht gerade, was ist bereits komplett?

Was ist jetzt dein Gefühl wenn du dir diese Fragen stellst und was ist deine Reaktion?

Noch ein wichtiges Thema: Der Eingangeingang zu m Arbeitsplatz

Der Raum, der Flur, ein Eingang in das Gebäude sollte die kulturelle Identität des Unternehmens , seine “ID” in Farbe und Form, die  sogenannte „hidden agenden„ –  also die verborgene Leit- Firmenkulturmotive deutlich hervorheben. Der Eingang ist die allgemeine Firmenbotschaft für was du und das Unternehmen einstehst. Ist der Eingang einladend und dynamisch oder eher verwinkelt und abbremsend?

Übergänge und Eingänge sind Schnittstellen und sie sind von entscheidener Bedeutung, da hier die Frequenz der eintretenden Menschen und damit die Zutrittsgeschwindigkeit sowie das Begehungsverhalten gesteuert wird.

Eingang zum Arbeitsplatz 2

Das Gebäude selbst schließlich, erzählt von seiner Vergangenheit. Es zeigt seine Unternehmenskultur und seinen Anspruch an seine Werte.  Alt und neu sind meistens sichtbar miteinander verbunden. Es ist statisch aber auch dynamisch. Wie beim „ goldenen Schnitt“ sollte das Gebäude und seine Zuwegung und die Proportionen einhalten, die wir  Menschen als harmonisch wahrnehmen.

Wenn das alles harmonisch stimmt, lässt uns die „ Ordnung” des Gebäudekörpers gerne in diese „ Höhle “eintreten , da wir schon im Außen erkennen, dass sich im Innern das Unternehmen authentisch reflektiert.

Firmen sind heute geographisch weit verstreut und durch das digitale Zeitalter besteht keine Notwendigkeit mehr,  das das “Headquater” ständig aufgesucht wird.

AnnetteUmso wichtiger ist es, das sich in jeder Filiale, in jedem Büroraum die DNA und damit das Corporate Design des Unternehmens, einfach und deutlich seinen Ausdruck findet. Dann arbeiten die Menschen gerne und effektiv in den Arbeitsräumen.

Annette Hoerauf

Expertin für Raumergonomie und neue Arbeitsräume

www.annette-hoerauf.de

 

 

 

 

Wie sieht dein Arbeitsumfeld aus? Was macht dich krank oder welche Bedingungen geben dir die volle Power? 

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