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Die Macht der Ohnmacht

Wie du dich aus der Ohnmacht einer Opferrolle befreien kannst.

Ich komme gerade von einer sehr inspirierenden wie auch intensiven Fortbildung zurück, mit dem zentralen Thema „Macht und Ohnmacht“ in allen möglichen Facetten:

  • im beruflichen Kontext 
  • in unseren privaten Beziehungen, Freundschaften und innerhalb der Familie
  • gegenüber den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen
  • hinsichtlich unseres Körpers, vor allem bezogen auf Leistungsfähigkeit, Krankheit, Altern, Tod
  • gegenüber unseren Gedanken, Gefühlen, Verhaltensmustern und Prägungen

Wir alle haben es als Kinder erlebt: Situationen in den wir uns macht- und hilflos gefühlt haben oder ungerecht behandelt. In denen unsere Handlungsspielräume durch Abhängigkeiten begrenzt waren.

Und noch heute sehen wir uns immer wieder Ereignissen gegenüber, denen wir uns ausgeliefert fühlen: als Opfer der Umstände und der Verhaltensweisen anderer.

Doch inwieweit setzen sich dabei einfach alte Erfahrungen fort aus deren Perspektive heraus wir auf heutige Gegebenheiten blicken und sie entsprechend bewerten?

An welchen Stellen handeln wir heute noch wie damals ohne uns bewusst zu machen, dass unsere Handlungsoptionen als Erwachsene weiter gefasst sind?

Wo ist ein Update zur Selbstaktualisierung fällig?

An manchen Stellen sind wir tatsächlich machtlos: wir können z.B. den Ausbruch einer Krankheit, eine Kündigung oder einen Streit nicht ungeschehen machen. 

Ohnmächtig fühlen wir uns vor allem, wenn wir keinen adäquaten Umgang damit finden und keine Gestaltungsmöglichkeit erkennen oder wahrnehmen. Diese schmerzliche Erfahrung versuchen wir zu umgehen indem wir uns in typischen Reaktionen verlieren: Wut, Zorn, Empörung, Vorwürfe oder aber Verzweiflung, Resignation, Rückzug, Selbstmitleid.

Es lohnt sich, einmal genauer zu hinterfragen, was wir alles tun, um das Gefühl von Schmerz und die Erfahrung von Ohnmacht zu vermeiden.

Warum wir Ohnmacht vermeiden 

Entweder versuchen wir Oberwasser zu behalten, indem wir Macht über unser Leben und andere zu erlangen suchen, z.B. durch Dominanz, Einschüchterung und das Ausüben von Kontrolle. Machtverlust würde Ohnmachtsgefühle auslösen und dies gilt es partout zu verhindern. In diesem Konstrukt speist sich das Machtstreben aus der Angst vor der Ohnmacht. Wird Macht so gelebt,  geht es nicht um positives Gestalten im Dienste einer guten Sache, sondern um Vermeidung von eigenem Schmerz.

Oder wir leben die sogenannte Macht des „Opfers“, welches erduldet, sich arrangiert, aber leidet und anderen dafür die Schuld gibt. Bei dieser passiven Form der Macht spielen wir nicht mehr mit. Wir entziehen oder verweigern uns und suchen Gleichgesinnte zum gemeinsamen Jammern oder Lästern. Oder wir retten uns in manipulierende Schutzbedürftigkeit indem wir uns kleiner machen als wir sind, in der Hoffnung auf Rücksichtnahme und Schonung.

Macht-und-OhnmachtIn ein Gefühl der Ohnmacht können wir uns auch selber hinein manövrieren: wenn wir unsere Macht an andere abgeben und beispielsweise deren Urteil über uns mehr Glauben schenken, als unserem eigenen. Wenn wir sozusagen die Deutungshoheit darüber, was an uns richtig oder falsch, gut oder schlecht ist anderen überlassen. Diese Abhängigkeit von der Meinung anderer erzeugt spätestens dann Ohnmachtsgefühle, wenn wir auf Ablehnung oder Kritik stossen, denen wir dann unverhältnismäßig viel Gewicht verleihen.

Wie auch immer geartet: in der Ohnmacht gefangen tragen wir nicht aktiv zur Veränderung der Umstände bei, denn die Überzeugung lautet „es liegt nicht an mir, ich kann sowieso nichts tun“.

Wir übernehmen dann keine Verantwortung für unser Erleben der Wirklichkeit und für die Art und Weise wie wir darauf antworten. Aber das ist es, worum es eigentlich geht. Denn dies würde uns wieder in eine mächtigere, eine stärkere Position verhelfen.

Dann wären wir einerseits dem Unentrinnbarem in unserem Schicksal ergeben UND gleichzeitig gestaltend im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten. Macht und Ohnmacht sind also nie absolut.

Wache Verantwortung statt Ohnmacht

Um Verantwortung zu übernehmen, braucht es ein waches Bewusstsein darüber, wo und auf welche Weise wir Macht leben und welche Werte, welche Ethik uns dabei steuern.

Leben wir unsere Macht, um uns selbst UND dem Wohle anderer zu dienen? Sind wir mit uns selber in gutem Kontakt, so dass wir niemandem willentlich schaden? Tragen wir unseren Teil der Verantwortung dafür, dass wir Schöpfung erhalten und dem Leben dienen?

Dann können sich alle positiven Aspekte einer konstruktiv gelebten Macht frei entfalten:  Kreativität, Entschlusskraft, Gestaltungswille, Erkennen und Ausschöpfen von Handlungsspielräumen und Veränderungsmöglichkeiten.

Dann ermächtigen wir uns selbst, überall dort wirksam zu werden, wo es auch tatsächlich in unserer Macht steht.

Ein Fortbildungsteilnehmer kam zu folgendem Fazit für sich: „Versuche nicht Macht auszuüben an Stellen, an denen du keine hast!“ 

Hinzuzufügen wäre dem noch:  Aber ignoriere und verleugne sie auch nicht an Stellen, an denen du Veränderung gestalten kannst – vor allem deine eigene.

So gesehen, ist das vielzitierte „Gelassenheits-Gebet“ weit mehr als nur irgendein Kalenderspruch – es spiegelt eine Lebenshaltung, welche in die Würde der verantwortungsvollen Selbstführung mündet:

„Gib´ mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

(als Verfasser wird Reinhold Niebuhr vermutet)

Herzlich,

Katja

Wie ist es bei dir?

  • Welche Assoziationen oder Reaktionen lösen die Begriffe „Macht“ und „Ohnmacht“ bei dir aus?
  • Wo in deinem Leben fühlst du dich ohnmächtig im Sinne von „ich kann nichts tun“ und wie gehst du damit um?
  • Wo in deinem Leben fühlst du dich mächtig und wie (er)lebst und gestaltest du diese Macht?

Hinterlasse uns doch einen Kommentar! 

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