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Sinnsuche

Die Sinnsuche fängt im Kleinen an

Wir suchen oft den großen Lebenssinn – dieser Gastbeitrag von Christoph Schlick hingegen ist ein Plädoyer, dich zu entspannen und die Sinnsuche vor allem im Kleinen zu beginnen…

Christoph Schlick studierte Rechtswissenschaften und Theologie in Graz, Salzburg und Rom. Er war über 20 Jahre Benediktinermönch. 2001 gründete er das Institut für Logotherapie und Existenzanalyse und 2014 das SinnZENTRUM in Salzburg und ist seither als Berater und Coach tätig.

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Sich seinem Sinn anzunähern, muss nicht gleich über die Frage aller Fragen geschehen,
 sondern kann spielerisch passieren. Am Beginn geht es darum, sich selbst wieder näher zu kommen

Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Menschen getrieben und innerlich leer fühlen. Es ist der Tribut an eine hochmobile, digitale Welt, die uns viele Annehmlichkeiten bietet, uns aber auch existenziell herausfordert. Deshalb müssen wir dem höchst agilen Wechselspiel zwischen Dauer und Veränderung, Stabilität und Dynamik, Nähe und Distanz etwas entgegensetzen.

Innehalten ist etwas anderes als lustlose Langeweile

Laut Umfragen aus den USA sind mehr als vier Fünftel der Erwerbstätigen zum Abspannen und Nichtstun nicht mehr in der Lage. Dieses Dilemma beschreibt auch der Karlsruher Philosoph Byung-Chul Han. In seinem Buch „Müdigkeitsgesellschaft“ spricht er uns eine geringe Toleranz für geistige Entspannung zu. „Anything goes“, meint er, Hauptsache, es kommt in unserem Leben keine Langeweile auf. Langeweile scheint der größte Feind des Menschen und des Lebens in einer Leistungsgesellschaft.

Ich meine, dabei wird allerdings der Unterschied zwischen sinnvollem Innehalten und lustloser Langeweile nicht mehr erkannt. Der Mensch strebt heute nicht mehr nach Erfüllung als dem höchsten Gut, sondern nach Abwechslungsreichtum, Aktion und Spannung. Kommt nur der Anflug innerer Leere auf, wird noch mehr gearbeitet und die Freizeit mit Events gespickt. Warum? Weil der Mensch diesen Zustand der Orientierungslosigkeit, der Boden- und Beziehungslosigkeit unbedingt vermeiden möchte. Weil viele nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen und wie der Ausweg daraus aussehen könnte.

Das „existenzielle Vakuum“ saugt alles in sich hinein

Viktor Frankl (1905–1997), der österreichische Arzt und Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, spricht in diesem Zusammenhang vom „existenziellen Vakuum“. Dieses Vakuum, sagt er, sauge alles in sich hinein, was es finden kann. Aus diesem Grund versuchen viele, ihre innere Leere mit Arbeits-, Computer- oder Alkoholsucht zu kompensieren, oder sie flüchten in eine Beziehung. Das gibt ihnen kurzfristig Halt und ihrer Seele Ruhe, aber nicht auf Dauer. Bald schleicht sich das nagende Gefühl der Orientierungslosigkeit oder des „What’s next?“ wieder ein.

Ein starkes Mittel gegen die Leere: Wofür lebe ich?

SinnsucheDie wirkliche Lösung ist aus meiner Sicht, sich aufzumachen und (s)einen Sinn zu finden: Wenn ich weiß, wer ich bin und was ich hier auf Erden will – wofür ich lebe –, habe ich ein starkes Mittel gegen diese Leere. Es ist das Einzige, was es dagegen gibt, und in unserer Zeit sind wir aufgefordert, dieses Gegenmittel aufzuspüren.

Entscheidend sind nicht die Umstände, in denen wir uns gerade befinden, sondern das Wesentliche ist, wie ich mich zu und in einer Situation verhalte. Schaffe ich es, eine Situation mit Sinn zu erfüllen?

Viktor Frankl lehrt uns, dass die Frage nach dem Lebenssinn nicht so schnell zu beantworten ist. Wir können uns ihr nur nähern. Beginnen dürfen wir bei der Betrachtung des Sinnes jeder kleinen Situation in unserem Leben. Es gilt die einzelnen Situationen nicht nur zu leben, sondern sie zu er-leben. Das heißt, in den kleinen Dingen das Wertvolle wahrnehmen, das sehen, was dort entsteht, und auch ganz bewusst erkennen, was ich dort erfahren und erleben kann. Bei sich zu sein ist wichtig, und dadurch Bausteine für meinen Lebenstempel, für ein sinnerfülltes Lebensgebäude zu sammeln.

Auch die Situationen, die vielleicht nicht ganz gelungen sind oder mich sogar belasten, sind Bausteine in diesem Gebäude. Wenn ich sie als Trainingseinheit wahrnehme und nicht als Belastung, kann ich sogar daran wachsen. Das sehen der Möglichkeit in jeder Situation baut einem Burnout oder einer Störung vor.

Sinn folgt aus der Summe wertvoller Situationen

Und immer wieder geht es darum, innezuhalten, Tempo rauszunehmen und zu sehen, zu hören und zu fühlen. Es sind selten die großen, viel öfter die ganz kleinen Situationen meines Lebens, die es sinnvoll machen. Auch wenn der Tag noch so schlecht verlaufen ist, der Austausch im Team mühsam war, kann das Lächeln der Busfahrerin, das goldene Herbstlaub oder ein wärmender Sonnenstrahl all das ausgleichen. Dies zu erkennen und zu leben, beugt außerdem dagegen vor, dass die Wurzeln meines Lebensbaums – ein Bild das durch mein Buch führt –  marode und der Stamm morsch werden oder dass die Krone Blätter verliert.

Sinnvolles Leben oder der Lebens-Sinn ergibt sich demnach als Summe vieler kleiner Situationen, die wir als wertvoll erkannt haben. Auch im letzten Atemzug haben wir noch die Chance, versöhnend zurückzuschauen und zu erkennen, dass wir hoffentlich mehr beschenkt als beraubt, mehr erfreut als verängstigt, mehr geliebt als verletzt wurden.

Trotzen und der Dynamik des Geistes vertrauen

SinnsucheWenn wir manchmal meinen, dass unsere Sinn-Bilanz negativ ausfällt, dass wir wenige tragende Bausteine gesammelt hätten, dass so gar nichts Sinn gemacht hätte, dann sollten wir sehr mutig und vertrauensvoll dagegensetzen: Auch wenn wir es gerade nicht erkennen und erspüren können, Leben ist per se unendlich sinnvoll! Dies ist eine Annahme, die ich nicht in Frage stellen lasse.

Daran manchmal zu zweifeln, ist menschlich. Gerade in großem Leid oder bei einem schwerwiegenden Verlust. Doch dann gilt es wieder zu trotzen und der Dynamik des Geistes zu vertrauen: Es macht unbedingt Sinn, dass ich da bin, auch wenn die Situation schwer sein mag. Leben hat ein Wofür, für das zu leben und zu sterben sich immer auszahlt.

 

Christoph Schlick

www.sinnzentrum.at

christophschlick.com

 

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Kürzlich erschien Christophs Buch “Was meinem Leben echten Sinn gibt – Die wichtigsten Lebensfragen klären”. Dort findest du das, was dieser Artikel in seiner Essenz ausgedrückt hat, auf 192 spannenden, berührenden und intelligenten Seiten. Christoph Schlick, ehemaliger Benediktinermönch und Leiter des von ihm gegründeten SinnZENTRUMS, begleitet den Leser auf der Suche nach dem wichtigen Dreh- und Angelpunkt seines Lebens. Basierend auf der von Viktor Frankl entwickelten Logotherapie kann jeder Antworten auf komplexe und wichtige Lebensfragen finden und die tiefe Erfahrung machen: “Jetzt weiß ich, was meinem Leben echten Sinn gibt!”

Hier kannst du dir das Buch holen:

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