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Die Weisheit von Rumi – umgesetzt für die Praxis

In der Dichtung wird Weisheit mit Bildern vermittelt, wo wir oft mit intellektueller Sprache an Grenzen stoßen. Eines der wundervollen Gedichte von Rumi spiegelt die Kernphilosophie der Arbeit mit Persönlichkeitsteilen wider, welche auch in Therapie und Coaching eingesetzt wird.

Die Heilpraktikerin für Psychotherapie, Sylvia Römer, findet die Idee von Rumi einfach großartig und nutzt sie daher auch für die Praxis. Hier will sie dir zeigen, was das Gedicht für eine tiefere Bedeutung hat.

Das Gasthaus von Rumi

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.

weisheitJeden Morgen ein neuer Gast.
Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.

 

Begrüße und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt.
Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll,
vielleicht reinigt er Dich ja für neue Wonnen.

 Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu dir ein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden
aus einer anderen Welt.

 

Rumi vermittelt uns mit seinem „Gasthaus“ eine Haltung aus der Achtsamkeitspraxis. Seine Begriffe lassen sich auch gut als Metaphern in Verbindung mit einem Teile-Modell zur Erforschung unserer Innenwelt verwenden. Im Folgenden werde ich mich darauf beziehen.

Das Gasthaus – unser Bewusstsein der Weisheit

weisheit-bewusstseinAlles, was in uns ist, darf da sein. Und alles, was wir denken, tun und erfahren, beruht auf Bewusstsein. Ohne Bewusstsein könnten wir keine Erfahrung machen.

Die Idee, sich Bewusstsein als Gasthaus, einen inneren Raum oder als ein Wohnzimmer vorzustellen, zeigt auch die buddhistische Sichtweise, die von dem vietnamesischen Zen-Meister Thich Nhat Hanh vertreten wird.

Die Gäste – unsere Persönlichkeitsanteile

Unser Bewusstsein enthält alle potenziellen Gemütszustände, zu denen wir als Menschen fähig sind. Einige dieser Gemütszustände scheinen sich in unserem Leben ständig zu wiederholen – aus ihnen entwickeln sich unsere sogenannten Persönlichkeitsanteile.

Persönlichkeitsanteile kann man sich wie die Gäste eines Gasthauses vorstellen, oder wie die Bewohner eines Hauses. Sie erscheinen immer dann in unserem Wohnzimmer oder Gasthaus, wenn sie aktiviert wurden oder uns bei der Bewältigung bestimmter Aufgaben helfen wollen.

Grundsätzlich sind alle Persönlichkeitsanteile gut. Sie befinden sich jedoch in unterschiedlichen Reife- und Entwicklungsstadien und haben alle ihre eigenen Launen, Gedanken und Verhaltensweisen, was es uns manchmal schwer macht, mit ihnen umzugehen. Bekannte Vertreter sind hier der innere Kritiker, Antreiber und Richter sowie die verletzten, inneren Kinder.

 Die ankommenden Gäste

Tritt nun einer der Teile oder Gäste in den Vordergrund und übernimmt die Führung über unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, will er unsere Aufmerksamkeit.

weisheit-erlangen„Behandle jeden Gast ehrenvoll.“ sagt Rumi. „Begrüße und bewirte sie alle!“ selbst wenn die Ankünfte unerwartete Besucher wie Depressionen oder Gemeinheiten beinhalten. Das heißt alles, was in uns lebendig ist, hat eine Botschaft für uns und jeder Gast ist zu unserer Führung geschickt worden. Und damit endet das Gedicht von Rumi.

Man kann jedoch jetzt noch einen Schritt weitergehen und fragen: „Wer führt unser Gasthaus? Wer tritt in Dialog mit den Gästen?“ Der Begriff des „Gastgebers“ kommt mir dabei in den Sinn; auch wenn er bei Rumi so nicht vorkommt, empfinde ich ihn doch als eine gute Metapher zu unserem wahren Selbst.

 

Der Gastgeber – das Selbst

Das Selbst ist die Führungsinstanz bei der Arbeit mit den inneren Anteilen. Es sitzt im Zentrum unseres Bewusstseins (Gasthaus) und kann von dort aus – in mitfühlender Verbundenheit und mit ruhiger, zuversichtlicher Klarheit – mit allen unseren Gästen in Kontakt treten.

Das Selbst kann man auch als Kern unseres Seins, als unser Gewahrsein bezeichnen. Liebevolle, bewusste und mitfühlende Achtsamkeit ist eine Qualität des Selbst der Weisheit.

Die Haltung des Gastgebers

weisheit-willkommenWenn wir in der Selbstführung sind, nehmen wir die Haltung eines achtsamen Gastgebers ein. Dann sind wir wohlwollend und freundlich gegenüber allen unseren Gästen. Dann behandeln wir alle gleich.

Dann sagen wir vielleicht so etwas wie: “Aha – ich habe einen Gast. Ich will mich ihn jetzt zuwenden, ihn bewirten und fragen, was er will, und was ich für ihn tun kann.”

Wenn wir allerdings zu viele Gäste gleichzeitig in unserem Gasthaus haben, dann erfahren wir es als Stress. Dann fällt es uns schwer, die Aufmerksamkeit auf einen Gast zu richten, der gerade unsere Hilfe braucht.

Ziel der Teile-Arbeit ist es daher, das Selbst (Gastgeber) zu stärken.

Eine Grundübung zur Zentrierung und Stärkung und zu neuer Weisheit

Eine Übung, um im zentrierten Zustand des Selbst zu sein, ist es, zu sitzen und einfach den Atem bewusst wahrzunehmen.

Die folgende kurze Atemübung mit 4 Sätzen kannst du zu jeder Tageszeit und an jedem Ort durchführen – sie bringt dich in die Gegenwart:

  • Finde einen bequemen Platz zum Sitzen.
  • Wichtig ist es, die Wirbelsäule angenehm aufrecht und den Kopf im Gleichgewicht zu halten. Diese Haltung hilft zu entspannen, ohne abgelenkt zu werden.
  • Lenke nun deine Aufmerksamkeit auf den Atem.
  • Wenn du einatmest, sage dir: “Beim Einatmen schenke ich meinem Körper Ruhe.”
  • Beim Ausatmen sagen dir still: “Beim Ausatmen lächle ich.”
  • Bei der nächsten Einatmung sage dir: “Ich verweile im gegenwärtigen Moment“.
  • Beim Ausatmen: “Ich weiß, es ist ein wunderbarer Moment”.

Wenn du präsent in deiner Mitte bist, entspannt sich dein inneres System und deine Gäste werden ruhiger. Dann kannst du leichter deine Aufmerksamkeit auf den Gast und seinen Gemütszustand lenken. Und wenn dieser Gast Sorgen hat, kannst du ihm zulächeln und etwas sagen wie: „Hallo Sorge, ich sehe dich. Ich merke, dass du heute sehr aktiv bist.“ 

Einfach diesen Gast voller Mitgefühl anzuerkennen, kann schon helfen. Doch wenn er sehr stark ist, kann es natürlich auch hilfreich sein, mit ihm einen inneren Dialog zu führen, um herauszufinden, was ihn gerade so aktiv sein lässt.

 

Mit herzlichen Grüßen

bindungstraumaIn Liebe & Verbundenheit

Sylvia Römer

www.sylvia-roemer.de

 

Über Sylvia: 
Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG) und Friedensbloggerin. Ich arbeite als Coach und als therapeutische Weg- und Prozessbegleiterin und unterstütze Menschen in allen Krisen,  verstehe mich als „Potential-Entfalterin“ zum inneren Frieden. In meinem Friedens-Blog inspiriere ich und kläre auf: Trauma-Arbeit und Friedens-Arbeit gehören aus meiner Sicht zusammen. Ein geheiltes Trauma birgt das Potential in sich zu erwachen, und kann so ein Sprungbrett in die Weisheit und zum Frieden werden.

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