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Öko statt Ego? WeQ statt IQ?

Warum ein gesundes Ich-Bewusstsein ein Fundament für ein gelingendes WIR ist

Ego – ein rotes Tuch?

Ich bekenne: Das Ego war für mich, die sich seit einigen Jahren in der Transition Town– und der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung engagiert, sehr lange ein rotes Tuch. Ego – das war für mich gleich zu setzen mit Ellenbogen, mit Narzismus, mit übertriebener Ich-Bezogenheit. Egos, das waren die, die nur den eigenen Vorteil und den maximalen Spass im Sinn hatten und dabei die Verantwortung für unseren Planeten vergaßen. Egos waren unsolidarisch, hatten nur die eigene Karriere im Sinn, waren unterwegs mit einer “Nach-mir-die-Sintflut”-Haltung, dachten nur an “mein Haus, mein Auto, mein Boot” und waren damit irgendwie auch Spießer. So hatte ich mir eine schöne große plakative Ego-Schublade zurechtgebastelt. Ich fand ja auch allerlei Literatur von weisen Menschen, die allesamt das Ego, den Homo Oeconomicus und seine Profitgier, verantwortlich dafür machten, dass unser Ende in einer Tragödie droht. Hatte all das gelesen und verstanden – zumindest glaubte ich das.

Ganz schön hipp: Kommunikationswerkzeuge mit englischen Namen

Nein, über so einem Ego, das nicht über seinen eigenen Tellerrand hinaus schauen kann, stand ja ich weit drüber. Schließlich hatte ich ja die Machenschaften dieses Systems geblickt. Ich wusste, dass wir einander die Hand reichen müssen, dass sich der Wandel gemeinschaftlich und in neuer Gruppenkultur vollziehen würde. Ich wusste das, wir wussten das. Wir, die wir uns engagierten, wir die wir uns engagieren. Dazu nutzten und nutzen wir allerlei Kommunikationswerkzeuge, die häufig englische Namen haben – vielleicht auch, weil das noch spektakulärer und exklusiver klingt. Manche davon sind sogar brauchbar und könnten wirklich zu einem neuen WIR beitragen. Aber wir blieben wieder in Technik stecken.

Wirklich schon reif fürs Wir?

Denn ich muss zugeben: Das mit dem WIR war und ist oft nicht so einfach. Zumindest ich – und ich denke, andere erlebten und erleben dies auch immer mal wieder – stieß so manches Mal an meine Grenzen. Projekte scheiterten, Gemeinschaften zerfielen. Nicht nur einmal. Mein schmerzhaftestes Erlebnis war, eine Genossenschaft, die verheißungsvoll startete und sogar mit einem Gründerpreis bedacht wurde, fulminant in den Sand gesetzt zu haben. Drei Jahre Arbeit, ein beruflicher Horizont – in wenigen Monaten: Abgeschrieben. Und ich selbst: psychisch am Rande meiner Kräfte. Hätte mein Mann mir damals nicht Halt gegeben, ich weiß nicht, was geworden wäre. Und dabei wollten wir, die Genossinnen und Genossen, doch solidarisch miteinander sein, hatten uns doch so ein schönes kommunikatives Leitbild gegeben. Sogar an Mediator*innen für Konfliktfälle hatten wir gedacht. Und doch zerfleischten wir am Ende einander. Wir waren wohl keinen Deut besser…

Im WeQ-Weg: riesige mentale Müllberge

Das Konzept von WeQ lässt sich kognitiv erfassen. Es jedoch wirklich  zu praktizieren, ist für viele von uns wie Neuland. Es lässt sich nicht durch “Kuschelweich-Sprüche” herbeireden. Kollektive Glaubenssätze wie  “Lass dir die Butter nicht vom Brot nehmen!” oder “Erst kommen die Fleischtöpfe, dann die Moral!” Diese und ein latentes Misstrauen haben sich jahrzehntelang in unser Bewusstsein gefressen, machen unsere soziale Praxis aus. Wir haben das inhaliert. Das lässt sich nicht einfach austauschen wie eine warme Winterjacke gegen den luftigen Trenchcoat. Und wie sollten wir auch Vertrauen fassen, wenn uns McDonalds ständig “Ich liebe es” verheißt, Aldi einfach mehr ist und Lidl sich wirklich lohnt? Unsere Umwelt ist nicht nur mit Müll verschmutzt; riesige mentale Müllberge machen es schwer, uns zu dem Menschen befreien, der wir sein könnten.

Am Anfang steht ein starkes “Ich”

Doch wie können wir ein gelingendes Wir lernen? Mir wird immer klarer, dass es hierfür ein starkes “Ich” braucht. Ein “Ich”, das sich selbst kennt, das sich selbst anerkannt, wertschätzt, liebt mit seinen Stärken, seinen Schwächen, seinen Schattenanteilen. Ein “Ich”, das sich Raum und Pausen gönnt, um Kraft zu schöpfen, das weiß, was es braucht.

Ein starkes Ich, weil es sich und andere dann am erfüllen kann. Interessanter Weise wird dieses Ich dann einen größeren Reichtum in sich selbst entdecken und gar nicht mehr so viel Bestätigung und Status im Außen benötigen. Ein sich selbst nährendes Ich – das beste Ich, das es für einen nachhaltigen Lebensstil geben kann. 

 

“Willst du die Welt verändern, dann verändere dein Land.
Willst du dein Land verändern, dann verändere deine Stadt.
Willst du deine Stadt verändern, dann verändere deine Straße.
Willst du deine Straße verändern, dann verändere dein Haus.
Willst du dein Haus verändern, dann verändere dich”,
sagt Laotse.

Der Mythos von den Kugelmenschen

Den Anfang macht das Ich, das auf dem Heilungsweg ist. Und mir wird immer klarer, wie groß diese meine eigene Baustelle noch ist. Doch natürlich bleibt es nicht dabei. Wir Menschen sind zum Glück keine Inseln. Ein “Ich-und-Du-in-Balance”, das sich im WIR erlebt und erfüllt, erlebst du, erlebe ich in manchen großen, selbstvergessenen, beglückenden Momenten. Noch ist die Konstante ein Mythos: Der von den Kugelmenschen, die einst Platon ersann. Wir tasten uns ran, wir erhaschen schon Augenblicke davon.

Dann erkennen wir umso mehr, dass eine starke Welt, ein starkes Wir
ein weiteres starkes und essentielles, unabdingbares, verbindendes Element braucht:
ein starkes Ich.

In meinem heilenden Ich bin ich unterwegs zum Wir.
Manchmal bin ich sogar schon mittendrin. Und DU?

Aufbruchsfreudige Grüße

Steffi aka Stephanie Ristig-Bresser.

http://stephanie-ristig.de/

 

 

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Wenn du tiefer in das Thema WeQ eintauchen willst, ist dieser Artikel sicherlich interessant für dich:

Vom IQ zum WeQ – Kämpfst du noch oder kooperierst du schon?

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