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Ein Problem für jede Lösung? Achtsamkeit in der Meeting-Kultur

Wie ein Problem eine Lösung wird. Fokus in der Meeting-Kultur.

„Pling…“ Das Geräusch von zwei aneinander stossenden Gläsern unterbricht lautes Stimmengewirr und für einen kurzen Augenblick tritt Ruhe ein.

Aber niemand wird jetzt eine Rede halten. Im Gegenteil.

Wir befinden uns in einem unternehmensinternen Workshop und die Arbeitsgruppe hatte sich in hitziger Debatte um die richtige Vorgehensweise verrannt. Statt über Lösungen und Möglichkeiten zu sprechen, hatte sie sich immer tiefer ins Problem hineingeredet.

Das Klingen der Gläser macht sie nun darauf aufmerksam und lässt sie für einen Moment innehalten. Keine weiteren Worte, sobald der Klang zu hören ist. Ein paar Sekunden Sendepause. So lautet die Spielregel.

Fokus-Check

Es ist ein „Pling“ zum Fokus-Check.

ein-problem-loesenNeben den klassischen Rollen „Moderator*in“ und „Timekeeper“ hatte die Gruppe eine Person bestimmt, deren Aufgabe es ist, auf den Fokus der Gesprächsrichtung zu achten.

Driftet die Gruppe ins Jammern ab, in bloße Erklärungen warum etwas nicht geht, in alte Geschichten des Scheiterns oder neue Probleme, dann holt das „Pling“ sie wieder raus.

Es ist ein wohlwollendes „Pling“, kein strafendes. Deshalb gibt es im Anschluss daran auch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

Es folgt lediglich ein kurzer Moment der Stille. Um innerlich einen Schritt zurück zu treten und sich wieder darauf zu besinnen, was es jetzt braucht, um auf zielführende Art und Weise gemeinsam weiterzumachen.

Und dann geht es weiter – bis zum nächsten „Pling“. Und das wird an diesem Tag noch viele Male im Raum zu hören sein.

„Unglaublich, wie oft wir den Weckruf gebraucht haben! Ich hätte schwören können, dass ich meistens lösungsorientiert denke und spreche, aber dem war gar nicht so. Ruck zuck waren wir immer wieder drin im alten Fahrwasser.“ meinte eine sichtlich beeindruckte Führungskraft am Ende der Gruppendiskussion.

„Halte dich von negativen Menschen fern.

Sie haben ein Problem für jede Lösung.“  (Albert Einstein)

So hätte das Motto dieses Workshops lauten können. Geschäftsführung und diese Projektgruppe hatten sich selbst zum Ziel gesetzt, gemeinsam den Weg für eine konstruktiveres Miteinander im Unternehmen zu bahnen und die erste Aufgabe lautete: „Welche Spielregeln wollen wir uns künftig für unsere Kommunikations- und Besprechungs-Kultur geben?“

Das „Jammer-Fasten“ stand ganz oben auf der Wunschliste.

Groß war die Sehnsucht nach einer Neuausrichtung vom ewigen Kreisen um ein Problem zum Gestalten von Lösungen, vom „das funktioniert nicht“ zum „wie könnte es stattdessen gehen?“.

ein-problem-eine-loesungEine echte Herausforderung, wie sich in der Diskussion schnell zeigte:

Denn ab wann wird kritisches Denken zu Jammern und lähmender Negativität und damit destruktiv?

Und ab wann wird allzu schnelle Lösungsorientierung zu blindem Aktionismus und damit oberflächlich?

Unter welchen Bedingungen trägt der sogenannte „Problem-Talk“ zur notwendigen Klärung bei, um Probleme nicht unter den Teppich zu kehren, sondern um sie zu verstehen und daraus für die Zukunft zu lernen?

Wann und wie lange dient Jammern der psychischen Entlastung, um einfach „mal nur Dampf abzulassen“ ohne gleich etwas optimieren zu müssen?

Und wie sorgt ein Team dafür, rechtzeitig die Abzweigung zu nehmen, um nicht im Jammern zu versumpfen, sondern notwendige Veränderung zu gestalten?

Schnell wurde allen klar: Es ist oft so viel leichter zu identifizieren, was wir nicht (mehr) wollen, als zu definieren, was wir uns stattdessen wünschen.

Ein Gegenargument zu der Meinung anderer ist manchmal schneller gefunden, als ein eigener konkreter Vorschlag zu formulieren wäre.

Sich selbst in die Verantwortung für die Gestaltung einer Lösung zu nehmen und damit in Führung zu gehen erfordert Mut!

Menschen haben unterschiedliche Talente und Stärken. Manchen fällt es leicht, in Eigeninitiative neue Ideen zu generieren und diese aktiv einzubringen. Während andere erst dann zu Höchstform auflaufen, wenn sie auf Basis bereits eingebrachter Vorschläge weiter denken, einzelne Aspekte verwerfen und neue hinzufügen dürfen.

Je nach „automatischer“ und gewohnter Denkrichtung ist das berühmte Glas entweder halbvoll oder halbleer und es zieht Menschen zu entgegengesetzten Perspektiven: sie haben entweder bevorzugt das bereits Erreichte bzw. das Mögliche im Blick oder das noch Fehlende bzw. das zu Vermeidende.

Beides hat Vor- und Nachteile – es ist in beiden Fällen eine Frage der Dosis, ob Medizin oder Gift daraus wird. 

Ideal ist es, wenn es beiden Sichtweisen gelingt, sich in einer Diskussion gegenseitig zu ergänzen. Doch die Praxis zeigt, wie verführerisch es doch sein kann, sich genau an dieser Stelle gegenseitig zu bekämpfen und in Grundsatzdiskussionen zu verhaken. Wie auch im Beispiel der oben beschriebenen Arbeitsgruppe.

Dann braucht es ein waches „Pling“, das an die Frage erinnert, worum es eigentlich gerade wirklich geht und ob das aktuelle Vorgehen der gemeinsamen Sache dienlich ist oder sie behindert. Ein „Pling“, das in die Vogelperspektive lockt, um von dort aus die Weichen für das weitere Miteinander neu zu stellen und erst dann wieder inhaltlich ins Geschehen einzutauchen.

Das Prinzip gleicht der buddhistischen Achtsamkeits-Glocke

Es kann helfen, uns aus dem Autopiloten wieder in bewusste Präsenz zurück zu holen und uns dafür zu sensibilisieren, was wir gerade tun, wie wir es tun und ob der Fokus konstruktiv ist.

Und dann kann´s wieder weiter gehen. Bis zum nächsten „Pling“.

Herzliche Grüße,

Katja Lutz-Deklerk

Expertin für achtsame Selbstführung

Die gute Frage:

  • Was holt dich aus dem Autopiloten in deine volle Präsenz?
  • Was sind deine Erfahrungen in Besprechungen: wie gelingt der Dreh vom Gegeneinander zum Miteinander, von der Problem- zur Lösungsorientierung?

Hinterlasse hier doch einen Kommentar!

 


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