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einsamkeit

Einsamkeit – und das Glück der anderen

Wer sich seiner Einsamkeit gerne richtig deutlich bewusst werden möchte, der braucht eigentlich nur auf den Herbst zu warten. Die Sonne lockt nochmal alle Menschen nach draußen, vielleicht zum letzten Mal, bevor es ungemütlich und kalt wird. Und überall siehst du plötzlich nur noch Paare. Auf den Bänken im Park, auf den Spazierwegen durch den Wald. Mann und Frau, eingemummelt und aneinander gekuschelt. Du aber läufst allein und fühlst einen leisen Stich im Herzen.

Auf dem Heimweg von der Arbeit ist es mittlerweile schon so dunkel, dass du durch die Fenster in beleuchtete Wohnungen schauen kann, ins Leben anderer. Abendessen findet dort statt, Gespräche, vielleicht Familie, Gemeinsamkeit, Lachen. Auf jeden Fall Geborgenheit. Diese Mischung aus Wehmut und Sehnsucht macht sich in dir breit. Die Sehnsucht danach, auch ein Teil dessen zu sein. Teil eines Paares. Wie wundervoll wäre es jetzt, wenn auch bei dir zu Hause ein Partner warten würde. Der mit dir zusammen kocht. Dich fragt, wie dein Tag war, oder eine Flasche Wein öffnet und mit dir gemeinsam auf der Coach kuschelt. Jemand, der einfach nur da ist. Auch ganz ohne Wein, Abendessen oder irgendeine Action. Einfach nur da. Jemand, der wissen will, was heute so los war. Und der froh und erleichtert ist, dass du da bist.

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In den Arm genommen werden, sich gegenseitig wärmen und zuhören – im Herbst fehlt das besonders schmerzhaft

Einsamkeit, wohin du schaust

Stattdessen erwartet dich eine leere, dunkle Wohnung. Jetzt nur für dich was Leckeres zu kochen macht auch keinen Sinn. Also geht es mit einer Tafel Schokolade oder irgendeinem anderen Kram, der satt macht, direkt vor die Glotze oder den PC. Serien gucken, Filme, durchs Netz surfen … Irgendwie kriegst du schon die Zeit rum und mit etwas Glück lässt dieses Ziehen in der Brust auch wieder nach. Du hast dich bestens abgelenkt und fällst irgendwann todmüde ins Bett, froh, dass der Tag vorbei ist.

Allein ins Restaurant? Oder ins Kino? In eine Ausstellung oder auf ein Konzert? „Das ist doch albern! Da sitze ich dann allein wie bestellt und nicht abgeholt und fühl mich erst recht blöd!“ Also lieber allein zu Hause, das fühlt sich wenigstens vertraut an.

Die Selbstvorwürfe kriechen wie dunkle Schatten aus den Ecken:

„Alle kriegen einen Partner ab. Warum ich nicht?“

„Anscheinend habe ich es echt nicht verdient, dass es auch bei mir mal klappt.“

„Was mache ich nur immer falsch?“

„Ich könnte heulen, so einsam fühle ich mich!“

Viele Singles nehmen das Alleinsein als persönliches Versagen wahr. Sie leiden unter der Partnerlosigkeit genauso wie unter ihren Selbstzweifeln. Gute Ratschläge oder der Trost von Freunden helfen manchmal kurz, aber eben nur manchmal. Und kurz. Dann setzt sich wieder das Gefühl der Einsamkeit durch und du fühlst dich unzulänglich. Übrig geblieben. Mangelhaft. Alleinsein ist einfach doof. Mit einem Partner wäre alles besser …

Der fehlende Partner als Spiegel

Aber mal ganz ehrlich: Wieso sollte irgendein Mensch auf dieser Welt gerne in deiner Gesellschaft sein wollen – ganz zu schweigen vom Kuscheln auf der Couch oder gar einer echten Liebesbeziehung –, wenn du selbst deine eigene Gesellschaft kaum erträgst oder nicht mal im Ansatz zu schätzen weißt?

einsamkeit

Bei einem Mann würdest du das wahrscheinlich auch nicht aufreizend und interessant finden

 

Wie sollte ein Partner deine Nähe genießen, wenn du selbst die Nähe mit dir nach Möglichkeit vermeidest oder auf ein Minimum reduzierst?

„Aber ich kann total gut allein sein! Ich fahre ja sogar allein in Urlaub. Trotzdem will offenbar niemand mit mir sein!“ Falls dir das jetzt gerade durch den Kopf geht, möchte ich dir sagen: Du nährst deine Frequenz von Mangel. Und zwar immer dann, wenn du dein Sein im gegenwärtigen Moment nicht genießt, sondern glaubst, anders wäre es jetzt besser. Durch dieses Mangeldenken sorgst du obendrein dafür, dass Partner fernbleiben.

DU bist der Leitstern!
Du bist die Quelle dessen, was dir Partnerschaft spiegelt.
Du bist der wichtigste Mensch deines Lebens.
Es gibt niemanden, der dich länger begleitet oder besser kennt.

Also hör auf, dich selbst wie eine lästige Nervensäge zu behandeln, der man nach Möglichkeit aus dem Weg geht. Hör auf, dir selbst inspirationslos und langweilig zu begegnen. Rede dir nicht länger in gedanklichen Selbstgesprächen irgendwelchen paralysierenden und begrenzenden Stuss ein. Hör auf, dir zu erzählen, wie doof oder unwohl du dich allein in deiner Gegenwart fühlst!

Du bist die beste Gesellschaft, die du haben kannst!

Stattdessen fang an, dich bewusst wahrzunehmen. Dich auf ECHTE Nähe einzulassen – mit dir selbst. Lerne dich neu und ohne Bewertung kennen, offen und frei von Verurteilung. Beginne damit, zutiefst ehrlich mit dir zu sein und dir wohlwollende, bestärkende Dinge zu sagen. Fang an, dir zuzuhören. Still zu werden und deiner inneren Stimme zu lauschen. Gib dir und ihr die Zeit und den Raum, die nötig sind, damit du sie wirklich hören kannst.

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Erkunde dich, begegne dir wahrhaft. Ganz sicher wirst du dich dabei selbst überraschen.

 

Fang an, dich selbst als die Person zu behandeln, die du bist: der wichtigste und wertvollste Mensch deines Lebens.

Dann kannst du nämlich erfahren, dass Alleinsein etwas ganz Wundervolles ist – das All-Eins-Sein mit dir selbst. Dass Alleinsein nichts mit Einsamkeit zu tun hat. Und dann kann dir auch im Außen ein Partner begegnen, für den das Sein mit dir ganz wundervoll ist.

Herzensgrüße,

deine Jessica

Jessica Samuel ist Autorin des Buches „Sei dir selbst der Partner, den du dir wünschst“, erschienen im Goldmann Verlag.

 

Weitere herzerfrischend ehrliche Artikel von Jessica, unserer selbsternannten Expertin für Nicht-Beziehung, findest du in ihrem Autorenprofil.

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