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Eltern-Sein: ein Job für 18 Jahre

Ein Plädoyer für die berufliche Anerkennung von Eltern.

Von unserer Autorin, Mutter, Grundschullehrerin und Coach, Katja Artelt.

+++

Ich wünsche mir eine Welt, in der das Eltern-Sein offiziell als Job für 18 Jahre anerkannt wird!

Eltern-Sein ist Arbeit! Das weiß jeder, der Kinder hat. Es geht nicht irgendwie und mal eben nebenbei. Es ist kein Hobby.

eltern-seinEltern-Sein ist Arbeit. Es ist ein Job für 18 Jahre, in denen viele Kompetenzen gefordert und Fähigkeiten nötig sind, und Wissen über Pflege, Ernährung, Prägung, Erziehung, Modell-Sein, positive Kommunikation, etc. Voraussetzung sein sollte.

Eltern-Sein bedeutet Spaß, Stolz, Freude – wie es in jedem anderen Job möglichst auch ist.

Eltern-Sein bedeutet aber auch…

genauso wie in jedem anderen Beruf: Mühen, Zeitaufwand, verschiedene Arbeitsfelder, Belastungen, Verantwortung tragen, etc.

Nur:

Was ist bei uns Eltern mit Überstunden, Bereitschaftsdiensten, Urlaubszeiten, bezahltem Urlaub, Gefahrenzulage, etc.?

eltern-sein-arbeitWie ist das bei uns mit Gehalt, Entlohnung, Wertschätzung, Stellung als Arbeitnehmer, mit Rechten, klarer Anerkennung für den Dienst für die Gesellschaft, etc.?

In früheren Generationen war Hausfrau und Mutter-Sein zumindest eine klare Rolle, normaler und irgendwie auch anerkannt(er).

Eine gute Hausfrau und Mutter kochte, putzte, kümmerte sich um die Kinder und lebte vom Geld des Mannes.

Bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht mein Ideal. Leider gab es auch damals meistens ja nicht wirklich eine freie Wahl für Frauen.

Doch auch heute gibt es noch immer nicht wirklich allgemein eine freie Wahl, wer diesen Job mit den Kindern macht, oder?

eltern-sein-zuhauseDie Eltern beide, oder 80/20 aufgeteilt, oder jemand anderes? Zusätzlich ist ein großer Druck entstanden, da Eltern bzw. meist die zuhause bleibende Mutter, erst wieder was gilt, wenn sie arbeitet. Ach ja???

Sie arbeitet aber doch schon fast den ganzen Tag als Mutter und Hausfrau!

Also wenn sie außerhäusig arbeitet, dann ist das was, dann ist das Arbeit, erst dann ist das erwähnenswert.

„Ich arbeite!“, oder „Ich arbeite zuhause!“ bedeutet bis heute nie, ich bin Hausfrau und Mutter und arbeite daher zuhause, weil ich ein Kleinunternehmen manage.

Schade!

Und Väter, die sich entscheiden, den Job zuhause zu übernehmen, werden auch im Jahr 2019 nicht wirklich anerkannt oder als arbeitende Bevölkerung angesehen.

eltern-sein-vaterrolleZitat eines Vaters in einem meiner Workshops (Väter wir brauchen Euch!): „Es ist komisch, dass meine Arbeitskollegen mich belächelt haben, dass ich nun nur zuhause bin. Keiner sieht mich als arbeitenden Vater/Mann weiterhin. Alle meinen, ich mache jetzt Urlaub zuhause!“

Oder ein anderer: „Erst seit ich das zuhause übernommen habe mit Haushalt und Kindern, sehe ich, was für ein anstrengender Job das ist. Es ist so krass, dass es dafür kein Gehalt gibt! Noch nicht mal mit einer dicken Urkunde oder großem Lob aus aller Munde kann man rechnen!“

Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass wir alle eine Wahl haben, den Beruf als Mutter und Vater einzunehmen?

In einem meiner Vorträge sagte eine Mutter: „ Mein Mann ist zuhause und ich gehe arbeiten. Das ist noch immer sehr unüblich. Bei unseren 110 Angestellten sind wir 2 Mütter, die außerhäusig arbeiten.“  Das hört sich nicht nach freier Wahl an, oder?

Hier gibt es noch mehr Infos für dich im Compassioner:

Warum deine eigenen Bedürfnisse so wichtig für die Beziehung zu deinen Kindern sind....

weiterlesen

Wir brauchen als Gesellschaft doch dringend Kinder, um die Zukunft zu sichern. Dafür brauchen wir Eltern! Eltern, die ihren Job vernünftig machen können, mit Zeit und ohne den Druck, eigentlich „richtig“ arbeiten gehen zu müssen – für Anerkennung, um genug Geld zu verdienen, dass es reicht, und für die Rente.

Eltern arbeiten in diesem Sinne für die Gesellschaft und sollten dafür in meinen Augen auch wirklich entlohnt werden von der Gesellschaft.

Liebe Eltern! Bitte schreibt euch doch einmal auf, was ihr bezogen auf eure Kinder arbeitet.

Macht euch eine Liste, welche Arbeitsfelder ihr bedient und wieviel Zeit ihr täglich damit verbringt.

Ist Krabbelgruppe, Vorlesen, Kochen, Betreuen usw. alles als Hobby zu betrachten? In anderen Berufen heißt das Erzieher/In, Köchin oder Hauswirtschafterin, Taxifahrer, Coach, etc.

Eine meiner Klientinnen hat einmal ihre Arbeitszeit in einer Excel Tabelle notiert – sie alleine kam auf eine 60 Stunden Woche. Ihr Mann hat ebenfalls Zeit mit den Kindern verbracht, wobei dieser seine Stunden nicht zusätzlich notiert hat bis jetzt. Wochen später, als ihre 2 Kindergartenkinder dann krank waren, kam die Mutter etwa auf 80 Stunden pro Woche. Das sind sehr heftige Arbeitswochen, würde ich meinen.

Eltern-Sein: Keine Ausbildung dafür notwendig?

Wieso sehen wir bis heute nicht, dass dieser Job gelernt werden sollte? Seminare, Fortbildungen, Lehrer, Literatur sollte ganz normal und selbstverständlich sein für uns Eltern. Woher sollen wir diesen Beruf denn können? „Ach – das geht schon irgendwie mit den Kindern!“… Naja! Ist das so?

Gut, dass kein Taxifahrer, Rechtsanwalt, Steuerberater, etc. das so sieht in seinem Beruf! „Ach – das geht schon irgendwie mit dem Autofahren, vor Gericht, mit den Steuern, …!“

Und was ist bei Trennung der Eltern?

Auch ich selber bin, statistisch gesehen klar bei der Scheidungsrate mittlerweile, in die Situation gekommen, dass ich durch Scheidung alleinerziehend wurde.

eltern-sein-trennungWieso kann so etwas sein? Wieso allein-erziehend, bei einem Job, der mindestens für zwei Personen gedacht ist?

Das Eltern-Sein ist ein Job für 18 Jahre, den beide Elternteile in meinen Augen miteinander erledigen müssen, egal ob man zusammen lebt oder nicht.

Es sei denn, man regelt das einvernehmlich anders. Das ist bei jedem anderen Job auch so unter Kollegen! Und wenn die zwei es nicht geregelt bekommen, wird es von außen geregelt.

Doch diese Notwendigkeit sieht man bis heute nicht gegenüber Kindern. Noch immer ziehen sich Väter häufig mit dem Argument heraus:

„Ich kann das nicht! Ich muss arbeiten!“ Noch immer wird das auch von offiziellen Stellen so begründet oder es wird empfohlen, man müsse das untereinander klären. Das ist schwierig, wenn man sich als „Kollegen“ nicht mehr versteht, oder?

Was tun als alleinerziehende Frau nach der Trennung?

Meistens ist es noch immer klar, dass der Elternjob  bei der Mutter liegt. Doch da dies kein gesellschaftlich anerkannter Beruf ist und daher kein Gehalt fließt, muss sie außerhäusig arbeiten gehen. Spätestens, wenn die Kinder drei Jahre alt sind.

Die Versorgung der Kinder soll nebenbei laufen. Das ist sogar mit gutem Netzwerk und netter Unterstützung für eine Person kaum zu schaffen. Überbelastungssymptome, Burnout, Hartz 4 Falle sind an der Tagesordnung und wir alle schauen zu. Schade eigentlich, oder?

Wie anders wäre dies, wenn Eltern-Sein als Job anerkannt wäre – für die Gesellschaft, von der Gesellschaft bezahlt.

Entspannte, gestärkte, wertgeschätzte Eltern sind Stütze und Halt für unsere nächste Generation. Wir sollten die Begleitung von Kindern zuhause ehren und unterstützen.

Wie toll würde sich ein Elternteil fühlen, das sagen kann, ich arbeite selbstständig zuhause als Manager eines Kleinunternehmens und dafür erhalte ich natürlich Gehalt, Lohn und Wertschätzung durch die Gesellschaft.

Oh ja! Ich träume von so einer Welt!

Das wäre super!

Zumindest aber können wir alle heute bereits damit beginnen, indem wir zu denen, die zuhause ihre Kinder versorgen, deutlich sagen:

„Du arbeitest zuhause. Das ist lobenswert. Das ist toll! Ich danke dir als Gesellschaftsmitglied für deinen großen Beitrag. Und ich ehre dich!

Ich freue mich auf deinen Kommentar und deinen Like, wenn du eine ähnliche Meinung hast:-)

Katja Artelt

www.katjaartelt.de

Hier mein Youtube Kanal: Videos zu Erziehungsthemen 

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Lust auf andere wache Eltern? Hier findest du sie: 

humantrust

Über Katja Artelt

Ich bin Katja Artelt, 46 Jahre alt, Mutter von zwei tollen Jungs, Coach für Lebens- und Erziehungsfragen und Grundschullehrerin. 

Unter dem Motto: “Mit Freude leben und erziehen“  begleite ich seit 15 Jahren Klienten von Jung bis Alt im Einzelcoaching, als Paare, als Familien, in Seminaren, Elternkursen, Workshops und Fortbildungen. Mich erfüllt es mit großer Freude, bei Lebensherausforderungen beim Auffinden von Lösungen unterstützen zu dürfen, sowie beim Übersetzen von Botschaften an die Eltern oder an die Kinder behilflich zu sein. Selbstliebe, Frieden mit seinen Eltern und Zufriedenheit mit den eigenen Kindern sind dabei die Hauptziele meiner Arbeit.


mehr lesen:

Die Supereltern-Lüge: So kannst du deine Überforderung loslassen…

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