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Enneagramm Typ Sieben – Glückssucher, Schmerzvermeider, „Peter Pan“

Das Enneagramm als Lichtblick und Tor zur Freiheit – Vorstellung der neun Persönlichkeitstypen.

In diesem Teil meiner Serie beschäftigen wir uns mit dem Persönlichkeitstyp Sieben. Bitte lies den Artikel achtsam und achte dabei auf die Reaktionen deines Körpers oder deiner Empfindung.

Es kann sein, dass sich dein Ego ertappt fühlt und rebelliert, mit Widerstand oder sogar mit einer starken Sympathie auf einen Typen reagiert. In einem solchen Fall kann es sein, dass deine Persönlichkeitsstruktur dem beschriebenen Typen aus dem Enneagramm angehören kann.

Der “Berufsjugendliche”

Typ Sieben ist der ewig jung gebliebene Peter Pan, der nicht erwachsen werden möchte und wie ein Schmetterling von Blume zu Blume fliegt, um seinem Lustempfinden nachzugehen. Ähnlich wie Typ Eins kann er den Ambivalentcharakter des Lebens schwer aushalten, da er am liebsten nur Spaß hätte und die schmerzhaften Themen gerne leugnet.

enneagramm-Peter, PanDas Helle und Freudige ziehen ihn magisch an, das Schwere und Dunkle versucht er zu vermeiden, wo es nur geht. Typ Sieben ist ein „Berufsjugendlicher“, der als solcher auch am Aussehen zu erkennen ist.

Denn er kultiviert eine jugendliche Ausstrahlung (durch Lächeln oder Lachen), die der Welt zeigen soll, dass er (alleine) weiß, wie es ist, glücklich zu sein und danach auszusehen. Ich denke dabei an einen Dozenten, der gerne Hawaii-Hemden trug.

Die Grundmuster von Typ Sieben

Da ich zwischen Minuspol und Pluspol einer Persönlichkeitsstruktur unterscheide, fange ich mit dem Minuspol an, an dem es leichter deutlich wird, in welcher Not sich ein Enneagramm-Typ befinden kann. Der Minuspol beschreibt die unbewusste, „unerlöste“ Struktur eines Typen, während der Pluspol die bewusste, „erlöste“ Entwicklung eines Typen darstellt. Ein Enneagramm-Typ bezieht sich auf weibliche und männliche Personen gleichermaßen.

Typ Sieben am Minuspol Realitätsflüchtling

Typ Sieben am Minuspol ist ein „Realitätsflüchtling“ und Alles-Könner. Mit einer scheinbaren Leichtigkeit bewegt er sich tänzerisch durchs Leben, als gäbe es kein Morgen und vermittelt seiner Umwelt, wie gut er drauf ist und wie viel Spaß das Leben machen kann. Dass er dabei zwanghaft getrieben ist und vor der Schattenseite des Lebens flüchtet, ist ihm nicht bewusst.

Die Folge dieser „keep smiling“-Attitüde ist, dass Typ Sieben oberflächliche Verbindungen und Beziehungen aufrecht erhält, ohne sich wirklich einlassen zu wollen. In der Tiefe flüchtet er vor dem dunklen und diffusen Schmerz, den er in der Kindheit erfahren hat und den er nie wieder erleben möchte.

Todsünde Völlerei

Eine der sieben Todsünden (Lateinisch peccatum mortale), die die katholische Kirche als eine besonders schwerwiegende Art der Sünde beschrieb, ist die der Völlerei. Sie bedeutet auch „Fresssucht, Schwelgerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit und Unmäßigkeit.“ Sie kann sich auf Essen und Trinken, aber auch Sexualität beziehen. Die Völlerei (lat. Gula) ist die Charaktereigenschaft, das Laster eines Menschen, die ihn zu einem ausschweifenden und maßlosen Leben führt.

Nach katholischer Lehre lässt das den Menschen undankbar gegenüber Gott und der Gabe des Lebens werden. Typ Sieben am Minuspol gibt sich seinen Gelüsten im Übermaß hin und flüchtet somit vor Verantwortlichkeiten, Pflichten, Verbindlichkeiten und droht in diesem Grundmuster des Minuspols, die eigene Familie oder nahestehende Freunde im Stich zu lassen, um seiner Lust nachzugehen.

enneagramm-CrazySiebener am Minuspol sind sprunghafte, überaktive und überspontane Menschen, die sich schnell langweilen können. Wenn die eigene Lust durch ein Gegenüber nicht befriedigt wird, können sie schnell das Weite suchen und „weiterfliegen“, wenn es ihnen zu tiefgründig oder zu schwierig wird.

Ein Nahestehender kann sich auf diese Weise leicht benutzt fühlen, weil Typ Sieben ihm das Gefühl vermitteln kann, austauschbar zu sein und nicht als Subjekt gemeint zu sein, sondern als Objekt, das die Sieben apersonal nutzt, um den größtmöglichen Lustgewinn aus einer menschlichen Verbindung zu ziehen.

Siebener werden selten aggressiv. Es sei denn, sie werden daran gehindert, ihrer Lust nachzugehen. Dann können sie ungewohnt ungehalten aggressiv werden und können notgedrungen auch in den Angriff übergehen.

Flucht in Fantasiewelten

Bei allem Anschein, ein Herztyp zu sein, ist Typ Sieben jedoch ein Mentaltyp, der zu den Angsttypen des Enneagramms zählt. Seine Angst vor den dunklen Seiten des Lebens lässt ihn in den Kopf flüchten. Wenn ihm seine Realität zu dunkel und unberechenbar wird, flüchtet er sich in Fantasiewelten in seinem Kopf. Dort reist er in Träumen in helle Märchenlandschaften, in denen er ein Abenteurer ist und in denen „alles gut“ ist.

Die entsprechende archetypische Gestalt für den Typen Sieben aus dem Tarot wäre die des Narrs, der das Leben nicht allzu ernst nimmt und für den alles ein Spiel ist.

Am Minuspol ist Typ Sieben wenig bei sich, sehr auf das Außen ausgerichtet und ständig auf der Suche nach Glück und Lust. Siebener haben eine egomane, selbstherrliche Ausstrahlung eines Hochmuts, der auszusagen scheint: „Ich alleine weiß, wie das Leben Spaß machen kann.“ Diese hochmütige Grundhaltung kann eine Arroganz ausstrahlen lassen, die Typ Sieben nicht bewusst ist und die im Kern eine Erhöhung über andere Menschen bedeutet. Eine Sieben am Minuspol erhebt sich dann mitgefühlsfrei über Menschen, die in ihrem Leid gefangen sind.

Typ Sieben am Pluspol: Das magische Kind

Wenn Typ Sieben sich in den Pluspol seiner Struktur entwickelt, fängt er an, inne zu halten. Bevor er vor der Schmerzangst flüchtet, fühlt er, aus welcher Haltung heraus sein Lustbedürfnis aufsteigt. „Möchte ich gerade etwas Unangenehmes vermeiden oder fühle ich die Freude wirklich und möchte ihr Ausdruck verleihen?“

Die Sieben trägt ein schalkhaftes, inneres magisches Kind in sich, das tiefe Freude, Leichtigkeit und Begeisterung empfinden kann und andere Menschen mitreißen kann.

enneagramm-MagieWenn Typ Sieben es schafft, diesem inneren Kind auch zuzugestehen, dass es „dunkle Gefühle“ wie Trauer, Angst und Wut spüren darf, dann bekommen die Freude und der Humor eine wahrhaftige Qualität.

Mehr Bodenhaftung und mehr „Sein im Augenblick“ begleiten die tiefe Lebensbejahung des Typen Sieben am Pluspol. Er kann sich immer mehr einlassen und seine Beziehungen bekommen eine neue Tiefe, die den Spassfaktor genauso einbeziehen wie das Bejahen der Schattenaspekte des Lebens.

Hilfreich für die Entwicklung zum Pluspol ist für den Typen Sieben die Schattenarbeit nach Ken Wilber oder Byron Katie.

Visionskraft & Begeisterungsvermögen

Das Staunen-Können-wie-ein-Kind und die neugierige Begeisterungsfähigkeit – wenn sie nicht zu Fluchtzwecken missbraucht werden – sind die Ressourcen, die Typ Sieben als einen mitreißenden, charmanten und spielerisch-leichten Gefährten auszeichnen. Er schafft es dann, seinen Mitmenschen eine tiefe Lebensfreude zu vermitteln.

Siebener sind Visionäre, die groß denken und groß träumen können.

Gleichzeitig sind sie am Pluspol teamfähig und zuverlässig im Dran-Bleiben, ihre Visionen Schritt für Schritt umzusetzen und andere Menschen zu motivieren. Im bewussten Zustand sind sie Idealisten, die eine nüchterne Herzlichkeit ausstrahlen und sich nicht mehr so stark in den Vordergrund spielen müssen.

Die Attitüde des „im Flow sein“ ist in der erlösten Variante an das magische innere Kind geknüpft, das alle Gefühle – ob hell oder dunkel – in sich bejahen kann.

Berühmte Menschen vom Typ Sieben sind:

enneagramm-BrasilienSteve Jobs, Walt Disney, Thomas Gottschalk, Rudi Carell, Steven Spielberg, Cameron Diaz, „Roger Rabbit“ und „Peter Pan“ als Leitfiguren für das magische Kind des Siebeners.

Als das Land des Siebeners gilt Brasilien.

Die legendäre brasilianische Karnevalskultur mit tagelangen Samba-Festivitäten spiegelt die Lust-Bezogenheit des Typen Sieben wieder und vermittelt Freude, Leichtigkeit und körperliche Sinnesfreuden.

Die folgende Literatur könnte für den Einstieg mit der Beschäftigung der neun Enneagramm-Typen hilfreich sein:

Ich wünsche dir eine erhellende Lektüre

Deine Lidia Schladt.

Hier findest du alle Artikel von Lidia Schladt.

Grundlagen- und Vertiefungsworkshops bietet Lidia Schladt in ganz Deutschland auf Anfrage an.

 

Der nächste Enneagramm-Grundlagen-Workshop findet vom 09.-10.06.2018 in Bremen statt.

 

Wenn dieser Artikel spannend für dich war, dann lies doch hier auch einen Artikel zum Thema Schattenarbeit:

Wie dein inneres Sonnenkind dir beim Schatten entdecken hilft

 

 

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