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Erfüllte Sexualität nach sexuellen Übergriffen? Wie du deine Lust zurück gewinnst!

Ich wage mich in diesem Artikel auf ein Feld, das bisher sehr unter den Teppich gekehrt wird: erfüllte Sexualität nach sexuellen Übergriffen. Wie gewinnst du deine Lust zurück, obwohl du sexuell missbraucht worden bist? Das Thema ist in meinen Augen wichtig, denn wenn man die #metoo Debatte mitbekommen hat, scheinen sexuelle Übergriffe nahezu jede Frau zu betreffen.

Dabei geht es nicht immer um Vergewaltigungen, sondern auch um Herabwürdigungen, Objektivierung und andere Grenzverletzungen. Natürlich gibt es auch genügend Männer, die sexuelle Übergriffe erlebt haben. Und da stellt sich doch die Frage: Was nun?

Einschränkungen der Betroffenen

Lust-SchamIn den letzten Jahren habe ich mit vielen Betroffenen und Mitbetroffenen gesprochen. Die Betroffenen selbst fühlen sich in ihrem freien Ausleben ihrer Sexualität häufig in irgendeiner Weise eingeschränkt.

Bei einer meiner Coachees waren zum Beispiel die Einschränkungen so groß, dass sie Nähe und Sexualität gar nicht mehr zulassen konnte. Dabei hatte sie so große Lust darauf! Bei einer anderen jungen Frau war im Prinzip alles okay, nur wenn sie in der Reiterposition auf ihrem Partner saß, musste sie immer bitterlich weinen. Die nächste wollte keinen Oralverkehr, weil sie sich erniedrigt fühlte.

Die Traurigkeit und die Hilflosigkeit der Partner

Die meisten Männer, die Partner von Betroffenen werden, wissen um die Tatsache der Übergriffe häufig nicht Bescheid. Sie schlittern einfach in etwas hinein, das sie nicht überblicken können. Ein Mann um die 40 meinte erst neulich: „Wieso gerate ausgerechnet ich immer an diese Frauen?“ Daraufhin antwortete ich: „Es gibt zu viele davon, deshalb. Und du bist nicht der Einzige, dem das so geht. Außerdem macht es den Frauen noch viel weniger Spaß als dir!“

Die Männer sind verständlicherweise traurig, weil sie ihre Sexualität mit ihrer Partnerin nicht so richtig teilen können. Und sie sind hilflos, weil sie ihren Frauen die Last nicht abnehmen können!

Das Standard-Narrativ über sexuellen Missbrauch

Die Szenerie verleitet dazu, dass wir in eine kollektive Hilflosigkeit und Wut verfallen. Denn beide Seiten – Betroffene und Mitbetroffene – können nicht wie sie wollen. Viele Betroffene schneiden sich von ihrer Sexualität ab, die Mitbetroffenen fühlen sich absichtlich ausgegrenzt.

Die Hilflosigkeit wird meist noch verstärkt, denn das Standardnarrativ über sexuellen Missbrauch ist: Wenn es dich erwischt, kannst du dein Sexleben an den Nagel hängen. Als ich für mein Buch über Sexualität nach sexuellem Missbrauch Menschen interviewte, schlug mir folgender Satz häufig entgegen: „Meine Therapeutin/Mein Therapeut hat mir gesagt, dass ich mein Leben mit eingeschränktem Sex akzeptieren muss.“

Erfüllte Sexualität nach sexuellem Missbrauch

Dieser Satz macht mich unglaublich traurig und wütend. Denn er stimmt nur bei einem verhältnismäßig geringen Anteil aller Betroffenen. Erfüllte Sexualität nach sexuellem Missbrauch ist definitiv möglich! Das sage ich deshalb aus voller Überzeugung, weil ich mich auf die Suche nach den Frauen gemacht habe, die eine erfüllte Sexualität leben. Sie existieren. Nur reden diese meistens nicht mehr von ihrem Erfolg. Wieso auch? Wenn etwas quasi abgeschlossen ist, brauchen wir es nicht ständig aufzukochen. Deshalb gibt es wenige Vorbilder für die, die noch nicht wissen, ob sie es schaffen oder nicht!

Der Weg zur erfüllten Sexualität

Lust-Make, LoveIch bin der Meinung, dass jede*r den Weg zur erfüllten Sexualität erst einmal finden muss. Da bilden auch nicht Betroffene keine Ausnahme! Der Weg zur erfüllten Sexualität ist für Betroffene nur mit anderen Hürden versehen. Denn er muss bewusster gegangen werden.

Es benötigt bewusste Entscheidungen, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Es benötigt handfestes Lernen und Umlernen. Wohlfühlen und an Grenzen herantreten, ohne sie zu übertreten ist das oberste Gebot. Sprechen und kommunizieren lernen. Fühlen, wahrnehmen und durch Ängste durchgehen.

Die eigene Sexualität zurückgewinnen

Häufig verlieren Menschen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben, das Gefühl für ihren Körper und ihre inneren Bedürfnisse. Auch die eigene Sexualität ist in irgendeiner Form mit dem verquickt, was passiert ist.

Da bedarf es Schritte, nach und nach die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln. Der eigene Körper darf zurückerobert werden, indem man ihn nicht mehr als Spielzeug anderer versteht, sondern ihn wieder sich zu eigen macht. Da dürfen die eigenen Fantasien und Ideen umarmt werden und Ängste und Scham abgelegt werden. Die eigene Sexualität zurück zu gewinnen ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen.

Doch wenn man es geschafft hat, sitzt man wirklich wieder im Sattel seines Lebens!

 

Zu guter Letzt möchte ich dazu ermutigen, sich auf den Weg zu machen. Denn es lohnt sich immer, sich selbst zurück zu erobern und Frieden zu finden. Auch in der Sexualität!

Bis bald
Claudia

www.claudia-elizabeth-huber.de

Alle Artikel von Claudia Elizabeth Hubert gibt es hier.

 

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