Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

zumutung-Titel

Ermutigung zur Zumutung – In guten wie in schlechten Tagen

Zumutung mal anders gedacht: Zwei kleine Geschichten zum Thema „sich anderen zumuten“.

Erste Szene:

Acht Frauen planen ein Treffen zum Jahresauftakt mit der Idee, sich in ihrer Vision und ihren Zielen für 2018 zu bestärken und unterjährig beim konkreten Umsetzen und Dranbleiben zu ermutigen, zu unterstützen und den Weg gemeinsam zu gehen.

Zur Vorbereitung des Treffens werden Fragen verschickt:

Wo stehst du gerade? 

Was wünschst du dir von diesem Treffen? 

Was wünschst du dir von den anderen? 

Und was möchtest du reingeben?

Bei der letzten Frage wird eine von ihnen auf einmal unsicher, fühlt sich unwohl.

„Bin ich da richtig? Ich bin doch gerade gar nicht in meiner Kraft und Klarheit. Was habe ich denn dann überhaupt zu geben?“

Sie sagt wieder ab.

zumutungDie anderen Frauen stimmt das nachdenklich: Welche Verantwortung haben wir an solch einer Stelle, wenn wir uns zusammen finden wollen, um uns gegenseitig zu stärken? Wie darauf reagieren, wenn sich eine von uns, die wir sehr schätzen, ins Schneckenhaus zurück zieht, weil sie glaubt, uns nichts geben zu können? Müssen wir den Rückzug respektieren als ihre Wahl? Oder dürfen wir ihr nicht durchgehen lassen, dass sie sich kleiner macht als sie ist?

Wo ist die Grenze zwischen Selbstverantwortung der Einzelnen und Verantwortung füreinander als Gruppe?

Wie ermöglichen wir es uns, kraft- und würdevoll neue Erfahrungen zu machen?

Szenenwechsel:

In einer Coaching-Ausbildung treffen sich die 20 Teilnehmenden zum nächsten Ausbildungsabschnitt. In der Eröffnungsrunde erzählen sie, was sich seit dem letzten Modul bei ihnen getan hat und an welchem persönlichen Thema sie dieses Mal gerne miteinander arbeiten möchten. Nacheinander benennen sie die aktuellen Herausforderungen in ihrem Leben: Wertekonflikte am Arbeitsplatz, Auseinanderleben in der Ehe, Krankheitsfall in der Familie, die eigene Überforderung im täglichen Pflichterfüllungs-Hamsterrad etc. 

Es ist viel Schwere im Raum.

Dann kommt einer der Männer an die Reihe und er windet sich fast ein bisschen, von sich zu erzählen. Es ist ihm sichtlich unangenehm,  als er mit den Worten beginnt: „Ich traue mich ja kaum es zu sagen, aber mir geht es gerade so gut wie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Ich fühle mich total lebendig und das Leben meint es echt gut mit mir…“.

Sein Coaching-Thema in diesem Modul wird sein: Erlaube ich mir glücklich zu sein (auch wenn andere um mich herum es gerade nicht sind!) und darf ich mich damit voll zeigen?

Eine ähnliche Erfahrung haben vermutlich viele von uns schon einmal gemacht:

zumutung-zurueckhaltenAn der ein oder anderen Stelle halten wir etwas von uns zurück oder gehen auf Distanz, weil wir uns so, wie wir gerade unterwegs sind, wenig zugehörig fühlen.

Da ist diese Grenze nach oben und nach unten – diese äußerste Grenze von Glück und Erfolg, von Leid und Misserfolg – über die hinweg wir uns nicht mehr gerne zeigen.

Vor allem dann, wenn wir gerade im Regen sitzen, während die anderen sich sonnen – oder umgekehrt.

Denn Freude verbindet und Leid verbindet. 

Was aber, wenn unsere Lebenskurven gerade entgegengesetzt zu verlaufen scheinen? Finden wir auch dann den Mut uns zuzumuten?

Zumutung ist hier übrigens im positiven Sinne ganz wörtlich gemeint: uns mutig zu- statt abzuwenden, im Kontakt zu bleiben und uns ehrlich zu zeigen mit dem was gerade ist. 

Mut braucht es deshalb, weil wir uns verletzlich machen. Wir riskieren uns.

Manchmal mag das schief gehen.

Und doch ist Zumutung lebendig. Denn wirklich verstehen und miteinander lernen können wir nur in der Begegnung mit dem ganzen Paket: Mit dem Menschen in all seinen Facetten zwischen Höhen und Tiefen.

„In guten wie in schlechten Tagen“ ist daher das Versprechen echter Weggefährt*innen und ein Ausdruck der uralten Sehnsucht ganz Mensch sein zu dürfen.

Also: Wagen wir den Anfang bei Menschen, die uns wertvoll sind! Im Vertrauen und mit der klaren Absicht, dass uns diese ehrliche Begegnung im besten Fall einander näher bringt.

Dieses Vertrauen kommt nicht von Außen

Es beginnt immer wieder von Neuem in uns selbst und wächst unterwegs durch Erfahrung. Wir können uns nur gegenseitig dazu ermutigen.

Deshalb haben die Frauen aus unserer Geschichte ihre Weggefährtin liebevoll damit konfrontiert, dass wir unsere Gaben nicht entdecken, während wir allein im Schneckenhaus sitzen, sondern erst im realen Kontakt mit anderen. Und dass es in der Natur unserer blinden Flecken liegt, dass wir sie alleine nicht sehen können. Auch dazu brauchen wir das Feedback der anderen.

„Unfertig“ wie wir sind muten wir uns also zu und üben uns in Wohlwollen, Mitgefühl, Geduld und Humor mit uns selbst.

Das tat ihr gut. Mal sehen ob sie den Faden wieder aufnimmt. Das liegt nun an ihr.

Herzliche Grüße,

Katja Lutz-Deklerk

katja@lutz-deklerk.de

+++

 

Hier findest du alle Artikel von Katja

  • Welche positiven Erfahrungen hast du gemacht, wenn du dich mutig zeigst mit dem was ist, auch wenn du damit zunächst allein zu sein scheinst? 

Vielleicht inspiriert dich dieser Artikel auch…

10 Dinge, die glückliche Menschen anders machen

 

Gefällt mir 138 Personen gefällt das

Wie hilfreich fandest du den Artikel?1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

Diskussion

fan