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Erst verstehen, dann verstanden werden

Wie Kommunikation gelingen kann, wenn du dich auf das Verstehen konzentrierst.

Einen Arzt, der uns direkt irgendein Rezept ausstellt ohne vorher eine Diagnose vorgenommen zu haben, würden wir für wenig kompetent und vertrauensvoll halten.

Das gleiche gilt für die Kommunikation:

Wenn wir in Gesprächen vorschnell bewerten und Ratschläge oder Tipps aus unserer eigenen Erfahrungskiste kramen, bevor wir wirklich verstanden haben, worum es gerade geht, dann sind wir nicht besser als dieser Arzt.

„Die meisten Leute hören nicht zu um zu verstehen, sie hören zu, um zu antworten. Entweder sie sprechen oder sie bereiten sich darauf vor zu sprechen. Sie filtern alles durch ihre eigenen Paradigmen, lesen ihre eigene Autobiografie im Leben anderer“ 

beschreibt Stephen R. Covey in seinem Klassiker „Die 7 Wege zur Effektivität“ in dem er ein ganzes Kapitel der sogenannten einfühlenden Kommunikation widmet.

„Erst verstehen wollen“ ist also DER zentrale Schlüssel für gelingende Kommunikation. 

Und zwar ehrlich gemeintes Verstehen wollen, kein „so tun als ob“.

Sämtliche Kommunikationsmethoden wie aktives Zuhören, gewaltfreie oder wertschätzende Kommunikation etc. stoßen an ihre Grenzen, wenn dahinter keine authentische Absicht steht, den anderen zu verstehen. Dann verblassen sie zu bloßer Technik und laufen sogar Gefahr, als Manipulation zu erscheinen.

Wenn wir unserem Gegenüber glaubhaft und authentisch vermitteln können, dass wir an seinem Anliegen ernsthaft interessiert sind und in einer offenen Haltung erst einmal zuhören, dann ist das wie Balsam auf der Seele. Und es ist reife Kommunikations-Kunst.

Wenn wir vorschnell zur Lösung übergehen oder ungefiltert unsere eigenen Geschichten, Meinungen und Bewertungen über dem anderen ausschütten – auch wenn sie noch so gut gemeint und nach allen Regeln der Kunst formuliert sind – bleibt oft ein schaler Nachgeschmack.

Unser Gegenüber steckt dann noch fest in dem Gefühl nicht gehört und verstanden worden zu sein und das demotiviert.

Covey vergleicht dies mit „psychischer Luft“ die dann zum Atmen fehlt und die Vorwärtsbewegung in Richtung Lösung blockiert.

Dieser Mangel wirkt wie ein unerfülltes Grundbedürfnis, das aber erst befriedigt werden MUSS, um überhaupt offen für den nächsten Schritt sein zu können.

verstehen-und-verstanden-werdenErst wenn sich beide Gesprächspartner verstanden fühlen, ist die Bahn frei für ein Miteinander in der Lösungsfindung. Häufig entsteht diese dann ganz natürlich in Form einer Synthese aus den beiden Anliegen, die den kreativen Raum für neue Handlungsspielräume und Ansätze eröffnet.

Das bedeutet nicht, dass man danach immer derselben Meinung ist oder sich mögen muss. Nicht alle Konflikte lassen sich lösen und manche Verhaltensweisen können wir trotz Verständnis nicht dulden.

Aber diese innere Haltung des Erstmal-Verstehen-Wollens ist Ausdruck von Respekt für den Menschen vor uns – unabhängig davon, wie weit unsere Standpunkte und Vorstellungen auseinanderliegen.

In einem Führungskräfte-Training haben meine Teilnehmer letzte Woche an dieser Stelle diskutiert, ob es nicht Führungsaufgabe sei, für schnelle Lösungen zu sorgen ohne langwierige Diskussionen. „Wir haben viel zu wenig Zeit lange zu forschen, worum es gerade wirklich geht“ war ein Einwand.

Die Gegenfrage war: „Wieviel Zeit wenden Sie auf, um nachträglich Missverständnisse zu klären, Wogen zu glätten, Vertrauen zurück zu gewinnen? Und wieviel Kraft verschwenden Sie, weil Sie und das Team sich von schwelenden Konflikten und Widerständen ausbremsen lassen und an manchen Stellen immer wieder von vorne anfangen?“

Wir haben uns dann auf Folgendes verständigt:

Verstehen heißt nicht zwangsläufig einverstanden sein.

Es gilt, zunächst einmal „nur“ eine möglichst neutrale Haltung einzunehmen: „Aha, so ist also deine/Ihre Sichtweise“.

Bildlich gesprochen bedeutet dieser erste Schritt, dass wir für einen Moment unsere Position verlassen, um uns neben die andere Person zu stellen und in ihre Blickrichtung zu schauen.

Ihren Wünschen nachzukommen oder ihr Recht zu geben kann dann eine Option sein, muss aber nicht.

Verstehen heißt erst einmal klar zu erkennen, ob wir vom Gleichen sprechen, wenn wir dieselben Worte benutzen. Das ist nämlich erstaunlich selten der Fall und wäre gleichzeitig so einfach zu klären mit der Frage „Was genau meinst du/meinen Sie mit…?“

Verstehen hilft, uns von unseren Spekulationen und Interpretationen weniger in die Irre führen zu lassen und manche Dinge weniger persönlich zu nehmen. Indem wir unser Gegenüber besser verstehen, können wir erkennen, dass manche Verhaltensweisen nicht primär gegen uns gerichtet sind. Sondern dass dem anderen gerade keine andere Bewältigungsstrategie zur Verfügung steht. Dies schafft die nötige Distanz um souverän darauf antworten zu können.

Verständnis schafft Momente echter Begegnung und damit Nähe. Das sorgt unter Umständen für ein Mehr an Verletzlichkeit und das wiederum erfordert Mut – vor allem im Businesskontext. Besonders wenn es um die Frage geht, was eigentlich sogenannte „Professionalität“ ausmacht.

Wenn wir uns dabei nicht nur auf unsere Funktionen und Rollen reduzieren, sondern als menschliche Wesen begegnen möchten, dann sind Empathie und Verständnis unverzichtbar für tragfähige Beziehungen und beseeltes Leben und Arbeiten.

Herzlich, Katja

Wo wartest du gerade darauf, besser verstanden zu werden und was könntest du dazu beitragen?

Und bist du dir sicher, dass du dein Gegenüber bereits richtig verstanden hast?

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