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Die Kunst der Liebe – Wege aus der Erwartungsfalle

… weil sie viele von uns im Griff hat. Doch es gibt so schöne Wege hinaus!

Unser Gastautor Wolfgang Neigenfind zeigt, wie du dich aus der Erwartungsfalle befreist.

“Vorannahmen und Erwartungen zerstören alle Beziehungen. Also lasst uns davon befreien, okay?”
(frei nach Ruth Ozeki “Geschichte für einen Augenblick”) 

Hast du dich schon mal geärgert, dass dein Partner etwas rumliegen lässt, den Schwamm auf der Spüle nicht ausdrückt, oder dass deine Partnerin alle Türen offenlässt, oder nicht direkt nach Hause kommt ohne Bescheid zu sagen?

Hast du schon einmal gedacht oder vielleicht sogar ausgesprochen, dass dein Mann, wenn er dich wirklich liebte, jetzt nicht im Internet nach dem billigsten Teil Ausschau halten würde, sondern einfach mit Freude das Sofa bezahlen würde, das du nach reiflicher Überlegung ausgesucht hast?

Oder hast du (zumindest gedanklich) mal die Augen verdreht, als sich deine Frau elegant deiner körperlichen Zuwendung entzogen hat?

Willkommen, Erwartungsfalle!

erwartungsfalle-MausefalleWenn dir Erlebnisse dieser Art nur allzu bekannt vorkommen, dann sitzt du – wie die meisten von uns – mitten in der Erwartungsfalle. Deswegen lade ich dich zu einem vielleicht ungewöhnlichen Gedanken ein:

Wie wäre es, wenn du einfach all deine Erwartungen in deiner Beziehung loslässt? Und damit meine ich wirklich alle.

Du wirst dir jetzt wahrscheinlich denken: „Spinnt der? Auf wen, wenn nicht meinen Partner, meine Partnerin soll ich mich denn noch verlassen dürfen? Wie soll denn der Alltag da noch funktionieren?“

Hab‘ ein wenig Geduld und lies weiter. Am Ende des Artikels kannst du dann, wenn du noch Lust dazu hast, weiterschimpfen.

Erwartungen begleiten uns ein Leben lang

Zuerst einmal möchte ich kurz darauf eingehen, wie es dazu kommt, dass wir alle so erwartungsvoll in unsere Beziehungen gehen.

Es beginnt eigentlich gleich nach der Geburt. Denn dein erster Schrei als Baby wird ja noch sehnsüchtig erwartet. Doch kurze Zeit später, wird dir als kleiner Mensch (und dass obwohl du eigentlich nur eine Ahnung davon hast, was das überhaupt zu bedeuten hat) zu verstehen gegeben, dass du lieber ruhig sein solltest.

Und mit jedem neuen Tag beginnt deine Umwelt dir zunehmend zu bedeuten, dass man schon von dir erwartet zu funktionieren, was so viel heißt, wie möglichst alle Erwartungen deiner Umwelt zu erfüllen.

Das Ganze wird dann noch unter dem Deckmantel „Sozialisation“ oder „Erziehung“ verkauft, mit dem Beisatz, dass du dies möglichst schnell verinnerlichen solltest, denn schließlich gilt das ja für uns alle.

Dass wir dabei unsere Menschlichkeit zum Teufel jagen, haben bereits intelligente Denker*innen wie Immanuel Kant, Jesper Juul oder Gerald Hüther aufgezeigt. Letzterer spricht von der Objektivierung des Menschen, die sich fatal auf unsere neuronale Entwicklung auswirkt. Kein Wunder, dass wir, wenn wir alt genug sind, Partnerbeziehungen einzugehen, so konditioniert sind, dass wir gar nicht mehr realisieren, dass wir uns im Erwartungskarussell mitdrehen.

Also, wie können wir jetzt den Absprung schaffen?
Beginne bei dir selbst!

erwartungsfalle-Ich, LiebeBeginnen wir mit der Person in deinem Leben, von der du höchstwahrscheinlich am meisten erwartest: dir selbst. Erlaube dir einmal eine Woche lang nichts von dir zu erwarten. Damit meine ich nicht, dass du dich um nichts und niemanden kümmern sollst, sondern dass du dir selbst den Druck nimmst, wie dein Tag genau ablaufen soll, oder dass du zu funktionieren hast.

Wertschätze all deine Anstrengungen, mach sie dir bewusst, und erzähle am Abend deinem Spiegelbild, was du alles vollbracht hast. Achte dabei darauf, dich nicht zu kritisieren für Dinge, die nicht so gelaufen sind, sondern honoriere den Versuch in dem Bewusstsein, dass die größten Erfolge oft erst zustande kommen, wenn wir genügend auf dem Weg gelernt haben.

Schritt 2: Weg mit der Defizitbrille für deine Partnerin oder deinen Partner!

Nun, da du achtsamer mit dir selbst umgehst, bist du bereit für den nächsten Schritt: Deinen Partner, deine Partnerin von allen Erwartungen zu befreien. Nimm sie ab, die Defizitbrille, und mach dich auf die Suche nach dem Guten in deiner Beziehung.

Vorausgesetzt, du befindest dich nicht im letzten Stadium eines alles vernichtenden Rosenkrieges mit deiner besseren Hälfte, gehe ich davon aus, dass ihr beide wirklich euer Bestes gebt, auch wenn es von außen aufgestülpten Vorgaben scheinbar nicht genügt.

erwartungsfalle-NeustartSobald du denn inneren „Reset-Knopf“ gedrückt hast, wirst du überrascht sein, wie viel an Wunderbarem du findest, dass du einerseits noch gar nicht bemerkt hast, oder dass du andererseits als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt hast. Scheinbar eingefahrene Rituale – wie Einkäufe, den Müll rausbringen – oder nicht mehr sichtbare Handlungen – wie finanzielle Beiträge zum Familieneinkommen, oder kleine Berührungen – werden dadurch wieder ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt.

Macht es miteinander!

Am sinnvollsten wäre es natürlich, wenn ihr euch beide gleichzeitig auf dieses Experiment einlasst. Denn dann kommt das Schönste zum Schluss. So könnt ihr euch nämlich am Ende des Tages im Bett erzählen, wofür ihr einander dankbar seid.

Dazu noch ein Tipp: Sei ruhig großzügig in deiner Wertschätzung. Und konzentriere deine Aufmerksamkeit auf das Geben, sonst kannst du gleich wieder den ganzen Artikel nochmals lesen.

Apropos: Eine Prise Humor kann dabei auch nicht schaden. Ihr könnt euch ja sogar sagen, wie dankbar ihr dafür seid, dass ihr euch beide dafür entschieden habt, wieder nach Hause zu kommen. (Manche von euch wissen sicher, wovon ich spreche ;-)…)

Viel Glück bei der Reise ins Unbekannte!

Habt ein wenig Geduld mit euch, lasst eure Erwartungen gehen und freut euch, denn letztendlich könnte das kommen, was wir uns ja alle versprechen, wenn wir in eine Beziehung starten: die bedingungslose Liebe.

Herzliche Grüße

Dein Wolfgang Neigenfind.

PS: Das oben beschriebene Modell ist auch auf alle weiteren Familienmitglieder anwendbar!

 

 

Wolfgang über sich selbst:

Dass ich mit Menschen arbeiten wollte, wusste ich schon immer. So hat mich mein Weg unter anderem über das Studium der Psychologie, Pädagogik und Philosophie zum Dasein als Lehrer geführt. Gleichzeitig wurde ich schon sehr jung Vater. Eine Aufgabe, die ich eigentlich herbeigesehnt hatte, und trotzdem kam alles ganz anders.

Mittlerweile ist die Kinderzahl auf drei angewachsen, und ich freue mich jeden Tag über mein mehr als wundersames und liebevolles Leben in meiner einzigartigen Familie. Glück und Liebe stehen dabei für mich an oberster Stelle meines täglichen Tuns.

Nachdem ich fast 20 Jahre im Unterricht Beziehung und das menschliche Miteinander thematisieren durfte, zieht es mich nun in das globale Dorf, um meine Botschaft mit der Welt zu teilen. Ich möchte als Autor, Lehrer, Redner meinen Beitrag leisten, dabei zu helfen, uns darauf zu besinnen, dass wir alle, und zwar wirklich alle, Teil einer großen und liebenswerten Familie sind.

 

Viele weitere inspirierende Artikel zum Thema “Gelingende Beziehungen” findest du hier:

https://compassioner.com/deine-beziehungen/

 

 

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