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Familienalltag: Geschwister-Konflikte harmonisch lösen

Wir freuen uns sehr, dass Sandra Burri eigeninitiativ einen inspirierenden Artikel an unsere Redaktion gesendet an, im dem sie die Lösung einer Konfliktsituation aus ihrem Familienalltag mit ihren zwei Söhnen schildert. Wir denken: Solche Geschichten aus dem wahren Leben inspirieren sicher auch DICH. Deswegen veröffentlichen wir den Beitrag gern in Form eines Gastartikels.

Das sagt Sandra Burri selbst über sich:

Ich schreibe über den Familienalltag und spicke diese mit Expertenwissen. Meine Artikel erzählen aus dem Leben als Mama, Frau, Coach, Schwester, Partnerin, Querdenkerin und vieles mehr. Ich möchte die Menschen mit meinen Erlebnissen inspirieren und zum Nachdenken, Umdenken und Handeln anregen. Ermutigen in der Begleitung von Kindern kleine mutige Schritte zu gehen, um noch mehr in ein freundliches, beziehungsorientiertes,
konfliktfreudiges, ehrliches Miteinander hineinzuwachsen, um die nächste Generation zu stärken und unsere Generation freundlicher mit sich selbst umgeht.

Ich möchte dich mit diesem Familienkonflikterlebnis inspirieren und ermutigen, neue Wege in Konfliktsituationen in deiner Familie zu gehen.

Viel Spass beim Lesen!

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Wir sind zurzeit im Camper in Amerika unterwegs. Heute ist mir eines meiner Lieblingskinderbücher “Nein so war das!” von Kathrin Schärer in den Sinn gekommen, weil es 1:1 zu unserer Familiensituation passt, die ich dir gleich schildere:

konflikte-steineUnsere Jungs waren am Fluss und warfen Steine hinein. Sie amüsierten sich sehr. Plötzlich schlug die Stimmung um. Der Jüngere hatte drei Steine in der Hand. Der Ältere einen grossen Stein.

Der Ältere sagte: “Das sind meine Steine, die habe ich hier hingelegt!!!”

Der Jüngere antwortete: “Nein, dass sind meine!!!”

Kennt ihr, oder? Patt, oder? Wir haben die ganze Situation nicht mitbekommen. Wussten also nicht,  wessen Steine es sind.

Wir: “Ja, das ist doof. Wir haben keine Ahnung, wessen Steine es sind. Ihr findet sicher eine gemeinsam für beide gute Lösung.”

Meistens finden sie auch – sie sind 7 und 8 Jahre alt – eine gemeinsame Lösung. Heute, in dieser Situation allerdings, war es anders sein.

Wir traten zurück, kurz Ruhe und dann gingen die Hände mit den Steinen in die Höhe. Wir: “Stopp, so lösen wir keine Konflikte. Wir verstehen euch, dass ihr sauer aufeinander seid.”

Der Jüngere schmiss daraufhin die Steine in den Fluss. Der Ältere rannte auf den Jüngeren los, und sie verkeiften sich ineinander. Mein Mann ging dazwischen: “Ich verstehe eure Wut. Ist eine doofe Situation, aber so lösen wir Konflikte in unserer Familie nicht. Wir finden freundlich eine Lösung.”

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Kleine Zwischenbemerkung: 

Hier passiert uns als Eltern manchmal der Fehler in die Richterrolle zu verfallen und den Bösewicht eruieren zu wollen. Die Suche nach dem Schuldigen. Dies bringt aber nur kurzfristig Ruhe. Denn falls unsere Interpretationen falsch liegen, macht einer eine Faust im Sack. Wir bestimmen Sieger und Verlierer und dies führt langfristig nie zur Versöhnung. Denn eine Partei trägt Groll mit sich.

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Wie ging es bei uns aus?
Der Jüngere verschwand im Camper und kühlte sich dort ab. Der Grössere trug echt ziemliche Wut in sich. Ich hielt ihn fest.

konflikte-loesen“Lass mich los, ich muss meinem Bruder eine hauen”, sagte er in seiner Wut.

Ich hielt in fest und er schlug mir auf den Arm.
Ich: “Älterer, du tust mir weh. Du bist echt sauer.”

Er: “Ich muss ihm eine runterhauen.”

Ich: “In dir brodelt es aber ziemlich.”

Er fluchte und strampelte, und ich hielt in ruhig auf meinem Schoss fest und begleitete ihn einfach. Ich blieb klar. Ich blieb freundlich und bestimmt. So wie ich es mir wünsche, dass meine Kinder Konflikte lösen.

Mein Mann sagte dann:”Ich gehe an den Fluss.” Ich blieb weiter mit dem wütenden Kind sitzen.

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Kleine Zwischenbetrachtung aus der Hirnentwicklung

Menschen in ihrer zerstörerischer Wut sind in ihrem Reptilhirn (Flucht, Angriff, Erstarren) gefangen. Sie kennen dann nur diese drei Möglichkeiten. In diesem Moment haben wir keinen Zugriff auf unsere Werte, unserers soziales Hirn. In dem wir beim Kind bleiben, geben wir Sicherheit und unterstützen das soziale Hirn. Das Signal ist: “Ich verstehe dich.” Wir bauen die Brücke zum sozialen Hirn, damit sich das angespannte System beruhigen kann.

Es gibt auch Menschenkinder, die sich zurückziehen, um abzukühlen.

Verstehe dein Kind, dein Partner, was er in diesem Moment braucht. Es ist nicht immer das, was du selbst brauchst.

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konflikte loesen-mit-kindernDer Ältere erkundigt sich schließlich: “Papa, wohin gehst du?”

Papa: “Eine Staumauer bauen.”

“Ich komme mit. Lass mich los.”

Die zwei fingen an eine Staumauer zuerrichten.

Plötzlich kam der Jüngere aus dem Camper zurück: “Was machen sie?”

Ich: “Eine Staumauer. Kannst ja auch mitmachen.”

So stauten sie eine Weile gemeinsam. Irgendwann meinte einer: “Komm wir ziehen die Socken aus, dann können wir besser ins Wasser.”

Der Jüngere zog dem Älteren die Socke aus und half ihm…

War das ein Friedensangebot?! Wer weiss, dass bleibt ein Geheimnis zwischen den Jungs. Denn es ist ihre Beziehung.

Jedenfalls entsteht gerade eine wunderbare Staumauer, in gemeinsamer Arbeit und seit über zwei Stunden entsteht ein friedliches Miteinander. Schätze bergen. Beziehungskonto füllen.

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Hier eine kurze Zusammenfassung für dich:

  1. Versuche in Konfliktsituationen, die Richterrolle zu vermeiden. Geh in die Rolle des Begleiters und Helfers. Suche keine Schuldigen.
  2. Verstehe und sieh das Gegenüber in seiner Wut. Wut ist okay. Zerstörung nicht. Begleiten. Sei eine Brücke zum sozialen Hirn.
  3. Vorbildrolle: Was sind meine Werte im Konflikt? Lebe sie klar vor.

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Natürlich ist es so: Jeder Konflikt ist anders. Jeder Mensch ist anders und deshalb gibt es keine Patentlösungen. Suche mit deinen Kindern Win-win-Lösungen.

Falls ich dich dabei unterstützen kann, deine Werte zu definieren, Klarheit zu schaffen, dich selber besser zu verstehen und gemeinsam kreative Win-win Lösungen für deine Familienkonflikte zu finden: Ich begleite dich sehr gerne.

Im Herzen verbunden

Sandra

www.sandra-burri.ch

Coaching mit warmherziger Menschlichkeit

 

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