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Feuer des Schmerzes

Warum es sich lohnt im Feuer des Schmerzes stehenzubleiben

Warum das Feuer des Schmerzes dein Weg in die Freiheit ist…

Mein neues Jahr begann mit einem radikalen Transformationsprozess. Völlig überraschend, ungeplant und aus heiterem Himmel. Ich hatte nämlich andere Pläne, wollte weitere berufliche Projekte verwirklichen. Dieser Prozess hat mir einmal mehr gezeigt, dass das Leben seinen eigenen Gesetze folgt. Dass es uns nicht das gibt, was wir uns oftmals so sehr wünschen oder wollen, sondern eher das, was unsere Seele im tiefsten Innern braucht, um weiter zu wachsen.

Nach rund sechs Wochen integriert sich dieser emotionaler Prozess langsam in mir, sodass ich allmählich immer mehr die Erkenntnisse für mein Seelenwachstum erkennen kann. An diesem Prozess möchte ich dich im heutigen Gastbeitrag teilhaben lassen und meine Erfahrungen an dich weitergeben.

Die Wunde

Ich durchschritt die letzten 6 Wochen einen emotionalen Schmerz, wie noch nie in meinem Leben. Ich dachte, ich wäre schon weiter, wäre in den letzten Jahren schon in Berührung gekommen mit diesem Schmerz. Gereift und gewachsen. Dies war auch sicherlich der Fall. Doch einmal genügt offenbar nicht. Das Leben hat mich diesen schier unaushaltbaren Schmerz schon einige Male spüren lassen. Dieser Schmerz ist unmittelbar mit frühesten Kindheitserfahrungen verbunden.

Mit Erfahrungen von nicht genug gehalten, gesehen und geliebt worden zu sein. Ein Erbe, das einige Menschen aus meiner Generation tragen, der Generation der Kriegskinder- und Enkel. Wir sind offenbar die Generation, die diesen kollektiven Schmerz nun aufarbeiten soll. Genau aus diesem Grund tut Trennungsschmerz bei mir so weh, mehr weh als „normal“, weil ich einen imaginären, schwerbeladenen Rucksack mit mir seit Jahren herumtrage. Dieser Rucksack macht sich gerade in nahen Begegnungen immer wieder bemerkbar. Weil er mich an meine alte Wunde erinnert. In den ersten Jahren war ich mir dessen gar nicht bewusst, abgetrennt davon, konnte mich ständig immer wieder nur aufs Neue fragen, warum das Leben weh tut.

Bleibe stehen im Feuer des Schmerzes

Nun war es soweit. Meine Seele wollte die klaffende, alte Wunde offenbar nun endlich integrieren. Halten lernen, fühlen lernen, erwachsen werden. Wollte endlich frei werden von der Opferrolle, von der äußeren Abhängigkeit.

Das, was ich in meinem Buch Der sanfte Krieger und in so vielen anderen Texte geschrieben habe, stimmt. Ich konnte es jetzt erneut in seiner ganzen Tiefe spüren und vor allem erkennen: Wenn wir bereit sind, all unsere Gefühle und aufgestauten Emotionen ganz zu fühlen, sie nicht mehr zu verdrängen, und uns in dieser Offenheit und Verletzlichkeit uns und anderen zeigen und zumuten, entsteht eine ganz neue Weite, Präsenz und Freiheit in dir!

Compassioner_Feuer_des_SchmerzesDieses Zulassen von Emotionen und Gefühlen ist zunächst einmal unabhängig vom Geschlecht, doch meine ich, dass dies um so wichtiger für uns (sensible) Männer ist, da wir oftmals von unseren Gefühlen abgeschnitten sind oder uns nicht trauen, sie zu zeigen, weil wir Angst davor haben, uns anschließend als schwach oder unmännlich zu fühlen. Solch einen Nonsens bekommen wir immer wieder aus unserem Umfeld zu hören aus Medien, Filmen und Büchern: Ein Mann muss stark sein, darf keine Gefühle zeigen.

Ich verrate dir jetzt was: Es gehört viel mehr (männliche) Stärke und Mut dazu, sich in seiner ganzen Verletzlichkeit und mit all seinen Gefühlen als Mann zu zeigen. Dieses Stehenbleiben im Feuer des Schmerzes, ihn ganz zu sich zu nehmen und auszuhalten, anstatt wieder wegzurennen und den Coolen und Unnahbaren zu spielen, das ist wahre Größe und Männlichkeit!

Der Schatz

Und da stehe ich jetzt. Sechs Wochen lang ging ich durch das Höllenfeuer des alten Schmerzes. Ich ließ ihn zu, ließ ihn ganz in mich hinein sinken, ließ ihn all meine bisherigen Abwehrstrategien wegbrennen. Eine bedingungslose Kapitulation vor dem Leben!

Ich will es dir nicht verschweigen. Es gab durchaus Momente, wo ich dachte, ich schaffe es nicht. Dass ich daran innerlich zerbreche. Ja, dass ich daran regelrecht sterbe. Ein Teil von mir – dem Ego – ist in diesen Schmerz der Liebe auch gestorben. Hätte ich nicht ein tiefes spirituelles Verständnis und Ur-Vertrauen, gepaart mit der inneren Gewissheit, dass dieses menschliche Leben eine einmalige Chance auf Verwirklichung und Freude ist, ich weiß nicht, was mit mir in den letzten Wochen passiert wäre. Doch genau an diesem „Nullpunkt“, während der vollständigen Kapitulation vor dem Leben, erkannte ich etwas in mir: es gibt etwas, das trägt, sogar jetzt, in den schmerzhaftesten Stunden meines Lebens. Jenseits meines Egos gibt es eine Instanz, die mich bedingungslos liebt, die mir unbedingtes Vertrauen schenkt.

Heute bin ich dankbar und glücklich darüber, dass ich diesem Transformationsprozess in den ersten Tagen des neuen Jahres Zeit und Raum geben konnte. Vor allem bin ich dankbar dafür, dass ein bewusster und hingebungsvoller Begleiter während dieser Zeit an meiner Seite war, der mich stützte. Ein Leuchtturm im außen, der mich führte, der für mich jederzeit da war, der mich hielt, der mich tröstete und der mir insbesondere zeigte, auf was es gerade ankommt, um was es wirklich in diesem Prozess geht, was jetzt in meinem Seelenplan ansteht, angeschaut werden möchte.

Die Transformation kann beginnen

Auf jeder Heldenreise kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man eine Schwelle erreicht. Hier entscheidet sich der Held. Hier wartet seine existenzielle Prüfung: Stelle ich mich meiner tiefsten Angst, dem neuen Neuen, Unbekannten, Dunklen in mir – oder gehe ich zurück ins alte Leben mit all seinen vertrauten Verhaltensmustern?

Oliver_Domröse_CompassionerWährend der letzten Tage ist mir zudem klar geworden, dass es sich bei mir nicht nur um eine emotionale Transformation, sondern wohl auch um eine spirituelle Krise handelte. Dabei kommt es zu einer Ent-Identifizierung mit gewohnten Ich-Strukturen. Das überaus schwierige daran ist, dass der Prozess von uns „verlangt“, einen Teil der eigenen Identität loszulassen, was sehr heikel und beängstigend sein kann, da es als Ich-Fragmentierung oder einem Gefühl des inneren Auseinanderfallen erlebt werden kann.

Dieser Wendepunkt kann sehr schmerzhaft sein, große Angst auslösen, weil ein altes Identitätsgefühl abfällt, ohne zu wissen, was danach kommt, was an Stelle der bisherigen Identität treten wird. Deshalb empfehle ich ausdrücklich, solch eine spirituelle Krise nicht ohne erfahrene Begleitung zu durchleben! An Stelle des alten Identitätsgefühl entwickelt sich gerade ein neues Bewusstsein in mir, das mich geerdeter, ruhiger, präsenter, vergebender und vor allem liebesfähiger werden lässt.

Natürlich dauert dieser Prozess noch an und das neugewonnene Selbst-Bewusstsein unterliegt Schwankungen. Aber alleine, dass ich jetzt den Schmerz einmal komplett durchfühlen konnte, dass mein Bewusstsein erkannt hat, dass es da hingehen kann, dass es daran nicht stirbt, dass es dort etwas gibt, was trägt, ist schon eine riesige Erkenntnis.

Meine 10 Empfehlungen für deinen  Transformationsprozess:

  1. Erkenne die bedingungslose Kapitulation vor deinen Emotionen an
  2. Laufe nicht weiter vor deinen Gefühlen und altem Schmerz weg. Bleibe im Feuer des Schmerzes stehen
  3. Suche dir bewusste und erfahrene Begleiter, die dich durch solch einen Transformationsprozess begleiten können. Du musst es nicht alleine schaffen!
  4. Gehe behutsam, mitfühlend und in einem geschützten Rahmen an deine alte Wunde heran (keine Katharsis!)
  5. Gib dir die Zeit, Geduld und Raum für den Prozess
  6. Vertraue darauf, dass deine Seele an diesem Schmerz wachsen möchte
  7. Vertraue dem Leben und der Schöpfung
  8. Dein größtes Potenzial liegt in deinem tiefsten Schmerz verborgen – und wartet darauf von dir freigesetzt zu werden
  9. Ein neues Identitätsgefühl muss sich erst etablieren und stabilisieren. Es ist wie laufen lernen: hinfallen, aufstehen, hinfallen …
  10. Die Essenz deines Seins ist bedingungslose Liebe 

Dein Oliver

simplyfeelit.de

 

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