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Wechseljahre: Frauenkräuter (Phytohormone) für einen sanften Übergang

Ein Gastbeitrag von Ramona Wagener – Während ich in den beiden vorherigen Artikeln die Wechseljahre aus Sicht der TCM sowie Artikel Teil 2 beschrieben habe, nenne ich dir in diesem 3. Teil meine liebsten und in meiner Praxis am besten erprobtesten Frauenkräuter für die häufigsten Beschwerden während der Wechseljahre. Die Natur versorgt uns auch in dieser Lebensphase mit einer Vielzahl an Kräutern, die uns helfen sanft in den zweiten Frühling zu wechseln.

Doch zunächst einmal möchte ich dir einen kurzen Überblick geben, welche  hormonellen Veränderungen in der Zeit des Wandels in unserem Frauenkörper stattfinden.  Und natürlich würde ich mich auch jetzt wieder freuen, wenn du als  Mann diesen Artikel liest. Viele Missverständnisse unter Paaren in der Lebensmitte könnten wahrscheinlich vermieden werden, wenn beide mehr über die veränderte Hormonsituation bei Frauen und Männern (!) wüssten. Denn auch Männer erleben ganz ähnliche hormonelle Schwankungen wie Frauen.

Das feine Zusammenspiel der Hormone ändert sich

Normalerweise wirken die beiden weiblichen Haupthormone Progesteron und Östrogen in einem fein aufeinander abgestimmten Verhältnis im weiblichen Körper – ähnlich wie ein gut aufeinander eingespieltes Orchester. Ab spätestens Anfang 40 dreht Mutter Natur die Hormonproduktion auf Sparflamme – zunächst nimmt hier vor allem (zumindest in den meisten Fällen!) das Progesteron ab. Es kommt zu einem relativen Östrogenüberschuss. Im weiteren Verlauf nimmt auch das Östrogen ab.  Das Orchester gerät in Disharmonie und der Dirigent (die Hypophyse) muss einiges an Zeit und Energie aufwenden, um die Instrumente wieder aufeinander abzustimmen.

Das Ganze ähnelt den hormonellen Umbrüchen, die wir aus der Pubertät kennen, so dass es nicht verwunderlich ist, wenn es in dieser Zeit zu heftigeren Reaktionen auf körperlicher und seelischer Ebene kommen kann.

Die Zeit vor der eigentlichen Menopause ist aufgrund der immer häufiger ausbleibenden Eisprünge durch einen Progesteronmangel bzw. relativen Östrogenüberschuss geprägt. Progesteron ist aus chinesischer Sicht das Yanghormon.  Ein Mangel an Yang bedeutet, dass zu wenig Wärme im Körper ist. Deshalb kommt es hierbei zu

  • vermehrter Kälte (vor allem kalte Extremitäten)
  • vermehrten Wassereinlagerungen
  • Brustschwellungen und Berührungsempfindlichkeit der Brüste
  • stärkeren Blutungen
  • Stimmungsschwankungen (vor allem vor der Periode)

In dieser Zeit hilft eine meiner absoluten Lieblinge unter den Frauen-Heilpflanzen:

Der Frauenmantel (Alchemilla).

Wechseljahre-FrauenmantelDu kannst ihn dir als Tee zubereiten oder in Form von Tropfen (hier am besten die Alchemilla-Urtinktur von der Firma Ceres) vor allem in der 2. Zyklushälfte einnehmen. Aufgrund seiner gelbkörperregulierenden Eigenschaften wirkt der Frauenmantel Wassereinlagerungen entgegen, gleicht Stimmungsschwankungen aus und kann auch die Blutung regulieren.

Nomen est Omen: wie sein Name schon sagt: er legt sich wie ein schützender Mantel um uns Frauen und kann uns so stärken, wann immer wir das Gefühl haben, zu dünnhäutig zu sein.

Ähnlich wirkt auch die Küchenschelle (Pulsatilla). In der Homöopathie gilt sie als eines der wichtigsten Frauenmittel.

 

Viele Heilpflanzen enthalten Phytoöstrogene

Die wohl häufigsten und für die meisten Frauen unangenehmsten Disharmonien im hormonellen Orchester sind die Hitzewellen und Schweißausbrüche.

Diese sind auf einen sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen. Östrogen ist aus Sicht der TCM das Yinhormon. Vielleicht erinnerst du dich, dass Yin kühlend wirkt. Wenn das Yin abnimmt entsteht zu viel Hitze im Körper. Hier können Heilpflanzen helfen, die sog. Phytoöstrogene enthalten.

Der Granatapfel enthält reines Östron.

wechseljahre-GranatapfelIn arabischen Ländern gilt er wegen seines Samenreichtums als Symbolpflanze der ewigen Jugend. Schau dir das Foto etwas genauer an: der aufgeschnittene Granatapfel ähnelt einem Eierstock mit seinen vielen Keimzellen, oder?

Mittlerweile ist wissenschaftlich belegt, dass die Granatapfelsamen reines Östron enthalten. Östron wirkt dem „Runzligwerden“  und trockenen Schleimhäuten entgegen, fördert die Libido und belebt die Stimmung. Gute Gründe, um den Granatapfel häufiger in den Speiseplan aufzunehmen! Alternativ gibt es aber auch Granatapfelkapseln oder –Zäpfchen. Letztere sind besonders bei Trockenheit der Vagina zu empfehlen.

Hier habe ich eine der Bezugsquellen für die Zäpfchen verlinkt.

Weitere hilfreiche Phytohormone

  • Erzengelwurz (Angelika archangelika): in der TCM und in der Volksheilkunde als Stärkungsmittel beschrieben.
  • Leinsamen: die im Leinsamen enthaltenen Lignane ähneln in ihrer Struktur der des menschlichen Östrogens. Leinsamen und Leinöl wirken bei Symptomen von Östrogenmangel wie faltige Haut, trockene und rissige Schleimhaut, dünner werdendes Haar, sowie verminderte Knochenstabilität. Um eine gute Wirkung zu erzielen, solltest du schon vor den ersten Symptomen tgl. 1-3 EL Leinsamenschrot oder 1-2 EL Leinöl in deinen Speiseplan einbauen.
  • Silberkerze (Cimicifuga): Die Inhaltsstoffe bauen die Schleimhaut auf, lindern Scheidentrockenheit und wirken positiv bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Es gibt einige Medikamente im Handel, die Cimicifuga enthalten.
  • Rotklee: enthält in ebenfalls großen Mengen wertvolle Isoflavone und Phytoöstrogene. Hormonell bedingte Schwankungen des Östrogenspiegels können so ausgeglichen werden. Auch hier gibt es diverse Präparate im Handel. Oder du sammelst Rotklee selbst und bereitest dir daraus deinen eigenen Tee zu. Alternativ kannst du getrockneten Rotklee in der Apotheke kaufen. Es gibt auch Rotklee-Gel oder Zäpfchen für die trockene und gereizte Vaginalschleimhaut.

Eine gute Mischung zur Stärkung deines Yin-Pols sind die Tropfen Alchemilla comp. von Ceres. Sie enthalten aufeinander abgestimmte Pflanzentinkturen, die sich sehr gut für leichte Beschwerden eignen.

Teemischung für die Wechseljahre nach M. Madejsky:

wechseljahre-KräuterteeDiese Mischung wirkt „östrogenartig“. Sie reguliert die Schweißbildung und stärkt  Herz und Seele.

100g Frauenmantelkraut mit 50g Hopfenzapfen, Salbei-, Walnuss,- und Weißdornblättern sowie je 30g Lavendel- und Rosenblüten mischen. 1EL mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen, abgedeckt 8-10 Min ziehen lassen, abseihen, evtl. mit etwas Honig süssen. Bei Bedarf kannst du 2 bis 4 Tassen trinken.

Teemischung bei Unruhe und Schlafstörungen:

Diese Mischung wirkt ausgleichend und entspannend.

Jeweils 20 g Hopfenzapfen, Johanniskraut, Melisse, Schafgarbe und Salbei mischen. 1EL der Mischung mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen, 8-10 Min ziehen lassen, abseihen und ½ Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Bei Unruhe tagsüber kannst du tgl. 2-3 Tassen trinken.

Sexualität im Wandel

wechseljahre-HopfenViele Frauen glauben, dass mit den Wechseljahren auch der „Frust mit der Lust“ einhergeht. Mangelnde Libido und trockene Vaginalschleimhaut sind tatsächlich in den Zeiten des Wechsels nicht selten und unter anderem auf einen sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen. Neben den o.g. Heilpflanzen hilft hierbei  auch der ebenfalls östrogenartige Hopfen. Er wirkt bei Frauen libidoanregend (Männer macht er eher müde und lustlos. Deshalb wurde auch in Klöstern so viel Bier gebraut und getrunken. Man glaubte, so den Mönchen das Zölibat zu erleichtern. …). Hopfen gehört zu den wirksamsten Frauenkräutern bei Wechseljahresbeschwerden. Man kann entweder Hopfendolden als Tee zu sich nehmen oder ein Hopfenpräparat aus der Apotheke einnehmen.

Bei zu trockener Vagina empfehle ich gerne Rosenzäpfchen. Sie schützen und stabilisieren die Vaginalflora und sind ein wunderbar sinnlich-duftendes Gleitmittel. Ebenso das schon oben erwähnte Rotklee-Gel.

Eine Bezugsquelle für diese Mittel habe ich hier verlinkt.

Häufig spielen jedoch auch noch weitere Faktoren eine Rolle, um eine erfüllte Sexualität zu erleben.

Ein offener Austausch mit dem oder der Liebsten über die Bedürfnisse und Wünsche können dir helfen, um wieder mehr Nähe und Intimität aufzubauen und zu erleben. Vielleicht geht es gerade jetzt darum, eine neue und kreativere Form der Sexualität zu leben. Dazu bedarf es auch deiner Selbstliebe und des Wissens darum, was du als Frau wirklich brauchst und willst.

Vielleicht ist gerade jetzt die Zeit, um mit dir selbst, deinem Körper und deinem Frausein Frieden zu schließen.

Bei starken Symptomen und Unsicherheiten deinerseits empfehle ich dir auf jeden Fall, eine gute Ärztin oder Heilpraktikerin zur Rate zu ziehen. Manchmal kann es nämlich wirklich sinnvoll sein, erst einmal die Hormone im Blut oder im Speichel zu bestimmen, bevor man mit einer Behandlung beginnt.

Dazu hat sich der Speichelhormontest bewährt, den ich dir in diesem Artikel beschreibe.

Ich wünsche jeder Frau – egal welchen Alters, dass sie ihr Frausein in vollen Zügen genießen und sich und das Leben lieben kann.

Gerne unterstütze ich dich dabei.

Deine Ramona Wagener.

www.naturheilpraxis-ramonawagener.de

Zum ersten Artikel von Ramona Wagener gelangst du hier.

Über Ramona Wagener

Ich bin Heilpraktikerin mit Leib und Seele und habe seit 15 Jahren eine integrale Praxis mit dem Schwerpunkt Frauenheilkunde und ganzheitliche Behandlung bei Kinderwunsch. Ich sehe mich als Mutmacherin „von Frau zu Frau“.  Meine tiefste Absicht ist es, Frauen an das Vollkommene und Heile, was in uns allen angelegt ist, zu erinnern und sie dabei zu begleiten, sich wieder in Ihrem Frausein wohl zu fühlen.

Da ich im Laufe der Jahre gemerkt habe, dass es viele Frauen gibt, die einfach ein bisschen mehr über sich selbst, ihren Körper und das Leben wissen  und sich gerne weiter entwickeln  möchten, biete ich auch Kurse und Seminare zum Thema Frau-Sein und Potenzialentfaltung an.

 

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