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Gefühle als Ressource entdecken oder: Wie wir wieder lernen, sie zu bejahen

Nun möchte ich nach meinen Artikeln zum Enneagramm tiefer in das Feld der Gefühle einsteigen, die unmittelbar mit den jeweiligen Persönlichkeitsmustern verbunden sind.

Du findest hier alle meine bisherigen Artikel in meinem Compassioner-Autorenprofil.

In Verbundenheit,

Lidia Schladt

Gefühle als Ressource entdecken oder wie wir wieder lernen, sie zu bejahen

Ich arbeite nun seit circa 9 Jahren als Heilpraktikerin für Psychotherapie in Bremen und nenne mich seit einiger Zeit gemäß meiner Berufung „Emotionshebamme.“

Warum habe ich diesen Begriff als Aushängeschild gewählt?

Als hochsensible Empathin bin ich für meine eigenen und für die Gefühle anderer Menschen besonders empfänglich. Natürlich ist das Fluch und Segen zugleich.

Doch da ich mittlerweile gute Methoden und Techniken gelernt habe, um immer wieder gut für mich zu sorgen, wenn ich Menschen begleite, ist meine natürlich mitgegebene Empathie eine große Bereicherung für mich und für meine Klienten.

Von diesen Erfahrungen möchte ich in diesem Artikel berichten und dich dazu einladen, dich von ihnen berühren zu lassen.

gefuehle-weckenDu solltest erst einmal wissen, dass ich einen anderen kulturellen Hintergrund habe, denn ich wurde in der ehemaligen Sowjetunion geboren, genauer gesagt im heutigen Kasachstan.

Eine Staatengemeinschaft, die es nicht mehr gibt. Wie ein fremder Planet, der nicht mehr existiert.

Als sogenannte Russland-Deutsche habe ich daher in der mehrheitlich russisch-sozialistischen Mentalität und Gesellschaft einen anderen Bezug zur Ressource der Gefühle kennenlernen dürfen.

Gefühle jeglicher Art wurden von den Menschen vor Ort sehr natürlich gezeigt und ausgelebt. Ob es Trauer war, Wut, Verzweiflung, Angst oder auch Freude, Mitgefühl.

Dies erlebte ich bis zu meinem 9. Lebensjahr als etwas sehr Menschliches und Natürliches. Mit der Migration nach Deutschland 1988 erlebte ich einen Werte-Wandel und eine neue Mentalität, die ich als stark empathisches Kind aufsaugte wie ein Schwamm.

Kulturschock

gefuehle-nachdenkenIch erlebte eine Art Kulturschock, wie es in psychologischen Termini beschrieben wird. Denn plötzlich fand ich mich in einer mentalorientierten, verstandesbezogenen Gesellschaft wieder, in der Gefühle keinen Platz zu haben schienen.

Ich dachte erst einmal, dass manche Menschen mich absichtlich hinters Licht führen wollten, denn ich nahm ihre Gefühle ganz deutlich wahr, doch sie wurden nicht gezeigt und unter einer Maske von „alles ist gut“ versteckt.

Diese Ambivalenz zwischen Wahrnehmung und fehlender Bewusstheit seitens vieler Menschen begleitete mich lange Zeit und löste eine tiefe Irritation in mir aus. Von dem Extrem, dass alle Gefühle normal und menschlich sind, pendelte ich in eine Gesellschaft, in der Gefühle als Bedrohung und Stress angesehen wurden.

Das war der Beginn meiner Reise zur Erforschung von Gefühlen jeglicher Art und ihrer Qualitäten. Ich machte schon während des Studiums der Kulturwissenschaft und Kulturgeschichte Osteuropas eine Logotherapie-Ausbildung nach Viktor Frankl. Er hatte im Konzentrationslager Ausschwitz seine gesamte Familie verloren und sah dennoch den Sinn in seinem Leben, sowie er auch niemandem die Schuld für die Ermordung seiner Familie gab.

Diese starke Resilienzfähigkeit und Würde faszinierten mich, so dass ich das Enneagramm und die werteorientierte Imagination (Bilderreise) erlernte. Ich lernte viele weitere Methoden und Zugänge zu Gefühlen, weil mich meine Sehnsucht antrieb, den Zustand authentischen Gefühlserlebens wieder herzustellen.

Bei mir, weil ich ihn immer mehr verlor und bei anderen Menschen, die ich anfing, in ihren Krisen und anderen Prozessen zu begleiten.

Kind-Bewusstsein

Es ist ein Weg, der vielmehr wieder ins Kind-Bewusstsein führt. Nicht, dass es dabei um Unreife und Infantilität geht, sondern um das Urvertrauen des unschuldigen Kindes, das Gefühle nicht in „gut“ und „schlecht“ einteilt, sondern sie einfach fühlt und ausdrückt.

gefuehle-ausdruecken-lernen

Wenn ein Kind traurig ist, dann weint es und fängt im nächsten Augenblick wieder an zu lachen.

Wenn ein Kind wütend ist, gibt es seiner Wut Ausdruck und sei es nur dadurch, dass es einem anderen Kind im Sandkasten aus diesem Impuls heraus auf den Kopf haut.

Dieser natürliche Gefühlsumgang geht solange weiter, bis es von den Eltern oder spätestens in der Schule lernt, polar zu denken und alles in „das darf man“ oder „das darf man nicht“ einzuteilen. Bestimmte Gefühle sind dann erwünscht und andere wieder gewollt. Ganz besonders „schlimme“ Gefühle sind dann Wut, Scham,Traurigkeit oder Neid.

Wir lernen es nicht bzw. wir verlernen, diesen Raum zu geben, weil wir spüren, dass sie bedrohlich sind. Also lernen wir stattdessen, sie zu unterdrücken, sie zu betäuben und sie zu verdrängen. Ohne zu merken, dass wir so auch unsere Lebenskraft unterdrücken und uns getrennt von unseren Gefühlen wahrnehmen.

gefuele-fuehlen-freudeIch unterscheide nicht zwischen positiven und negativen Gefühlen, sondern sehe Gefühle als Ausdruck unserer Lebenskraft und unserer vielschichtigen Persönlichkeit.

Jeder Mensch hat ein völlig unterschiedliches Temperament, das sein Nervensystem ausmacht und jeder ist sehr komplex in seiner Art, was die persönliche Einzigartigkeit ausmacht.

Statt uns in eine Norm zu zwängen, sollten wir unseren individuellen Persönlichkeitsausdruck feiern und wieder lernen, unsere Gefühle ernst zu nehmen

Und noch viel mehr: Wir dürfen neu lernen, diesen wie Kinder Ausdruck zu verleihen. Das heißt natürlich nicht, dass wir jemanden anfangen, auf den Kopf zu hauen, wenn wir wütend sind.

Jedoch dürfen wir mittels der Kommunikation eine Möglichkeit finden, dem anderen zu sagen, wie es uns geht und was ein bestimmtes Verhalten von ihm mit uns macht.

Gefühle als Ressource

Ich erlebe es als unglaublich heilsam, wenn Menschen wieder anfangen, das, was sie fühlen, als Ressource zu erleben und erst einmal für sich zu erforschen: „Ah, da ist gerade die Wut da. Woher kommt sie? Gab es einen bestimmten Auslöser dafür? Welchen angemessenen, wertschätzenden Ausdruck kann ich für sie finden?“

Das Heben solcher Gefühle verbindet uns wieder mit unserem Herzen, mit unserem Inneren Kind, mit unserem Selbst, mit unserem wahrhaftigen Kern.

Andere Menschen erleben uns dann als authentisch, integer und verbunden mit dem, was wir fühlen und wie wir uns verhalten. An dieser Stelle kann tiefe Heilung geschehen, weil Ganzheitlichkeit im Fühlen, Denken und Handeln entsteht.

gefuehle-erforschenUnd ich weiß, dass es leichter gesagt ist, weil wir es verlernt haben. Denn so waren wir viel besser lenk- und manipulierbar für andere Menschen.

Holen wir uns also unsere Würde zurück, indem wir uns wieder erlauben, unseren Gefühlen zu vertrauen und  sie zu erforschen, ihnen einen Ausdruck im Sinne der Liebe zu geben und sich an manchen Stellen nicht alles von sich selbst gefallen zu lassen, wenn die Gefühle drohen, Überhand zu nehmen und uns ins Drama ziehen.

Ich möchte dir zum Abschluss ein paar Fragen stellen:

Wie empfindest du Gefühle und nimmst du sie ernst?

Siehst du Gefühle als wichtig an oder als etwas, das du gerne „loswerden“ möchtest?

Magst du deinen Gefühlen ihre Rolle als Ressource eingestehen und Frieden mit ihnen schließen lernen?

Fühlst du sogar „zu viel“ und wäre es Zeit, einen neuen Umgang mit deinen Gefühlen zu finden?

Es ist völlig legitim, dir für die Beantwortung der obigen Fragen eine adäquate Coaching Begleitung oder eine andere unterstützende Maßnahme zu suchen. Niemand muss alles von Anfang an können und wir dürfen immer wieder neu (um-)lernen.

Ich werde in den kommenden Monaten mehr über Gefühle und ihre unterschiedlichen Facetten schreiben. Wenn du Fragen, Anregungen oder Wünsche an mich hast, schreibe mir gerne in den Kommentaren.

Ich freue mich auf deine Kommentare.

Deine Lidia

Homepage: www.lidia-schladt.de

Facebook: https://www.facebook.com/Lidia.Schladt/

 

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