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Geheilte Männlichkeit: Auf dem Weg in eine neue Liebes- und Beziehungskultur

Wenn Männlichkeit und Weiblichkeit geheilt werden, sind erfüllte Beziehungen und ein starkes ICH möglich.

Tief bewegt, geöffnet und vor allem mit einem Gefühl der Heilung kam ich vor zwei Wochen von einem Männerseminar zurück. In diesem Teil eines integralen Männerjahrestrainings ging es darum, Beziehungen neu zu leben.

Die Fähigkeit auszubauen, erfüllende Verbindungen einzugehen. Alte Wunden zwischen den Geschlechtern zu heilen. Sich ganz offen und verletzlich in einer Begegnung zu zeigen – und sich dabei trotzdem treu zu bleiben.

Die Heilungsräume, die an diesem Wochenende geschaffen wurden, waren so einzigartig, dass sie weit über die persönliche Ebene hinaus gingen. Sie berühretn ein kollektives „Erbe“ an Verletzungen, die beide Geschlechter in sich tragen.

maennlichkeit-kriegEin jahrhundertlanges Patriarchat und zwei Weltkriege haben ihre Spuren hinterlassen. Jahrzehntelang wurde geschwiegen, verdrängt und beschuldigt.

Nun haben wir die Chance und auch das Privileg in geschützten Räumen unsere Verletzungen ebenso dort, wo wir verletzt haben, auszusprechen und Anteil nehmend zuzuhören.

Bereits darin liegt eine tiefe Heilungs- und Versöhnungskraft, die eine aus der Liebe kommende (neue) Begegnung zwischen den Geschlechtern ermöglicht. Es wird Zeit. Es ist Zeit für eine neue Liebes- und Beziehungskultur!

Sich mit seinem Schmerz zeigen und heil werden

Nachdem wir Männer und Frauen in unseren eigenen Geschlechtskreisen eine Vertrauensbasis geschaffen hatten, kam es am dritten Tag zu einem Mann-Frau-Begegnungstag.

maennlichkeit-gespraecheHier bestand nun die Möglichkeit, im Kreis aufzustehen, und auszusprechen, wo man sich vom anderen Geschlecht verletzt fühlt – ohne Schuld, ohne Vorwurf.

Ich erhob mich aus dem Kreis meiner männlichen Brüder, schaute in die Augen der Frauen um mich herum und sprach aus, wo ich mich als Mann vom Weiblichen verletzt fühle – und wo ich bereit bin, zu vergeben.

Alleine dieser Akt, in einem Raum der spürbaren Anteilnahme, des Gesehenwerdens mit meinem Schmerz, war für mich und meine Geschichte so befreiend und berührend, dass mir jetzt beim Schreiben noch die Tränen in die Augen steigen.

Anschließend konnten wir aufstehen und aussprechen, wo wir das Weibliche verletzt haben:

Die narzisstische Wut des einsamen Mannes, das verschlossene Herz, die lustzentrierte Sexualität, die Trennung von Lieben und Begehren, der kollektiven Wunden durch eine patriarchale Kultur, das Gewaltpotenzial.

Im Bekennen dieser „Taten“, ohne Vorwurf oder Groll in den Blicken der Frauen zu erkennen, entstand ein Raum der Vergebung wie Befreiung.

Nun hatten die Frauen die Gelegenheit, ihre Verletzungen durch das Männliche auszusprechen, ebenso wo sie als Frauen kollektiv wie individuell verletzt haben:

Den widersprüchlichen Botschaften, in denen sie Männern Hoffnungen machten, um sie anschließend als „Sexmonster“ zu beschuldigen, der emotionalen Übergriffigkeit, die zum Teil feindseligen Abwertung des Männlichen im Zuge des Feminismus der letzten fünfzig Jahre.

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Als Mann hier den Frauen Anteil nehmend und mitfühlend zuzuhören, war für mich mindestens genauso berührend wie das Aussprechen der eigenen Verletzungen.

Hierbei wurde von der Leitung immer wieder betont, dass es weder um Schuld noch um Beschuldigen, weder um Täter noch um Opfer geht – sondern viel mehr um ein sich mit seiner tiefsten Verletzung zu zeigen und ebenso um Vergebung zu bitten.

Mehr braucht es erstmal nicht. Alleine in diesem Sehen und Gesehen werden liegt schon ein tiefer Heilungsimpuls verborgen.

Die aus diesen Ritualen freigesetzte Liebe und Anerkennung konnte in einem anschließend Ritual der Wertschätzung für das Männliche wie Weibliche ihren gefühlvollen und achtsamen Ausdruck finden.

Geöffnete Herz- und Schoßräume

Auf die amerikanische Autorin Diana Richardson geht das Polaritätsmodell zurück. Demnach gibt es einen positiv wie negativ aufgeladenen Pol bei Frauen und Männern.

Maennlichkeit-anziehendWenn beide geöffnet und geheilt sind, funktionieren sie wie die beiden Pole eines Magneten. Dadurch erst entsteht die Anziehung zwischen Mann und Frau.

Der Herzraum bei uns Männern ist der empfängliche, rezeptive Pol. Das männliche Geschlechtsorgan der gebende Pol. Umgekehrt sitzt der empfängliche, aufnehmende Pol bei Frauen in ihren Geschlechtsorganen, im sogenannten Schoßraum.

Der gebende Pol sitzt bei Frauen in ihrem Herzen. Ein geheiltes, weibliches Herz möchte in aller Verletzlichkeit lieben, sich verströmen und hingeben.

Verletzungen entstehen im jeweils empfänglichen, negativen Pol des jeweiligen Geschlechts. Also bei Männern im Herzraum und bei Frauen im Schoßraum.

Genau in jenen Räumen tragen wir Männer und Frauen unsere individuellen wie kollektiven Wunden in uns:

Durch Missbrauch, Übergriffigkeit, Verschlossenheit – und genau in diesen beiden Räumen muss die Vergebungs- und Heilungsarbeit stattfinden.

 

Unser männliches Herz ist ein natürlicher, nährender Raum für uns Männer. Hier wollen wir uns verbinden. Und hier wollen wir Wertschätzung und Zuneigung erfahren. Hier wollen wir unsere Gefühle und Liebe ausdrücken.

Als Mann solch ein geöffnetes Herz zu leben, erfordert Mut. Erfordert Rückgrat und eine innere Stabilität. Und es erfordert vor allem ein sich öffnen, sich zeigen vor anderen Männer.

Mit all seiner Angst, mit all seiner Verletzlichkeit. Gelingt einem Mann dieses Teilhaben lassen an seinem Innersten, erfährt er eine neue Form von Geborgenheit und Verständnis unter Männern – jenseits homophober Ängste.

Diese Sensitivität kann nicht gemacht werden, was wir Männer ja gerne tun, – sondern nur eingeladen werden.

Doch der Weg dahin lohnt sich – für dich als Mann und für eine neue Begegnung zwischen den Geschlechtern.

Denn plötzlich geschieht etwas Neues:

Eine echte und präsente Verbindung zu dir, deinem Herzraum und deinen Mitmännern. Und dem anderen Geschlecht. 

Frauen wünschen sich so ein präsenten und verbundenen Mann. Weil er da ist. Weil er klar ist. Und auch, weil er ihnen Grenzen setzen kann.

Weil er nicht gleich wegrennt, wenn es mal Drama gibt. Weil er eigenverantwortlich ist. Und auch, weil er sich in seinem Schmerz selbst halten kann (keine Ersatz-Mama braucht) und trotzdem berührbar bleibt.

Geheilte Männlichkeit und Weiblichkeit

Wir Männer erfinden uns gerade neu und sind auf der Suche nach einer neuen Identität. Wir haben es jahrelang versäumt, auf die neuen gesellschaftlichen wie individuellen Erwartungen an uns Männer zu reagieren. Einerseits sollen wir stark und unabhängig sein. Andererseits unsere Gefühle ausdrücken können. Das verunsichert. Tradierte Rollenbilder taugen nicht mehr.

Das Zeitalter des männlichen und einsamen Einzelkämpfers ist aus meiner Sicht vorbei. Was wir brauchen, ist ein neues Wir.

Männer, die ihr Herz öffnen und sich erlauben, aufrichtig, verletzlich, weich und berührbar zu sein. Diese Vertrauensbasis muss zunächst in einem bewussten Kreis von Männern geschaffen werden. Verletzlichkeit und Kraft verbünden sich und wir müssen uns nicht länger in Verdrängung und Halbherzigkeit verlieren.

maennlichkeit-zusammenseinWenn das verschlossene männliche Herz und der verschlossene weibliche Schoß sich wieder öffnen, ist der Weg frei zu einer neuen Liebes- und Beziehungskultur.

Die Sehnsucht, uns in Liebe, Wahrhaftigkeit und gegenseitiger Wertschätzung zu begegnen, ist in uns allen groß – bei Frauen wie bei Männern!

„Was wir brauchen, ist nicht mehr Weiblichkeit und weniger Männlichkeit, sondern eine geheilte Weiblichkeit und eine geheilte Männlichkeit und eine Balance männlicher und weiblicher Qualitäten “, ist ein Satz, der des Öfteren an diesem Wochenende fiel, und dem ich nur zu 100% beipflichten kann.

Nur aus geheilten und in ihrer eigenen Kraft ruhenden Herz- und Schoßräumen ist eine neue, auf Augenhöhe und Respekt beruhende Liebes- und Beziehungskultur zwischen den Geschlechtern möglich.

In Zeiten von Trump, Putin, Erdogan und Co., deren Gebaren rein gar nichts mit Männlichkeit zu tun hat, sondern viel mehr mit verletzten inneren Kindern, brauchen wir dringender denn je eine geheilte Form von Männlichkeit in unserer Welt.

Es ist schön mitanzusehen, wie beiden Seiten sich ihren Verletzungen stellen, vergeben, Kraft schöpfen und sich neu begegnen. Es tut sich viel in dieser Hinsicht – aber es liegt auch noch viel vor uns. Diese Art von geheilter Weiblichkeit und Männlichkeit wird für unsere Gesellschaft und unsere Beziehungen dringend benötigt.

Und jeder Einzelne – du – kann damit heute beginnen, indem er sich anderen gegenüber öffnet und darin eine neue Kraft und Verbindung entdeckt.

domröse-maennlichkeitIch wünsche dir viel Mut und Vertrauen dabei!

Dein Oliver Domröse

Autor, Freigeist, Coach

Alle Artikel von Oliver findest du hier.

Olivers Website findest du hier: www.simplyfeelit.de

Weitere Empfehlungen, wie du vom netten Kerl zu einem starken und selbstbewussten Mann wirst, findest du in meinem E-Book-Gesamtpaket für sensible Männer, in dem es neben dem E-Book (Der sanfte Krieger) auch Videos zum Anschauen gibt.
Hier erfährst du mehr darüber.


Hier findest du andere coole Männer, die sich klug veretzen, um ein waches, wahres und authentisches Leben zu führen.

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