Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

Gemeinwohl-Ökonomie: Eine Wirtschaft für den Menschen und die Mitwelt

“There is no alternative.” (Margaret Thatcher)

gemeinwohl-wirtschaft„Ich studiere da was mit Wirtschaft“, sagte ich meinen Eltern, um sie zu beruhigen, als ich nach der Banklehre einen Studienplatz in Kulturwissenschaften ergattert hatte. Ganz gelogen war das wirklich nicht. Schließlich gehörte im Grundstudium auch Betriebswirtschaftslehre dazu. Dort lernte ich die “Grundgesetze” der klassischen Betriebswirtschaftslehre kennen, das Minimal- und das Maximalprinzip. Doch schon damals stellte ich mir wohl unbewusst die Frage, ob Effizienz und maximaler (monetärer) Profit wohl der einzige Zweck des Wirtschaftens seien. Außerdem hörte ich vom Homo oeconomicus, einen Menschen, der seine Entscheidungen nach „Nutzenmaximen“ abwägt. Auch mit diesem Menschenbild konnte ich mich nicht gut anfreunden.

  • Wo hatten in diesem Bild, bitte schön ,die Mitmenschlichkeit und das Mitgefühl ihren Platz, die Freude am Miteinander, die Zugewandtheit?
  • Oder sollte der Mensch in der Wirtschaft ein anderer sein, als er es im “wahren Leben” war?
  • Sollten beide von einander abgeschnitten in unterschiedlichen Welten funktionieren?

Ich schluckte diese Konzept-Pillen, obwohl das schon damals für mich nicht stimmig war. Doch es schien keine Alternative zu geben.

Eine Suchbewegung: Eine Wirtschaft im Einklang mit meinen Werten

Ich musste erst über zehn Jahre in und für klassische Wirtschaftsunternehmen gearbeitet haben (u.a. acht Jahren bei der Volkswagen AG), bis mir um das Jahr 2010 klar wurde: Natürlich geht es mir nicht allein um Profitmaximierung, mir geht es um ganz andere Werte. Mir geht es darum, sinnstiftend tätig zu sein, etwas Gutes in dieser Welt zu bewirken, einen positiven Unterschied zu machen, GEMEINSAM mit anderen etwas zu erschaffen.

Nach einer längere Phase der Suchbewegung, stieß ich kurze Zeit später auf die Gemeinwohl-Ökonomie.

Die Gemeinwohl-Ökonomie – die Idee einer Wirtschaftsordnung, die meinen Werten entspricht

Ich stellte fest, dass es mit der Gemeinwohl-Ökonomie bereits ein Konzept eines werteorientierten Unternehmertums gab, das genau meinen Vorstellungen entsprach. Die Gemeinwohl-Ökonomie stellt neben die Finanzbilanz eine Gemeinwohl-Bilanz, die dokumentiert, welche weiteren Werte ein Unternehmen schafft, ob es menschenwürdig, solidarisch, partizipativ ökologisch nachhaltig und demokratisch unterwegs ist.

Diese Gemeinwohl-Bilanz kann zugleich auch Orientierungsrahmen dafür sein, das Unternehmen in Richtung Werteorientierung aufzustellen. Die wesentlichen Ideen der Gemeinwohl-Ökonomie beruhen auf dem Buch “Die Gemeinwohl-Ökonomie. Eine demokratische Bewegung wächst.” des Publizisten Christian Felber.

Die Gemeinwohl-Ökonomie – von der Idee zu einer weltweiten Bewegung

gemeinwohloekonomieIn dieser Zwischenzeit hat die Gemeinwohl-Ökonomie gehörig an Fahrt aufgenommen – hier einige wichtige Wegmarken:

Allgemeine Entwicklung

  • Mittlerweile haben über 400 Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt, darunter auch einige namhafte Unternehmen wie etwa die Spardabank München eG, der Bergsportausstatter Vaude,  uvm.
  • Die Bewegung ist ungefähr fast 20 Ländern verbreitet.
  • Es gibt einige prominente Botschafter für die Gemeinwohl-Ökonomie, bspw. Konstantin Wecker, Kabarettist Bodo Wartke, den “Glücksminister” des Landes Bhutan Hah Vinh Tho, Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther oder auch MIT-Professor Otto Scharmer.
  • Christian Felber und die Gemeinwohl-Ökonomie wurden im März 2017 mit dem Zeit-Wissen-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

Politik

  • Der EWSA (Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss) ein beratendes Gremium des Europäischen Parlamentes, hat 2015 mit einer großen Mehrheit von 86 Prozent dafür gestimmt, dass die Gemeinwohl-Ökonomie in die europäische Gesetzgebung einfließen soll.
  • Die Landesregierung des Bundeslandes Baden-Württemberg hat die Gemeinwohl-Ökonomie in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen. Die Stadt Stuttgart hat ein städtisches Programm zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie.
  • Im Rahmen der Novelle des CSR-Gesetzes, das Anfang 2017 in Kraft getreten ist, war Christian Felber, Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie, in den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages geladen.
  • Schließlich haben vor kurzem die ersten Gemeinwohl-Gemeinden in Österreich eine Gemeinwohl-Bilanz abgeschlossen. (Denn die Kommune wird als zentrale Schaltstelle gesehen, die gemeinwohlorientierte Unternehmen bspw. mit Steuererleichterungen fördern kann.)

Forschung und Bildung

  • Die Gemeinwohl-Ökonomie ist europaweit an mehreren Universitäten und Fachhochschulen Gegenstand von Lehre und Forschung. An der Universität Barcelona wurde sogar ein eigener Lehrstuhl für die Gemeinwohl-Ökonomie eingerichtet. Das derzeit größte Forschungsprojekt zur Gemeinwohl-Ökonomie “Gemeinwohl-Ökonomie im Vergleich unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien (GIVUN)” läuft an der Europa-Universität Flensburg. Es erforscht, wie sich die Gemeinwohl-Ökonomie insbesondere in Großunternehmen implementieren lässt.

Die Gemeinwohl-Ökonomie: Unterwegs zur neuen Wirtschaftsheimat

gemeinwohl-ökonomieDiese Auflistung mit nur einigen Blitzlichtern zeigt sicherlich, dass der noch recht jungen, erst 2010 gegründeten Bewegung innerhalb kurzer Zeit gelungen ist, immer mehr Sichtbarkeit zu erlangen und sich aus der Nische in den Mainstream “vorzuarbeiten” – auch wenn freilich noch ein gutes Stück vor ihr liegt. Mit der Gemeinwohl-Ökonomie habe ich jetzt das Gefühl, zugleich angekommen und unterwegs zu sein, wirklich Teil einer nachhaltigen Unternehmerbewegung zu sein.

Ich finde, ich habe eine Bewegung gefunden, der es im Schulterschluss mit weiteren alternativ-ökonomischen Strömungen gelingen kann, den Orientierungsrahmen unserer Wirtschaft so zu verändern, dass sie wieder den Menschen dient und im Einklang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen passiert. Wenn du das inspirierend und verheißungsvoll findest, dann schau, ob du uns (oder eine weitere ökonomische Alternative, die ich im PS aufgelistet habe), unterstützen magst und kannst, in welcher Form auch immer.

Gemeinwohlorientierte Grüße

Steffi aka Stephanie Ristig-Bresser.

*****

PS 1:

Hier ein Überblick der Artikel zur Gemeinwohl-Ökonomie, die ich im Compassioner bereits veröffentlicht habe:

PS 2: “There are plenty of Alternatives”: Ausgewählte Links und Literatur zu weiteren alternativ-ökonomische Ansätze

(über JEDEN dieser Ansätze lassen sich freilich ganze Bücher schreiben, und ich werde mich einzelnen bei Gelegenheit widmen)

*****

Wenn dieser Artikel interessant für dich war, weisen wir dich gern auf folgenden Artikel hin:

Unternehmen

Video-Interview mit einem Ausnahme-Unternehmer: Zufriedene Mitarbeiter sind die Zukunft

Gefällt mir 219 Personen gefällt das

Wie hilfreich fandest du den Artikel?1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

Diskussion

Trag dich in unseren Newsletter ein und hole dir dein Gratis-Geschenk für Compassioner-Leser:


Das große Coaching Paket von Veit Lindau.
Sichere dir diesen wertvollen Leitfaden für ein erfülltes, glückliches Leben.

 

Wir schenken dir:
o 4 Audiovorträge mit Veit Lindau
o 1 Geführte Meditation
o Den Lebenskompass

Trag dich dazu hier ein:

 



* Mit der Eintragung bestätige ich die Informationen zum Datenschutz insbesondere nach §13 DSGVO zur Kenntnis genommen zu haben.

 

 

 

fan