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Generation Kriegsenkel – unser seelische Erbe Teil 2

Generation Kriegsenkel – Anregungen zur Verarbeitung des transgeneralen Traumas

Hallo du… bist du zwischen 1960 und 1975 geboren?  Dann gehörst du höchstwahrscheinlich auch zur Generation der Kriegsenkel. In diesem Gastartikel von Manuela Thurisch erfährst du, warum der zweite Weltkrieg noch immer diese Generation traumatisiert und wie wir sie erlösen können.

In dem ersten Teil ihres Artikels schrieb sie darüber, dass nicht nur die Kinder von Soldaten und kriegstraumatisierten Eltern,  sogar eine Generation weiter immer noch mit den seelischen Nachwirkungen des  2.ten Weltkrieges zu kämpfen haben.

+++

Ich bin vor ein paar Jahren auf dieses Thema gestoßen, als ich meine (vermeintliche) Unfähigkeit, eine Partnerschaft einzugehen, mit Hilfe einer Familienaufstellung aufdecken wollte.

Damals wurde ich mit der Geschichte meiner Großeltern mütterlicherseits konfrontiert. Eine Geschichte aus dem 2. Weltkrieg, wie sie damals wohl Tausende erlebt haben.

Mein Großvater wurde, wie so viele seiner Leidgenossen, regelrecht vom Krieg „verschluckt“, das heißt, er galt als vermisst.

Meine Großmutter musste ihre beiden kleinen Mädels alleine durchbringen…

In der damaligen Zeit ein wirklich hartes Unterfangen.

Sie hat sich nie wieder auf einen anderen Mann eingelassen und bis zu ihrem Tod gehofft, etwas über den Verbleib meines Großvaters zu erfahren.

Als Kind fand ich die Geschichte meiner Großeltern und ihrer großen Liebe höchst romantisch.

Heute denke ich vollkommen anders darüber, denn welche Auswirkungen dieses Trauma auf mich – auf die Enkelin – hatte, erahne ich erst, seit ich mich mit dem Thema Kriegsenkel auseinandersetze.

kriegsenkel-traumaMir wird immer bewusster, woher meine Verlustängste und mein fehlendes Urvertrauen herrühren und ich komme mit meiner Hypersensibilität und meiner Melancholie besser klar.

Auch lerne ich mit dem Gefühl der Einsamkeit, der Unangebundenheit umzugehen und habe eine mögliche Erklärung für meine Kinderlosigkeit gefunden.

Du bist selbst auch schon über dich und deine Familiengeschichte gestolpert, hast aber bisher noch nicht den Mut gefunden, dich damit tiefer auseinander zu setzen?

 

Nein, ein Patenrezept kann ich dir auch nicht bieten.

Aber ich möchte aufgrund meiner eigenen Erfahrungen ein paar Anregungen aus meinem Schatzkästchen mit dir teilen.

Fünf Erkenntnisse, wie man sich als Kriegsenkel aus dem Trauma lösen kann:

 

  1. Lesen

Inzwischen gibt es immer mehr Bücher zu dem Thema Kriegskinder/Kriegsenkel und das ist auch gut so. Zum Einstieg kann ich dir Sabine Bode empfehlen.

Auch U. Baer bzw. G. Frick-Baer oder Ingrid Meyer-Legrand finde ich persönlich gut.

Es kommt aber darauf an, für was du dich mehr interessierst: NS-Vergangenheit und Krieg, Flucht und Vertreibung, Familienforschung oder Perspektiven und Ressourcen.

Durch das Lesen setzt du dich auf alle Fälle mit der Vergangenheit auseinander, weil du Zeile um Zeile eine Ahnung bekommst und Zusammenhänge begreifen lernst.

Und dann?

Wohin nun mit den ganzen aufgewirbelten Gefühlen und Gedanken?

  1. Schreiben befreit

schrieben-kriegsenkel-traumaDas bloße Aufschreiben – ohne Zensur und gerade so wie´s aus dir fließt – kann oft den inneren Druck lindern. Vom Kopf auf´s Blatt – Hauptsache es ist draußen, aufgeschrieben und festgehalten.

Und wenn du willst, kannst du zu einem späteren Zeitpunkt deine Aufzeichnungen nochmal in Ruhe durchlesen. Vielleicht magst du dir hierfür sogar ein hübsches Buch und einen besonderen Stift zulegen?

Eine andere Art des Auseinandersetzens mit sich selbst und im Schreiben wäre das biografische Schreiben.

Bei meinen Recherchen bin ich auf solche Seminare gestoßen und eines davon hatte ich über Silvester gebucht. Es ging zwar nicht direkt ums biografische Schreiben, aber die Dozentin, Liane Dirks, bietet solche ebenfalls an.

Der Austausch mit Gleichgesinnten in Verbindung mit Schreiben, Tai Qi, Meditation und gutem Essen tat meiner Seele sehr wohl.

Du schreibst nicht gerne? Macht nüscht… denn…

  1. Ganz wichtig! – reden… reden….

Geeignete Diskussionspartner gibt es überall… ja, wirklich, egal ob in der Familie (wo sonst?), im Freundes- und Bekanntenkreis, beim Stammtisch oder sogar in der gespraeche-kriegsenkelArbeit. Und Gelegenheiten bieten sich auch immer wieder… solange du damit nicht gerade eine feuchtfröhliche Geburtstagsfeier oder gar eine Hochzeit sprengen möchtest… 😉

Sprich es doch einfach mal in einer gemütlichen Runde an und warte ab, was passiert. Du wirst überrascht sein, wie schnell sich eine interessante Diskussion entwickelt.

Natürlich passt es nicht immer und manchmal gibt es auch Gesprächspartner, die irritiert reagieren und nichts über den Krieg und seine Folgen hören wollen.

Das darf dann auch okay sein.

 

Ich selbst bin immer wieder überrascht, wie schnell sich ein intensiver und zum Teil auch sehr intimer Austausch ergibt – denn: geteiltes Leid ist halbes Leid.

Man fühlt sich verstanden, aufgehoben und es tröstet zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist.

Falls du doch Hemmungen hast, offen über das Thema in deinem Freundeskreis zu diskutieren, dann kann ich dir auch Selbsthilfegruppen empfehlen, die sich inzwischen in jeder größeren Stadt zusammengefunden haben.

Bei dir gibt es sowas nicht? Wie wäre es, wenn du einfach selbst einen Stammtisch gründen würdest?

Im Internet findest du auch einige Seminare, die sich u.a. mit dem Thema „Kriegsenkel“ und traumatische Vergangenheit beschäftigen.

Du bist keine Leseratte?

Schreiben liegt dir nicht?

Du möchtest dich auch nicht mit deinen Freunden darüber austauschen?

In der Familie ist das Thema tabu?

Und Seminare sind dir ein Graus?

ABER: die Vergangenheit lastet auf dir, erdrückt dich fast?

  1. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

 Ja, du hast richtig gelesen.

Ich weiß, dass sich einige noch davor scheuen, obwohl bereits viele von uns in Behandlung waren oder noch sind. Also warum nicht?

Es ist heutzutage keine Schande mehr, sich professionell helfen zu lassen.

Inzwischen gibt es genügend Therapeuten und Therapierichtungen, die dir dabei helfen, dich mit der belastenden Vergangenheit gezielt und in einem geschützten Rahmen auseinanderzusetzen.

Egal ob Gesprächstherapie, Traumaarbeit (z.B. EMDR, Somatic experiencing…), systemische Therapien (z.B. Familienstellen), Arbeit mit dem inneren Kind, Hypnose, Katathymes Bilderleben, Energiearbeit, The Works, Vergebungsarbeit (z.B. Ho´oponopono), Psychokinesiologie – die Liste ist lang…

… und ich bin mir sicher, dass auch für dich etwas dabei ist, womit du arbeiten kannst und was dir auf die nächste Stufe hilft.

Mit der Zeit wirst du auch feststellen, dass du nicht immer für dasselbe offen bist.

Vertraue ruhig deinem Bauchgefühl… denn es wird dich führen…

Dieser Artikel im Compassioner wird dir weiterhelfen...

Psychische Probleme – wie findet man kompetente Hilfe?

 

  1. Nimm dir ZEIT

 Du wirst sie brauchen. Wirklich….Ich kenne niemanden, der sich permanent mit sich selbst auseinandersetzt, an sich arbeitet oder sich dauerreflektiert.

Das wäre mit der Zeit doch sehr anstrengend und ziemlich kontraproduktiv.

Die Seele braucht auch mal Pause… für die Familie… den stinknormalen Alltag…. für ein Kaffeekränzchen…. für dein Lieblingshobby….einen Kinobesuch…. für den nächsten Urlaub…. für eine ausgelassene Party…. und auch für Lebensfreude….

So, und deshalb werde ich es mir nun mit einem guten Buch auf meinem Balkon gemütlich machen und die Frühlingssonne genießen.

Und du… pass auf dich auf….

Ich hoffe, ich konnte dir hier einige Impulse für dieses Thema schenken.

 Manuela Thurisch

Heilpraktikerin,  Rosenheim

ela.maui@web.de

 

Hier findest du den ersten Artikel zum Thema, der die genauen Auswirkungen auf die Generation Kriegsenkel näher beleuchtet:

Die Kriegsenkel und ihr seelisches Erbe

kriegsenkel-artikelManuela über sich: 

Also ich bin u.a. Heilprakikerin und mein Schwerpunkt liegt auf manuellen Techniken, vorzugsweise Lomi, die Massage aus Hawaii. Da habe ich schon verschiedene Techniken gelernt (zum Teil direkt von Hawaiianern) und da ich selbst inzwischen schon ein paar Mal auf den Inseln war, kenne ich mich auch ein wenig mit der hawaiianischen Kultur aus. Das ist mein großes Steckenpferd und Hawaii liegt mir sehr am Herzen.

Ansonsten beschäftige ich mich immer wieder mit verschiedenen Themen, die mir immer wieder begegnen, wie z.B. Hochsensibilität, Kriegsenkel, Mobbing, Burn Out, aktuell Wechseljahre ;), neuer Lebensabschnitt…

 

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