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Genesung von einer chronisch psychischen Krankheit

Was Genesung der psychischen Krankheit für mich bedeutet. Und vier Ratschläge von einem, der seine Erkrankung überwunden hat.

Insbesondere chronische psychische Erkrankungen werden häufig als unabänderliches Schicksal angesehen, dem man sich in Ergebenheit zu fügen hat.

Und selbst von Ärzten und Therapeuten werden einem allzu häufig bestenfalls eine allmähliche Linderung und Abmilderung der Symptome einer psychischen Krankheit in Aussicht gestellt, aber niemals die vollständige Genesung.

Mit diesen starken und äußerst wirksamen Zuschreibungen belastet, musste auch ich zunächst sehr mühsam und schmerzvoll lernen, meine Depressionen als gegeben hinzunehmen (…)

Während der über zwanzig Jahre, die ich mit meinen Depressionen verbringen musste, war Genesung also gemäß dessen, was ich über psychische Erkrankungen zu wissen meinte, für mich lediglich ein weit entferntes, dennoch zutiefst ersehntes, aber nicht wirklich greifbares Abstraktum, von dem ich mir kein konkretes Bild machen konnte.

genesungStändig dachte, erlebte und fühlte ich, dass ich krank sei und widmete meinen vermeintlich so bedrohlichen psychischen Krankheitsymptomen in Form von Müdigkeit, Traurigkeit und dem bedrückenden Gefühl, nicht in dieses Leben hineinzupassen, sehr viel Aufmerksamkeit. Anstatt diese Symptome, wie zu einem viel späteren Zeitpunkt, einfach mit Gelassenheit zur Kenntnis zu nehmen. Durchweg erlebte ich mich als einsam, unscheinbar und von allen Menschen missverstanden.

Dabei gab es auch damals durchaus immer wieder kurze Momente, in denen ich mich besser fühlte…

Innerlich leichter und tatkräftiger. Und manchmal gelang es mir sogar, diese Momente auszunutzen, um beispielweise meine Wohnung aufzuräumen oder um Freunde zu treffen.

Wenn ich dann am Abend auf den Tag zurückblickte, bemerkte ich Zufriedenheit ob des Geleisteten und verspürte sogar einen Anflug von Glücksgefühlen. Diese spärlichen, lichten Momente besaßen jedoch noch keinerlei Nachhaltigkeit. Sie verschwanden genauso schnell wieder aus meinem Gedächtnis, wie sie gekommen waren.

So verstrichen etliche Jahre, ohne dass ich eine deutlich wahrnehmbare, oder gar dauerhafte Veränderung in meinem Leben verspürte. Erst im Verlauf meiner letzten Therapie, die ich aus blanker Verzweiflung darüber begonnen hatte, dass ich das erste Mal meinem Leben ernsthaft ein Ende bereiten wollte, war ich wirklich bereit für Veränderungen.

Im Nachhinein betrachtet, musste ich womöglich diesen absoluten Tiefpunkt so schmerzhaft deutlich erleben, um meine Kräfte endlich zielgerichtet mobilisieren zu können. Denn erst aus dieser verzweifelten Situation heraus war ich innerlich bereit dazu, mich mit einer mir bisher gänzlich unbekannten und äußerst starken Zielstrebigkeit und Ernsthaftigkeit auf die Therapie einzulassen. Ich fasste den Entschluss, mit Hilfe dieser Therapie mein Leben von Grund auf zu ändern.

Doch die ersten Monate waren wirklich hart. Es schien fast so, als ob meine sämtlichen Unzulänglichkeiten, meine Ängste und auch mein innerer Widerstand gegen jedwede Veränderung sich gegen mich verschworen hätten. Es fiel mir unglaublich schwer, mich der Gruppe gegenüber wirklich zu öffnen und ich lehnte, zunächst aus purem Trotz und tiefer innerer Verletztheit heraus, vehement jeden noch so gut gemeinten Rat ab, der von den anderen Gruppenmitgliedern kam.

Erst als meine Verzweiflung und meine Ratlosigkeit so groß wurden, dass ich nicht mehr weiter wusste und ich die Therapie schon enttäuscht abbrechen wollte, gelang es mir, meine inneren Blockaden zu überwinden.

Ich öffnete mich den Menschen in der Gruppe vollständig und ohne jeden Vorbehalt. Denn schließlich hatte ich nichts mehr zu verlieren!

genesung-depressionUnd es geschah ein Wunder: Anstatt Ablehnung und Unverständnis zu ernten, was meinem bisherigen Erwartungshorizont entsprochen hätte, erfuhr ich zu meiner großen Überraschung und Freude so viel Verständnis, Mitgefühl und sogar Bewunderung für meinen Mut, mich vollständig zu öffnen, dass nach und nach meine Ängste verschwanden und an ihre Stelle ein unbeschreibliches Glücksgefühl, sowie eine große innere Erleichterung traten (…)

Während der vielen Jahre meiner Erkrankung waren mein Denken, Fühlen und Handeln fast ausschließlich auf diese psychischen Krankheit ausgerichtet gewesen. Gemäß dem Gesetz der Anziehung, zogen meine hoffnungslosen und düsteren Gedanken noch mehr Hoffnungslosigkeit und Dunkelheit, als eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, in mein Leben hinein. Ich war in einem Strudel von Düsternis gefangen, aus dem mir ein Entkommen unmöglich erschien.

Erst, als ich während der Therapie immer mehr positive Erfahrungen machen durfte, wandelte sich allmählich auch meine Blickrichtung. Ich fühlte Freude, Hoffnung und Glück über diese wunderbare Therapiegemeinschaft und richtete, zunächst unwillkürlich, mein Denken auf diese Erfahrungen aus. Dementsprechend wurde ich belohnt: Immer mehr optimistische Gedanken breiteten sich in meinem Kopf aus und ersetzten nach und nach, mit immer größerer Nachhaltigkeit, die negative Gedankenspirale der letzten Jahrzehnte.

Ich fühlte und erlebte eine deutliche Verbesserung meines Gemütszustandes und vermochte sogar, mir ein erstes, zaghaftes Bild von meiner Zukunft zu machen, in der ich ausschließlich meine Stärken und Neigungen ausleben wollte. Vermutlich wäre diese Verbesserung meines Gemütszustandes, wie schon so oft in der Vergangenheit, nicht von Dauer gewesen, wenn ich nicht schon während und auch nach Abschluss der Therapie damit hätte beginnen können, meinen Denk- und Verhaltensweisen mehr Aufmerksamkeit zu widmen (…)

Binnen kurzer Zeit begriff ich, welche Auswirkungen mein Denken auf meinen Gemütszustand und meine Gesundheit haben kann:

Denke ich mich krank, so bin ich krank. Denke ich mich gesund, dann bin ich es auch. Ich entschied mich bewusst dafür, gesund zu sein, fühlte mich gesund und war es.

genesung-hoffnungWas niedergeschrieben so unglaublich einfach klingt und bei euch womöglich Skepsis hervorrufen wird, geschah natürlich nicht binnen weniger Augenblicke. In Wirklichkeit war dieses Umdenken ein langsamer und zu Beginn unmerklicher Bewusstseinswandel, der aus meiner heutigen Sicht bereits vor gut zwanzig Jahren mit dem allmählichen und zeitweilig erleichternden Begreifen meiner allerersten Diagnose seinen zögerlichen Anfang nahm, und der auch jetzt noch immer andauert. Es war der Beginn einer langen, zunächst unbewussten Reise, hin zu meiner Genesung.

Je mehr Bewusstsein ich dafür entwickeln konnte, dass meine Erkrankung nur ein Aspekt meiner Persönlichkeit ist und ich erleben konnte, dass selbst innerhalb dieser Erkrankung, allen Schwierigkeiten zum Trotz, auch Veränderung und Entwicklung möglich sind, umso deutlicher hatte ich mein Ziel, genesen zu wollen, vor Augen. Immer besser konnte ich mir verbildlichen, wie es konkret aussehen und sich anfühlte könnte, tatsächlich gesund zu sein. Man nennt dies Visualisierung.

Je besser ich mich fühlte, umso weniger bedeutsam und bedrohlich erschienen mir plötzlich auch die einzelnen vermeintlichen Krankheitssymptome.

Ich sah sie nicht länger als Ausdruck einer Erkrankung, sondern als ganz normale und alltägliche, menschliche Gemütszustände, die wieder vorübergehen. Als ich dann in den letzten Monaten immer mehr die schier unglaubliche Kraft meines Denkens erleben durfte und zu erkennen vermochte, dass es ausschließlich an mir liegt, gesund sein zu wollen, fiel mir die Entscheidung leicht.

Ich begriff Stück für Stück, dass Gesundheit eine bewusste Entscheidung ist, die ich jeden Tag aufs Neue zu treffen habe und dass ich aktiv etwas dafür tun muss, um diesen wunderbaren Zustand nicht nur zu halten, sondern ihn auch fortwährend zu verbessern. Ich begriff Genesung als einen Prozess, dessen Intensität und Erlebbarkeit davon abhängt, wie bewusst und innerlich bereit ich mich ihm zuwende (…)

 

Was du für dich von meinem Weg mitnehmen kannst:

Genesen zu wollen, ist eine bewusste Entscheidung!

  • Dein Denken ist Teil deiner Schöpferkraft!
  • Psychische Krankheit ist nur ein Aspekt deiner Persönlichkeit!
  • Innere Widerstände zu überwinden, ist ein heilsamer und mutiger Schritt!
  • Nachhaltigkeit zu erfahren, ist ein wesentlicher Bestandteil von Genesung!

Innerhalb einer Erkrankung sind Entwicklung und Veränderung möglich!

 

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen Hoffnung machen, falls du selbst mit einer chronischen psychischen Erkrankung zu kämpfen hast.

Herzlich,

dein

Eckhard Neuhoff

www.schriftstellerei-eckhardneuhoff.com

 

Wenn dich dieser Text berührt hat, dann mag ich dich einladen, mehr dazu in meinem Buch zu lesen:

Vom Grenzgänger zum Freien Menschen: Ein Genesungsweg Taschenbuch – 21. Januar 2019

von Eckhard Neuhoff

 

 

 


 

 

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