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Ministerium für Glück: Durch Leerlaufphasen zu mehr Energie

Als Glücksministerin neige ich dazu, vieles auf einmal bewältigen zu wollen. Enthusiasmus und Tatendrang wollen gebändigt werden, da ich ab und zu merke, dass sich die Gedanken im Gehirn verknoten. Oft bin ich so vielseitig beschäftigt, dass ich manchmal nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Dazu kommt, dass ich Menschen liebe und herzlich gerne mit ihnen zusammen arbeite. Daraus resultiert aber eben auch viel emotionale „Arbeit“.

Das “Daily Business“ und viele persönliche Dinge

Seminare und Veranstaltungen wollen vor- und nachbereitet werden und das eben nicht nur im fachlichen Sinne, denn gerade beim Thema Glück kommen oft sehr persönliche Dinge zu Tage, die verarbeitet werden möchten. Dafür stehe ich als Glücksministerin natürlich auch zur Verfügung. Parallel gibt es das „Daily Business“, schließlich bin ich mein eigenes Mädchen für alles: Konzeption, Umsetzung, Kommunikation, Werbung, Einkauf, Umsetzung, Akquise, Buchhaltung, Vertrieb… Meine Hummeln im Hintern kommen mir da zu Gute, aber auch die haben ihre Grenzen.

Pause-Taste drücken. Innehalten. Schaukeln gehen.

Alles auf einmal ist einfach keine gute Strategie. Was hilft? Atmen. Innehalten. Pausen-Taste drücken und sich überlegen, was Priorität hat. Und dann: Eins nach dem anderen. Dann wird das E-Mail-Fach abgeschaltet, bis der Artikel geschrieben ist. Das Telefon stumm gestellt, bis der Workshop fertig ist und das Interview so gelegt, dass der Hund (und man selbst!) an die frische Luft kommt. So einfach und so effektiv! Und doch muss man sich regelmäßig immer wieder selbst daran erinnern. Pausen im Alltag sind schön und wichtig. Gesund sind sie allemal. Aufstehen, durchschütteln, Schaukeln gehen, was Gutes essen, ein Kaffee mit dem Lieblingskollegen oder einfach einmal um dem Block spazieren kann Wunder bewirken, um danach mit Kraft wieder ans Werk zu gehen.

Doch: Manchmal reichen kleine Pausen nicht

Die Batterie blinkt, ohne dass wir es merken (wollen). Jetzt heißt es aufpassen und achtsam sein – nicht, dass der Akku seinen Geist aufgibt! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ganz bewusste und ausgedehnte Leerlaufphasen das Beste sind, was wir uns gönnen können und sollten! Das ist nicht immer leicht, vor allem, weil man ja so viele Erwartungen zu erfüllen hat, dass es ganz viele wunderbare „Ausreden“ gibt, warum man sich nicht einige Wochen zurückziehen kann. Doch sind wir mal ehrlich: Die Welt dreht sich doch auch ohne uns weiter, oder?

Gesteh dir eine Auszeit zu – und plane sie. JETZT!

Das klingt schlimmer als es ist und wenn man das erst einmal akzeptiert hat, fällt es einem auch gar nicht mehr so schwer, sich aus dem ganzen Tohuwabohu herauszuziehen. Gerade für mich als Freiberuflerin hat das ganz schön viel Überwindung gekostet. Was mache ich mit den Anfragen, all den E-Mails, können die sozialen Netzwerke so lange ohne mich auskommen, verliere ich Kunden, wer kümmert sich um die Post? Es gibt tausend Gründe, warum es nicht klappen kann. Es gibt aber ebenso viele Gründe, warum es klappen kann und muss – wenn man sich selbst etwas Gutes tun möchte. Ist die Entscheidung erst einmal getroffen und kommuniziert (immer wichtig, denn so kann man schlechter Rückzieher machen ;)), kann an der Umsetzung gearbeitet werden. Urlaubs-Aushilfe, Abwesenheitsnotiz, Content vorausplanen, alles irgendwie leichter als gedacht. Das einzige, was es braucht, ist ein Zugeständnis, dass es dringend an der Zeit ist, eben diese anzuhalten und sich Hals über Kopf in die Leerlaufphase zu stürzen!

Frisch aufgetankt: Zurück aus der ministerialen Sommerpause

Ich habe mir vor kurzem eine solche Auszeit gegönnt: Der Rucksack war gepackt mit dem Notwendigsten. Auf das Wesentliche konzentrieren und keinen Ballast herumschleppen lautete die Devise. Hin- und Rückflug waren gebucht – was in der Zwischenzeit auf meiner Südamerikareise passierte, wurde nicht geplant. Treiben und inspirieren lassen, standen auf der To-do-Liste. Kurz vor der Abreise begegnete mir dieses Zitat, und es spiegelte meine Stimmung perfekt wider:

„On the Road: The best journeys in life are those that answer questions you never thought to ask.“ – Rich Ridgeway

Diese ministeriale Sommerpause hat mich geerdet, ich fühle mich stark und aufgetankt, bin voller Tatendrang. Diese Auszeit hat mir viele wichtige Eindrücke und Erlebnisse geliefert. Ich habe so viel gelernt, erfahren und genossen wie lange nicht mehr. Und genau das habe ich gebraucht. Einfach sein: Mit sich und seinen Gefühlen, sich Zeit nehmen für Gedankenspiele, Reflexion und Selbstfürsorge. Durch diese Mischung aus Power und Pausen haben sich viele neue Ideen und Projekte entwickelt, ohne, dass ich es forciert habe, sondern sie sind aus einer Natürlichkeit und aus einem völligen Flow-Gefühl heraus entstanden.

Was in Urlaubs-Freiheit so entsteht – zwei Auszeit-Gedanken

Ich muss gestehen, dass ich mich auch gefragt habe, wie ich diese Reise dokumentieren sollte. Blogbeiträge, Video-Clips oder ein Reisetagebuch? Halt, Moment mal. Zerdenke ich es gerade schon wieder? Ich fühle mich ertappt und entscheide mich dafür, mir nichts vorzunehmen. Doch die Aha-Momente und Geistesblitze häufen sich, also beginne ich spontan damit, meine „Gedanken des Tages“ in einigen Sätzen festzuhalten. Aber auch hier gilt: Alles kann, nichts muss. Keine festen Themen, keine Regeln. Was mir widerfährt und mich berührt, darf festgehalten werden. Der Rest darf weiterziehen.

Zwei dieser Gedanken möchte ich gerne mit euch teilen:

1-Zeit für Balance

Wie oft rennen wir, funktionieren wir, erledigen alle Aufgaben, kriegen alles unter den Hut, machen es allen recht? Die To-do-Listen sind dann vielleicht ein bisschen weniger lang (auch, wenn sie sowieso endlos sind), aber wo sind wir geblieben? Wachen wir morgens auf und fragen uns als erstes, was es alles zu tun gibt und was alles geschafft werden muss? Oder hören und fühlen wir in uns hinein und fragen uns wie es uns wirklich geht? Die tiefen, echten Gefühle und Bedürfnisse gehen im stressigen Alltag oft unter.

Fühle ich mich ängstlich, stark, müde, leicht? Das genau zu erspüren ist nicht immer einfach und vor allem nicht zwischen Tür und Angel möglich. Dafür braucht es Zeit und Raum. Balance. Zwischen schnell und langsam, leise und laut, hoch und tief. Was wäre das Leben ohne all die bunten Facetten? All das gehört dazu. Es gibt Phasen, in denen ist alles im Flow. Wir powern, es läuft. Das ist gut so und macht mächtig Spaß!

Es gibt aber auch Momente, da meinen wir, dass es so weitergehen muss, dabei “spüren” wir eigentlich etwas anderes und brauchen eher Ruhe und Zeit, um uns um uns selbst zu kümmern. Die wichtigste Ressource überhaupt. Wenn wir nicht selbst auf unsere ganz individuelle Balance achten, wer dann? Das gehört zur Selbstfürsorge dazu. Zu erspüren, wann ich powern kann und möchte, wann ich mich rausziehe, wann ich Gas geben kann und wann Leerlauf besser ist.

2-Der Stille lauschen

Endlich die erste Pause. Die Wanderung geht schon ewig, gefühlt hat sie gerade erst begonnen. Durch die Faszination von der Weite, all den Farben und Reflektionen ist die Zeit an mir vorbei gerast. Doch meine Beine machen sich bemerkbar und so bin ich froh, mich fallen lassen zu können. Da liege ich mitten im hohen Gras. Neben mir die tiefe Schlucht, die leise an die eigene Vergänglichkeit erinnert. Gleichzeitig verspricht der Ausblick Unendlichkeit. Ich bin überrascht und kann meinen Ohren kaum trauen. Denn ich höre: Nichts. Für Bienen und Vögel scheint die Luft zu dünn, der Wind macht Siesta. Diese absolute Stille tut gut. Ich hatte fast vergessen, wie sie sich anfühlt und ich genieße jeden Moment dieses Nichts. Das Gras raschelt und kitzelt mich, ich lausche meinem Atem. Enjoy the silence. Das Aufrappeln fällt mir in Anbetracht des Genusses schwer. Als ich kurz vor dem Ziel ein Schild entdecke, welches exakt meinen Gemütszustand beschreibt, muss ich schmunzeln, denn es spricht im übertragenen Sinne meine Gedanken des Tages aus: “Wenn du zu dir selbst finden willst, musst du lernen, der Stille der Natur zu lauschen.”

Wann halten wir im ständigen Trubel noch inne,
reißen aus, um uns selbst und zur Ruhe zu finden?
Könnt ihr euch an den letzten absolut stillen Moment erinnern?
Wenn ja, was spürt ihr, wenn ihr in euch hinein hört?

 

„Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.“ – Georg Christoph Lichtenberg

Ich wünsche euch viele kleine Verschnaufspausen
– und das meine ich wortwörtlich:

Haltet mehrmals am Tag inne, bleibt stehen, lehnt euch zurück, kehrt in euch, schließt die Augen und atmet tief durch. Ein paar Minuten jeweils sechs Sekunden ein- und sechs Sekunden ausatmen. Das wirkt Wunder und verschafft euch zumindest ein paar mini Leerlaufphasen im Alltag, die euch hoffentlich bestärken, die nächste größere Reise (zu euch selbst) zu planen.

 

Na, habt ihr nun ein bisschen Fernweh oder Lust auf etwas Neues bekommen?

Wie wäre es dann mit dem „redesign YOU retreat“ im Herzen der Toskana, das im April 2018 stattfindet?

redesign YOU retreat – Die Reise zu dir selbst

Hast du Lust, dich (neu) kennenzulernen, dir was Gutes zu tun und mit neuen Ideen, Gedanken und Visionen frisch zu starten? Dann komm mit auf diese Erkundungstour – die perfekte Kombination aus Workshop und Input, kreativem Schaffen und Wirken, Stille und Begegnung. Tickets und Termine: www.redesignyouretreat.eventbrite.de

 

Viel Freude und glücklich-entspannende Auszeiten wünsche ich dir😉
Gina Schöler
 Ministerium f Glueck

 

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